(Untitled)

Man schlägt eine zufällige Seite eines alten plattdeutschen Wörterbuchs auf und der Blick landet bei dem Eintrag Fummelee. Der wird folgendermaßen erklärt: „Wüstes Gelage gemischter Geschlechter ohne Musik.“

Warum denn ohne Musik?

(Untitled)

Im Kieler Sommer dieser Tage muss ich häufig an meine Zeit bei VW in Emden am Fließband denken. An Tagen wie heute reichte damals folgender Wortwechsel mit einem Mitglied der dortigen Stammbelegschaft – ein sehr herzlicher Menschenschlag – vollkommen aus, um eine den ganzen Tag anhaltende freundliche und familiäre Atmosphäre zu schaffen:

„Warm, wa?“

„Jau, heel warm.“

(Untitled)

Ich habe hier gerade wieder meinen Cholerischen, weil ich niederdeutsche Gesprächsabschriften korrigieren muss, die irgendwelche tauben oder blöden Kollegen in Hamburg woanders angelegt haben. Unfassbar, was da manchmal für ein Quatsch drin steht.

Andererseits kenne ich jetzt die lustige Geschichte von dem Mann, der seiner Frau nachts versehentlich ein blaues Auge schlug. Er hatte nämlich von einem Maulwurf geträumt, der seinen gepflegten Rasen ruinierte und wollte diesen erschlagen. Er erwischte aber nur seine Frau.

Hm. Auf Platt klang die Geschichte witziger.

(Untitled)

An so einer deutschen Universität wird man ja – allen finanziellen Kürzungen zum Trotz – universal, zeitgemäß und praxisnah ausgebildet. Zum Beispiel wird neuerdings der Tatsache Rechnung getragen, dass man es sich heutzutage als Student ja nicht mehr unbedingt leisten kann, mit jedem Wehwehchen zum Arzt zu gehen.

Also haben wir gerade im sprachwissenschaftlichen Hauptseminar ein paar Zaubersprüche gelernt, die man notfalls mal anwenden kann, um das eine oder andere Zipperlein loszuwerden. Sehr nützlich, sowas. Warzen wird man beispielsweise mit folgendem Spruch los:

Bööt, bööt, bööt
De Kraih, de hett twee Fööt
De Kraih de hett en langen Steert
Un helpt’t ok nich, so schaad’t ok nich
Bööt, bööt. bööt
De Kraih, de hett twee Fööt.

So etwas zu wissen, das schadet nie.

(Untitled)

My Life By Laway

Using only song titles from ONE ARTIST or BAND, cleverly answer these questions. Pass it on to others and include me. You can’t use the artist / band I used. Try not to repeat a song title. It’s a lot harder than you think! Repost as ‚My Life By: (Artist’s/Band’s Name).

Pick your artist: Laway

Are you a male or a female: Wotan un Salomo

Describe yourself: See-Rebell

How do you feel: Klaar för elke Störm

Describe where you currently live: Ik stah an de Kaje

If you could go anywhere, where would you go: Over de Westersee

Your favorite form of transportation: Seils ut Sülver

Your best friend: Wicht ut Noorden

You and your best friends are: Nett as twee Königskinner

What’s the weather like: De wille Wind

Favorite time of day: Fastelavend is anfangen

If your life was a tv show, what would it be called: Hunnertmaal No Future

What is life to you: Gold, Füür un Isen

Your relationship: Verlor’n

Your fear: Se bruken hum nich mehr

What is the best advice you have to give: Een för all un all för een

Thought for the day: Ik suup di to

How would you like to die: All full

Your soul’s present condition: Dat tweed Gesicht

Your motto: Eala Frya Fresena

(Via Neekropolis)

(Untitled)

Um den materiellen Nöten dieser Welt gerecht zu werden, habe ich meine Seele (trotz meiner Akademie-Phobie) ja nun auch an die Uni verkauft. Hilft ja nix. Aber bisher ist es eigentlich ganz lustig, weil ich bislang nur die Tonaufnahmen von äußerst amüsanten plattdeutschen Kaffeekränchengesprächen in Schriftform bringe.

Dennoch konnte das heute noch getoppt werden: Ich durfte eigenhändig die Frauenbeauftragte der philosophischen Fakultät abhängen.

(Untitled)

Bi disse Uni ka’st ok blot noch mall worden. Harr nett docht „Nu hebben’s amenn allens binanner“, daar gift dat alweer ’n Daalslag: Se hebben nu utklabüstert, dat dat in dat darde Studienjahr in d‘ Rebeet „Oll Dütsk Literatuur“ blot noch Kursen gift, de van en Perfesser maakt worden. Probleem is nu: Kien Perfesser maakt Kursen over Middelplattdütsk, de maken all blot Middelhoogdütsk – un dat hebb ik nooit lehrt.

Man vlicht kann ik denn ja an d‘ Stee van d‘ Iwein ja mien Bröör sien Hoovdling Hinni unnersöken. Dat is ja meest dat sülvige.

(Untitled)

In meinem Mittelniederdeutschkurs landete heute der Satz „nutte lere den simpelen luden“ an der Tafel (etwa „Nützliche Lehre für die einfachen Leute“).

Gelesen haben die meisten Leute allerdings nur „Nutte“ und „Lude“.

(Untitled)

Ik mutt noch even gau en bietje wat van’t Paaskwekenenn vertellen. Was al nix Besünners. Paaskefüür was heel wat anners as verleden Jahr, denn do harren wi ja Nood, dat Füür togang to brengen. Man nu was dat all so mooi dröög, dat dat Füür bold daan was, ehrdat Hilko torügg kwam van’t Beer halen.

De hele Saterdagavend harr en bietje wat van Süüdoostasien-Klima. So mit Smog un so. Van d‘ Fernte sach dat al heel moi ut, as wenn d’r de Dook over de Felders lagg. Man würkelk was dat de Smökeree van de Füren. As ik snachts na Huus fahren bün, daar harren all de anners Kaaren, wat mi tegen kwammen, geel Lüchten. De wurren eerst witt, as de denn dichter bi kwammen. Dat hett seker en paar Minuspunkten up de Fienstoff-List geven.

Stillfreedag was ik up’n Buursdag in Ollenbörg. Daar wurr uns over verklaart, dat dat en Mannlüü-Avend wesen sull. Was denn ok so. Man wi harren al hoopt, dat de Huusheer dat blot so sää, daarmit elkeen sien Ollske tohuus lett un dat he denn al wat Wichter organiseert harr. Man was nich so. Man dat hett en van de Maten neet offhollen, elk paar Minüten sien Klöten uttopacken. Dat was neet moi, nee nee.

(Untitled)

Stolt.

Jau, ik bün je neet altied so klook as ik utsehn doo. Güstern, ehr an d‘ Mörgen, harr ik’n Termin bi d‘ Kusendokter. Dat was al de Twede, verleden Week harren’s mi en Füllen maakt un bünd d’r neet heel klaar mit worden. Daarum sull ik güstern noch maal komen, daar wullen se de Füllen „utarbeiden“. Un dat sull heel gau gahn, hebben’s tegen mi seggt.

Kiek. Un denn satt ik d’r weer bi de beid lüttje Studentskes up d‘ „Gynäkologenstohl“ (de Studenten maken dat billiger as en utwussen Dokter un de Kass betaalt vandag ja nix mehr), un daar meenden se: „Heer Bosse, wo Se daar je al bünd, denn könen wi je ok noch een van de lüttjeder Steden maken, waar en Füllen hen sall. Dat geiht ok leep gau un deit bold neet sehr. Dat is blot so heel’n bietje wat boverst up de Kuus.“

„Jo“, doch ik. Waar ik daar al bün, sallen’s dat man ok maken. „Un wenn’t neet sehr deit“, so doch ik wieder, „denn bruuk ik ok kien Betäuben.“ Denn as ik verleden Week en Betäuben kregen harr, daar was ik de hele Dag van d‘ Padd off un dat wull ik neet weer, umdat ik för’n Klasuur lehren mussd.

Up Stee, ik kreeg also kien Betäuben.

Dat was neet de best Gedacht, de ik de lesde Tied harr, mutt ik seggen. Vlicht leeg dat daar an, dat ik fröh an d‘ Mörgen noch neet so denken kann, vlicht hebb ik mi sülvst ok blot för harder hollen as ik bün. Denn dann mussd ik marken: dat deit doch sehr. Un wo dat sehr dee. Harrijasses nee.

Ik harr natörelk alltied seggen kunnt: „Ollskes, nu is’t vörbi mit ‚d Uthollen, geeft mi man doch so’n Spritz. Un twars en Groten, allens wat ji van dat Tüüg daar hebben. Ik will achteran de Engelkes singen hören“ Man dat hebb ‚k neet daan, daar kummt dann doch mien Stolt för. De sülvke Stolt, wat mi neet in’n Buss instiegen lett, wenn de to full is. Un de sülvke Stolt, wat mi in d‘ Mensa de „Gemüsesticks“ eten lett, wenn de Rieg bi dat Cordon Bleu to lang is.

Un so harr ik güsten kien Betäuben un ok kien Cordon Bleu. Free na mien oll Geschichtsmester: „Een kunn dat seker as Stolt beteken. Ik dee dat dat as Dummheid beteken, man een kunn dat as Stolt beteken…“

(Untitled)

In der Uni haben wir heute den von einer Laientruppe gedrehten plattdeutschen Film „Up d‘ Hund komen“ durchgenommen. Ich konnte durch Insiderwissen glänzen, der ein zentraler Handlungsort des Films ist meine alte Wirkungsstätte, die Rheiderland-Zeitung. Mein alter irrer Kollege Kai-Uwe wird sicher mit Genugtuung feststellen, dass er zum Unterrichtsgegenstand einer Uni gehört.

(Untitled)

Als ich meinen Bruder vor Weihnachten vom Bahnhof abholte, erzählte er mir, dass der Lokführer zur Verwunderung aller die Ankunft des Zuges in Leer auf Platt angesagt hatte. Fand ich gut, hielt ich aber für den persönlichen Scherz eines gut gelaunten Einzeltäters.

Pustekuchen, das ist jetzt Politik bei der Bahn: In Ostfriesland werden die Stationen im Regionalzug nun offenbar grundsätzlich auf Platt ausgerufen.

Moi Wark. Vlicht gift dat för mi denn bold’n Bahntje bi de Bahn…

(Untitled)

Das Singen in der Kirche wird einem nicht gerade erleichtert, wenn links von einem die Mutter jede Strophe die Tonhöhe wechselt und rechts der Bruder die ganze Zeit ein und denselben Ton singt. Wenn man sich dann auch noch dazu verleiten lässt, darüber nachzudenken, was man denn da überhaupt singt, dann hat man vollkommen verloren. Ich sag nur: „Jesus, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst, dein Licht sei meine Weihnachtswonne, und lehre mich die Weihnachtskunst, wie ich im Lichte wandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll…“

Ik wünsk jo all en moi Karstied! Hollt jo munter!