Apropos mein Bruder und Kamel und inkognito und so: Mein Bruder hat nun seinen eigenen Wikipedia-Artikel und wurde vom Wikipedia-Adel offenbar anstandslos als relevant eingestuft. Und nicht nur das, er ist nach der Wikipedia nun auch eine “Auricher Persönlichkeit” und neben Leuten wie Ernst Reuter und HP Baxxter ein “Bekannter Schüler” seiner ehemaligen Schule.
Ich halte mich da raus, was das Bearbeiten des Artikels angeht. Aber euch sei das natürlich vergönnt…
Gestern wohnte ich den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg bei. Feine Sache. Bekloppte Story, aber viel Pulverdampf, alberne Witze, Hauerei und allerlei Effekthascherei.
Im Prinzip machen die alles richtig, ohne das Freilichttheater neu erfinden zu müssen. Jeder freut sich, wenn es knallt und rumst und Menschen brennend durch die Gegend fliegen. Jeder findet berlinernde oder schwäbelnde Möchtegernwestleute lustig. Jeder ist fasziniert, wenn ein Adler kaum einen Meter über einem dahingleitet. Und jeder lacht natürlich darüber, wenn einem Rabauken in einer Hauerei dreimal in die Familienjuwelen getreten wird.
Und vor allem blieb es quasi trocken, während Restdeutschland teilweise unter Starkregen inklusive Katastrophenalarm litt.
Gestern durfte ich den Fahrer spielen, als eine Freundin von mir ihr neues Haustier bei einer Züchterin abholen durfte. Herzallerliebst.
Doch auch die Tochter der Züchterin hatte ihren Unterhaltungswert. Trotz des zarten Alters von 10 Jahren hatte sie bereits exakte Vorstellungen von ihrer Zukunft. Sie wolle eine Katze, einen Hund und ein Pferd, wenn sie erwachsen sei. Und damit sie sich das alles leisten könne, wollen sie einen reichen Mann heiraten. “Reich muss er sein, dass ist wichtig.”
Die einzige Alternative sei ein Landwirt, weil da die Tiere ja alles schon dazu gehören. Doch das hörte die Mutter und meinte: “Die heiratet niemals einen Bauern, die zieht in die Stadt und wird so ne aufgetakelte Tussie. Die geht so gar nicht nach mir…”
Naja, jetzt wollen wir erstmal sehen, wie weit der kleine Hund nach ihr geht. Der ist ja jetzt schon mal in die Stadt gezogen.
Mein Bruder wollte neulich eine Sorte Nudeln (oder “Pasta”, wie der hippe Jungmensch heutzutage zu sagen pflegt) nicht essen. Begründung: Ihm gefalle “die Textur” des Nahrungsmittels nicht.
Das erinnert mich schmerzlich an einen alten Kollegen. Der hatte noch kein halbes Jahr studiert und sagte dann schon immer “ergo” statt “also” und begann Sätze immer mit “Gesetzt den Fall” oder “Ich konstatiere”. Das gab immer Haue.
Auf ihrer jüngst absolvierten Reise nach Indien trafen meine Eltern auf einen weisen Mann, der ihr Karma lesen konnte. So konnte er feststellen, wie weit man es schon auf dem Weg des Ausbruchs aus der ewigen Knochenmühle der Reinkarnation gebracht hatte.
Sehr zu Mutters Unwillen stellte der Mann fest, dass gerade Vadder schon viel gutes Karma in seinen vergangenen Leben gesammelt hat und sie nicht so. Vadder selbst ließ diese Orakelei allerdings kalt. Er stellte lediglich fest: “Ich habe kein Karma, ich habe es nur im Nacken.”
Meine Mitbewohnerin würzte heute in der Mensa ihre Pommes irrtümlicherweise nicht mit Salz und Pfeffer, sondern mit Zucker und Zimt nach. Interessantes Geschmackserlebnis.
Und ich habe gestern so gehofft, dass Oranje die hinterfotzigen Uruguayer so richtig zerstört. In den Erdboden stampft. Aus den Geschichtsbüchern tilgt. Aber nix.
Dann müssen das die Spanier am Sonnabend halt besorgen.
Ich bin nun im übrigen stolzer Besitzer des hässlichsten und billigsten Mobiltelefons, das ich auftreiben konnte. Das klaut mir bestimmt niemand, das sieht aus, als wäre es nicht echt. Als würde man mit einem Schwall Wasser oder einem Stromschlag bedacht, wenn man da auf einen Knopf drückt.
Aber das Beste ist: in der offiziellen Produktbeschreibung wird damit geworben, dass man aufgrund des edlen Designs dieses wunderlichen Stücks Technik in den höchsten Kreisen und in der High-Society mit dem Telefon Eindruck schinden kann. Da bin ich ja mal gespannt.
Alle paar Wochen fahre ich nach Hause ins schöne Ostfriesland. Eine besondere Freude ist es immer, die kleinen Veränderungen zu beobachten, die sich während meiner Abwesenheit in der Wohnung ergeben haben.
Meistens lässt sich das ganz einfach erklären und zur Kenntnis nehmen. Dann kann ich mir sagen: “Oh, Mutter war hier und hat die Blumen gegossen.” Oder auch: “Ja, mein Bruder war da und hat noch immer nicht gelernt, welcher der Papiersack und welcher der Wertstoffsack ist.”
Aber diesmal muss ich mich fragen: Was machen diese riesigen Kerzen auf dem Klo???
Was für ein dreckiger Uru-Sieg. Die sind ja fast so schlimm wie die Franzosen. Bah. Entscheidende Tore per Hand verhindern ist ja fast noch schlimmer als entscheidende Tore mit der Hand machen. Hoffentlich sperren sie den Kerl mindestens für zwei Spiele. Ekelhaft.
Eine junge Dame verließ heute das gemeinschaftliche Fußballgucken, nachdem Özil ausgewechselt worden war. Ohne “den Mesut” war das Spiel nicht mehr interessant für sie.
WM ist irgendwie Mist in diesem Jahr. Wenn einen sogar die Spiele der Niederländer, Engländer und Brasilianer tödlich langweilen, dann stimmt irgendwas nicht. Mit mir oder mit der WM.