Termos Taten

Wat mutt, dat mutt - Ein ostfriesischer Chronist der Wirklichkeit

Mittwoch, 10. März 2010, 19:00 Uhr

Und heute früh im Bus überließ ich einem alten Mütterchen meinen Sitzplatz und daraufhin steckte sie mir ein paar Bonbons zu. Das war noch mal ne Omma vom alten Schlag.

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Mittwoch, 10. März 2010, 13:38 Uhr

Um den materiellen Nöten dieser Welt gerecht zu werden, habe ich meine Seele (trotz meiner Akademie-Phobie) ja nun auch an die Uni verkauft. Hilft ja nix. Aber bisher ist es eigentlich ganz lustig, weil ich bislang nur die Tonaufnahmen von äußerst amüsanten plattdeutschen Familiengesprächen in Schriftform bringe.

Dennoch konnte das heute noch getoppt werden: ich durfte eigenhändig die Frauenbeauftragte der philosophischen Fakultät abhängen.

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Montag, 8. März 2010, 12:30 Uhr

Vergangenes Wochenende feierten wir groß einen Runden Geburtstag meiner Mutter. Das war erlebnisreich. Insbesondere mein Bruder kultivierte einmal mehr den Krawall, nutzte im Suff jede Gelegenheit, um mich zu beleidigen und brachte sogar unseren (protestantischen!) Pastor dazu, ihm die Exkommunikation anzudrohen. Außerdem hielt mein Bruder bei niemandem mit seiner neuen Erfindung hinter dem Berg: Das neue Herrengedeck. Nicht mehr ein Pils und ein Klarer, sondern ein Pils und noch ein Pils…

Das Beste war aber Mutter. Zu Beginn der großen Feier musste sie ein bisschen Zeit schinden, bis das Buffet aufgebaut war. Dies nötigte sie zu einer Begrüßungsrede Bilbo-Beutlinschen-Ausmaßes. Da brachte sie einen Klops nach anderem, ungefähr dieser Qualität: “Ich stell euch jetzt mal grob vor. An diesem Tisch sitzt meine Familie, an diesem Tisch meine Kollegen, an diesem Tisch sitzen meine Freunde und an diesem Tisch…” Pause. Nachdenken. Blick auf die Leute am Tisch. Blick auf das Schild am Tisch. Wieder Blick auf die Leute am Tisch. Dann setzt sie fort: “…auch meine Freunde.”

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Mittwoch, 3. März 2010, 23:34 Uhr

Eins meiner WG-Mädels bezog heute ihr neues Zimmer. Und wohl als erste Bewohnerin seit Menschengedenken hat sie sich überlegt, die Möbel im (sehr wunderlich geschnittenen) Raum neu anzuordnen. Als wir dann mit Müh und Not den Schrank durch die Gegend wuchteten, kam dahinter folgendes zutage:

Den fanden wir hinterm Schrank

Wer weiß, welchem Vorbewohner sich das gute Stück zuordnen lässt. Die letzte Bewohnerin war zu sportlich um überhaupt irgendetwas zu rauchen, die davor wirkte zwar gerne mal bekifft, aber das war zu häufig, als das uns so eine Vorliebe entgangen wäre. Das war eher eine Naturbegabung. Und was davor war… da muss ich mal nachforschen.

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Samstag, 27. Februar 2010, 1:35 Uhr

Wer ist wohl Enbe und warum darf er/sie nicht mitmachen?

Enbe

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Freitag, 26. Februar 2010, 17:04 Uhr

Frauen können einem Mann auch seine letzten Freuden am Leben systematisch zerstören, wenn sie nur wollen. Heute kam zum Beispiel das Gespräch irgendwie auf “Der Herr der Ringe”. Wir Männer schwelgten testosterongeladen in wilden Schlachtenszenen – bis die Frau dann sagte: “Und am Ende greift Sauron mit Ottifanten die Stadt an.”

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Montag, 22. Februar 2010, 16:47 Uhr

Irgendwie scheint hier die ganze Siedlung ein gestörtes Verhältnis zum Schneeschippen zu haben. Um fünf Uhr in der Früh fing nämlich irgendjemand an, unter meinem Schlafzimmerfenster lautstark zu räumen. gelohnt hat sichs eh nicht. Wenige Stunden später war das alles weggeregnet.

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Montag, 22. Februar 2010, 3:40 Uhr

Mal wieder schlaflos. Der Vorteil ist aber im Moment, dass ja Olympia ist. Irgendein Quatsch läuft immer. Bob zum Beispiel. Als Laie fragt man sich natürlich, was daran so großer Sport ist. Die setzen sich in ihre Kiste und müssen dann nur noch die Bahn runter rutschen. Deswegen zieht das wahrscheinlich auch so komische Leute. Jamaica, Monaco, Österreich und sogar die Niederländer sind dabei. Jedes Land, dass es irgendwie zuwege bringt, ein paar Kufen zu schleifen und an einen Karton zu tackern, kann da teilnehmen. Und tut es auch.

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Sonntag, 21. Februar 2010, 20:42 Uhr

Ich frage mich gerade, warum mein Nachbar von gegenüber den Schnee, den er von seiner Auffahrt und dem Gehweg entfernt, auf die Straße schaufelt…

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Donnerstag, 18. Februar 2010, 14:37 Uhr

Bei den Eltern. Es klingelt (Mutter hört natürlich nix) und der Schornsteinfeger steht vor der Tür.

Mutter: “Sind Sie neu?”
Schornsteinfeger: “Nee, ich komme schon im dritten Jahr zu Ihnen.”
Mutter: “Aber ich habe Sie noch nie getroffen.”
Schornsteinfeger: “Doch. Im letzten Jahr kamen Sie zum Beispiel gerade vom Karneval aus der Schule.”
Mutter: “Oh, dann dachte ich sicher, dass Sie auch gerade vom Karneval kamen…”

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Mittwoch, 17. Februar 2010, 15:57 Uhr

Ich weiß, ich sag es jedes Jahr wieder, aber: Aschermittwoch. WAT MOOOOOI!

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Samstag, 13. Februar 2010, 23:46 Uhr

Das herzliche Verhältnis zwischen mir und einer meiner Mitbewohnerinnen sei durch folgenden klassischen Dialog zwischen uns demonstriert:

Ich: “Viel Spaß!”
Sie: “Fresse, Alter!”

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Freitag, 12. Februar 2010, 15:42 Uhr

Fenster offen und Heizung an ist zwar ein ehrenwertes Unterfangen, aber ich glaube nicht, dass deswegen der Frühling tatsächlich eher kommt.

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Dienstag, 9. Februar 2010, 19:09 Uhr

Am 9. Februar 1731 verbietet Fürst Georg Albrecht von Ostfriesland die Boßelwettkämpfe wegen “vielerley Unordnungen und Sauffen, Fressen, Schelten, greulichem Fluchen, schwerem Schlagen und Verwunden”.

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Montag, 8. Februar 2010, 19:54 Uhr

Neulich in der Neubausiedlung:

Autonomer Cthulhu

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Sonntag, 7. Februar 2010, 0:14 Uhr

Mutters verzweifelter Versuch, die Abreise ihrer Söhne etwas herauszuzögern: Ein wahlloser Griff in die Jackentasche befördert einen alten Gummihandschuh zutage, daraufhin gestikuliert sie wild ihren bereits im Auto sitzenden Söhnen zu und fragt: “Braucht ihr vielleicht einen Gummihandschuh?”

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Samstag, 6. Februar 2010, 15:18 Uhr

Und dann sagte mein Bruder über mich: “Es wird Zeit, dass Temmo ein paar Enkel kriegt, damit ich Neffe werden kann.”

Darauf meine Mutter: “Der Satz hätte von mir sein können.”

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Freitag, 5. Februar 2010, 23:26 Uhr

Gestern waren wir mit der Frisistik in ‘ner Kneipe. Diese Treffen sind nicht zuletzt dazu da, dass wir ein wenig Praxis in der Sprache bekommen, denn so elendiglich viele Sprecher hat’s ja nicht mehr. Jedenfalls kam es, dass ich und mein Dozent und gerade auf Nordfriesisch unterhielten, als eine Kellnerin vorbeikam und erfreut feststellte: “Oh, kommt ihr auch aus Luxemburg?”

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Mittwoch, 3. Februar 2010, 15:17 Uhr

Heute Abend um 23 Uhr bin ich übrigens mal wieder im Bayreuther Uniradio Schalltwerk zu hören, und zwar in der Sendung MAOUIE. Da gebe ich dann wie gehwohnt meine Fachkenntnis zum Besten.

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Dienstag, 2. Februar 2010, 18:32 Uhr

Aus unserer Reihe “Termo hört Gespräche im Bus” heute:

“Mama sagt, das einzig Gute an meinen Tangas ist, dass sie kaum Platz auf der Wäscheleine wegnehmen.”

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“Wo Tee ist, da ist Hoffnung.”
 Sir Arthur Pinero

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