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Mit Angst ist das so eine Sache. Vom Bauunternehmer meiner Mutter wissen wir ja schon, dass Angst die Geißel der Menschheit ist. Mit der Angst wird manipuliert, beherrscht und Geld verdient. Die Angst davor, etwas Falsches zu machen, hindert uns daran, das Richtige zu tun. Und wie sagte damals schon der Hase Cäsar? „Keiner sagt mehr, was er denkt, weil er glaubt, dass er wen kränkt.“ Parlamente werden heute mehr durch Angst denn durch gesunden Menschenverstand besetzt und schon Luther soll gesagt haben „Aus einem verzagten Arsch kommt kein fröhlicher Furz.“ Wohin soll das nur führen?

Meine Mitbewohnerin hatte Angst, in einem indischen Restaurant schlecht bedient zu werden, weil sie eine Rindslederhandtasche dabei hatte…

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Meine Mitbewohnerin ist etwas geräuschempfindlich. Das ist sehr gut nachzuvollziehen, weil der Nachbar von unten zu jeder Tages- und Nachtzeit auf die Idee kommen kann, dass er gerade Bock auf laute und basslastige Musik hat. Stille bei ihm ist aber auch nicht unbedingt gut, denn jüngst berichtete sie, sie habe den Nachbarn furzen hören. Offenbar auch sehr basslastig.

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Da der Stromverbrauch von meiner Mitbewohnerin und mir nur halb so hoch ist wie der „Referenzwert einer vergleichbaren Kundengruppe“, kriegen wir ’ne anständige Rückzahlung. Meinen Anteil habe ich allerdings – da ich ja bekanntlich ein Medium bin und in die Zukunft sehen kann – bereits im vorauseilenden Gehorsam auf der Kieler Woche versoffen.

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Es gefällt mir übrigens, dass die automatische Rechtschreibprüfung im Firefox aus „Valentinstag“ gerne „Vasallenstaat“ machen möchte. Von meiner Mitbewohnerin habe ich zum Valentinstag übrigens Käseherzen geschenkt bekommen. Die Frau kennt mich gut.

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Sogenannte Killerspiele sind ja ein regelmäßig hochkochendes Thema, wenn wieder schlimme Dinge auf dieser Welt passieren. Meistens müssen sie als ziemlich hanebüchene Ursache für diese schlimmen Dinge herhalten. Jetzt muss ich aber tatsächlich einmal selber live erleben, dass ein solches Computerspiel wirklich haarsträubende Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Meine Mitbewohnerin spielt zurzeit nämlich inbrünstig GTA IV. Bislang dachte ich mir da nichts bei, aber eben verkündete sie: „Ich bin gut im schießen, ich glaube, ich gehe in den Schützenverein.“

Wenn einen tatsächlich einmal persönlich die Auswirkungen solcher Killerspiele betreffen, dann wundert man sich nicht mehr, warum immer wieder Verbotsdebatten aufflammen. Wieviele Leute haben wohl durch Killerspiele schon geliebte Menschen an Schützenvereine verloren?

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Woran erkennt man eine gute Mitbewohnerin? Daran, dass sie selbstlos ihre privaten CD-Lagerungsmöbelstücke zu gemeinschaftlich nutzbaren Schnapsregalen umfunktioniert.

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Nachdem ich ja jahrelang in einer sog. Wohngemeinschaft mit drei Mädels lebte und danach ein kurzes Intermezzo in einer kleinen Junggesellenbude hatte, wohne ich nun mit einer einzelnen Frau zusammen. Um schon mal ein vorläufiges Zwischenfazit zu ziehen: Als ich mit der Mädelstruppe zusammen wohnte, konnte ich nie ins Bad, aber es gab immer was zu essen. Als ich alleine wohnte, konnte ich zwar nach Lust und Laune ins Bad, aber es gab nie was zu essen.

Mal sehen, wie das nun wird. Vielleicht ein guter Kompromiss.

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Kollege Hauke ist meiner alten und nun auch wieder neuen Mitbewohnerin beim Umziehen behilflich und klebt Filzfüße unter ihr Bett. Dabei philosophiert er: „Erst Filz, dann Pils.“

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Hier war letzte Nacht wat los. Nachbarn hier im Haus, zwei junge Hüpfer, veranstalteten eines ihrer üblichen kleinen Besäufnisse. Da sitzen se immer mit ’nem Haufen anderer Kerle draußen auf ihren Balkon und kippen sich wat dahinter. Wenn se dat am Wochenende tun, ist mir das in der Regel egal. Aber diesmal war es anders.

So gegen 3 Uhr schien das gros der Gäste verschwunden zu sein, die Lautstärke nahm ab und der übliche Gesang verstummte. Das übriggebliebene Volk schien nun ernstere Töne anzuschlagen. Und immer wenn die Stimmen gehoben wurden (was die meiste Zeit der Fall war), konnte ich verstehen, worum es ging: die beiden Unnösel diskutierten im Suff ihre WG-Probleme.

Es stellte sich natürlich sehr schnell heraus, dass der alkoholisierte Zustand nicht die optimale Grundlage für so eine Diskussion war. Die Konstellation war rasch klar. Bewohner A, offenbar ein Student vom Typ „arroganter Fatzke“, suchte Gründe, um seinem Mitbewohner einen Auszug nahelegen zu können. Bewohner B, dagegen scheinbar eher vom Typ „unbeholfener Schloof“, konnte das alles nicht so recht nachvollziehen, war aber auch ein bisschen beratungsresistent.

Bewohner A wurde dabei zusehends unfreundlicher, wenn er sich auch mit leichten Artikulationsschwierigkeiten herumschlagen musste. „Und als du den ganzen Tag den Schlüssel draußen in der Tür stecken gelassen hast, da war dir das scheißegal. Da hast du einfach gesagt ‚Tut mir leid‘ und sonst nichts.“ Bewohner B war sich keiner Schuld bewusst: „Was hätte ich denn sonst sagen sollen?“

So wurde das eine oder andere mehr oder weniger nichtige Problem auf den Tisch gebracht.

„Und gleich im ersten Monat hast du deine Miete erst zu spät bezahlt!“ – „Ja okay, das war nicht in Ordnung. Aber deswegen musst du mir doch gleich mit sofortigem Rausschmiss drohen.“ – „Das Recht behalte ich mir vor, wenn du hier einziehst und nicht mal auf die Idee kommst, irgendwo was unterschreiben zu müssen! Ich stehe alleine im Mietvertrag also kann ich dich auch rausschmeißen! Du kannst schließlich jederzeit wieder bei Mama einziehen.“

Und so schaukelte sich nach und nach sich die Stimmung hoch. Bewohner B versuchte zu retten, was zu retten war. „Schau dir mal die WGs von XXX oder YYY an und wie das da aussieht. Dagegen läuft das bei uns doch echt gut. Einen perfekten Mitbewohner wirst du nie finden. WG heißt auch, dass man ein bisschen tolerant sein muss. Und man muss halt über Probleme sprechen. Gibt es zum Beispiel irgendwas an mir, das dich so sehr stört, dass du nicht mehr mit mir zusammen wohnen willst?“ Er konnte die Frage gar nicht ganz aussprechen, da platzte Bewohner A schon dazwischen: „Ja! Deine Füße!“

Was denn an diesen Füßen nun das Problem war, das konnte ich nun nicht verstehen. Jedenfalls wurde es langsam kritisch. Es gipfelte schließlich in folgendem Satz, den Bewohner A seinem Noch-Mitbewohner ins Gesicht schleuderte. „Als ich vor zwei Monaten die Wohnung von meinem Bruder übernehmen konnte, warst du sowieso nur vierte Wahl als Mitbewohner.“

Daraufhin war von Bewohner B erst einmal nichts mehr zu hören. Stattdessen schaltete sich an dieser Stelle ein verbliebener Gast ein. Er betonte, er könne nicht beurteilen, wie es in der WG laufe, aber es sei „menschenunwürdig“, was Bewohner A in den letzten Minuten Bewohner B ins Gesicht gesagt habe. „Ich bin halt betrunken“, verteidigte sich A. Das sei doch kein Grund, so der Hausgast, aber Bewohner A bestand lautstark darauf. „Ich habe ihm angeboten, nüchtern darüber zu reden, aber das wollte er nicht!“

Der Hausgast ließ sich aber nicht beirren. „Du kannst ihm doch hier aber nicht einfach sagen, dass er nur vierte Wahl ist.“ Doch daran ließ Bewohner A keinen Zweifel. „Doch, das war er. Zuerst habe ich gefragt…“ Dann zählte er drei Leute auf, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mit ihm zusammenziehen wollten.“ Der Hausgast stelle fest: „Du hattest also gar keine Wahl. Die wollten ja alle nicht.“ Doch Bewohner A war überzeugt: „Doch hatte ich. Und er war nur vierte Wahl.“

Jetzt versuchte der Hausgast zu retten was zu retten ist: „Ihr solltet hier jetzt aufhören. Wenn ihr morgen wieder nüchtern seid, dann müsst ihr euch nochmal zusammen setzen. Wenn ihr beide eure Sturheit ablegt, dann könnt ihr Eure WG vielleicht noch retten.“

Danach wurde es einige Zeit lang ruhig, die Jungs müssen rein gegangen sein. Ich dachte, ich würde nun vielleicht ein wenig Schlaf finden. Aber weit gefehlt. Die nächsten Minuten wurden offenbar genutzt, um sich nochmal ordentlich wat reinzutun. Denn irgendwann begann großes Geschrei und Gebrüll, es krachte, es klirrte und klatschte. Irgendwann wurde der tobende Bewohner B – seine Zurückhaltung nun vollkommen aufgebend – vom Hausgast offenbar aus dem Haus gezerrt. „Beruhige dich, ich bin ja auf deiner Seite. Aber es hilft nichts, wenn du hier ausrastest.“

Doch Bewohner B hatte einen Tobsuchtanfall sondergleichen. „Dieser verdammte Wixer! Ich will dem nur noch auf die Fresse hauen!“ – „Beruhige dich, der ist vollkommen fertig. Der kann nichts mehr.“ Bewohner B’s Stimme änderte sich nun von reinem Geschrei zu einem Heulen aus Wut und Enttäuschung: „Der verdammte Wixer! Wir sind hier vor zwei Monaten eingezogen, weil wir da beide Bock drauf hatten! Und jetzt sagt der mir, ich soll raus und bin eh nur vierte fünfte Wahl gewesen! Und klebt mir ’nen Zettel hin, ich hätte zwei Tage nicht abgewaschen…“

An dieser Stelle wurde mir das alles etwas zu doof. Ich setzte mir einen Kopfhörer auf und beschallte mich mit lauter Musik. Wenn schon mitten in der Nacht Krach und Hauerei, dann wenigstens von Manowar.

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Mitbewohnerin A faselte irgendwas von „Kastelruther Herzspatzen“, bevor sie Mitbewohnerin B – zu deren Unmut – auf der „Tussi-Skala ganz oben“ einordnete. Mitbewohnerin C war leider nicht zugegen, aber Hausgast D sah sich das Schauspiel mit großen Augen an…

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Eine meine Ex-Mitbewohnerinnen ist unterbewusst noch sehr stark durch ihre katholische Schulausbildung geprägt. Dies äußert sich vor allem dadurch, dass sie es tunlichst vermeidet, die von ihr so genannten „F-Wörter“ auszusprechen.

Eine andere Ex-Mitbewohnerin stellte daher gestern fest: „Gut, dass sie nicht Physik studiert. Denn da gibt es ja das Ficksche Gesetz. Die Dozenten würden sich das bestimmt nicht lange gefallen lassen, wenn sie ständig vom ‚Sie-wissen-schon-welches-Gesetz‘ spricht.“

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Um meinen Mädels etwas Pause zu gönnen, ziehe ich demnächst erst einmal aus meiner Top-Model-WG aus. Als adäquate Sommeresidenz habe ich ein finsteres Turmzimmer unterm Dach in einem unheimlichen Kieler Hinterhof erwählt. Das ist auch gut für meinen Ruf als Medium. Da werde ich dann nachts immer verwerfliches mit Schwefel treiben und die ganze Stadt wird sich ängstigen.

Ich muss mir mal wieder eine lange wallende schwarze Robe zulegen. Heutzutage wollen Klischees ja auch wieder bedient werden. Und ein übergroßes Fernrohr brauche ich, das auffällig aus meinem Turmzimmer gen Himmel ragt. Das wird eine Freude.

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Unsere Küche ist zu Klein / meine Mädels haben zu viel Zeug.

Heute Morgen durfte ich mir anhören: „Temmo, du musst dir dringend abgewöhnen, im Kühlschrank Sachen in dein Fach zu packen. Wo soll ich mein Zeug denn sonst hin tun.“

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Ich muss noch die wunderliche Geschichte zum Besten geben, die ich neulich für ein Seminar mit meiner reizenden A… mit meiner herzallerliebsten Mitbewohnerin zu beackern hatte. Dabei hatte ich erst einmal reichlich Ärger von ihr bekommen. Sie sagte nämlich vor dem Seminar zu mir: „Such uns mal ein schönes Referatsthema aus.“ Diesen Blankoscheck nutze ich dann auch gleich einmal aus und suchte ganz nach meinem Gutdünken was aus – nur um es hinterher um die Ohren gehauen zu bekommen. „Du kannst doch nichts Mittelhochdeutsches aussuchen!“ sagte sie. „Oh“, sagte ich.

Wie dem auch sei, wir haben uns da ganz erfolgreich durchgeackert (obwohl ich ja eigentlich von Mittelhochdeutsch keine Ahnung habe) und der entscheidende Abschnitt des Textes birgt solch eine wunderliche Geschichte, dass ich euch das hier mitteilen möchte. Das ist allerdings nur für die Minderheit meiner Leser interessant, die den „Reinfried von Braunschweig“ noch nicht gelesen haben.

Also, folgende Situation: Herzog Reinfried von Sachsen ist auf große Fahrt in den Orient gegangen, damit seine Frau ein Kind kriegt. Der gute Reinfried nutzt diese Zeit, während er mit guter Ausrede der häuslichen Langeweile mit seiner Frau Yrkane entgeht, für eine ausgedehnte Abenteuerreise. Nachdem er nebenbei das heilige Land befreit und den besiegten Perserkönig zu seinem besten Kumpel gemacht hat, zieht er noch ein wenig durch die Welt und schlägt dabei unter anderem Sirenen, Pygmäen und Amazonen ein Schnippchen. Schließlich bastelt er sich ein komplett aus Holz bestehendes Schiff, um damit die sagenumwobene Magnetinsel zu erreichen. Schafft er dann auch. Allerdings ist da reichlich tote Hose. Nur ein paar Trümmer liegen herum, ein monumentaler Sarkophag und ein angekettetes Buch in Zauberschrift, das jeder in seiner eigenen Sprache lesen kann, finden sich hier. Daraus liest der Braunschweig-Reinfried seinen Jungs folgende Geschichte vor:

In alter Zeit lebt in Griechenland der hoch geachtete und sehr gebildete Fürst und Zauberer Savilon, der als Erfinder der Astrologie und der Nigromantie gilt. Eines Nachts erfährt er bei seiner abendlichen Lektüre in den Sternen, dass in 1200 Jahren ein Kind geboren werden soll, das den Niedergang des jüdischen Volkes einleitet. Das schmeckt Savilon gar nicht, denn seine Mutter ist Jüdin.

Glücklicherweise liest er aus den Sternen auch heraus, wie er die Geburt verhindern kann. So fertigt er eine klitzekleine Zauberschrift an, die allein durch ihre Existenz diese Geburt verhindert. Allerdings darf niemand dieses Zauberbriefchen in die Finger kriegen und lesen, sonst ist der Zauber gebrochen. Als Savilons Leben sich dem Ende zuneigt, überlegt er hin und her, wie er das zaubermächtige Briefchen unentdeckt durch die Zeit retten kann und kommt auf einen ganz aussätzigen Plan: Er schifft sich auf der nahezu unzugänglichen Magnetinsel ein und baut da mit Hilfe von Dämonen und Geistern eine Festung.

Dort verschanzt er sich mit dem Zauberbrief und seinen Zauberbüchern. Doch dabei bleibt es nicht. Er versteckt das Zauberbriefchen in seinem Ohr und versetzt sich selber in eine Art Zauberschlaf, so dass er statuengleich in einem Zustand zwischen Leben und Tod die Zeiten überdauert. Seine Kraft bezieht er während dieser Zeit aus einem seiner Zauberbücher, das er unter seinen Füßen liegen hat. Um dieses Buch auch noch zu sichern, schwebt über der ganzen Szenerie eine Art Statue oder Golem oder Roboter oder was auch immer, die mit einem Hammer bewaffnet und bereit ist, jeden zu Brei zu zerschlagen, der das Zauberbuch anrührt. Zu guter Letzt bindet Savilon den Dämon, mit dem er das alles geschaffen hat, in ein Glas, damit dieser keinen Unsinn macht, während Savilon sich in seinem Todesschlaf befindet.

Etwa 1200 Jahre später in Norditalien. Hier hört der abgebrannte, aber ehrenhafte Magier Vergil (ja, genau, DER Vergil) von Savilons Zauberbüchern. Diese würde er doch gerne in die Finger bekommen, um sein Wissen auszubauen. Nach intensiven Recherchen findet er heraus, dass sich Savilon irgendwann auf den Magnetberg abgesetzt hat. Also macht er sich ebenfalls auf die Suche danach und kommt auch tatsächlich auf dieser Insel an. Allerdings hilft ihm das zunächst nicht weiter, da er nicht in die Festung kommt, die er vorfindet.

Dann allerdings entdeckt er das Glas, in dem seit 1200 Jahren der gebannte Dämon sein Dasein fristet und davon verständlicherweise die Nase reichlich voll hat. Der Dämon bietet Vergil an, ihn in die Festung zu schleusen, wenn er ihn frei lässt. So gelangt Vergil dann auch in Savilons Versteck und erreicht verwundert das abenteuerliche Ensemble aus Savilonstatue, Zauberbuch und fliegendem Hammerwesen. Dem Dämon ist es der Rache an Savilon allerdings noch nicht genug. Nein, er sagt Vergil auch noch: „Guck doch mal ins Ohr der Statue.“

Vergil guckt in Savilons Ohr und findet das kleine Briefchen. „Oh, was ist das denn?“ denkt er sich, faltet es auf, liest es und bricht damit den Zauber.

In diesem Moment wird am anderen Ende der Welt das Jesuskind geboren.

Vergil ist sich dessen nicht bewusst und kümmert sich nicht weiter um das Briefchen, sondern widmet sich nun dem Zauberbuch unter Savilons Füßen. Deswegen ist er ja hier. Und als wäre es nicht bereits sowieso ein ausgesprochen schlechter Tag für den schlafenden Savilon gewesen, so offenbart sich an dieser Stelle auch noch eine Art Konstruktionsfehler in der ganzen Anlage: Das Hammermonster haut nämlich nun nicht Vergil in Dutt, sondern – und das war nicht im Sinne des Erfinders – Savilon selbst.

Vergil erfährt aus dem Buch die Einzelheiten von Savilons 1200 Jahre alter Geschichte. Er bestattet den dunklen Zauberer und schreibt seine eigene Geschichte ebenfalls in das Buch, das er an Ort und Stelle ankettet, bevor er sich wieder vom Acker macht. Weitere 1200 Jahre später findet dann Reinfried eben dieses Buch, liest seinen Jungs daraus vor und macht sich dann auch wieder davon.

Großartig, ne? (Von etwaigen heute nicht mehr so zeitgemäßen antisemitischen und antimuslimischen Elementen abgesehen…)

Meine reizende Mitbewohnerin schreibt da jetzt sogar ihre Hausarbeit drüber. Ich widme mich stattdessen Hitler.

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Meine Mitbewohnerin und ich studieren das gleiche Fach und sind im gleichen Jahrgang. Trotzdem hatten wir aufgrund unserer unterschiedlichen Schwerpunkte noch nie ein Seminar zusammen. Bis wir jetzt endlich gemeinsam ein Blockseminar belegten.

Und prompt mache ich in einem unbedachten Moment den Fehler und bezeichne sie vor versammelte Mannschaft als „meine reizende Assistentin“.

Das wird mir ewig nachhängen.

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In meiner WG lebt ja geballter musikalischer Fachverstand: „Oh, Tito & Tarantula. Die kommen doch aus Kiel.“

Und neulich bezweifelte man auf einer Feier meine Männlichkeit, weil ich mit Freuden Meerschweinchen fütterte.

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Einer meiner Mitbewohnerinnen geht die fortdauernde Husterei in der Wohnung offenbar langsam ein wenig auf die Nerven:

Husti

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So gewisse Rollenklischees halten sich ja hartnäckig. Aber sie bestätigen sich auch sonderbarerweise immer wieder. Zum Beispiel als ich im neuen Jahr meine drei bezaubernden Mitbewohnermädels wieder sah. Unweigerlich kommt dann natürlich irgendwann das Gespräch auf Weihnachtsgeschenke.

Mitbewohnerin 1 konnte dazu berichten, dass sie einen Pfeifkessel zum Wasserkochen bekommen habe. Ganz wat Tolles. Wollte sie schon immer haben. Mitwohnerin 2 konnte das toppen und berichtete glücklich, ihr haben man einen kabellosen Pürierstab verehrt, mit dem sie nun bequem alles pürieren könne. Noch begeisterte war Mitbewohnerin 3: „Ich habe ganz viel Tupperware gekriegt!“ Sie strahlte wie im siebten Himmel.

Dann war die Reihe an Termo. Und was hat der zu Weihnachten bekommen? Einen Lego AT-AT mit Elektromotor.

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Man weiß, dass es Sonntag ist, wenn die Mitbewohnerinnen Dativ und Akkusativ nicht mehr auseinander halten können.