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Interessantes Plakat von der DGB-Demo vom Sonnabend gesehen: „Haut doch futt de Rentners dod, denn gifft dat ook kien Rentennot!“

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Heute in einem kleinen Flecken tief im Rheiderland. So ne Art Bürgerversammlung. Ich komme da an und sage: „Moin tosammen“. Kommt einer aus der neugierig guckenden Menge auf mich zu. „Well büst du denn? Van’t Bladdje?“

„Jau“, sag ich. „Van d’ Rheiderland-Zeitung.“ Da sagt er: „Oh. Een neei Gesicht bi’t Bladdje.“ In dem Dorf war ich tatsächlich noch nicht gewesen zuvor. Dennoch sage ich: „So neei ook weer neet. Ik bün al siet`n Jahr d’rbi.“

„Büst du ook ut‘ Rheiderland?“

Oha. Die Frage, vor der sich jeder Nicht-Rheiderländer im Rheiderland fürchtet. Ein kurzes Stocken meinerseits, aber ich kann die ja nicht anlügen. „Nee. Ik bün van d’ anner Sied van d’ Eems.“

Schlagartig wird es still im Raum und alle sehen mich an. Bis dann dann einer aus der Menge sagt: „So lang he Platt proten deit, geiht dat ja noch.“ Allgemeines zustimmendes Gemurmel. Die Gespräche gehen wieder los und man bietet mir einen Platz an.

Im Rudel akzeptiert.

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Wir erinnern uns: Der Termo war vor wenigen Wochen auf einer Silberhochzeit. Man hielt mich fr einen Mafiosi. Hab ich zumindest gedacht. Heute war ich nmlich mal wieder beim Silberpaar und hrte, was man sie tatschlich ber mich gefragt hat: „Wat is dat’n fr’n Pastoor?“

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Ein taubenzchtender freier Mitarbeiter erzhlte heute in der Redaktion von seinen heigeliebten Tauben, die nicht mehr ganz so wollen, wie er es gerne htte: „Wi bnd extra naa’d Duven-Doktor in Belgien west un de hett seggt: De snd keerngesund. Blot’n bietje ut-powert.“

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Steh ich gestern Abend also bei sommerunwrdigen Temperaturen, Nieselregen und Wind im Zielbereich der dritten Etappe des 5. Rheiderlnder Inline-Skate-Laufs und muss wieder einmal eine Lektion ber mein eigenes Volk lernen. Naja, eigentlich lernte ich keine Lektion, sondern sah nur Dinge, die ich eigentlich schon wusste. Aber es ist doch immer wieder ein Erlebnis, wenn man live dabei ist.

Dabei war es eigentlich nicht viel. Nur ein Auto. Ein Auto mit Emslndischem Kennzeichen, dass sich durch die wartende Menge im Zielbereich arbeitete. Und dazu eine Frau mittleren Alters am Straenrand, die dieses Wagens ansichtig wurde, das Gesicht suerlich verzog und feststellte: „De is neet van hier.“