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Howard Carpendale schallt durch den Innenhof. Wenn das der übliche grimminge Opa von Gegenüber ist, dann hat er aber ordentlich aufgerüstet, nach Andrea Berg und Birne-Helene Fischer in den vergangenen Jahren. Das wird ein anstrengender Sommer.

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Aufmerksame Mitarbeiter haben die Türklinke in der UB, an der ich immer einen elektrischen Schlag bekommen habe, mit Isolierband umwickelt. Sehr löblich. Wenn sie jetzt noch Bluthunde anschaffen, die störende Gründlandbearbeiter vor den Fenstern vertreiben, dann bin ich fast wieder milde gestimmt.

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Vorwort

Im Rahmen meines wissenschaftlichen Tuns entstehen ja immer wieder Texte, die letztendlich nur von wenigen Leuten gelesen werden. Manchmal stört das nicht, aber immer mal wieder ist das doch recht schade, dass diese Machwerke dann in der Schublade verschwinden. Daher erweist es sich immer als angenehm, wenn ich doch noch eine Gelegenheit bekomme, solch ein Werk an die Öffentlichkeit zu bringen. Vergangenes Jahr habe ich es zum Beispiel geschafft, meinen Klöten-Aufsatz („the balls paper“) noch in einem Buch unterzubringen. Aktuell ist es aber ein bisschen anders herum gestrickt. Ich verfasste gerade eine Abhandlung für ein Sammelwerk, das aber wohl nicht so viele Leute in die Finger kriegen werden. Daher sei der Text in leicht überarbeiteter Fassung an dieser Stelle noch einmal wiedergegeben.

Charly / Charly Schandali

Mein Beitrag ist einer Besonderheit des nordwestdeutschen Raumes gewidmet. Es geht um das Getränk, das gemeinhin „Charly“ genannt wird und vor allem in Ostfriesland und im Oldenburger Land bekannt ist. Kulturelle Bedeutung hat es insbesondere dadurch gewonnen, dass es für Generationen von Heranwachsenden die Initiation in den Alkoholkonsum jenseits des Bieres darstellte und somit für so manche denkwürdige Episode in den legendenhaften Erzählungen verantwortlich ist, die seit jeher von den Eltern an ihre Kinder weitergegeben werden. [Den gesamten Eintrag lesen…]

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Manchmal hat man diese Momente, die fast schon die Qualität religiöser Erleuchtung haben. Zum Beispiel, wenn man sich früh morgens, kaum wach und umso mehr schlaftrunken, anzieht und dabei feststellen darf, dass die Socken den Markennamen „Cocain“ tragen.

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Eigentlich habe ich gerade gar nicht groß was zu sagen, aber ich habe diesen Tag schon vor vier Jahren verpasst. Das soll mir nicht noch einmal passieren. Man soll mir nicht nachsagen, ich würde solch einen zusätzlichen Tag nicht zu schätzen wissen. Deswegen werde ich ein Viertel davon benutzen, um Auto zu fahren.

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Ich erinnere mich wieder, warum ich während meines regulären Studiums so wenig Zeit wie möglich in der zentralen Abteilung der Kieler Universitätsbibliothek verbracht habe: An jeder Türklinke kriege ich nämlich einen elektrischen Schlag. Wie damals im Bundestag.

Außerdem kräht hier immer irgendwo ein Hahn…

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Auf einer Feierlichkeit am vergangenen Wochenende habe ich so gegen halb drei in der Frühe folgende Weisheit gelernt, der man tunlichst Beachtung schenken sollte:

„Mit Pfannkuchenteig ist es wie mit Kinderwagen: Man sollte da nicht rein aschen.“

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27. Januar 1080: Die Schlacht bei Flarchheim zwischen den Ritterheeren von König Heinrich IV. und Gegenkönig Rudolf von Rheinfelden endet wegen schlechter Wetterbedingungen ohne eindeutigen Sieger.“

Klingt so ein bisschen wie „Die Kreisligapartie zwischen dem SV Struchtrup II und der Fortuna Kleiklutenmoor musste in der 67. Minute aufgrund des aufkommenden Nebels beim Stande von 1:1 abgebrochen werden.“

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Mir sagte mal wer: „Ob jemand seinen Universitätsabschluss tatsächlich verdient hat, erkennt man daran, ob er es problemlos schafft, sich eigenständig zu exmatrikulieren.“

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So. Das war etwas anstrengend, aber hier kommt nun auch das Termos-Taten-Silvesterorakel 2015. Wie immer für meine treuen Leser direkt aus der Welt des Übersinnlichen.

Aber diesmal habe ich da echt ein Fass aufgemacht, jungejungejunge. Ich bin halt manchmal etwas zu ambitioniert. Ich habe mir diesmal gedacht, ich greife das mediale Potenzial von Songtexten ab. Spitzenidee. Musik ist ja immer gut. Und die besten Liedtexte entstehen in der Regel ja auch dann, wenn der Schreiber in einem emotionalen Zustand ist, der ihn für Einflüsse der kosmischen Energien empfänglich macht. So weit – so gut. Hat ja auch funktioniert. Aber es ist echt schwierig, da brauchbare Orakelsprüche heraus zu generieren. Verschwurbelte Sprache, Weltschmerz, Grammatikprobleme etc. etc… Egal, ich habe es irgendwie hinbekommen. Aber wundert euch nicht über den ungewohnt bedeutungsschwangeren Tonfall.

Silvesterorakel 2015
 

Um dem Anlass des beginnenden neuen Jahres gerecht zu werden, hat es sich ergeben, dass auch derBeginn des jeweiligen Liedtextes zur entscheidenen Stelle wurde, um die Sprüche zu kreieren. Ich habe also medial meine etwa tausend meistgehörten Songs des vergangenen Jahres (ziemlich abseitiger Kram dazwischen) und die beorakelten Menschen in einen transzendenten Topf geworfen und zusammengebracht, was zusammen gehört. Fremdprachige Texte habe ich mehr oder weniger gut übersetzt (wie es mir das Universum halt eingeflüstert hat), deutsche Texte gegebenenfalls leicht angepasst, ohne ihren Sinn zu verändern. Es ist ziemlich schwere Kost dabei herausgekommen, man wat mutt, dat mutt. Wenn ihr Deutungshilfe braucht, wendet euch vertrauensvoll an mich, aber meistens wisst ihr selber am Besten, was dahinter steckt. Früher oder später zumindest. Ich hoffe, ich habe niemanden vergessen. Auf gehts, ein gutes 2016 euch allen: [Den gesamten Eintrag lesen…]

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Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Platzanweiser oder was haben se sich bei so einer Nummerung gedacht? (Anklicken zum Vergrößern)

So zählt man in Kiel

Sowas findet man sonst nur in der Uni.

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Es gibt ja so Studien, die besagen, dass ein Wirbelsturm oder Sturmtief oder so grundsätzlich dann mehr Opfer fordert, wenn er von den Meteorologen einen weiblichen Namen erhalten hat. Weil man den Sturm dann wohl nicht so ernst nimmt. Der Durchschnittsbürger vernagelt sein Eigenheim also eher bei einem Sturm namens „Brutus“ als bei gleicher Wetterlage mit der Bezeichnung „Susi“. Ich frage mich allerdings, ob es das richtige Gegenmittel ist, dann auch bei den männlichen Stürmen möglichst harmlos klingende Namen auszuwählen. So wie jetzt gerade. „Heini“ ist echt nix, was mir Angst einjagt.

Und wo wir gerade bei wunderlichen Vornamen sind: Mir sind da wieder mal ein paar Neugeborene untergekommen, deren Eltern das Bedürfnis hatten, ihren Nachwuchs mit einprägsamen Bezeichungen einen Platz in dieser Ruhmeshalle zu sichern. Besonders schön ist Rocky René, aber auch Luk, Saphira Alice, Tyler Jayden, Mella Pheline und Luka Luan fand ich erwähnenswert. Dass bei einem Baby als Vorname Mäuschen angegeben war, ist aber sicher als Witz zu verstehen. Ganz bestimmt war das ein Witz. Sagt mir bitte, dass das ein Witz war!

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Ich habe mir in den letzten Wochen immer mal wieder spontan Stichwörter oder Sätze notiert, bei denen ich mir dachte: „Da kannst irgendwann mal was drüber bloggen.“ Allerdings kann ich mit den meisten dieser Versatzstücke jetzt nicht mehr wirklich etwas anfangen oder den Zusammenhang rekonstruieren. Damit die Arbeit nicht ganz umsonst war, werfe ich die Notizen hier einfach mal willkürlich in den Raum. Können da ja so ne Aufgabe wie in der Grundschule draus basteln: Schreibe eine Geschichte, in der alle diese Sachverhalte vorkommen:

  • die Sojaseele
  • „Meine Oma nannte mich immer Muschiblitz“
  • zwanzig Kilo Hack
  • „Wie heißt das, was man hat, wenn man Alkohol getrunken hat?“ – „Promille.“
  • das innere Becken
  • Pfannengemüseorgie
  • Brillenschwestern

Und zu guter Letzt habe ich dann auch noch was gelernt in diesen Tagen, das ich euch nicht vorenthalten mag. In einer sehr warmen Räumlichkeit fing eine junge Frau  auf einmal vor meiner Nase an, sich ein bis zwei Schichten ihres nach dem Zwiebelprinzzip aufgebauten Outfits zu entledigen. Schließlich betrachtete sie kritisch ihr vollkommen durchnässtes T-Shirt, drehte sich dann zu mir und präsentierte mir stolz das Kleidungsstück mit den Worten: „Guck mal, auch Frauen können schwitzen.“

Das merken wir uns mal. Wer weiß, wo es noch für gut is.

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Ich liege
in der Wiege
und aß
noch Fraß
doch
noch
ach ach
bin ich wach.
Edit 7.28 Uhr: Und nu is Tach.

Hm. Meine Schlaflosdichtereien waren auch schon besser.

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Hatte am Wochenende ein wunderliches bis unheimliches Erlebnis in der Berliner S-Bahn: Ein Vater setzte sich mit seiner kleinen Tochter – vielleicht so fünf oder sechs Jahre alt – zu mir in die Sitzgruppe. Die beiden sprachen englisch miteinander. Sie hibbelte rum und quasselte und scherzte mit ihrem Vater, guckte mich aber zwischendurch auch immer mal wieder neugierig an.

Schließlich musste ich aussteigen und als ich mich an den beiden vorbeizwängte, packte die Kleine auf einmal meine Hand und sagte zu mir: „Everything is going to be okay!“

Vaddern war offenbar ähnlich verdattert wie ich und da ich quasi schon halb draußen war, konnte ich dem Ganzen nicht mehr auf den Grund gehen. Ob die Lütte wohl in die Zukunft sehen kann? Oder sah ich einfach so fertig aus?