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Habe in der Bibliothek eine gebrauchte Teetasse in einem Bücherregal entdeckt. Ich wäre zutiefst empört, wenn ich sie nicht selber vor ein paar Wochen dort vergessen hätte.

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Apropos Schrottwichteln. Ich (ich!) habe dabei ausgerechnet eine als Entspannungs-„Tee“ deklarierte Substanz zugespielt bekommen, die aus irgendwelchen Gewächsen zusammengewürfelt ist, aber kein Gramm Tee enthält. Sowas würde ich nichtmal in Gorleben endlagern lassen, geschweige denn damit meine Blumen düngen. Aber zu Weihnachten wird es verschenkt…

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Als man mir heute Tee anbot, stellte man mir dazu die Frage: „Nimmst du einen Becher oder möchtest du die [sic!] Teetasse?“

Das erinnerte mich an eine alte Löwenzahn-Folge: „Herr Lustig, ist es möglich, dass Sie nur einen Stuhl besitzen?“

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Und Apropos Mitbewohnerinnen: Irgendeine von diesen Furien hat doch tatsächlich ihre Kaffeefilter neben meine Teedose gestellt. Ich bekam vor Schreck fast einen Herzstillstand. Hier herrscht einfach noch nicht genug Zug in der neuen WG, ich muss endlich andere Saiten aufziehen!

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Gestern war wieder Frisistenweihnacht. Mangels ausgewiesener Koch- und Backkünste habe ich die Gesellschaft (neben diversen Spirituosen) einmal mehr mit ostfriesischer Teekultur beglückt. Und was vergangenes Jahr noch eher ein Geheimtipp im kleinen Kreis war, steigerte sich dieses Mal zu einem Renner. Ich kam mit dem Teemachen gar nicht mehr nach. Allerdings entfielen nur etwa zwei Drittel der Produktion auf klassischen Ostfriesentee, der Rest wurde zur nordfriesischen Spezialität namens Teepunsch verabeitet. Sozusagen ein panfriesisches Getränk – ostfriesischer Tee mit nordfriesischem Kööm.

Und eben just versammelte sich wieder eine ganze Kompanie blonder Logopädinnen in meiner Küche. Find ich gut.

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Gelegentlich gibts im Fernsehen doch mal was Erfreuliches.

„Was halten Sie von aromatisierten Tees?“
„Ehrlich gesagt herzlich wenig. Ein guter Tee hat genug Eigenaroma, da muss man nicht auch noch Chemie dazu kippen.“

Oder:

„Ich trinke auerhalb eigentlich gar keinen Tee mehr, dann was man heutzutage in der Gastronomie an Tee vorgesetzt bekommt, ist in der Regel minderwertige Qualitt.“

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Tz. Heinricht Heine schrieb seinerzeit ber die Norderneyer (Auszug): „…sehnen sie sich wieder zurck nach ihrer Sandinsel, nach ihren kleinen Htten, nach dem flackernden Herde, wo die Ihrigen, wohlverwahrt in wollenen Jacken, herumkauern, und einen Tee trinken, der sich von gekochtem Seewasser nur durch den Namen unterscheidet, und eine Sprache schwatzen, wovon kaum begreiflich scheint, wie es ihnen selber mglich ist, sie zu verstehen. Was diese Menschen so fest und gengsam zusammenhlt, ist nicht so sehr das innig mystische Gefhl der Liebe, als vielmehr die Gewohnheit, das naturgeme Ineinander-Hinberleben, die gemeinschaftliche Unmittelbarkeit. Gleiche Geisteshhe, oder, besser gesagt, Geistesniedrigkeit…“

Und was macht man auf Norderney? Man setzt dem Herrn Heine ein Denkmal

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Am Wochenende hat es mich nach geraumer Zeit mal wieder ins Taraxacum verschlagen. Ist immer noch intellektuell da.

Und ich habe mich auch gleich wieder unbeliebt gemacht. Nachdem ich die Karte studiert hatte, pfiff ich den Kellner ungewollt heftig an. Wie es denn sein knne, dass man laut Karte ein „Glas Ostfriesentee“ bestellen knne. Und das in der Teestadt Leer!

Der gute Mann war bemht, das Problem zu verstehen. Konnte er aber nicht, da er (sagen wir mal) nicht dem ostfriesischen Kulturkreis entstammte. Was denn damit nicht in Ordnung sei, fragte er.

Ich hatte mich aber bereits in Rage geredet und blaffte: „Etwas, das sich ‚Ostfriesentee‘ nennt, trinkt man NIE aus einem Glas!“

Und wat sagte er: „Becher oder was?“

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Ich schlug gerade rein zufllig den DTV-Atlas zur Deutschen Sprache auf und stie auf eine Karte. Eigentlich nichts besonderes, denn das Bchlein ist voller Karten, die meistens die regionale Verbreitung bestimmter Worte darstellen wollen. Aber diese Karte war was besonders schnes. Es wurde Begriffe dargestellt, die in den verschiedenen Gegenden fr eine Art Mahlzeit am Nachmittag stehen.

Da finden sich absonderliche Ausdrcke: „Vieruhrbrot“, „Halbabendbrot“, „Kaffeetrinken“, „Jause“, „Unterbrot“,“Vesper“ und allerlei anderes. Und ein dicker Balken grenzt Ostfriesland vom „Kaffeetrinken“-Gebiet ab und im Gebiet dieses kleinen Landes prangt in groen Lettern (tatschlich als einziges Wort auf der Karte ausschlielich in Grobuchstaben): „TEE“.

Wie wahr. Und ich genehmige mir jetzt einen. Denn „TEE“ steht nebenbei auch fr Frhstck, zweites Frhstck,Aperitif, Mittagessen, Absacker, Abendessen, Nachtmahl etc…

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Frher war es auf dem Arbeitsamt irgendwie amsant. Heutzutage ist das dagegen so: Man muss einen langen Wisch ausfllen, damit sich der Sachbearbeiter auf ein Beratungsgesprch zur Arbeitssuche vorbereiten kann und wenn man da ist, muss man feststellen: Der gute Mann hat keine Ahnung und geht schon bei dem Wort „Knstlersozialkasse“ geistig in die Knie. Spter dann muss man sich hochoffiziell und wichtig einen Termin geben lassen, um einen anderen Wisch abzugeben. Der Vorgang – fr den man wie gesagt mindestens ne Woche vorher einen Termin ausgemacht haben muss – dauert dann ganze drei Minuten. Und in der Zeit bekommt man auch noch unterschwellig unterstellt, dass man eine Kndigung wegen vertragswidrigen Verhaltens verschleiern wolle. Man fragt sich, ob so ein Aufwand und Nervenkrieg die paar Tage „snner Wark“ denn wert sind…
Naja, nicht aufregen… Als ich heute morgen das Haus verlie, hing ein Pfund Tee an meiner Haustr. Das beruhigt die Nerven doch ungemein.

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Man kommt nichts bses ahnend zur Arbeit und findet in der Kche des Hauses ein Massaker vor: Da hatte jemand eine zweifelhafte Teesorte aus einem noch zweifelhafteren Teebeutel getrunken und das ganze dann nicht in den Mlleimer sondern in das Waschbecken entsorgt, wo es alles schn festgetrocknet war.

Da waren bestimmt wieder die Tunichtguts da oben von der Zeitung…

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Auf besonderen Wunsch von Dr. „Plasma“ Onno gibts hier eine alternative Version der Ereignisse am Sonnabend in einem Oldenburger Caf. Ich weise darauf hin, dass der folgende Bericht nicht, wie sonst in Termos Taten blich, der Wirklichkeit entlehnt, sondern frei erfunden (wenn auch theoretisch mglich) ist.

Ich muss zugeben: Als ich am vergangenen Sonnabend in Oldenburg in einem Caf ausdrcklich Ostfriesentee bestellte, war ich ein wenig auf Krawall gebrstet. Aber was mir dann tatschlich vorgesetzt wurde, das war eine Frechheit, nein, eine Beleidigung des gesamten friesischen Volkes. Und wer mein Volk beleidigt, der beleidigt auch meine Mutter.

Also blieb mir nichts anderes brig, als mit dem Laden kurzen Prozess zu machen. Zu allererst fischte ich den gubbeligen Teebeutel aus dem schmierigen Glas und strangulierte damit den Kellner ein wenig. Aber dann lie ich den armen Kerl laufen. Mir stand nicht der Sinn nach kleinen Fischen. Ich wollte die Hintermnner.

Daher zerrte ich den Kchenmeister hinter dem Tresen hervor. Er winselte zwar erbrmlich, aber trotzdem flte ich ihm etwas von dem Tee ein, den er mir kurz zuvor hatte kredenzen lassen. Er wre wohl elendig daran zugrunde gegangen, wenn ich ihn nicht mit einem Bein kopfber an die Lampe gehngt htte, so dass das Zeug wieder aus ihm heraus laufen konnte.

Derweil jagte ich den Inhaber des unwrdigen Etablissements ein paar mal spaeshalber um einen Tisch, bevor ich ihn mit einem alten Fisch verprgelte, der in der Kche herumgelegen hatte. Anschlieend scheuchte ich alles Lebendige aus dem Laden heraus und verteilte noch einiges von dem so genannten Tee in den Rumlichkeiten. Als ich ein brennendes Streicholz in die Flssigkeit warf, fing diese sofort Feuer und wenig spter war das ganze Gebude ein Raub der Flammen geworden.

Ich briet mir an dem Feuerchen noch ein kleines Steak und ging dann in die nchste Kneipe. Ich war zugegebenermaen ein wenig auf Krawall gebrstet…

Wie gesagt: Nur fr Onno. In Wirklichkeit war der Tee ungewhnlich gut.

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Ich muss zugeben: Als ich am vergangenen Sonnabend in Oldenburg in einem Caf ausdrcklich Ostfriesentee bestellte, war ich ein wenig auf Krawall gebrstet. Ich war nmlich auf das bliche Glas mit Teebeutel und Zucker eingestellt, wie man es ja leider auch allzuhufig mitten in Ostfriesland bekommt. Und den wollte ich eigentlich schon wieder wild zeternd zurckgehen lassen („Ich habe Ostfriesentee bestellt und kein Glas Wasser mitm Stck Papier drin“), bevor ich ihn berhaupt bekommen hatte.

Aber Pustekuchen. Teekanne, Stvchen, anstndige Teetasse, Kluntje und sogar sehr gut schmeckender Tee. Nur die Sahne, die war Milch. Aber immerhin keine Kaffeesahne. Ich muss also zugeben: Respekt. Und das im tiefsten Ausland.