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Handschriftliche Vermerke sind immer wieder ein Quell der Freude. Ich habe hier einen Zettel vorliegen, der ursprünglich an meinen Chef gehen sollte, daher wurde mit dickem Filzstift darauf notiert:

[Chefs Name] bzw Vertreter

Und was liest man auf den ersten Blick?

[Chefs Name] der Verbrecher

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Mein Lieblingsblatt, die „Rheiderland-Zeitung“ hat sich mal wieder selbst übertroffen. Im Sportteil titelt sie großflächig mit der Überschrift: „Poppen: Das es eng wird, ist klar

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Nach Schweinfurt will ja eigentlich jeder Mal. Weil das so ein Ortsname ist, über den man sich als Kind ganz köstlich amüsiert hat. Aber man findet nie einen Grund, mal nach Schweinfurt zu fahren. Doch ich hab jetzt einen gefunden.

Morgen fahre ich nach Schweinfurt, weil dort am Sonnabend die Deutsche IHK-Meisterschaft im Fußball stattfindet. Ich bin allerdings so etwas wie die Ersatzreserve II, also schicken die vor mir eher Frauen und Kinder in den Krieg* / auf den Platz. Ich hab ganz andere Aufgaben. Ich mach da eher den Söntke Wortmann.

Heute aber sagte mein Chef entsetzt zu mir, dass das bestellte Bier nicht angeliefert worden sei. Also musste ich es hier in meiner Heimatstadt einkaufen. Dabei geht es bei dem speziellen Bier ja gar nicht ums saufen, sondern darum, dass wir gegen die anderen anstinken. Wir machen nämlich mit zwei anderen lokalen IHKs ne Mannschaft uns jeder bringt was mit. Und da können wir nicht irgendeine Plörre mitbringen, sondern nur das beste Bier, was es im IHK-Bezirk gibt.

Das musste ich jedenfalls besorgen. Und jetzt stehen hier (fast) vier Kisten Bier in meiner Wohnung rum und selbige Wohnung stinkt auch noch ganz elendig nach selbigem Getränk, da ich auch gleich mal zwei Flaschen zerschmissen habe.

*) Das sagte mal eine Lehrkraft von mir über ihren Status als Reservist.

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Es ist doch erstaunlich, wie viele Leute hier anrufen und fragen, ob sie bei der „Industrie- und Handwerkskammer“ gelandet sind. Noch schöner war damals nur die zahlreiche Post an die „Rheinland-Zeitung“, die auf meinem Schreibtisch landete…

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Ich habe meinen Kollegen schon so weit, dass er glaubt, er würde immer so viel fressen. Ich rümpfe immer die Nase, wenn ich ihn „schon wieder“ speisen seh (ganz so, als wenn nicht jeder Mensch in unserer Breiten mehr als einmal am Tag eine Kleinigkeit zu sich nehmen würde) und bemerke mit leicht vorwurfsvollem Unterton, er würde ja schon wieder essen. So auch heute auf dem Wirtschaftsabend. Da war er ganz schuldbewusst.

Und so fiel das nicht so auf, dass ich mir hinterher den Magen vollgeschlagen habe…

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Wenn es um Telefonnummern geht, dann haben manche Menschen Gedächtnisse wie Elefanten. Lange, bevor ich in die Firma kam, muss hier mal eine Reorganisation der Telefonnummern stattgefunden haben. Dennoch bekomme ich regelmäßig noch Anrufe, in der sich Leute darüber beschweren, dass die hiesigen Anzeigenblätter nicht anständig ausgeteilt werden. Ich bin immer versucht, den Leuten einen Präsentkorb zu versprechen und bei Nichterhalten an die Geschäftsführung der Zeitung zu verweisen. Aber ich bin einfach ein zu guter Mensch.

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Ich war heute kurz bei den Kollegen von der Rheiderland-Zeitung. Und was sich da so alles getan hat, seitdem ich weg bin, das grenzt an Unverschämtheit: Neue Telefone, neue Rechner (schicke Imacs) samt Zubehör, die Zeitung ist jetzt Morgenzeitung, im Büro darf nicht mehr geraucht werden…

Entweder ist das Bösartigkeit („Haha, lass uns noch warten, bis der Temmo weg ist“) oder ich war einfach so eine Innovationsbremse…

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Kollege A (regt sich fürchterlich auf): „Früher hieß das noch Federball, heute nennen sie es Badminton. Frauensport machen, aber dann nicht dazu stehen!“
Kollege B: „Wieso? Ich mach doch auch Frauenboxen.“

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Gerade eben wurde doch tatsächlich ein Kollege aus der EDV von einem anderen Mitarbeiter aufgefordert, seinen „Drucker zu ölen“.

Antwort: „Geht gerade nicht, ich muss in meinem Notebook erst noch Zündkerzen wechseln.“

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Die weltweite Zahl der Schimpansen ist auf weniger als 200.000 gesunken, heißt es. Wenn ich hier so einen Blick in die EDV-Abteilung werfe, dann mag ich das gar nicht glauben.

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Der Hausmeister warf gerade einen Blick auf dei vorläufigen Ergebnisse meiner Arbeit und stellte zufrieden fest: „Der Temmo macht also doch was.“

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Kommt hier gerade der Postbote in den Betrieb, liefert ein Paket ab und sagt ganz ungeniert zu der Dame am Empfang: „Wir zwei könnten so schöne Kinder haben, aber du willst ja nicht…“

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Ich sitz hier bei meinem neuen Job und habe gerade ein neues Namensschild an meine Bürotür bekommen. Ich sitze in Raum 23. Bin also sozusagen Chef-Illuminat der Firma…

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Hab ichs schon erzählt? Ich habe mich ja bei einer hiesigen Zeitung um einen ausgeschriebenen Job beworben. Und nun las ich jüngst in dieser Zeitung mein Horoskop und was stand drin? „Beruf: Sie bekommen einen neuen Job.“

Ob es nun ein geheimer Wink, ein bösartiger Scherz oder einfach ein zum falschen Zeitpunkt von der Sekretärin geschriebener Horoskop-Beitrag war: Das Ding werde ich auf jeden Fall beim Bewerbungsgespräch vorlegen…