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Ernüchternde Erfahrung heute. Timmendorfer Strand. Man fühlt sich schon wie in einer zuschnappenden Touristenfalle, wenn man durch Scharbeutz fährt, Richtung Timmendorfer Strand wird das dann immer schlimmer. Gerne als „mondänes Ostseebad“ beschrieben, ist das eigentlich nurmehr eine lieb- und charakterlose Anhäufung von ausgesprochen teuren, dafür aber hässliche Gebäuden, zwischen denen zombiegleich wunderliche Menschen ziehen, und von betrunkenen Zahnärzten und halbierten Zähnen reden.

Wenn man nicht weiß, wohin mit seinem Geld, dann verkauft ein Stück der Seele dieses Ortes an den Teufel und baut an die freiwerdende Stelle einen furchtbaren Klotz hin, der zwar unpassend, unpraktisch, hässlich und wahrscheinlich auch noch mit zweifelhaften statischen Eigenschaften gesegnet ist, aber dafür sehr offensichtlich mehr Geld gekostet hat, als der architektonische Kataklysmus auf dem Nachbargrundstück. Und wenn man ganz verdorben ist, dann setzt man noch eine Buddhastaue davor,malt alles weiß an und nennt das ganze Ensemble „Harmonie“.

Dieser städtebauliche Sukkubus reizt einen geistig gesunden Menschen bis aufs Mark. Und da schicken sie Kranke zur Kur hin. Wahrscheinlich alles Seelen, die dem Mondämon geopfert werden und dann als seelenlose Hüllen in die Welt ziehen, um überall Häuser mit weißen Ziegeln und blauen Dachpfannen zu bauen.

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Ich meine, ich bin ja Realist. Ich habe die Hoffnung ja schon lange aufgegeben, dass bei der Bestellung und Bereitstellung eines Telefonanschlusses auch nur ein einziges Mal alles glatt laufen wird. Seitdem ich das elterliche Haus verließ und selber für diesen Kram zuständig bin, ist das jedenfalls noch nicht ein einziges Mal vorgekommen. Das Spektrum reichte dabei bislang von falsch gelieferter Hardware bis hin zu frisch gelegten, aber nicht funktionstüchtigen Leitungen. Und Telekommunikationsanbieter, insbesondere ein großer deutscher Anbieter, haben offenbar ganz große Probleme damit, sich an simple Absprachen und Termine zu halten.

Ich habe gestern jedenfalls ganze 11 Stunden auf einen Techniker gewartet. Das war dann auch für einen leidgeprüften und -gewohnten Kunden doch zu viel. Und da man mir mehrfach versicherte, der Mensch könne im Prinzip jeden Moment auftauchen, habe ich auch tatsächlich fast die kompletten elf Stunden mit dem Herumsitzen in der Wohnung verbrannt. Mit stetig steigendem Blutdruck. Wer meine tief in mir verborgene cholerische Ader kennt, wird sich ausmalen können, wie ich den armen seit acht Uhr in der Frühe erwarteten Techniker angepfiffen habe, als er kurz nach 19 Uhr bei mir aufschlug. Der konnte ja aber am wenigsten dafür.

Wenig später bekam dann auch noch der ebenso unschuldige Hotlinemitarbeiter meinen Zorn zu spüren. Aber wenn die mir jetzt tatsächlich eine Anschlussgebühr dafür berechnen wollen, dann wird das dem nächsten Mitarbeiter, der mir vor die sprichwörtliche Kühlerhaube kommt, nicht besser ergehen. (Zumal sie dem Kunden mit einer saftigen Gebühr drohen, falls er zum vereinbarten Schaltungstermin nicht da ist. Umgekehrt mache ich das jetzt genau so. Mal sehen, was ich da als Stundenlohn ansetze.)

Und wisst ihr, was das Beste an der ganzen Sache ist? Die Leitung tut nicht so, wie sie soll. Die Jungs müssen morgen noch mal wieder kommen…

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Meine Fresse! Mag ja sein, dass ich heute ausgesprochen reizbar bin, aber das ist gerade hier echt nicht zu ertragen. Das Gespräch, dass ich hier gerade transkribieren muss, ist eine Katastrophe. Da sitzen se alle irgendwie in der Kaffeeklatschrunde und haben das Aufnahmegerät daneben gestellt. Und die reden alle ausschließlich – AUSSCHLIEßLICH! – mit vollem Mund. Mein ganzes Transkript ist komplett ein Schuss ins Blaue, denn eigentlich hört man nur Schmatzen und Schlürfen, dazu das Klimpern von Geschirr und Besteck und irgendwo dazwischen dann Genuschel und Gebrummel.

Die einzigen Wörter, die man immer wieder zweifelsfrei indentifizieren kann sind „Kaffee“ und „Kuchen“, gelegentlich auch mal „Krankenhaus“ und „Beerdigung“. Ich werde wahnsinnig! So kann man doch nicht miteinander reden. Als ob da irgendwelche Bediensteten neben sitzen, die jedem, der aus irgendeinem Grund den Mund aufmacht, sofort ein Stück Torte ins Maul stopfen. Ich werde richtig aggressiv dabei!

Diese Aufnahme taugt eigentlich nur für einen Radiowerbespot des Konditor-Gewerbes. Man lässt da einfach einen beliebigen kurzen Abschnitt von laufen und packt da dann irgendeinen Slogan bei, sowas wie „Bei dieser Torte fehlen die Worte “ oder „Schweigen ist Silber und Reden ist Kuchen“ oder „Diese Sprache versteht man auf der ganzen Welt“.

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Neun Stunden knoijen in der Uni, anschließend vier Stunden durch Stau und Gewitter über die Autobahn. Aber das alles ist nicht schlimm, wenn man zu hause sehnsüchtig erwartet wird – von einem Stapel mehrere Tage altem schmutzigem Geschirr, den irgendjemand strategisch eine Handbreit neben der Spülmaschine platziert hat, liebevoll angeordnet wie ein Strauß Rosen zum Valentinstag.

Und da behaupte noch einmal jemand, ich sei nicht vom Glück geküsst. Juchheissassa und Tirili.

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Ich habe hier gerade wieder meinen Cholerischen, weil ich niederdeutsche Gesprächsabschriften korrigieren muss, die irgendwelche tauben oder blöden Kollegen in Hamburg woanders angelegt haben. Unfassbar, was da manchmal für ein Quatsch drin steht.

Andererseits kenne ich jetzt die lustige Geschichte von dem Mann, der seiner Frau nachts versehentlich ein blaues Auge schlug. Er hatte nämlich von einem Maulwurf geträumt, der seinen gepflegten Rasen ruinierte und wollte diesen erschlagen. Er erwischte aber nur seine Frau.

Hm. Auf Platt klang die Geschichte witziger.

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Irgendwo hier in der Straße wohnt so ein Arsch mit einer von diesen Uwe-Seeler-Tröten. Ich prophezeie, dass der irgendwann in den kommenden vier Wochen von irgendjemandem gehörig die Fresse poliert bekommt. (Alternativ wird man ihm vielleicht auch seine Tröte in die Nase schieben.)

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Gallimarkt ist furchtbar langweilig, wenn er in den Ferien stattfindet. Dann kann man sich gar nicht am allmorgendlichen Parkchaos der BBS-Schüler ergötzen. Und das eher ungünstige Wetter ließ bislang auch das abendliche Parkchaos eher seicht verlaufen.

Es wird einem auch nicht die kleinste boshafte Freude gegönnt.

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In unserer kalten und fast vollkommen entmythologisierten Welt gibt es ja zum Glück noch ein paar große Rätsel der Menschheit, die noch nicht entschlüsselt sind und wahrscheinlich auf ewig die Phantasie der Menschen anregen werden. Zum Beispiel: Warum entleeren die Glasheinis da draußen die Altglascontainer hier vorm Haus um 7 Uhr morgens?

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Ich und mein loses Mundwerk. Irgendwann wird mir das noch mal zum Verhängnis, wenn ich mal wieder erst rede bevor ich denke oder – schlimmer noch – irgendwas sage, was ich eigentlich nur denken wollte.

In diesem Fall konnte mir nicht viel passieren, aber das kann ja auch mal anders kommen. Und zwar schlenderte ich in der milden Abendsonne durch die Straßen Kiels und wurde schließlich von hinten angerempelt, und zwar von einer vollschlanken Joggerin mittleren Alters. Das Joggen hatte ihrer Laune wohl nicht gut getan, anders ist nicht zu erklären, warum sie mich anblaffte und schimpfte und so all. Schließlich hatte sie mir Böses getan und nicht umgekerht.

Sowas kann ich natürlich nicht gut ab, also rief ich ihr postwendend hinterher, sie solle demnächst halt laut trompeten, wenn sie mal wieder von hinten angaloppiert käme.

Das tat mir dann leid hinterher. Aber zum Glück hatte sie keine Knarre dabei.

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Manmanman. Wenn sie hier schon nachts nicht lautstark saufen, randalieren, rumhuren und kotzen, dann denken sie sich was anderes aus. Vergangene Nacht lief das Spezialkommando „Kein Schlaf dem Termo“ zu höchstform auf und zündete einfach kurzerhand ein benachbartes Haus an. Nur die Discos im Keller, die sind natürlich wieder heile geblieben…

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Eine Kleinigkeit in eigener Sache: ein Spavogel hat es sich im Moment zur Aufgabe gemacht, in meinem Namen Unfrieden zu stiften. Dazu verwendet er meinen Namen und eine Emailadresse, die der meinigen sehr hnlich ist.

Ich glaube zwar nicht, dass es die Stammleserschaft dieses Blogs betrifft, aber falls ihr irgendwie sonderbare Emails bekommt, die angeblich von mir stammen, dann seht doch bei der Absenderadresse nochmal genau hin.

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Und im gesamten Behrdenviertel von Emden gibt es nur EINEN Parkscheinautomaten. Und der sieht auch noch aus wie ein Stromkasten. Und wenn man ihn wider aller Wahrscheinlichkeit doch gefunden hat, dann begreift man nicht, wie er funktioniert, da man die Bedienungselemente nicht als solche erkennt. Falls man jedoch diese durch einen reinen Zufall tatschlich doch noch als die Knpfe begreift, die sie sein sollen, dann WEI MAN ALS FARBFEHLSICHTIGER IMMER NOCH NICHT, WELCHEN DIESER SCHEI KNPFE MAN DRCKEN MUSS, DAMIT DER VERDAMMTE KASTEN ENDLICH EINEN PARKSCHEIN AUSSPUCKT!!

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Frher war es auf dem Arbeitsamt irgendwie amsant. Heutzutage ist das dagegen so: Man muss einen langen Wisch ausfllen, damit sich der Sachbearbeiter auf ein Beratungsgesprch zur Arbeitssuche vorbereiten kann und wenn man da ist, muss man feststellen: Der gute Mann hat keine Ahnung und geht schon bei dem Wort „Knstlersozialkasse“ geistig in die Knie. Spter dann muss man sich hochoffiziell und wichtig einen Termin geben lassen, um einen anderen Wisch abzugeben. Der Vorgang – fr den man wie gesagt mindestens ne Woche vorher einen Termin ausgemacht haben muss – dauert dann ganze drei Minuten. Und in der Zeit bekommt man auch noch unterschwellig unterstellt, dass man eine Kndigung wegen vertragswidrigen Verhaltens verschleiern wolle. Man fragt sich, ob so ein Aufwand und Nervenkrieg die paar Tage „snner Wark“ denn wert sind…
Naja, nicht aufregen… Als ich heute morgen das Haus verlie, hing ein Pfund Tee an meiner Haustr. Das beruhigt die Nerven doch ungemein.

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Ich krnkel zurzeit ein wenig vor mich hin. Und wenn man den Groteil seiner Zeit mit Triefnase und Brummschdel und in eine Decke eingewickelt auf dem Sofa herumlmmelt, dann hat man viel Zeit, sich ber unwichtige Dinge aufzuregen.

Filmtitel zum Beispiel. Die Filmtitel der deutschen bersetzungen fremdsprachiger Filme sind ein Kapitel fr sich. Meine besonderen Spezis sind da jene Streifen, bei denen der englische Titel in der deutschen bersetzung durch einen anderen englischen Titel ersetzt wurde, wenn zum Beispiel „Cellular“ in der deutschen „bersetzung“ zu „Final Call“ wird.

Ein weiteres groes Aufregepotenzial hat momentan meine Heizung. Sie springt nachts ungefragt an, liefert dafr aber morgens kein warmes Wasser fr die Dusche.

Daueraufregethema ist seit einigen Monaten auch mein Notebook. Da hab ich jetzt aber gerade keine Lust, die ganze Geschichte hier auszubreiten. Wrde wahrscheinlich sowieso ’ne Abmahnung bekommen. Aber die Jungs bekomme ich schon noch beim Schlafittchen. Und das malt man sich im FIberdelirium auf so nem Sofa ja auch ganz gerne aus. Beispielsweise, wie man das kaputte Notebook in seine Einzelteile zerlegt und diese dann einzeln den unfhigen/unverschmten Servicetechnikern in die Nase schiebt.

Ach ja… Das sind so die einzigen kleinen Freuden…

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Ach ich knnte mich wieder den ganzen Tag ber diese Zeitung aufregen, die Holtgaste und Hohegaste nicht auseinander halten kann. Das ist in etwa vergleichbar damit, als wenn man Mannheim und Ludwigshafen nicht auseinander halten kann. Oder so hnlich.

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„Die Mitarbeiter in unserer Geschftstelle sind Montags bis Freitags von 9 bis 16 Uhr fr sie da.“ Ja aber der Telefondienst geht nur von 9.45 Uhr bis viertel vor 10 oder was? Ich knnt sie alle wrgen.