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Ich hab ja wie gesagt diesen ganzen Nervenkrieg mit den Agentur für Arbeit für nur so ein paar Tage Arbeitslosigkeit betrieben. Also habe ich prompt neulich auch den sog. Aufhebungsbescheid bekommen. Den Wisch wo drinsteht, dass man kein Geld mehr von denen bekommt.

Und warum bekomm ich wohl kein Geld mehr? Weil ich wieder einen Job habe. Das hab ich denen sogar selber mitgeteilt. Nett wie ich bin. Aber die Jungs und Mädels da sollten mal dringend einen Kommunikationskurs oder so machen. Denn der „Aufhebungsbescheid“ klingt so vorwurfsvoll, als habe man was falsch gemacht. „Böser Termo! Hast einfach so nen Job. Und den hast du nicht mal von uns vermittelt bekommen!“ Aber vielleicht ist das ja auch wirklich so. Verletzter Arbeitsbeamtenstolz.

Übrigens kein Wunder. Neulich erzählte mir noch ein Mann vom Fach, dass kein Personalchef, der bei Verstand ist, freie Jobs in seiner Firma ans Arbeitsamt meldet. Denn entweder bekommt er von denen gar keinen vermittelt oder hunderttausend Unpassende, die sich alle gar nicht bewerben wollen, es aber müssen. Das ist genauso, als wenn man mit einem Wahnsinnshunger in einem Restaurant sitzt und für seine Suppe einen Löffel braucht. Aber der Kellner zwingt einen erst einmal, 100 Gabeln auszuprobieren…

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Früher war es auf dem Arbeitsamt irgendwie amüsant. Heutzutage ist das dagegen so: Man muss einen langen Wisch ausfüllen, damit sich der Sachbearbeiter auf ein Beratungsgespräch zur Arbeitssuche vorbereiten kann und wenn man da ist, muss man feststellen: Der gute Mann hat keine Ahnung und geht schon bei dem Wort „Künstlersozialkasse“ geistig in die Knie. Später dann muss man sich hochoffiziell und wichtig einen Termin geben lassen, um einen anderen Wisch abzugeben. Der Vorgang – für den man wie gesagt mindestens ne Woche vorher einen Termin ausgemacht haben muss – dauert dann ganze drei Minuten. Und in der Zeit bekommt man auch noch unterschwellig unterstellt, dass man eine Kündigung wegen vertragswidrigen Verhaltens verschleiern wolle. Man fragt sich, ob so ein Aufwand und Nervenkrieg die paar Tage „sünner Wark“ denn wert sind…
Naja, nicht aufregen… Als ich heute morgen das Haus verließ, hing ein Pfund Tee an meiner Haustür. Das beruhigt die Nerven doch ungemein.

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Ich war gestern mal wieder bei der so genannten Agentur für Arbeit und befürchtete wie üblich das Schlimmste. Aber stattdessen wurde ich auf allen Fluren von allen möglichen Leuten freundlich gegrüßt und die Arbeits-Agentin fragte mich sogar, ob sie noch was für mich tun könne.

Die hecken doch was aus…

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Ich war heute übrigens mal wieder in der Agentur für Arbeit wegen bürokratischer Spirenzien. Und diesmal haben die mich von Pontius zu Pilatus gejagt.

So kam ich zunächst an die Kundentheke und bat darum, einen von den Beratern oder Vermittlern oder wie sie heißen („Arbeits-Agenten“, wie ich zu sagen pflege) sprechen zu dürfen. Die dort sitzende Dame meinte, sie könne mir sicher auch helfen. Ich fing also an, mein Problem zu schildern. Nach zwei Sätzen unterbrach sie mich. „Da müssen Sie wohl doch zu dem Kollegen rein.“

Ich wartete also ein Weilchen vor dem mir zugewiesenem Raum, hörte von drinnen lustige Gespräche über Abwasch und so aal. Nach etwa zehn Minuten kam jemand raus, sah mich überrascht an und rief in den Raum: „Ey, du hast Kundschaft.“

„Dann schick ihn man gleich rein“, schallte er zurück. Ich ging rein und stellte mich vor. Der Arbeits-Agent wunderte sich. „Bosse heißen Sie? Warum kommen Sie dann zu mir? Ich bin doch für den Buchstaben P zuständig.“ Ich wusste es nicht, vielleicht hatte mich die Dame an der Theke ja unter dem Namen „Posse“ (oder „Possie“ oder gar „Pontius Pilatus“) angemeldet. Jedenfalls vermittelte mich der P-Mann an den richtigen Agenten weiter und jagte mich ein Stockwerk runter. Da durfte ich dann ohne zu warten rein.

Dieser Herr war zwar für mich zuständig, aber nicht so gut gelaunt wie der vorherige. Er war sogar im Gegenteil ziemlich knieselig, was daran gelegen haben mag, dass er vielleicht gerade Mittag machen wollte. Seine Knieseligkeit gipfelte darin, dass er mir indirekt unterstellte, das Geld unterschlagen zu haben, dass seine Kollegen an ein falsches Konto überwiesen hatten.

Ich teilte ihm kühl mit, dass ich das weiß Gott nicht nötig hätte. Er ruderte auch gleich zurück und half mir dann auch bei einem Teil meiner Probleme. Allerdings konnte er nicht alles klären. Deshalb schickte er mich zu einer Tür auf der anderen Seite des Flurs. Während ich hier mal wieder wartete, wurde mir zumindest ein Geheimnis dieser Anstalt offenbar: Auf der linken Seite des Flurs sitzen die Leistungs-Agenten, auf der rechten die Vermittlungs-Agenten.

Die Vermittlungs-Agenten konnten mir zwar auf meine letzte Frage eine Antwort geben, die fiel allerdings nicht zu meinem Vergnügen aus. Wie auch anders. Naja. Jeder Gang macht schlank.

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Heute wieder aufm Arbeitsamt, pardon, in der Agentur für Arbeit gewesen. Mir fiel gestern nämlich auf, dass die Jungs und Mädels offenbar auch Probleme damit haben, eine Kontonummer korrekt zu übertragen.

Nachdem man mich allerdings wieder durch die Institutionen gejagt hatte (ein blassrosa Outfit scheint im Übrigen die Standard-Arbeitskleidung für Arbeitsamt-Mitarbeiterinnen unter 25 Jahren zu sein), gab man rasch und unbürokratisch zu, dass der Fehler bei ihnen im Hause lag. Hätte schlimmer kommen können. So von wegen „Wenn sie so undeutlich schreiben, haben sie selber Schuld“ oder „Das hätten sie ja auch früher sagen können, jetzt muss ich erst ein paar Anträge ausfüllen“…

Wenn ich den angestrebten Sinn dieser Behörde ihren tatsächlichen Auswirkungen gegenüber stelle, so scheint es mir, als wäre ein passenderer Name für diese Institution: „Bundesagentur für Ärger“ oder auch „Ärgeramt“. Da können die ganz Glücklichen dann Ärgerlosengeld beantragen, aber auch nur, wenn sie 12 Monate lang auch genug Boshaftigkeit eingezahlt haben.

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Vor einigen Tagen erhielt ich Post vom Arbeitsamt. Man forderte mich auf, dort zu erscheinen, um „über ihr Bewerberangebot bzw. Ihre berufliche Situation“ zu sprechen. Dazu natürlich in dem Schrieb die elendig lange Rechtsbelehrung.

Ich dachte mir: „Wat mag das Hochnotpeinliches sein, dass die mich dazu so früh aus den Federn jagen wollen?“ Ich also heute in aller Frühe dahin, pünktlich auf die Minute.

In der „Agentur für Arbeit“ werde ich zunächst von einem komplett in blassrosa (oder hellgrün, so genau kann ich das nicht sagen) gekleidetem Persönchen vor die Tür eines Sachbearbeiters beordert. Da warte ich erstmal ne Weile. Dann kommt der Sachbearbeiter raus und verschwindet. Ich warte weiter. Er kommt wieder, schaut mich an und sagt: „Wollen Sie zu mir?“

„Ich will nicht“, hätte ich fast gesagt, komme aber trotzdem mit rein, denn der Mann ist freundlich und tut nur seinen Job. Anschließend entwickelt sich in etwa folgendes Gespräch:

Arbeits-Agent: „Wie sieht es denn bei Ihnen aus?“
Termo: „Bei mir sieht es blablablawubbeldiwupp aus (Unverändert).“
Arbeits-Agent: „Gut, wir wollen ja auch nur ein bisschen Kontakt zu unseren Kunden halten. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.“

Und schon stand ich wieder vor der Tür, das ganze dauerte keine fünf Minuten und hatte folgenden Nutzen: *Tusch* KEINEN. *Applaus*

Okay, für mich, der zu Fuß einer Viertelstunde vom Arbeitsamt weg wohnt, ist es einfach nur ein bisschen lästig, wenn ich in aller Herrgottsfrühe für nichts und wieder nichts dahin muss. Aber wenn ich nun aus Pogum, Wymeer, Alt-Burlage oder Oltmannsfehn kommen würde, dann hätte ich jetzt wahrscheinlich einen ziemlichen Hals.

Bürokratenvolk!

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Das ist wieder ein Tag heute gewesen.

Erstmal war ich heute Mittag beim Arbeitsamt. Mich schon mal präventiv arbeitslos melden. Und da war das ja mal wieder eine klassische Beamten-Parade.

Das fing damit an, dass ich auf einem Bogen unter anderem meinen bisher erreichten Abschluss angeben musste. Allerdings suchte ich in der Ankreuzliste vergebens „Abitur“, denn da stand lediglich „Hauptschulabschluss“, „Realschulabschluss“, „Fachhochschulabschluss“ und „Hochschulabschluss“.

Ich sagte zu der Dame: „Mein Schulabschluss ist hier nich aufgeführt?“ Sie sagte: „Was? Welche Schule haben sie denn besucht?“ Ich sagte: „Ich habe auf einem Gymnasium mein Abitur gemacht.“ Sie sagte: „Fachhochschulabschluss oder Hochschulabschluss?“ Ich sagte: „Ich habe keinen Hochschulabschluss, lediglich die allgemeine Hochschulreife.“ Sie sagte: „Das ist egal“ und kreuzte „Hochschulabschluss“ an. So kommt man also zum akademischen Grad.

Dann durchlief ich die ganze Prozedur und landete schließlich beim Job-Vermittler. Das muss man, ob man will oder nicht.

Der Vermittler kam erstmal gar nicht darauf klar, dass ich als „Volontär“ gearbeitet hatte, mich aber erdreistete, mich als „Redakteur“ in den Job-Verteiler stellen zu lassen.

Wir einigten uns auf die Bezeichnung „Journalist“, die sich auch in seinem Computerprogramm fand. Schließlich musste ich in diesem Programm auswählen, welche Kenntnisse ich denn so gesammelt hatte. Und man stelle sich vor: Zur Auswahl standen Dinge wie „Denkvermögen“, „Kommunikationsfähigkeit“, „Schreibtätigkeit“ (oder sowas). Ich habe in dieser merkwürdigen Liste am Ende schließlich noch „Lesen“, „Sprechen“, „Sitzen“, „Stehen“, „Gucken“, „Machen“, „Tun“, „Atmen“ und eigentlich auch noch „Arschkriechen“ und „Stiefellecken“ erwartet. Gabs aber nicht.

Ich sah den Vermittler an und fragte: „Wer hat denn dieses Programm erstellt?“ Er schaut mich schief an: „Offenbar niemand, der sich mit ihrem Job auskennt.“ Ich darauf: Vielleicht können sie ja bei Gelegenheit mal anbringen, dass dieses Programm nicht den Ansprüchen der Wirklichkeit genügt?“ Er sagt: „Nein, das machen Sie man lieber selbst. Da habe ich mir schon mal die Finger mit verbrannt.“

Nachdem ich die *räusper* „Agentur für Arbeit“ verlassen hatte, dachte ich: „Fahr doch noch ehm nach Hause, nach dem Rechten sehen.“

Wider erwarten hatten allerdings die Bauleute damit angefangen, die Straße vor meinem Haus zu bauen. Ohne Warnung. Was dazu führte, dass ich nicht mehr auf die Auffahrt rauf konnte und Groene nicht mehr runter. Allerdings haben die verdammten Bauarbeiter zum Abend hin dem Groene eine Rampe aufgeschüttet und mir nicht. Zweiklassengesellschaft.

Und gegen Abend kam ich (wie die Jungfrau zum Kind) dazu, der neue Spielleiter von meinem E-Mail-Rollenspiel zu werden. Oder sowas ähnliches.