Termos Taten

Wat mutt, dat mutt - Ein ostfriesischer Chronist der Wirklichkeit

Mittwoch, 14. Juli 2010, 14:14 Uhr

Uiuiui, wir an der Uni sind noch klüger, als wir glaubten. Denn heute, in der letzten Seminarsitzung des Semesters, haben wir erfahren, dass wir uns nicht einfach nur mit simplen Königsgedichten befassten, sondern intensiv das Feld der (ACHTUNG!) Panegyrischen Kasuallyrik beackert haben.

Panegyrische Kasuallyrik. Wir sind schon tolle Hechte hier an der Uni.

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Donnerstag, 1. Juli 2010, 23:29 Uhr

Dieses ganze Gestresse um die Masterbewerbung und die Noten und die nötigen ETCS-Punkte macht einen ganz wahnsinnig. Jetzt träume ich sogar schon von der Uni. Ich habe geträumt, dass ich in einer unangekündigten Altfriesischklausur ne 4 geschrieben habe. Das war aber gar nicht so schlecht, weil alle anderen hatten ne 5.

Aber jetzt kommts: die Note hat sich dadurch ergeben, dass ich zwei Fehler gemacht habe und diese im Quadrat genommen wurden.

Wie bei den anderen die 5 hinbekommen haben, weiß ich allerdings nicht, so mit 2,24 Fehlern oder so. Aber ich sehe noch genau vor mir, wie mir mein Professor das vorrechnet.

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Sonntag, 13. Juni 2010, 4:41 Uhr

Ich habe ein grundsätzliches Problem mit der Gesellschaft: man findet die Cocktails, die ich mische, grundsätzlich zu stark. Man darf eben nie vergessen, dass man in der “Großstadt” ist. Von Schnaps und Sturmflut haben die keine Ahnung hier.

Meine Mitbewohnerin ist noch nicht wieder zu hause. Unangemessener Weise gefällt mir das gar nicht.

Zudem brach ein Kollege eine gute Stunde vor mir von der kleinen Feier auf, auf der wir waren. Trotzdem lief er mir auf meinem Heimweg über den Weg. Zeitloch, Umweg oder Alkohol müssen da im Spiel gewesen sein. (Oder einfach die Tatsache, dass ich einen Teil meines Heimweges in einem Großraumtaxi zurücklegen durfte.)

Im WG-internen WM-Tippspiel führe ich immer noch. Ich bin im Reigen der Nullnummern der mit den am wenigsten jämmerlichen Ergebnissen.

Auf der Straße unter meinem Schlafzimmerfenster versucht ein Mitbürger mit mangelnden Deutschkenntnissen zu rappen. Dabei entstehen Stilblüten wie: “Ich fick dir in den Krankenhaus.” Interpretationsspielraum ist gegeben.

Der Taxifahrer eben konnte an meinem Geruch erkennen, was ich gegrillt hatte.

Eine Kommilitonin (furchtbar studentisches Wort) fürchtete, man könne sie und mich für ein Liebespaar halten. Unverschämtheut.

Eine ehemalige mehr als schlanke (= reichlich dürre) Mitstudentin hat nichts dagegen, wenn ich sie “Moppelchen” nenne.

Und dann war da noch die sehr liebe Hündin (Boxer-Mischling mit ausgeprägtem Kindchenschema), die ich sehr mochte. Und ich dachte, sie mochte mich auch. Aber es war nur das Grillfleisch, das ich in der Jackentasche hatte. Immer das Gleiche: die Frauen wollen nur mein Fleisch,

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Donnerstag, 20. Mai 2010, 23:19 Uhr

Eine besondere Hassliebe verbindet mich an der Uni mit der Abteilung für “Neuere Deutsche Literatur und Medien” (NDL). Naja, Hassliebe ist nicht ganz richtig. Aber mir fehlt ein passenden Wort. Irgendwas zwischen Verzweiflung und Resignation. Glücklicherweise konnte ich dieses Gebiet nach drei Semestern abwählen, weil ich nicht so verüückt, auf Lehramt zu studieren.

Über Umwege hat mich die NDL aber dieses Semester noch einmal in seine Fänge bekommen. Denn unser turnusgemäßes Landeskundeseminar in Friesisch würde experimentell mit einem NDL-Seminar über das Widerspiegeln nordfriesischer Landeskunde in der Literatur gekoppelt.

Lange Rede, kurzer Sinn: heute wollten wir im Anschluss an die Seminarsitzung eine Verfilmung des Schimmelreiters gucken. Daraus ist nichts geworden. Und warum?

Weil in der Mediensammlung der NDL der Film abhanden gekommen ist. Keines der DREI Kopien fand sich in der Sammlung, für keine lag ein Leihschein vor. Dass eine mal verloren geht, okay. Aber drei? Nur Dozenten können ohne Leihschein leihen, also hat wohl irgendeiner der Professoren dort einen Schimmelreiter-Fetisch oder so. Der reinste Karnevalsverein…

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Sonntag, 18. April 2010, 16:06 Uhr

Gelegentlich habe ja auch ich Wortfindungsprobleme. Ich schreibe an einer literaturwissenschaftlichen Hausarbeit und da geht es unter anderem auch um Hoden.

Ja, richtig gelesen: Hoden. Eier. Klöten. Nüsse. Samenbunker. Das Sackrattenmutterschiff halt.

Ja, viele schöne Wörter. Für eine wissenschaftliche Hausarbeit sind die meisten leider nicht brauchbar. Aber die ganze Zeit “Hoden” zu schreiben, ist doof. Und “Testikel” klingt bekloppt. Der Jägersprache habe ich nun die “Brunftkugeln” entnommen, das ist in dem Zusammenhang des Textes vielleicht mal erlaubt. Aber ansonsten? Hoden, Hoden, Hoden. Ich kanns nicht mehr sehen.

Kennt nicht jemand noch irgendein schönes Synonym für die Familienjuwelen, das man in so einer Arbeit verwenden kann?

Edit: Wegen wiederholter Nachfrage eine kurze Erläuterung: Ich schreibe eine Hausarbeit über das mittelniederdeutsche Tierepos Reynke de vos. Im Zentrum der Arbeit steht das Kapitel, in dem der abschließende Zweikampf zwischen dem Fuchs und dem Wolf geschildert wird. Da gehts sehr unschön zur Sache. Am Ende siegt der eigentlich körperlich unterlegene Fuchs, indem er den Wolf bei den Klöten packt und genüsslich durch den Ring zerrt…

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Mittwoch, 10. März 2010, 13:38 Uhr

Um den materiellen Nöten dieser Welt gerecht zu werden, habe ich meine Seele (trotz meiner Akademie-Phobie) ja nun auch an die Uni verkauft. Hilft ja nix. Aber bisher ist es eigentlich ganz lustig, weil ich bislang nur die Tonaufnahmen von äußerst amüsanten plattdeutschen Familiengesprächen in Schriftform bringe.

Dennoch konnte das heute noch getoppt werden: ich durfte eigenhändig die Frauenbeauftragte der philosophischen Fakultät abhängen.

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Samstag, 27. Februar 2010, 1:35 Uhr

Wer ist wohl Enbe und warum darf er/sie nicht mitmachen?

Enbe

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Sonntag, 17. Januar 2010, 13:53 Uhr

Im Rechenzentrum meiner Uni hats gebrannt. Das ist natürlich der Alptraum eines jeden Studenten im Zeitalter des Bachelor-Studiums, wo die Studienleistungen fast ausschließlich elektronisch erfasst und gespeichert werden. Aber ich vertraue einfach mal darauf, dass entsprechende Verantwortliche an einer deutschen Universität so klug sind, solche Daten doppelt und dreifach abzusichern….

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Mittwoch, 28. Oktober 2009, 16:23 Uhr

Meine Mitbewohnerin kam heute resigniert von ihrer Philosophie-Vorlesung nach Hause und stellte fest: “Irgendwie bin ich dümmer aus der Vorlesung herausgekommen, als ich hineingegangen bin.”

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Donnerstag, 22. Oktober 2009, 17:04 Uhr

Bei uns werden in den Räumen der Geowissenschaften Riesenkluntjes ausgestellt.

Riesenkluntjes

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Montag, 12. Oktober 2009, 15:52 Uhr

Ach ja. Selbst Montags ist der Tag gerettet, wenn einem auf SpOn folgende Schlagzeile ins Auge fällt: “Student: Mit nacktem Hinterteil von Zug mitgeschleift”.

Da braucht man die Meldung selbst gar nicht mal Lesen und bekommt trotzdem gute Laune. Wenn man sie allerdings liest, ist sie noch besser.

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Donnerstag, 1. Oktober 2009, 18:38 Uhr

Studentischer Wohnungsmarkt zum Zweiten:

Polly Pocket

In der Wirtschaftskrise muss man seine Ansprüche halt ein wenig zurück schrauben.

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Dienstag, 15. September 2009, 17:49 Uhr

Studentischer Wohnungsmarkt: “Flotter Dreier zum Quatschen, Kochen und ficken”

Quatschen, Kochen und ficken

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Montag, 14. September 2009, 18:36 Uhr

Kleine Kätzchen und Haarspaltereien am schwarzen Brett.

Kitten

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Dienstag, 8. September 2009, 14:48 Uhr

Alles voller Erstsemester. Hier muss irgendwo ein Nest sein.

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Mittwoch, 29. Juli 2009, 18:02 Uhr

Bi disse Uni ka’st ok blot noch mall worden. Harr nett docht “Nu hebben’s amenn allens binanner”, daar gift dat alweer ‘n Daalslag: Se hebben nu utklabüstert, dat dat in dat darde Studienjahr in d’ Rebeet “Oll Dütsk Literatuur” blot noch Kursen gift, de van en Perfesser maakt worden. Probleem is nu: Kien Perfesser maakt Kursen over Middelplattdütsk, de maken all blot Middelhoogdütsk – un dat hebb ik nooit lehrt.

Man vlicht kann ik denn ja an d’ Stee van d’ Iwein ja mien Bröör sien Hoovdling Hinni unnersöken. Dat is ja meest dat sülvige.

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Freitag, 24. Juli 2009, 15:54 Uhr

Ich schrieb heute meine letzte Klausur für dieses Semester. Allerdings unter erschwerten Bedingungen: Etwa 500 Meter Luftlinie entfernt suchte sich “Fettes Brot” genau diese zwei Stunden für einen ausgiebigen Soundcheck aus. Petrus erbarmte sich dann irgendwann unser und machte dem Spuk mit einem anständigen Gewitter ein Ende. Sowas.

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Donnerstag, 16. Juli 2009, 20:38 Uhr

Heute heute ich Sportstudenten, die sich über ihre Kollegen aufregten, die “nicht einmal einen Ball fangen” können.  Erinnert mich an unseren ehemaligen Frisistiksportstudenten, der fast daran gescheitert wäre, ein Buch ins Regal zu stellen.

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Dienstag, 14. Juli 2009, 23:10 Uhr

Optimismus in seiner Reinform.

Purer Optimismus

Aber probieren geht über studieren.

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Mittwoch, 17. Juni 2009, 14:37 Uhr

Pride (In the Name of Love):

Stolzer Hass

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“Vor dem Tee fehlt die Kraft zu Arbeiten, nach dem Tee die Lust.”
 Aus Usbekistan

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