(Untitled)

Dass Termo mit übernatürlichen Fähigkeit ausgestattet ist, sollte ja hinreichend bekannt sein. Aber manchmal überrasche ich mich dann doch noch selber. Und zwar hatte ich ein Jahr lang die Violine einer Freundin in Aufbewahrung. In dieser Zeit habe ich das gute Stück (die Violine, nicht die Freundin) eigentlich nicht angefasst und den Angaben der Freundin nach war das Instrument bei Abgabe mit nur drei Saiten bestückt. Aber als sie es kürzlich wieder abholte, sei nicht nur eine vierte Saite aufgezogen, sondern die Geige sei auch noch brauchbar gestimmt gewesen.

Ich bin halt ein Supermann.

(Untitled)

Mutter guckt Vaddern kritisch an und sagt dann: „Also irgendeinen Humor hat er ja, ich weiß nur nicht, was für einen.“

Nach einen kurzen Pause setzt sie hinzu: „Meiner ist es nicht!“

(Untitled)

Bin im Urlaub. Über unser Hotel hieß es, es sei „das erste Haus am Ort“.

Das ist nicht mal gelogen. Nachdem man das Ortsschild passiert hat, ist das Hotel das erste Haus, auf das man trifft. Für diesen Status haben sie offenbar extra ein anderes abgerissen. Das nennt man Marketing.

(Untitled)

Wenn Kulturen aufeinander treffen, dann ist das immer spaßig. Sieht man ja an mir. Wohin in dieser Welt ich auch immer die ostfriesische Kultur trage, da ist der Bär los.

Kann aber auch ohne Ostfriesen mal lustig sein. So besuchte eine Freundin von mir jüngst die lateinamerikanische Familie ihres Lebensgefährten und diese konnte so gar nicht verstehen, wie man Vegetarier sein kann. Dieses Unverständnis für den Fleischverzicht, gepaart mit der kulturellen Eigenart, allen Leuten Spitznamen zu verpassem, brachte besagter Freundin von mir den besten liebevollen Spitznamen ein, den ich jemals gehört habe:

Salat.

(Untitled)

“Preisrauchen” ist auch ne tolle Sportart. Da gibt es genaue Regeln. Wer zum Beispiel mehr als drei Streichhölzer zum Anzünden der Zigarre verwendet, der fliegt raus. Dass sich das nicht in der Breite durchgesetzt hat, ist kaum nachvollziehbar. Zumal es eine ganze Reihe entsprechender Sportvereine gegeben hat.

“Rauch- und Schießverein” halte ich schon für ne tolle Vereinssorte. Ein “Rauch- und Fleischverein” ist bestimmt auch ne super Sache, dann kann ein “Rauch- und Geselligkeitsverein” kaum gegen anstinken. Am besten aber finde ich die Gattung “Rauch- und Sterbeverein”. Da wächst zusammen, was zusammen gehört. Allerdings sterben die Rauch- und Sterbevereine wohl langsam aus, wie ich lesen musste. Das ist dann wohl zumindest satzungsgemäß.

(Untitled)

Aus unserer Reihe „Kieler Urban Legends“: An der Muthesius-Kunsthochschule wurde einst ein Student angenommen, der anstatt einer Bewerbungsmappe ein Fass mit Ameisen einreichte.

(Untitled)

Die Freundin meines Bruders wird ihrer Schwiegermutter immer ähnlicher. Eben sagte sie zum Beispiel sinngemäß: “Das ist ja auch alles nicht so schlimm. Es haben bestimmt schon tausende Frauen ihre Kinder gestillt. Ich würde sogar sagen: Dutzende!“

(Untitled)

Nicht, dass ich es wirklich beurteilen könnte, aber das Beste an der Universität von Barcelona ist der zugehörige Garten im Innenhof des historischen Hauptgebäudes. Ein ruhiges und grünes Örtchen mitten in der lauten Stadt.

Und voller Katzen.

Am liebsten mochte ich so ein zerrupftes uraltes träges einäugiges Vieh, das sich in meiner Nähe niederließ und im Gegensatz zu seinen Artgenossen nicht bei jedem Geräusch panisch drei Meter weiter gehüpft ist. Außerdem konnte dieses Prachtexemplar seiner Gattung kaum die Augen offen halten und gähnte die ganze Zeit herzhaft. Ich taufte das gute Tier insgeheim Juan Carlos.

(Untitled)

Was einem in Barcelona ganz furchtbar auf die Nerven geht, das sind die zahllosen Nepper, Schlepper und Bauernfänger, die auf jedem Quadratmeter dieser Stadt auf Touristen lauern, um ihnen wertlosen Tand anzudrehen oder sie in zwielichtige Etablissements zu lotsen. Als probates Mittel dagegen hat sich eine raffinierte List erwiesen: Man klemme sich gut sichtbar eine handelsübliche einheimische Tageszeitung unter den Arm und schon verliert man die Ausstrahlung des gutgäubigen leicht auszunehmenden Fremdlings und die gierige Meute lässt einen in Ruhe.

Insgesamt gewinnt man dabei allerdings nur wenig. Denn interessanterweise wird man anschließend wiederholt von Nutten angequatscht…

(Untitled)

Ganz Barcelona niest und hustet. Man traut sich morgens gar nicht mehr in die Metro, liebevoll „Bazillenexpress“ genannt. Und meine Spanischlehrerin sah heute mit melancholischem Blick aus dem Fenster und kommentierte die 25 Grad bei strahlendem Sonnenschein traurig mit den Worten: „Ach ja, es wird Herbst.“

(Untitled)

Das „Chamäleon von Stiekelkamperfehn“ wird seinem Ruf in Barcelona vollauf gerecht. Nachdem man mir schon eine sehr spanische Körpersprache und spanische Essgewohnheiten attestierte, wurde ich heute schon drei mal von herumirrenden Spaniern nach dem Weg gefragt. Sie halten mich also schon für einheimischer als sich selbst. (Allerdings habe ich einen von denen versehentlich in die vollkommen falsche Richtung geschickt. Tut mir leid.)