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Im Radio eine Schweigeminute zu übertragen, das halte ich nicht so für ein überzeugendes Sendekonzept.

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Ja, sowas möchte ich lesen, wenn ich morgens die Zeitung aufschlage: Ein TV-Duell der beiden Spitzenkadidaten zur Schleswig-Holstein-Wahl wird beworben mit der Schlagzeile: „Das ‚dicke runde Nichts‘ gegen das ‚Arschloch mit Fliege’“. Da fängt so ein Tag doch gleich ganz anders an.

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Hm. Ich frage mich, ob nicht eine breite Zuschauerschicht nach dem Konsum eines aktuellen Kinofilms der festen Überzeugung ist, dass der GröFaZ nicht 1945 in einem Bunker in Berlin durch seine eigene Hand starb, sondern 1944 durch einen Anschlag in einem Pariser Kino.

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Ich bin heute Abend ab etwa 23 Uhr voraussichtlich auf dem Uni-Radiosender der Universität Bayreuth „Schalltwerk“ zu hören. In der Sendung MAOUIE bin ich als Experte geladen.

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Seit ner halben Stunden singen extatische junge hippe Christen auf dem God Channel monotone Lieder und wiederholen immer wieder die gleiche Zeile für ein paar Minuten. Aber selbst das vertreibt meine Schlaflosigkeit nicht.

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Alle, die das korrekte Vokabular zum Frauenabschleppen noch nicht drauf haben, können in der heutigen Taz noch einen Crashkurs bekommen. Am besten ist diese Stelle:

„Er [der Bumsguru] erklärt, wie man im Handy Telefonnummern verwaltet. Eindeutig verschlagworten: fuck body, future-ex-girlfriend, marriage material, etc. Fickbeziehung, künftige Ex, Material für die Ehe, etc. Er gibt Instruktionen fürs Date. Erst Café, dann Kino, dann Sex. Sex immer erst beim zweiten Treffen. Alles andere ist unprofessionell.“ (Taz vom 1.12.2008, von Bernd Kramer)

Ich werde dann mal alle meine HP10s in meinem Mobiltelefon entsprechend verschlagworten und ein paar Fuck Close’s klar machen… *tilt*

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Ach ja. In der abschlieenden Sitzung meiner immer wieder fr Erheiterung sorgenden Medienvorlesung sahen wir einen groartigen Film aus den 30ern. Ging um Selbstreferenz und so und wie frh im Tonzeitalter Hollywood sich selbst parodierte und sowat all. Ich hab mich aber vor allem kstlich amsiert.

Es geht darin zunchst um einen Schauspieler und seinen Produzenten, die in Sorge sind, weil ihnen fr ihre „Schnarzan der Eroberer„-Reihe das Publikum wegluft. Denn die falschen Lwen im Film sind dem Publikum nicht mehr furchterregend genug. Da ergibt es sich, dass ein Baron Mnchhausen in die Stadt kommt, dem die furchterregendsten Lwen landauf landab gehren sollen. Um ihn gewogen zu machen und ihm die Lwen abkaufen zu knnen, wird dann eine groe Party veranstaltet, wo die ganzen oberen Zehntausend Hollywoods anwesend sind.

Und auf dieser Party passiert dann allerhand. Schnarzans Konkurrent schleicht sich herein und will die Lwen auch haben. Baron Mnchhausen kommt mit einem Gorilla auf die Party. Die drei Stooges lungern da auch herum und schlielich taucht sogar Micky Maus auf der Party auf, woraufhin der Schwarwei-Film kurzzeitig in eine farbige Zeichentricksequenz wechselt (Der Krieg zwischen den Schokoladensoldaten und den Lebkuchensoldaten).

Der Hhepunkt den Films ist aber erreicht, als Stan und Olli auftauchen und Baron Mnchhausen zu sprechen wnschen. Er habe ihnen ihre Lwen mit einem Scheck ber 50.000 Tiddlywinks (dt. Dattelquattel) abgekauft und dieser Scheck lasse sich nicht einlsen. Wie dem auch sei, nach einem Intermezzo an der Bar mit rohen Eiern sprengen Stan und Olli am Ende die Party, indem sie die Lwen freilassen.

Groes Kino, aber passte leider nicht ganz in meine Klausurvorbereitung. Man wat sall’t.

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Gestern war ein typisch deutscher Fernsehabend: In der ARD lief „Der Untergang“, im ZDF „Der Untergang des BVB 09“ und auf RTL „Der Untergang des Abendlandes“.

„Rhett, Rhett! Was soll ich nur tun? Wohin soll ich nur gehen?“

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Gelegentlich gibts im Fernsehen doch mal was Erfreuliches.

„Was halten Sie von aromatisierten Tees?“
„Ehrlich gesagt herzlich wenig. Ein guter Tee hat genug Eigenaroma, da muss man nicht auch noch Chemie dazu kippen.“

Oder:

„Ich trinke auerhalb eigentlich gar keinen Tee mehr, dann was man heutzutage in der Gastronomie an Tee vorgesetzt bekommt, ist in der Regel minderwertige Qualitt.“

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Also… wie soll ich sagen… ist jemandem schon mal aufgefallen, wie unheimlich Werbung fr Damenbinden und Tampons ist? Da werden regelrechte Horrorszenarien aufgebaut… mit diesen unverfnglichen Vergleichen und Illustrationen…

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Gestern, mitten in der Live-bertragung, haben se wohl gemerkt, dass ich die Fuball-Bundesliga nie bestellt hatte. Und haben sie wieder abgeschaltet. Aus ists also mit der Herrlichkeit.

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Schn:

„Ich hab ja nichts gegen den Raucher an sich, also den Menschen an sich, der Raucht. Ich hab ja auch nichts gegen den Messerwerfer…“

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Ich habe ja bestimmt schon mehrfach erwhnt, dass Satellitenfernsehen eine interessante Sache ist. Man findet immer wieder interessante neue Programme. Diesmal fiel mir am Wochenende auf, dass ich auf einmal wieder Fuball Bundesliga wieder live gucken kann. Richtig ntzlich war dagegen die Entdeckung eines ganzen Satzes niederlndischer Regionalsender.

Seitdem die da drben nmlich auch digitales terrestrisches Fernsehen haben, empfngt man ber Antenne nichts mehr von den Nachbarn. Aber diese Sender hier sind alle ganz herzallerliebst. Nicht, dass mich Sender wie „TV Rijnmond“ oder „Omroep Zeeland“ interessieren, aber bei „TV Noord“, „TV Drenthe“ und „Omroep Fryslan“ ist das ganz was anderes. Zurzeit zeigen sie zum Beispiel die Spitzenkandidatin der Tierpartei fr die Provinzialwahlen in Friesland. Ganz kstlich: Eine alternativ wirkende Mittvierzigerin erzhlt was wichtiges, aber man hrt ihr nich zu, weil die Mimik der daneben sitzenden feisten gelangweilt wirkenden Katze viel lustiger ist.

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Ich krnkel zurzeit ein wenig vor mich hin. Und wenn man den Groteil seiner Zeit mit Triefnase und Brummschdel und in eine Decke eingewickelt auf dem Sofa herumlmmelt, dann hat man viel Zeit, sich ber unwichtige Dinge aufzuregen.

Filmtitel zum Beispiel. Die Filmtitel der deutschen bersetzungen fremdsprachiger Filme sind ein Kapitel fr sich. Meine besonderen Spezis sind da jene Streifen, bei denen der englische Titel in der deutschen bersetzung durch einen anderen englischen Titel ersetzt wurde, wenn zum Beispiel „Cellular“ in der deutschen „bersetzung“ zu „Final Call“ wird.

Ein weiteres groes Aufregepotenzial hat momentan meine Heizung. Sie springt nachts ungefragt an, liefert dafr aber morgens kein warmes Wasser fr die Dusche.

Daueraufregethema ist seit einigen Monaten auch mein Notebook. Da hab ich jetzt aber gerade keine Lust, die ganze Geschichte hier auszubreiten. Wrde wahrscheinlich sowieso ’ne Abmahnung bekommen. Aber die Jungs bekomme ich schon noch beim Schlafittchen. Und das malt man sich im FIberdelirium auf so nem Sofa ja auch ganz gerne aus. Beispielsweise, wie man das kaputte Notebook in seine Einzelteile zerlegt und diese dann einzeln den unfhigen/unverschmten Servicetechnikern in die Nase schiebt.

Ach ja… Das sind so die einzigen kleinen Freuden…

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Ich freu mich immer wieder, wenn ich aus dem deutschen Fernsehen noch was lerne: „Europa – da ist Schottland nicht weit!“