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Der Kollege nebenan erklrt gerade der jungen Praktikantin Linux. „Also, das ist wie Windows, nur sieht das viel cooler aus.“

Das Leben kann so einfach sein.

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So langsam aber sicher bin ich dabei, in der Redaktion meinen Schreibtisch fr meinen Nachfolger aufzurumen. Mal gucken, ob ich die Teeflecken aus dem Holz bekomme.

Ich wei zudem nicht, ob mein Nachfolger gewillt sein wird, weiterhin ein Drittel des Schreibtischs fr Teeutensilien zu reservieren. Naja. Ich vermache ihm jedenfalls noch einige Dinge, die hier schon lagen, als ich vor gut zwei Jahren angefangen hab. In der untersten Schublade liegen zum Beispiel ein paar Pappteller samt Besteck, die mein essfreudiger Vorgnger dagelassen hatte.

Als ich jedenfalls hier so dies und jenes beiseite rumte, kam auch meine beschreibbare Schreibtischunterlage wieder groflchig zum Vorschein. Die habe ich das ganze Jahr nicht ausgewechselt. Neben vielen kaum noch zuzuordnenden Telefonnummern, Emailadressen und Seitenangaben finden sich hier vor allem dutzende, nein, hunderte kleine Pentagramme. Diese zeichnete ich zum Schutz vor bsen Geistern und sonderbaren Anrufern (Letzteres mit nur migem Erfolg).

Allerdings stechen aus dem Gesamtkunstwerk (neben einigen weiteren Teeflecken) ein paar Kleinigkeiten heraus, und zwar jene Dinge, die meine letzte Praktikantin hier in Zeiten niederschrieb, wo sie nicht ganz ausgelastet war.

Da finden sich zusammenhanglose Worte wie „Miau“, „mde“ „Eierlegende Wollmilchsau“ (die hatte es ihr besonders angetan), „Ditzum“, „bleich“ und immer wieder „Sofa“ und vor allem „Milchreis“ (einmal sogar „Milchreissofa“). Zudem ist hier eine Zahlenfolge zu sehen: Eine durchgestrichene „2h“ und daruntergekritzelt „20min“, als ich ihr am letzten Tag sagte, sie knne frher gehen.

Den Vogel abgeschossen hat sie allerdings mit einem griesgrmigen Gesicht, das sie hier naturgetreu hin zeichnete. Daneben ein Pfeil mit dem Namen „Temmo“…

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Ist ja schon erstaunlich, welche Aufmerksamkeit man auf einmal bei seiner Klientel geniet, wenn man auf einmal eine „charmante Praktikantin“ (Zitat Ratsvorsitzender) dabei hat. Beziehungsweise sie.

So bemerkte ich noch am Tag vor der Ratssitzung in der vergangenen Woche, dass man mir bei so einer Sitzung in diesem Ort noch nie etwas angeboten hatte, selbst damals in der brtenden Hitze des Jahrhundertsommers nicht.

Und kaum dass man eine „charmante Praktikantin“ dabei hat, bekommt man gleich drei mal an einem Abend etwas angeboten. Aber da wollte ich schon nicht mehr.

Und als wir dann wenige Tage spter wieder auf ein paar Ratsmitglieder trafen, war natrlich nicht ich, sondern die „charmante Praktikantin“ im Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit. Man gab ihr zwar einen falschen Namen und ordnete sie einem falschen Wohnsitz zu, aber man merkte sich: „Die Praktikantin will mehr Power bei der Ratssitzung.“

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Meine Praktikantin macht mir Angst. Ich sa gerade neben ihr, whrend sie mit angestrengten Stirnfalten ber einem Text brtete. Auf einmal drehte sie sich zu mir und sagte mit irrem Blick: „Milchreis!“

Das ist so hnlich wie bei Hilko damals, der im Schlaf auf einmal „Schlagstcke!“ hervorstie…

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Eben war der Lehrer meiner Praktikantin zu seinem obligatorischen Besuch da. Dass der selber journalistische Vorkenntnisse hat, war mir bekannt, aber dass er vor Jahrzehnten ausgerechnet hier im Haus ttig war, das war war mir neu.

Und so schwelgte der gute Mann in Erinnerungen, erzhlte hier ein Dntje, traf dort ein bekanntes Gesicht und lobte die gute alte Schriftsetzerkunst. Schlielich kamen wir durch die Teekche, als er begeistert ausrief: „Hier, auf dieser Heizung habe ich damals schon gesessen und dann hat der Alte immer zu mir gesagt: ‚Stehen Sie auf, sonst bekommen Sie Rillen im Arsch!'“

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Die Praktikantin weigert sich standhaft, unseren guten Fotoapparat in die Hand zu nehmen, weil sie Angst hat, ihn kaputt zu machen.

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Ich habe jetzt ’ne Praktikantin hier und die kann ich heute nicht auslasten. Ich kann das nicht haben, wenn Praktikanten nix tun. Aber ich bin ja selber heute nicht ausgelastet…

Eben schmiss sie mir einen Ball an den Kopf. Sie hat sich also schon sehr gut eingelebt.

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Der Praktikant, der ist ganz sonderbar. Der isst nicht (und wenn, dann mal einen Salat und meint, die notwendigen Kalorien kmen vom Dressing), der schlft nicht (deswegen ist er nach eigenem Bekunden auch immer so mde) und der wei nie was zu sagen, wenn man ihn fragt, was es Neues gibt.

Ich glaube, der ist in echt gar kein Praktikant. Das ist ein Verbrecher, ein Terrorist, ein Schlfer!!! Ach nee. Er schlft ja nie.

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Heute, als er Feierabend hatte, kam der Praktikant noch ehm hoch in die Redaktion und sagte: „Schnes Wochenende wnsche ich.“

Ein Kollege war daraufhin ganz verdattert und haderte mit seinem Weltbild. „Das kennt man ja gar nicht. Das habe ich von einem Praktikanten noch nie erlebt, dass er einem sogar ein schnes Wochenende wnscht.“

Zugegebenermaen: Was ich hier bisher an Praktikanten erlebt habe, hatte die Hflichkeit nicht mit Lffeln gefressen.

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Neulich noch mein Lieblingszivi im Krankenhaus Rheiderland, nun mein Lieblingslingspraktikant bei der „Rheiderland“-Zeitung. Aber der sieht so aus, als wrde er so gaaar nichts machen da unten an seinem Mac. Da werde ich geich mal was arrangieren.

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Das war ein sehr langer Tag. Ich reie den mal kurz ab. Heute Vormittag haben die Praktikanten endlich mal was anstndiges gelernt. Zwar nicht unbedingt das, was geplant war, aber sie haben gelernt: a) wer der Landrat ist b) was ein Landrat ist c) dass man aufsteht, wenn man dem Landrat die Hand schttelt.

Gegen Abend habe ich meine RZ-Kollegen beim Ossiloop gecoacht. Schon interessant, was alles an Lahmen und Fukranken eher im Ziel war als meine zwei Spezis. Andereseits war es genauso interessant, was an relativ fit und sportlich wirkenden Typen noch dahinter war.

Aber ich will ja nicht lstern, ich bin ja selber lahm und fukrank.

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Haben wieder einen Sto Praktikanten im Haus, seit einigen Tagen. Die sind von anderer Art als die „three Stooges“ von neulich. Nicht weniger anstrengend, aber anders. Wenigstens brauche ich mir keine Sorgen darum zu machen, dass sie unserer Chefpraktikantin auf den Hintern gucken. Dafr haben die sich ne eigene Praktikantin mitgebracht.

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Wir haben hier drei rotzfreche 15-jhrige Praktikanten im Haus, die „three Stooges“. Morgen kommt deren Lehrer. Ich denke, ich werde diese Gelegenheit nutzen, sie ffentlich dafr zu tadeln, dass sie der Chefpraktikantin immer auf den Hintern gucken.

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An ihrem letzten Tag konnte ich heute der Redaktionspraktikantin noch mal was bieten: Die Basics des Journalistendaseins. Strmender Regen, Eisesklte, Sturm, Schlamm, brllende Eingeborene, so manch exotisches Wesen in freier Wildbahn! Kurz: Ein Fuballspiel in Ditzumerverlaat. Abenteuer Journalismus.

Des Abends durfte ich auerdem die wiederauferstandenen Reste von Necrobiosis auf der Bhne bewundern. Bugenhagen. Ganz kstlich.

Kneters hat endlich mal eine Krankheit bekommen, die ihm angemessen scheint: Immer, wenn er rlpst, bekommt er tierische Ohrenschmerzen. Da muss wohl einer lernen, sich zurckzuhalten…

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Heute Mittag saen Menno, Ihno und meine Wenigkeit im Konferenzraum und verspeisten die Dner, die Ihno von seinem Termin bei Dnpi mitgebracht hatte. Der hungernde papenburger Redaktionsleiter steckte, offensichtlich angelockt vom Wohlgeruch des Essens, seine Nase herein und meinte, ebenso offenbar neidisch: „Ihr seid doch alles nur stinkende Volos und Praktikanten!“ Das kann sein. Aber zumindest satt.

Bei der Gelegenheit stellten wir auch fest, das man von Dnern auf unerklrliche Art und Weise gute Laune bekommt. Genauso wie vom Bowlen, meinte Menno. Ich hnge ja noch immer meiner Idee der medienwirksamen Multikulti-Party hinterher: Dner und Kruiden.

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Die ltte Praktikantin mutiert, seitdem ihre ltere Kollegin wieder weg ist, eindeutig zur Klugscheierin. Darunter zu leiden hat Hilfspraktikantenanwrter Menno, dem sie bei der Umfrage zur Seite steht. Er tippt und sie kommentiert sffisant jeden Rechtschreibfehler, den er sich leistet. Und da Menno nach wie vor Probleme mit der Shift-Taste hat, lppert sich das. So weit ganz amsant.

Habe Lotta in der Stadt getroffen. Wenn ichs nicht besser wte, wrde ich sagen, sie hatte sich ordentlich einen rein getan. Aber wahrscheinlich hatte sie nur gute Laune. Da bin ich nicht so versiert auf dem Gebiet.

Mein persnliches Zitat des Tages kommt heute von meinem Lieblingsprsidenten Schorsch Doppel-U Busch, der meiner Meinung nach eindeutig in die Muppetshow gehrt. Jedenfalls lie er die ffentlichkeit heute wissen, er sei „emprt“ darber, wie der Konzern Enron alle getuscht habe: Die Aktionre, die Mitarbeiter und seine Schwiegermutter!

Wat knnen wir glcklich sein, dass das eine amerikanische Firma war, sonst htte das Gebsch gleich wieder Panzer aufgefahren um das Land zu bestrafen, dass die ganze zivilisierte Welt und seine Schwiegermutter betrogen hat.

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Nu wirds lustig auf der Arbeit: Am heutigen Tage haben dank nicht 100%ig optimaler Planung DREI Praktikanten/innen ihren Dienst beim Sonntagsreport begonnen. Fr den Termo heit das, dass er nun eine ganze Meute zu beaufsichtigen, einzuarbeiten und zu deligieren hat. Wunderbar, ich bin wichtig.

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Der Lehrer der Schlerpraktikantin war heute da. Von ihm haben wir gelernt, dass in der Trkei keine Penner mit Bierdosen an den Bahnhfen rumhngen.