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Moin zusammen.

Kein Jahreswechsel ohne ein großangelegtes Orakel von Termo. So ist es seit tausenden von Jahren und so ist es auch heuer. Bevor ich aber zur Sache komme, wünsche ich allen Lesenden ein ausgesprochen gutes neues Jahr, wenig Quarantäne und hochwertige Impfe. Haut rein.

Aber nun zum mysteriösen Teil des Abends. Der ständige Drang nach Abwechslung und Unterhaltung in unserer Gesellschaft treibt mich ja in vielen Jahren dazu, euch eine neue Methode der Weissagung anzubieten. Dieses Mal bin ich auf eine ganz besonders dumme Idee gekommen: Glückskekse.

Die Theorie ist simpel. Ich channele die rohe und ungesteuerte Weissagungsenergie der Glückskekse, indem ich sie mit meiner Verbindung zum magischen Kosmos in Kontakt bringe. Das klingt kompliziert und das ist es auf der mystischen Ebene auch. In der physischen Welt äußert sich das aber einfach dadurch, dass ich für jede beorakelte Person einen Glückskeks verspeise und damit einen individuellen Orakelspruch für jede Person ans Tageslicht geleite. „Klingt doch gut“, werdet ihr jetzt sagen. „Viel einfacher als stundenlanges Bleigießen oder dergleichen. Warum nennt er es eine ‚dumme Idee‘?“

Die Antwort ist zweifältig. Zunächst: Mir ist nun furchtbar schlecht. Es waren viele Kekse, die meisten davon von zweifelhafter Lebensmittelqualität. Furchbar. Aber es funktioniert halt nur, wenn der Keks tatsächlich gegessen wird. Schwerer noch wiegt aber die Natur der weissagerischen Rohmasse, die für das Orakel verwendet wurde. Für ein gutes Ergebnis mussten Glückskekse aus verschiedensten Quellen herangezogen werden. Und sehen sie auch von außen alle gleich aus, von innen unterscheiden sie sich. Die Qualität der Sprüche ist äußerst schwankend. Da tun sich Abgründe auf, ich sachs euch! Dementsprechend nehmen die Orakelsprüche theoretisch jede erdenkliche Form an, häufig (Binsen-)Weisheiten und dick aufgetragene Ratschläge, aber auch gerne plumpe Feststellungen oder schlichter Unsinn sind dabei. Nichtsdestotrotz ist jeder dieser Sprüche durch mich mit dem Kosmos in Berührung gekommen und deswegen auf irgendeiner Ebene die reine Orakelwahrheit für 2022. Werdet ihr – wie üblich – schon merken, was er für euch bedeutet.

Deswegen habe ich nur sehr geringe Eingriffe vorgenommen. Einige ganz dumme Sprüche vom Kaliber „Nimm noch einen Keks“ habe ich weggeworfen. Da kann der beste Kosmos nichts dran ausrichten. Darüber hinaus habe ich bei den zahlreichen mehrsprachigen Zettelchen die beste Variante ausgewählt (und diese ins Standarddeutsche übertragen). Das war es auch schon. Deswegen legen wir los. Eben noch in billigen Keksen und jetzt auf unserer Schaubühne: Eure Orakelsprüche für das Jahr 2022: [Den gesamten Eintrag lesen…]

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Man merkt schon sehr deutlich, dass die Weltpolitik alles daran setzt, die durch die Pandemie beeinträchtigten Warenströme anzukurbeln und wieder in Gang zu bringen. Bei mir in der Straße merkt man das dadurch, dass DHL- und DPD-Fahrzeuge die Einbahnstraße in beide Richtungen befahren dürfen.

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Annerlest sää een: „Football ka’st ok neet mehr kieken.“ Sää de anner: „Wees neet bang, Jesus hett ok kien Football keken.“

Wat’n Argument. Sall ik mi man marken.

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Kurt Tucholsky soll mal geschrieben haben: „Lass dir von keinem Fachmann imponieren, der dir erzählt: ‚Lieber Freund, das mache ich schon 20 Jahre so!‘ Man kann eine Sache auch 20 Jahre lang falsch machen.“

Et voilà!

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Ich habe geträumt, es wäre ein Doppelgänger von mir in der Stadt unterwegs, der durch alle Kneipen zieht und überall nur ein Glas Leitungswasser mit einem Spritzer Soda bestelle. „Wie Dagobert Duck“, sagt mein Doppelgänger immer dazu. In der Folge dieses Treibens erhalte ich dann in allen Kneipen Hausverbot, weil ich mehr Kosten als Umsatz generieren würde und das könne man in Pandemiezeiten nicht tolerieren. Früher hätte ich immer ein oder zwei Bier getrunken, das sei noch okay gewesen, aber mit Leitungswasser dürfe ich mich nicht mehr blicken lassen.

Dass ich komisch träume, das liegt bestimmt an den Olympischen Spielen. Da bin ich immer ganz durcheinander. Der olympische Geist stört meinen Schlaf.

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Meine Schwägerin hat gerade zu ihrem Mann gesagt: „Ich habe dir gerade ein paar Artikel in der Brigitte markiert. Da geht’s um Fett.“

Es klingt nach einer guten Grundlage für ein Musical.

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Pandemie klingt auch ein bisschen nach Panda. Wegen so etwas ist der Begriff „Euphemismus“ erfunden worden.

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Mit der Impfterminvergabe ist es ein bisschen so wie bei den Studierenden, wenn sie am Anfang des Semesters ihre Kurse wählen müssen. Nur dass man bei der Impfung nicht mal die Termine am Montagmorgen bekommt.

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Ich habe gerade die traurige Nachricht bekommen, dass die Universität pandemiebedingt das Seifenlager vorübergehend geschlossen hat und die Seifenausgabe sich somit verkompliziert. So beginnt der Untergang der Zivilisation.

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2021 wird besser? Bisher keine Anzeichen dafür. Aus dem Johanniter-Krankenwagen schallt laut „Another One Bites the Dust“.

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Moin zusammen.

Das Jahr ist fast durch, wir haben es vollbracht. Entsprechend ist es Zeit für Termos großes Silvester-Orakel. Aber ach ach, das Jahr war schwierig und Termo ist müde. Er musste sich also was einfallen lassen, um sich nicht feinstofflich, astralprojektorisch und metaphysisch zu überanstrengen. Da erinnerte er sich – also ich mich – an eine Orakelquelle, die ich vor einigen Jahren bereits einmal anwendete: Zeitungsschlagzeilen.

Das A&O (bzw das Ter&Mo) beim Jahresendorakel ist das das Korpus, in dem die auszulesenden kosmischen Kräfte zunächst gesammelt und gebündelt werden müssen, bevor sie ausgelesen werden können. Hier greife ich heuer wieder auf die Technik zurück, die als „die unbewusste Pythia“ in den Lehrwerken zu finden ist und in der einen oder anderen Ausprägung sehr häufig verwendet wird. Das Korpus wurde also nicht gezielt von mir zusammengestellt, sondern entwickelte sich im Laufe des Jahres automatisch.

Und das kam so: Mein Vater begann im Frühjahr damit, mich mit Zeitungsartikeln zu versorgen, von denen er glaubte, dass sie für mich interessant seien. Diese entstammen den diversen Tages- und Wochenzeitungen, die er bezieht, sowie einigen damit verbundenen Beilagen. So entstand aufgrund meiner unterbewussten kosmischen Pull-Kräfte eine Sammlung von Texten und zugehörigen Überschriften. Es ist übers Jahr eine ganz köstliiche Mischung zusammengekekommen. Die Artikel behandeln vor allem Heimatkundliches sowie Themen aus dem Bildungs- und Kulturbereich, gelegentlich dazu Gesundheit, Tagesgeschehen und Service.

Für das eigentlich Orakel habe ich dann für jeden von Euch zwei Artikelüberschriften nach kosmischer Fügung zusammengesetzt, die dann einen Orakelspruch ergeben. Den lasse ich hier jetzt einfachmal so nackt stehen, ihr wisst schon am besten, was das Ganze für Euch bedeutet. Falls Deutungshilfe gewünscht ist, wisst ihr ja, wie ihr mich erreicht.

Auch jenseits vom Orakel ist das übrigens sehr interessant. Ich meine eine Faustregel entdeckt zu haben, die in etwa lautet: Je kürzer die Überschrift, umso feuilletonístischer der Artikel.

Aber genug gequatscht. Ich wünsche Euch einen guten Übergang und ein tolles 2021. Hollt jo munter!

[Den gesamten Eintrag lesen…]

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Man guckt ja viel aus dem Fenster in diesen Zeiten. Da lernt man dann auch viel über aktuelle Trends. Der neueste Shit ist offenbar, gegen die vorgeschriebene Fahrtrichtung rückwärte durch Einbahnstraßen zu fahren. Da schwimmt man gegen den Strom, kann aber trotzdem schnell abhauen.

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Die Jugend wird auch immer verrohter. Kommen mir gerade auf der Straße zwei junge Mädchen entgegen, vielleicht 9 oder 10 Jahre alt. Sagt die eine: „Komm, was ist das? Dativ oder Akkativ?“ Die andere Antwortet etwas weinerlich: „Ich weiß nicht. Ich kann das nicht so gut mit Sprache. “ Wird die andere wütend und ruft: „Ich hau dich gleich! Das ist Akkusativ!“

Das sind Methoden heutzutage. Bestimmt „Peer Learning“ oder sowas. Für den einen oder anderen war das Home Schooling vielleicht doch ganz angenehm.

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Alle paar Jahre gerate ich ja unrühmlich mit irgendeiner einer alten Frau an einer Bushaltestelle aneinander. Vielleicht ist das der letzte Rest eines langsam verschwindenden, tausende Jahre alten Fluchs, der auf meiner Familie liegt. Wer weiß. Jedenfalls lief ich dieser Tage am frühen Abend durch die Gegend und kam dabei an einer Bushaltestelle vorbei, die ich nicht einmal plante, in Anspruch zu nehmen. Ich trug einen Mund-Nase-Schutz, wie man das heutzutage ja so macht.

An besagter Bushaltestelle stand eine säuerlich dreinblickende ältere Dame, wartete offenbar auf einen Bus. Die Frau trug keinen Mund-Nase-Schutz. Sie wurde meiner gewahr. Warum auch immer sie sich gerade mich erwählte, um ihrer offensichtlich schlechten Laune Luft zu machen, ist unklar, aber vielleicht lag es an meiner Maske. Oder halt am Fluch.

Jedenfalls raunzte sie mich – mit so weit nach unten gezogenen Mundwinkeln, wie ich es seit Jahren nicht mehr gesehen habe – unvermittelt an: „Junger Mann, nun setzen Sie doch die Maske ab, damit man sich nicht so erschreckt!“ Ich antwortete (wie leider so häufig ohne Impulskontrolle): „Setzen SIE doch bitte eine Maske auf, damit man sich nicht so erschreckt!“

Es wurde nicht goutiert.

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Neunzehn. Das ist ja kein richtiges Alter. Das ist so dazwischen. Nix halbes, nicht fleisches. Auch für son Weblog. Nee, da muss mindestens noch ein Jahr bei. Oder besser noch zwei. Damit es auch in den Vereinigten Staaten saufen kann. Wenn es die dann noch gibt.

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Manchmal haben ja auch die Süddeutschen ganz schöne Wörter. Ich mag zum Beispiel das Wort „strunzen“ sehr gerne. Je nach Gegend und Zusammenhang soll es „pissen“ oder sowas wie „angeben“ oder „prahlen“.

„Da war er dann ziemlich am rumstrunzen.“ Klingt sehr gut, finde ich.