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Folgendes Phnomen ist mir heute mehrfach und schon zum wiederholten Male aufgefallen: Ein Vorschlag oder Tipp, der zuvor von mir schon einmal mit nahezu gleichlautendem Inhalt formuliert, aber abgelehnt worden war, ist aus dem Mund eines anderen auf einmal eine „gute Idee“.

Irgendwie muss alles was ich sage wie eine Schnapsidee klingen. Termo: „He, wollen wir mal die Gravitationskonstante des Universums ndern?“ – X: „Och n, bld.“ – Y: „Wie wrs, wenn wir die Gravitationskonstante des Universums ndern?“ – X: „Gute Idee…“

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Wahre Liebe: Nach dem berlangen Telefonat mit der Freundin einen erleichterten Stoseufzer loslassen und sich anschlieend panisch davon berzeugen, dass man auch tatschlich aufgelegt hat…

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Irgendwie hab ich heute den Kater, den ich am Sonnabend htte haben sollen. Da gitbs eigentlich jetzt nur zwei Alternativen: Entweder ’ne Aspirin oder ein Glschen Kruiden.

Andere Sache: Mir ist danach, einen Literaturpreis auszuschreiben oder eine Temmo-Bosse-Verdienstmedaille zu vergeben. Das ist dann sowas hnliches wie die damals nie verwirklichte Gabor-Gyetvai-Gedenkmnze. Das waren noch Zeiten.

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Ich habe letzte Nacht mal wieder sonderbar getrumt. Und zwar hatte ich zwei Austauschstudenten zu betreuen. Die eine hie Nora und der andere hatte keinen Namen, wollte dann aber auch Nora heien. Er schlug dann vor, dass man die „echte Nora“ dann frei nach Bohlen einfach „Nrchen“ nennen soll, damit auch immer der/die Richtige kommt, wenn man ruft.

Studenten haben alle einen an der Waffel.

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Zum ersten Mal seit Jahren waren wir nicht auf Janekes Schiff, um das Gallimarkt-Feuerwerk zu begutachten. Ansonsten war es nett, aber unspektakulr. Hannes hat sich diesmal nicht die Hand abgeschnitten, dafr hat er auf dem Heimweg eine Katze gefunden. Beziehungweise hat sie ihn gefunden und geht nicht mehr weg.

Uke hat dafr mal wieder schlechtes Benehmen kultiviert und wollte mich einmal mehr verkuppeln. Hilko wollte Frauen dazu anstiften, mir gegen das Schienbein zu treten und hatte irgendeine alberne Mtze auf.

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In meiner Funktion als Journalist werde ich immer wieder als Medium wahrgenommen, um Missstnde an die ffentlichkeit zu bringen. Gestern auf dem Gallimarkt zum Beispiel bat man mich, in der Rheiderland-Zeitung darber zu schreiben, wie scheie das „U-Boot“ auf dem Markt ist. „Schreib, das ich mein Geld zurck will“, sagte die Dame.

Das Ding war aber auch Mist. Man wird durchgerttelt und sieht sich dazu einen bereits reichlich abgenudelten Film an, der eine schlecht computersimulierte Unterwasserfahrt darstellt. Dazu sagt eine Stimme in teilnahmslosen Tonfall: „Sowas hab ich ja noch nie gesehen“ oder „Das schaffen wir niemals“ und sowas.

Viel lustiger waren die Leute, die mit uns in dem U-Boot-Dingen drin waren. Als etwa ein paar alberne Fische durchs Bild „schwammen“, rief einer begeistert: „Kiek! Makrelen!“. Und als eine Ominse Statue einer noch ominseren Unterwasserkultur in Sicht kam, wurde sie vollkommen unmotiviert als „Jungfrau Maria“ identifiziert.

Jacques Cousteau ist nix dagegen.

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Oha. Ich wei schon, warum man eigentlich nicht bei Tageslicht auf den Gallimarkt gehen sollte. Es ist zwar noch nicht sonderlich viel los, dafr gibt es kein Zwielicht, das das Elend verstecken knnte, das sich da auftut. Wie kann man denn nur um 4 Uhr nachmittags schon so besoffen sein, das man sich selber einnsst. Und das am hellichten Tag in aller ffentlichkeit.

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Eben einen Vortrag von Dr. Marron Ford besucht. Erstaunlich, wie dieser Mann fliegende Wechsel zwischen Deutsch, Platt, Friesisch und Niederlndisch vollzieht und dabei auch noch witzig is.

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Meine Kusine ist etwas angesuert. Sie hat groen Aufwand betrieben und viel Arbeit in ein Schmuckstck fr einen Wettbewerb zum Thema „Wasserwelten“ gesteckt und „nur“ den dritten Platz gemacht. Das an sich ist gar nicht so schlimm. Aber wir hatten das Vergngen, das Sieger-Objekt live und in Farbe begutachten zu drfen. Und das war ein schlechter Witz.

Die Kette, die den ersten Platz erreicht hat, besteht nmlich zum groen Teil aus aneinander gereihten Chili-Schoten. Das Ganze wirkte ein bisschen wie „Updrgt Bohnen“ ( zum Trocknen auf einen Faden aufgezogene Bohnen). Was das alles mit „Wasserwelten“ zu tun hat? Meiner Meinung nach gar nix, aber zum Glck lag dem Wettbewerbsbeitrag eine Erklrung bei.

Darin wird bericht, dass ja Menschen und Pflanzen zu 80 Prozent aus Wasser bestehen und wenn man in eine Chili-Schote beit, muss man ganz schnell Wasser trinken. Ich hab das zwar noch nie getan, aber ich habe mir versichern lassen, dass Wasser bei Chili-Schoten so rein gar nichts hilft, ganz im Gegenteil.

Aber dem Erschaffer des Werkes mag ich keine Vorwrfe machen, eher der Jury. Denn was fr ein Zeichen wird mit diesem Votum fr zuknftige Wettbewerbe gesetzt? Je weiter weg von den Vorgaben, desto besser? Das nchste Mal mach ich auch bei so ’nem Wettbewerb mit. Zu „Wasserwelten“ fllt mir da ein: Eine Flasche Kirschwasser an einen Klberstrick geknotet. Das ganze mit einer Erklrung a la „Alkohol dehydriert und deswegen muss man viel Wasser trinken und Kirschwasser ist ja auch irendwie Wasser“ versehen. Damit gewinn ich bestimmt.

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Hilko ist heute im Kino ganz plump von der Kellnerin angegraben worden. Die Gute gab vor, im Zwielicht des Kinos ber eine Stufe neben Hilkos Sitzplatz gestolpert zu sein und verteilte ein ganzes Tablett voller Hartgeld ber Hilko. Nach gemeinsamer Suche auf dem Fuboden fehlten noch ein paar Euro. Die hatte sie sich bestimmt unauffllig in den Ausschnitt gesteckt. Aber sie war dann wohl doch zu schchtern, Hilko darum zu bitten, die Mnzen herauszuholen…

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Als ich gestern Abend nach Hause kam, traf ich noch den Hannes. Der hatte ja meinen Bruder in Berlin besucht und sagte, es habe ihm gefallen. Das habe aber auch daran gelegen, dass ihm alles Denken abgenommen worden war. Uke sei „wie eine Mutter“ zu ihm gewesen… Nun gut… Wahrscheinlich hat er ihm auch die Flasche gegeben. Die eine oder andere jedenfalls.

Uke selbst hingegen kam gestern aus Heidelberg zurck. Dort hatte er die Carolin besucht. Er hat alles gesehen in Heidelberg, nur die Thingsttte nicht. Aber dafr hat Carolin ihm erzhlt, dass ich diese ja damals besichtigt hatte, als ich bei ihr zu Besuch war. Das war aber nur mglich, weil ich ja mit dem Auto da gewesen sei.

Das Sonderbare ist nur, dass ich damals mit dem Zug zu ihr gereist war und wir gerade nicht bei der Thingsttte waren, obwohl ich mir das gewnscht hatte. Hinderungsgrund war, dass wir eben kein Auto hatten.

Stellt sich jetzt die Frage: War der berchtigte Herr Cordes zwischendurch mal an meiner Stelle bei Carolin oder raucht die einfach ganz komisches Zeugs?

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Ich musste im brigen sehr lachen, als heut jemand seine Schwester (!) in einem unberlegten Augenblick mit dem alten Spruch beschimpfte: „Deine Mutter (!) zieht auf Eurosport Lkw’s.“

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Seit gut und gerne 15 Jahren muss ich mir in regelmigen Abstnden von meiner Mutter anhren: „Ich hab dir Blumenkohl gemacht. Du magst doch so gerne Blumenkohl.“

Und seit gut und gerne 15 Jahren muss ich ihr sagen: „Nein, Mutter, ich mag sogar Blumenkohl ganz besonders nicht.“

Wie kommt sowas nur?

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Ich ging gerade noch eben kurz in die Stadt und sah auf dem Weg im Vorbeigehen in ein hell erleuchtetes Wohnzimmer am Straenrand. Dort sa eine Meute junger Leute und war lautstark am Zechen. „Mutig mutig so mitten in der Woche“, sagte ich mir und dachte dann nicht weiter daran.

Als ich eine gute Stunde spter auf dem Rckweg wieder dort vorbeikam, stand ein Krankenwagen mit Blaulicht vor dem Haus. Ein junger Mann lag wrdelos auf einer Trage und in der Tr stand eine zeternde Frau und rief: „Nee nee, so geht das in meinem Haus aber nicht, dieses komatse Saufen…!“

Wie gesagt. Mutig mutig…

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Wenn man von seinem Bruder eine SMS bekommt, die lautet „Sag mir eben schnell ein Heimatlied, das ich kenne. Das muss ich nmlich gleich nackt in einem Film singen“ – dann fragt man besser nicht weiter nach…

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Eine neue Runde in dem Spiel „Die Welt kann nich mit ostfriesischen Namen um“.

„‚Uke?‘ Deine Schwester hat aber einen sonderbaren Namen.“ Das wird ihn aber freuen. Da er ja auch regelmig als der Jngere von uns eingeschtzt wird, wir ganz schnell aus dem „groen Bruder“ die „kleine Schwester“…