(Untitled)

Wenn ich auf der Arbeit mal zu einer ganz bestimmten Uhrzeit meine Ruhe haben möchte, lege ich auf diese Zeit meine Sprechstunde. Dann kommt nämlich garantiert niemand. Die kommen vorher oder hinterher oder rufen am Wochenende an, aber in der Sprechstunde kommen se nicht.

(Untitled)

Aus unserer Reihe „Gesammelte Weisheiten von Universitätspersonal“:

„Ich glaube, ich habe ein anderes Internet als die anderen. Bei mir sind nämlich nie irgendwelche Pornos.“

(Untitled)

Wenn die hiesigen (Musik-)Studenten bei gutem Wetter eine Freistunde haben, dann ist es ihnen nicht selten reichlichst egal, dass ihre Kollegen dieses Glück vielleicht nicht ihr Eigen nennen können oder es gar arbeitendes Personal in den heiligen Hallen der Universität gibt. Man platziert sich daher gerne genüsslich auf der Grünfläche hinter dem Unigebäude und beginnt laut zu musizieren und zu singen.

Dem Hausmeister ist es gleichsam wurscht, ob irgendjemand studieren oder Arbeiten muss. Wenn gemäht werden muss, dann muss gemäht werden. Und zu diesem Zweck besitzt er einen über die Maßen lauten Aufsitzmäher, den er auch mit beachtlicher Inbrunst über das Grün zu lenken weiß.

Aber ich kann mich dem Eindruck nicht entziehen, dass der Rasenmähermann diese Mähorgien bevorzugt dann veranstaltet, wenn sich wieder musizierende Grüppchen auf seinem Rasen tummeln. Diese müssen dann wohl oder übel ihre Aktivität einstellen und das Feld räumen. Ich frage mich, ob die irgendwann zurückschlagen und größere Geschütze als schrammelige Gitarren und verschlissene Bongos auffahren. Dann könnte das glatt noch interessant werden.

(Untitled)

Früher wurden solche Gesuche am schwarzen Brett noch mit mildem Wohlwollen quittiert. Aber in Zeiten, wo ein kalter Wind durch den örtlichen Wohnungsmarkt fegt, herrscht bei den zukünftigen Kommilitonen nur noch herablassende Abneigung.
Unfassbare Wohnungssuche

(Untitled)

An manchen unzugänglichen Stellen dieser Universität finden sich erstaunliche Relikte aus der Vergangenheit, wie zum Beispiel die (achtung pc) Schaumküsse damals. Ein anderes faszinierendes historisches Zeugnis ist dieses Partyplakat aus dem vergangenen Jahrtausend, noch stilecht mit Deutschmark und alter Rechtschreibung. Hauke bemerkte sehr treffend: „In drei Jahren kommen hier die Leute auf die Universität, die bei dieser Party gezeugt wurden.“

Prähistorisches Partyposter

(Untitled)

In Frankfurt haben sie das Uni-Hochhaus gesprengt. Warum können wir das in Kiel nicht auch machen? Unser Hochhaus ist auch keine Schönheit. Immer sind die anderen uns voraus.

(Untitled)

Ich arbeite nun seit Monaten an meiner Masterarbeit. Es kann doch nicht sein, dass ich jetzt ganz zum Schluss, nämlich bei der Einleitung (die schreibe ich immer zuletzt), eine Schreibblockade bekomme. Mir ist, als hätte ich alles, was zu schreiben ist, schon geschrieben. Außer: „Moin, dies ist meine Masterarbeit. Viel Spaß damit, ich bin dann mal weg.“

(Untitled)

Mittlerweile habe ich sogar schon Alpträume von den Verben, über die ich meine Abschlussarbeit schreibe. Ich träumte, dass sich die zweite Person Singular über Nacht verändert hat und ich nun die ganze Masterarbeit nochmal umschreiben muss.

(Untitled)

Aus den älteren friesischen Texten lernt man immer wieder so schöne Weisheiten. Zum Beispiel „Ist der Branntwein im Manne, ist der Verstand in der Kanne“ oder „Ein junges Mädchen muss nicht mehr Zeit für sich selber haben als ein Küken zum Körnerpicken“. Das solche Sprichwörter verschwunden sind, ist unverständlich.

(Untitled)

Gesellschaftliche Konventionen auf einer wissenschaftlichen Tagung:

Wenn ein uralter Professor einen noch älteren Silberrücken freundschaftlich begrüßt, klingt das zum Beispiel so: „Moin Herbert, alter Hagiograph!“

(Untitled)

Vor dem Fenster meines Büros in der Universität errichten einige Bauarbeiter lautstark ein Gerüst. Sagt der eine zum anderen: „Wir brauchen auch nicht leise sein, die arbeiten hier sowieso nicht.“

(Untitled)

Vor vier Monaten erstmals angefordert, vor vier Wochen schließlich zugesagt, bis zum heutigen Tag noch nicht aufgetaucht: der neue Drucker für mein Büro. Aber was beklage ich mich? Ein gutes Bier braucht schließlich auch sieben Minuten.

(Untitled)

Eigentlich hätte ich heute vertretungsweise Klausuraufsicht machen sollen, aber der Professor hat nun leider doch selber Zeit. Schade. Der Kurs kennt mich nämlich schon. Immer wenn ich da auftauche, bedeutet das für die Unheil.

(Untitled)

Ich habe heute unbeabsichtigt die jahrelange Erziehung eines Kindes bzw. dessen Respekt vor seiner Mutter zunichte gemacht. Das kam so.

Eine Studentin in meinem Seminar heute morgen hatte ihre kleine kränkelnde Tochter dabei, die sie nicht alleine zuhause lassen konnte. Das war auch kein Problem, die Lütte saß in stiller Beschäftigung ohne zu stören dabei. Dann allerdings ließ ich unüberlegt ihre Mutter ein Gedicht vorlesen, und zwar von Albrecht Johannsen dem Jüngeren das Werk „Kike än Kake“. In dem Stück werden ein wenig die friesischen Gewohnheiten der Namenstradition auf die Schippe genommen. Dabei werden die beiden titelgebenden Namen, nämlich „Kike“ und „Kake“, wortspielerisch und zu nicht zu knapp in dem Text eingesetzt.

Dazu muss nun allerdings erläutert werden, dass in der nordfriesischen Rechtschreibung ein einfach geschriebener für einen kurzgesprochenen Vokal steht. Die Namen werden also „Kicke“ und „Kacke“ ausgesprochen.

Während die Mutter, ernstzubleiben bemüht, den Text vortrug, horchte die Tochter nun auf. Und jedes mal, wenn der Name „Kake“ fiel, wurde Tochterns Blick entsetzter. Das Ganze gipfelte schließlich in einem vorwurfvoll hereingerufenen „Mama!“, beantwortet durch ein entschuldigendes „Tut mir leid, Schatz, das steht hier so. Ich muss das sagen.“

Tochter wirkte wenig überzeugt. Mich interessiert nun ehrlich gesagt, wie die Lütte heute immer wieder Fehlverhalten und Danebenbenehmen mit einem „Du hast heute Morgen auch die ganze Zeit ‚Kacke‘ gesagt“ entschuldigt…