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Einer meiner Geheimtipps bei schlechter Laune, ich habs vielleicht schon mal erzählt, sind die Theater- und Opernbesprechnungen im Deutschlandradio. Es gibt nur wenig, was da drüber geht. Aber dazu gehört der Fernsehkommentar beim olympischen Dressurreiten. Ganz toll. Zum Beispiel: „Also wer hier als Richter nicht die Zehn in der Passage gibt, ich glaube, der träumt noch auf dem falschen Planeten, von dem wie es auszuschauen hat. Das ist göttlich, die Zehn ist göttlich und wenn es göttlich ist, gebt die Zehn für diese Passage…“

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Erfahrungswerte

​In alten Zeiten, wenn ich wachte,
Was war es nur, was ich dann machte,
Um den Schlaf herbei zu locken?
(Bestimmt ging’s nicht mit Haferflocken.)

Das Fernsehen war oft meine Wahl.
Schon damals war das meist fatal.
Und heut seh ich da nur Olymper.
Und das sind alles nur noch Stümper.

Manchmal las ich auch ein Buch.
Doch das Problem bei dem Versuch:
Die Augen blieben dabei offen.
Besser wär’s, ich hätt‘ gesoffen.

(Hab ich manchmal auch getan,
Doch meistens musst ich morgens fah’n.)
Mir half auch nie das Schafe zählen,
Das war, wie mit ’ner Harfe quälen.
(Das kann ich wirklich nicht empfehlen…)

Nur eins kommt mir noch in den Sinn,
das seit der Zeiten Anbeginn
Des Wachens Teufelskreis durchbricht:
Man schreibe einfach ein Gedzzzzzzzzzzzzzz…..

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Es mag an mir liegen, oder aber an der finsteren Zeit, in der wir leben,  aber dieses Ensemble auf dem Campus der Universität – unweit der Hauptbibliothek – sieht aus wie das Familiengrab einer Mathematiker- oder Informatiker-Dynastie.

 

Informatikerfamiliengrab

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Es ist mal wieder Prüfungszeit. Das treibt ja immer wieder ganz besondere Blüten, aber da könnte ich hier Seiten drüber schreiben. Das verschiebe ich auf ein andermal. Und ich muss das ja seit geraumer Zeit auch von der anderen Seite des Schreibtischs aus erleben, das ist zumindest ein wenig weniger stressig.

Ich wollte eigentlich nur auf eine kleine Begebenheit hinaus, die mir beim mittagspäuslichen Herumlungern in der Sonne hinter den Seminargebäuden unterkam. Einige Studentinnen und Studenten auf dem Rumlungerplatz nebenan diskutierten nämlich rege über eine versemmelte Prüfung.

Ein Mädel analysierte schließlich eiskalt, aber nur eingeschränkt selbstkritisch: „Vielleicht war ich zu schlau.“ Das ist leider gar nicht mal so unwahrscheinlich.

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In der Uni weht in letzter Zeit ein anderer Wind. Ich höre aus den Reihen der maskulinen Minderheit vermehrt laut gegröhlte Sprüche vom Kaliber: „Meine Olle kann französisch, nur mit der Sprache hapert es noch!“ Ob das daran liegt, dass sie hier gerade eine Romanistik aufbauen?

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Ich habe mir gedacht, ich könnte mal wieder einen meiner zahlreichen albernen Träume hier veröffentlichen. Und der von heute Morgen erscheint mir öffentlichkeitstauglich und angemessen blöd.

Also: Ich und eine ehemalige Mitbewohnerin von mir haben im Traum nebeneinander gewohnt, und zwar in Wien. Eines Tages waren wir dann mal zusammen bei Penny einkaufen. So weit, so unspektakulär.

Am folgenden Tag entdeckten wir, dass gegenüber von unseren Wohnungen ein Rewe aufgemacht hatte. Die ehemalige Mitbewohnerin war ganz begeistert und wollte gleich wieder los zum Shoppen. Wir also rüber und einkaufen. Schließlich an der Kasse war da ein Rewe-Mitarbeiter namens Torsten. Der sah uns ganz finster an und sagte: „Jetzt hab ich euch!“

Er erklärte großspurig, dass er uns nun festhalten müsse. Wir hätten gestern bei Penny gestohlen und Rewe und Penny hätten jetzt eine Anti-Diebstahl-Kooperation, deswegen könne er uns jetzt wegen des gestrigen Diebstahls bei Penny zur Rechenschaft ziehen.

Wir waren uns natürlich keiner Schuld bewusst, aber der Torsten wollte den Fall nun energisch und unerbittlich auf der Stelle bearbeiten. Ich musste als Geisel da bleiben und die ehemalige Mitbewohnerin wurde nach Hause geschickt, um das „Diebesgut“ zu holen.

Sie kam dann aber auch pflichtschuldig wieder, und zwar mit einem riesigen Beutel voller Kiwis. Das war offenbar das einzige, was wir bei Penny erstanden hatten. Auf jeder einzelnen Kiwi war noch ein Preisaufkleber drauf und der siegessichere Torsten fing nun an, die alle nochmal an seiner Kasse einzuscannen.

Seine Laune wurde jedoch zunehmend schlechter und nach der letzten Kiwi war er dann ganz bedröppelt und musste zugeben, dass wir ja doch alle Kiwis bei Penny bezahlt hätten, wie ihm sein System unmissverständlich mitteilte. Man ließ uns also laufen und als Entschuldigung und Entschädigung bekamen wir beide jeweils eine Soda-Stream-Kartusche geschenkt. Dann klingelte leider der Wecker.

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Als guter Dozent, der ich nun mal bin, verlegte ich heute anlässlich der durchaus warmen Wetterlage meinen Kurs nach draußen. Insbesondere der weibliche Teil der Teilnehmerschaft zeigte sich begeistert davon, „gleichzeitig braun werden und an einer Uni-Veranstaltung“ teilnehmen zu können.

Wie wird einem aber solch ein Einsatz vom Schicksal schließlich gedankt? Mitten beim inbrünstigen Dozieren schiss mir ein Vogel auf den Kopf. Ich konnte meine Autorität und die Situation nur dadurch retten, dass ich für nächste Woche einen Vokabeltest ankündigte.

Hoffentlich regnet und stürmt es dann.

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Mit Angst ist das so eine Sache. Vom Bauunternehmer meiner Mutter wissen wir ja schon, dass Angst die Geißel der Menschheit ist. Mit der Angst wird manipuliert, beherrscht und Geld verdient. Die Angst davor, etwas Falsches zu machen, hindert uns daran, das Richtige zu tun. Und wie sagte damals schon der Hase Cäsar? „Keiner sagt mehr, was er denkt, weil er glaubt, dass er wen kränkt.“ Parlamente werden heute mehr durch Angst denn durch gesunden Menschenverstand besetzt und schon Luther soll gesagt haben „Aus einem verzagten Arsch kommt kein fröhlicher Furz.“ Wohin soll das nur führen?

Meine Mitbewohnerin hatte Angst, in einem indischen Restaurant schlecht bedient zu werden, weil sie eine Rindslederhandtasche dabei hatte…

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Howard Carpendale schallt durch den Innenhof. Wenn das der übliche grimminge Opa von Gegenüber ist, dann hat er aber ordentlich aufgerüstet, nach Andrea Berg und Birne-Helene Fischer in den vergangenen Jahren. Das wird ein anstrengender Sommer.

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Aufmerksame Mitarbeiter haben die Türklinke in der UB, an der ich immer einen elektrischen Schlag bekommen habe, mit Isolierband umwickelt. Sehr löblich. Wenn sie jetzt noch Bluthunde anschaffen, die störende Gründlandbearbeiter vor den Fenstern vertreiben, dann bin ich fast wieder milde gestimmt.

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Vorwort

Im Rahmen meines wissenschaftlichen Tuns entstehen ja immer wieder Texte, die letztendlich nur von wenigen Leuten gelesen werden. Manchmal stört das nicht, aber immer mal wieder ist das doch recht schade, dass diese Machwerke dann in der Schublade verschwinden. Daher erweist es sich immer als angenehm, wenn ich doch noch eine Gelegenheit bekomme, solch ein Werk an die Öffentlichkeit zu bringen. Vergangenes Jahr habe ich es zum Beispiel geschafft, meinen Klöten-Aufsatz („the balls paper“) noch in einem Buch unterzubringen. Aktuell ist es aber ein bisschen anders herum gestrickt. Ich verfasste gerade eine Abhandlung für ein Sammelwerk, das aber wohl nicht so viele Leute in die Finger kriegen werden. Daher sei der Text in leicht überarbeiteter Fassung an dieser Stelle noch einmal wiedergegeben.

Charly / Charly Schandali

Mein Beitrag ist einer Besonderheit des nordwestdeutschen Raumes gewidmet. Es geht um das Getränk, das gemeinhin „Charly“ genannt wird und vor allem in Ostfriesland und im Oldenburger Land bekannt ist. Kulturelle Bedeutung hat es insbesondere dadurch gewonnen, dass es für Generationen von Heranwachsenden die Initiation in den Alkoholkonsum jenseits des Bieres darstellte und somit für so manche denkwürdige Episode in den legendenhaften Erzählungen verantwortlich ist, die seit jeher von den Eltern an ihre Kinder weitergegeben werden. [Den gesamten Eintrag lesen…]

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Manchmal hat man diese Momente, die fast schon die Qualität religiöser Erleuchtung haben. Zum Beispiel, wenn man sich früh morgens, kaum wach und umso mehr schlaftrunken, anzieht und dabei feststellen darf, dass die Socken den Markennamen „Cocain“ tragen.

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Eigentlich habe ich gerade gar nicht groß was zu sagen, aber ich habe diesen Tag schon vor vier Jahren verpasst. Das soll mir nicht noch einmal passieren. Man soll mir nicht nachsagen, ich würde solch einen zusätzlichen Tag nicht zu schätzen wissen. Deswegen werde ich ein Viertel davon benutzen, um Auto zu fahren.

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Ich erinnere mich wieder, warum ich während meines regulären Studiums so wenig Zeit wie möglich in der zentralen Abteilung der Kieler Universitätsbibliothek verbracht habe: An jeder Türklinke kriege ich nämlich einen elektrischen Schlag. Wie damals im Bundestag.

Außerdem kräht hier immer irgendwo ein Hahn…