Dienstag, 21. März 2006, 9:41 Uhr
Der Kollege nebenan erklärt gerade der jungen Praktikantin Linux. “Also, das ist wie Windows, nur sieht das viel cooler aus.”
Das Leben kann so einfach sein.
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Mittwoch, 29. Dezember 2004, 16:37 Uhr
So langsam aber sicher bin ich dabei, in der Redaktion meinen Schreibtisch für meinen Nachfolger aufzuräumen. Mal gucken, ob ich die Teeflecken aus dem Holz bekomme.
Ich weiß zudem nicht, ob mein Nachfolger gewillt sein wird, weiterhin ein Drittel des Schreibtischs für Teeutensilien zu reservieren. Naja. Ich vermache ihm jedenfalls noch einige Dinge, die hier schon lagen, als ich vor gut zwei Jahren angefangen hab. In der untersten Schublade liegen zum Beispiel ein paar Pappteller samt Besteck, die mein essfreudiger Vorgänger dagelassen hatte.
Als ich jedenfalls hier so dies und jenes beiseite räumte, kam auch meine beschreibbare Schreibtischunterlage wieder großflächig zum Vorschein. Die habe ich das ganze Jahr nicht ausgewechselt. Neben vielen kaum noch zuzuordnenden Telefonnummern, Emailadressen und Seitenangaben finden sich hier vor allem dutzende, nein, hunderte kleine Pentagramme. Diese zeichnete ich zum Schutz vor bösen Geistern und sonderbaren Anrufern (Letzteres mit nur mäßigem Erfolg).
Allerdings stechen aus dem Gesamtkunstwerk (neben einigen weiteren Teeflecken) ein paar Kleinigkeiten heraus, und zwar jene Dinge, die meine letzte Praktikantin hier in Zeiten niederschrieb, wo sie nicht ganz ausgelastet war.
Da finden sich zusammenhanglose Worte wie “Miau”, “müde” “Eierlegende Wollmilchsau” (die hatte es ihr besonders angetan), “Ditzum”, “bleich” und immer wieder “Sofa” und vor allem “Milchreis” (einmal sogar “Milchreissofa”). Zudem ist hier eine Zahlenfolge zu sehen: Eine durchgestrichene “2h” und daruntergekritzelt “20min”, als ich ihr am letzten Tag sagte, sie könne früher gehen.
Den Vogel abgeschossen hat sie allerdings mit einem griesgrämigen Gesicht, das sie hier naturgetreu hin zeichnete. Daneben ein Pfeil mit dem Namen “Temmo”…
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Freitag, 5. November 2004, 10:21 Uhr
Ist ja schon erstaunlich, welche Aufmerksamkeit man auf einmal bei seiner Klientel genießt, wenn man auf einmal eine “charmante Praktikantin” (Zitat Ratsvorsitzender) dabei hat. Beziehungsweise sie.
So bemerkte ich noch am Tag vor der Ratssitzung in der vergangenen Woche, dass man mir bei so einer Sitzung in diesem Ort noch nie etwas angeboten hatte, selbst damals in der brütenden Hitze des Jahrhundertsommers nicht.
Und kaum dass man eine “charmante Praktikantin” dabei hat, bekommt man gleich drei mal an einem Abend etwas angeboten. Aber da wollte ich schon nicht mehr.
Und als wir dann wenige Tage später wieder auf ein paar Ratsmitglieder trafen, war natürlich nicht ich, sondern die “charmante Praktikantin” im Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit. Man gab ihr zwar einen falschen Namen und ordnete sie einem falschen Wohnsitz zu, aber man merkte sich: “Die Praktikantin will mehr Power bei der Ratssitzung.”
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Dienstag, 2. November 2004, 15:17 Uhr
Meine Praktikantin macht mir Angst. Ich saß gerade neben ihr, während sie mit angestrengten Stirnfalten über einem Text brütete. Auf einmal drehte sie sich zu mir und sagte mit irrem Blick: “Milchreis!”
Das ist so ähnlich wie bei Hilko damals, der im Schlaf auf einmal “Schlagstöcke!” hervorstieß…
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Freitag, 29. Oktober 2004, 15:06 Uhr
Eben war der Lehrer meiner Praktikantin zu seinem obligatorischen Besuch da. Dass der selber journalistische Vorkenntnisse hat, war mir bekannt, aber dass er vor Jahrzehnten ausgerechnet hier im Haus tätig war, das war war mir neu.
Und so schwelgte der gute Mann in Erinnerungen, erzählte hier ein Döntje, traf dort ein bekanntes Gesicht und lobte die gute alte Schriftsetzerkunst. Schließlich kamen wir durch die Teeküche, als er begeistert ausrief: “Hier, auf dieser Heizung habe ich damals schon gesessen und dann hat der Alte immer zu mir gesagt: ‘Stehen Sie auf, sonst bekommen Sie Rillen im Arsch!’”
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Donnerstag, 28. Oktober 2004, 14:25 Uhr
Ich warte immer noch darauf, dass meine Praktikantin ihr Versprechen wahr macht…
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Dienstag, 26. Oktober 2004, 13:25 Uhr
Die Praktikantin weigert sich standhaft, unseren guten Fotoapparat in die Hand zu nehmen, weil sie Angst hat, ihn kaputt zu machen.
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Montag, 25. Oktober 2004, 14:26 Uhr
Ich habe jetzt ‘ne Praktikantin hier und die kann ich heute nicht auslasten. Ich kann das nicht haben, wenn Praktikanten nix tun. Aber ich bin ja selber heute nicht ausgelastet…
Eben schmiss sie mir einen Ball an den Kopf. Sie hat sich also schon sehr gut eingelebt.
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Sonntag, 1. August 2004, 21:14 Uhr
Meine zukünftige Praktikantin hat angeboten, nackt zum Praktikum zu erscheinen, damit wir was Interessantes zu schreiben haben.
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Mittwoch, 30. Juli 2003, 13:57 Uhr
Der Praktikant, der ist ganz sonderbar. Der isst nicht (und wenn, dann mal einen Salat und meint, die notwendigen Kalorien kämen vom Dressing), der schläft nicht (deswegen ist er nach eigenem Bekunden auch immer so müde) und der weiß nie was zu sagen, wenn man ihn fragt, was es Neues gibt.
Ich glaube, der ist in echt gar kein Praktikant. Das ist ein Verbrecher, ein Terrorist, ein Schläfer!!! Ach nee. Er schläft ja nie.
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Freitag, 4. Juli 2003, 18:38 Uhr
Heute, als er Feierabend hatte, kam der Praktikant noch ehm hoch in die Redaktion und sagte: “Schönes Wochenende wünsche ich.”
Ein Kollege war daraufhin ganz verdattert und haderte mit seinem Weltbild. “Das kennt man ja gar nicht. Das habe ich von einem Praktikanten noch nie erlebt, dass er einem sogar ein schönes Wochenende wünscht.”
Zugegebenermaßen: Was ich hier bisher an Praktikanten erlebt habe, hatte die Höflichkeit nicht mit Löffeln gefressen.
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Dienstag, 1. Juli 2003, 11:46 Uhr
Neulich noch mein Lieblingszivi im Krankenhaus Rheiderland, nun mein Lieblingslingspraktikant bei der “Rheiderland”-Zeitung. Aber der sieht so aus, als würde er so gaaar nichts machen da unten an seinem Mac. Da werde ich geich mal was arrangieren.
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Dienstag, 13. Mai 2003, 22:51 Uhr
Das war ein sehr langer Tag. Ich reiße den mal kurz ab. Heute Vormittag haben die Praktikanten endlich mal was anständiges gelernt. Zwar nicht unbedingt das, was geplant war, aber sie haben gelernt: a) wer der Landrat ist b) was ein Landrat ist c) dass man aufsteht, wenn man dem Landrat die Hand schüttelt.
Gegen Abend habe ich meine RZ-Kollegen beim Ossiloop gecoacht. Schon interessant, was alles an Lahmen und Fußkranken eher im Ziel war als meine zwei Spezis. Andereseits war es genauso interessant, was an relativ fit und sportlich wirkenden Typen noch dahinter war.
Aber ich will ja nicht lästern, ich bin ja selber lahm und fußkrank.
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Dienstag, 6. Mai 2003, 22:40 Uhr
Haben wieder einen Stoß Praktikanten im Haus, seit einigen Tagen. Die sind von anderer Art als die “three Stooges” von neulich. Nicht weniger anstrengend, aber anders. Wenigstens brauche ich mir keine Sorgen darum zu machen, dass sie unserer Chefpraktikantin auf den Hintern gucken. Dafür haben die sich ne eigene Praktikantin mitgebracht.
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Donnerstag, 27. Februar 2003, 16:28 Uhr
Wir haben hier drei rotzfreche 15-jährige Praktikanten im Haus, die “three Stooges”. Morgen kommt deren Lehrer. Ich denke, ich werde diese Gelegenheit nutzen, sie öffentlich dafür zu tadeln, dass sie der Chefpraktikantin immer auf den Hintern gucken.
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Sonntag, 27. Oktober 2002, 2:58 Uhr
An ihrem letzten Tag konnte ich heute der Redaktionspraktikantin noch mal was bieten: Die Basics des Journalistendaseins. Strömender Regen, Eiseskälte, Sturm, Schlamm, brüllende Eingeborene, so manch exotisches Wesen in freier Wildbahn! Kurz: Ein Fußballspiel in Ditzumerverlaat. Abenteuer Journalismus.
Des Abends durfte ich außerdem die wiederauferstandenen Reste von Necrobiosis auf der Bühne bewundern. Bugenhagen. Ganz köstlich.
Kneters hat endlich mal eine Krankheit bekommen, die ihm angemessen scheint: Immer, wenn er rülpst, bekommt er tierische Ohrenschmerzen. Da muss wohl einer lernen, sich zurückzuhalten…
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Freitag, 1. Februar 2002, 16:51 Uhr
Heute Mittag saßen Menno, Ihno und meine Wenigkeit im Konferenzraum und verspeisten die Döner, die Ihno von seinem Termin bei Dönpi mitgebracht hatte. Der hungernde papenburger Redaktionsleiter steckte, offensichtlich angelockt vom Wohlgeruch des Essens, seine Nase herein und meinte, ebenso offenbar neidisch: “Ihr seid doch alles nur stinkende Volos und Praktikanten!” Das kann sein. Aber zumindest satt.
Bei der Gelegenheit stellten wir auch fest, das man von Dönern auf unerklärliche Art und Weise gute Laune bekommt. Genauso wie vom Bowlen, meinte Menno. Ich hänge ja noch immer meiner Idee der medienwirksamen Multikulti-Party hinterher: Döner und Kruiden.
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Mittwoch, 23. Januar 2002, 16:04 Uhr
Die lütte Praktikantin mutiert, seitdem ihre ältere Kollegin wieder weg ist, eindeutig zur Klugscheißerin. Darunter zu leiden hat Hilfspraktikantenanwärter Menno, dem sie bei der Umfrage zur Seite steht. Er tippt und sie kommentiert süffisant jeden Rechtschreibfehler, den er sich leistet. Und da Menno nach wie vor Probleme mit der Shift-Taste hat, läppert sich das. So weit ganz amüsant.
Habe Lotta in der Stadt getroffen. Wenn ichs nicht besser wüßte, würde ich sagen, sie hatte sich ordentlich einen rein getan. Aber wahrscheinlich hatte sie nur gute Laune. Da bin ich nicht so versiert auf dem Gebiet.
Mein persönliches Zitat des Tages kommt heute von meinem Lieblingspräsidenten Schorsch Doppel-U Busch, der meiner Meinung nach eindeutig in die Muppetshow gehört. Jedenfalls ließ er die Öffentlichkeit heute wissen, er sei “empört” darüber, wie der Konzern Enron alle getäuscht habe: Die Aktionäre, die Mitarbeiter und seine Schwiegermutter!
Wat können wir glücklich sein, dass das eine amerikanische Firma war, sonst hätte das Gebüsch gleich wieder Panzer aufgefahren um das Land zu bestrafen, dass die ganze zivilisierte Welt und seine Schwiegermutter betrogen hat.
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Dienstag, 8. Januar 2002, 15:29 Uhr
Nu wirds lustig auf der Arbeit: Am heutigen Tage haben dank nicht 100%ig optimaler Planung DREI Praktikanten/innen ihren Dienst beim Sonntagsreport begonnen. Für den Termo heißt das, dass er nun eine ganze Meute zu beaufsichtigen, einzuarbeiten und zu deligieren hat. Wunderbar, ich bin wichtig.
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Mittwoch, 17. Oktober 2001, 17:26 Uhr
Der Lehrer der Schülerpraktikantin war heute da. Von ihm haben wir gelernt, dass in der Türkei keine Penner mit Bierdosen an den Bahnhöfen rumhängen.
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“Es ist leichter die Verdauung eines anderen zu fördern, als die Beförderung anderer zu verdauen.” Volksmund
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