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Nach meiner Tour über die Ämter (die Amtsschimmel waren erstaunlich kooperativ und unkompliziert) landete ich noch in der Redaktion. Dort packte mich der Putzteufel und ich fing an, einen Schreibtisch aufzuräumen, der unter anderem lange Zeit von einem freiem Mitarbeiter genutzt wurde, der nun nicht mehr bei uns tätig ist. Und da habe ich Sachen gefunden… Düvel blixen!

Harmlos waren noch die verschiedenen Memos, die AUF dem Tisch lagen, die waren alle nur wenige Monate alt. IN dem Tisch jedoch: Stapelweise Photos (z.B. Stadfest ’95 und „Miss Hawaian Tropic 2001), Lebensläufe von uns allen unbekannten Personen, haufenweise Abrechnungen, der Durchschlag eines Kreditkartenantrages, Groninger Studienführer, Telefonnummern auf DinA3-Größe und natürlich ein uralt-Termin nach dem anderen.

Am interessantesten war allerdings ein Brief von Ebay, in dem einer bestimmten Person ihr Benutzername und Passwort mitgeteilt wurde. Himmel Gottes, was könnte man da einen Schindluder mit treiben. Zum Glück sind wir alle gute Menschen.

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Habe heute zum bestimmt hundersten Mal folgende Kombination erleben dürfen: In Oldersum wird etwas eingeweiht und anwesend sind Anton Lücht + ein wichtiger Politiker aus Hannover + X. Diesmal ging’s um ein Schöpfwerk.

Dann, abends bei Hilko, gab ein Kollege von Jan folgende Geschichte zum Besten: Ein Kollege von ihm, Polizei-Azubi ist des nachts unterwegs um allgemeine Verkehrskontrollen durchzuführen. In einem Wagen sitzt schließlich ein sog. Farbiger am Steuer. Unser Neu-Polizist sieht sich also auf der sicheren Seite, wenn er mal ein wenig den starken Mann raushängen läßt.

„Na?“ fragt er, „Haben Okidoki denn auch einen Führerschein?“

Der Fahrer antwortet: „Ja, Okidoki haben einen Führerschein. Und Okidoki sein auch Oberstaatsanwalt in Lüneburg…“

Kategorie „Dumm Gelaufen“

In eine verwandte Kategorie fiel dann aber auch der Rest unseres Abends. Hilko und Moritz machten sich wie angekündigt nach dem Vorglühen mit eine Flache Apfelkorn auf den Fußweg zum Limit. Diese war bei ihrer Ankunft dann natürlich auch leer und die beiden dementsprechend strunzendun.

Hilko neigt ja dazu, eine gewisse Freude an der Aggressivität zu entwickeln, wenn er einen im Tee hat und so machten die beiden sich einen Spaß daraus, ein paar Leute scherzhaft anzupöbeln, was etwa nach folgendem gutem altem und bewährtem Schema ablief:

Hilko: „Eh! Du willst was von der Schwester meine Freundes?“
Opfer (irritiert): „Was? Nein, natürlich nicht…“
Moritz: „Was? Findest Du meine Schwester etwa häßlich?“
Opfer (unsicher, ob er diese ominöse Schwester überhaupt kennt): „Neinnein…“
Moritz: „Aha! Du findest meine Schwester also hübsch, ja? Du willst also meine Schwester ficken?“
etc.

Wie gesagt, alles soweit harmlos. Nun, der andere Hilko hatte derweil eine kleine, dennoch eigentlich nicht nennenswerte verbale Auseinandersetzung mit ein paar minderjährigen Möchtegern-Coolen, wie das halt so ist, Freitag nachts vor einer Disco.

Besagter Hilko witterte aber nun seine Chance auf eine kleine Rache und setzte den Apfelkorn-Hilko und seinen alkoholisierten Spießgesellen Moritz auf eben diese Gruppe an. Dabei fing alles nach dem oben aufgeführten Schema F ebenfall relativ harmlos an.

Einer dieser Milchbubis meinte schließlich jedoch in seinem juvenilen Leichtsinn, die plumpe Pöbelfrage „Du willst also mit meiner Schwester ficken?“ ebenso plump zu bejahen. Im Normalfall vielleicht sogar eine legitime Antwort auf ein solch stumpfes Angepöbeltwerden, in dieser speziellen Situation jedoch eine äußerst dumme Erwiderung, im Angesicht von zwei betrunkenen, kräftigen und nicht ganz friedfertigen Burschen.

Moritz tierte nun jedenfalls vollkommen aus und wollte den jungen Herren ernsthaft verprügeln (ob’s ihm wohl geglückt wäre?) Hilko hatte alle Hände voll damit zu tun, Moritz aufzuhalten und auch die Türsteher mußten dazwischen gehen. Der mutige Jüngling wurde plötzlich seines Fehlers gewahr und zögerte nicht, sich mehrere Male zu entschuldigen und zu sagen, dass diese Antwort genauso scherzhaft gemeint war, wie die Anpöbelei offensichtlich (da zu absurd) nicht ernsthaft gewesen sei. Moritz war allerdings im Rausch jede Antwort und Entschuldigung egal, er wollte Blut sehen.

(Zwischenbemerkung: Hier soll niemand verteidigt werden, der Moritz‘ Schwester eventuell blöd kommt, ganz im Gegenteil. Es sei an dieser Stelle bemerkt, dass es im Falle eines Falles sicher nicht erst eines besoffenen Moritz‘ bedürfte, falls wirklich jemand mal diesen Fehler begehen sollte. Ich denke, bevor Moritz den zu fassen kriegen würde, hätten sicher bereits eine Dutzend Anderer den Übeltäter vermöbelt. Und letztendlich ging es in diesem Fall nicht um Moritz‘ Schwester, ganz und gar nicht…)

Schließlich, da sich trotz aller Vermittlungs- und Erklärungsversuche, Entschuldigungen und Beteuerungen Moritz nicht davon abbringen ließ, wie eine Furie zu wüten und dem „Übeltäter“ an die Gurgel zu wollen, wurde er von den Türstehern (weil er ein guter alte Kunde ist) IN die Disco verbannt, während der andere HINAUS komplimentiert wurde und nach wenigen Minuten wütend mit seiner Truppe abzog. Moritz, der wiederum einige Minuten später immer noch wild wieder heraus kam (glücklicherweise immer Hilko im Schlepptau habend), fand also niemanden mehr vor, an dem er seine Tobsucht hätte auslassen können.

Traurigerweise ertappt man sich in solchen Situationen manchmal einen Sekundenbruchteil bei dem Gedanken, dass Moritz im Suff irgendwann mal niemanden in der Nähe hat, der ihn bei einem Austicker im Zaum hält und dass sein Gegenüber dann nicht so ein Halbstarker ist… Aber soweit wollen wir es dann lieber doch nicht kommen lassen.

Der andere Hilko war jedenfalls im Nachhinein sehr zufrieden mit sich und seinem geglückten Plan.

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Habe heute den Zehntausendsten Sperrwerksbesucher fotografiert. War ne Bäuerin.

Joachim sagt, ich soll in meinen Bewerbungsschreiben erwähnen, dass ich tolle Freunde habe, mit denen der Personalchef dann später mal saufen darf. Jan hingegen meint, ich solle hervorheben, dass ich „’n hammer Pornograph“ bin. Da ich ja sonst keine Qualitäten habe…

Naja, wer weiß? Einen Versuch ist es wert…

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Gestern war Rollenspiel fast wie früher. Joachim kam wie üblich zu spät, diesmal weil er bei Hilko vor der Tür stand, obwohl wie bei Jan spielten. Hannes und Frieso kamen zu spät (obwohl sie früher kommen wollten), weil sie sich an einer Jazz-Sängerin aufge… halten hatten.

Als dann erstmal alle beisammen waren, rülpsten sich die meisten erstmal gegenseitig an um zu gucken, wer von ihnen am meisten Mann war. Außerdem erzählte Hannes von seinen Tanzmäusen. „Die eine sieht ganz gut aus.“ Und dann, fast im bewunderndernden Tonfall: „Aber, Satan! Ist die dumm!“

In der Redaktion wartete der Peters ungeduldig auf ein Fax. Das konnte aber gar nicht bei ihm ankommen, weil Gisela es schon abgefangen hatte, weil es so unseriös aussah. Irgendwie bekommt alles, womit Peters es zu tun bekommt, einen unseriösen Beigeschmack.

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In der Redaktion herrscht wieder allgemeine sexuelle Hochstimmung. Tanja wird von allerlei Leuten angerufen, die sich beruflich mit ihr Treffen wollen. Sie erklärt mir daraufhin grinsend, dass sie dafür bezahlt wird, sich mit Männern zu treffen. Auf der anderen Seite des Raumes piept dauern Rainers Mobiltelefon. Der vorbeischlendernde Papenburger Chef Frank fragt daraufhin, welche Frau er wieder sexuell hörig gemacht hätte. Wohl eine rhetorische Frage, da beide daraufhin nur dreckig lachen.

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Das war mal wieder ein finsteres Kapitel aus meinem Leben als Journalist. Schickt man mich gestern auf so eine Veranstaltung eines örtlichen „Frauennetzwerkes“ anlässlich des Weltfrauentags. Die zuständige Frauenbeauftragte hält also eine Rede und ich stehe ganz unbeteiligt am hinteren Rand und mache mir meine Notizen. So weit, so gut. Doch schließlich fällt der Satz: „… und dann möchte ich noch gaaanz herzlich Herrn Bosse von der Presse dafür danken, dass er heute zu uns gekommen ist.“

Und alle Damen drehen sich um und schauen mich erwartungsvoll an. Das war irgendwie peinlich.

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Heute Mittag saßen Menno, Ihno und meine Wenigkeit im Konferenzraum und verspeisten die Döner, die Ihno von seinem Termin bei Dönpi mitgebracht hatte. Der hungernde papenburger Redaktionsleiter steckte, offensichtlich angelockt vom Wohlgeruch des Essens, seine Nase herein und meinte, ebenso offenbar neidisch: „Ihr seid doch alles nur stinkende Volos und Praktikanten!“ Das kann sein. Aber zumindest satt.

Bei der Gelegenheit stellten wir auch fest, das man von Dönern auf unerklärliche Art und Weise gute Laune bekommt. Genauso wie vom Bowlen, meinte Menno. Ich hänge ja noch immer meiner Idee der medienwirksamen Multikulti-Party hinterher: Döner und Kruiden.

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Eine von den Papenburger Redakteusen sagte heute: „Wie gut, dass ich einen Papierkorb habe. Da ist alles wichtige drin.“

Außerdem habe ich heute sonderbarerweise Herrn Henkel NICHT in der Stadt gesehen… Da ist doch was im Busch!

Lotta hingegen ist immer noch auf ihrem Diät-Trip. Heute brachte ihre Mutter ihr irgendeinen Slim-Fast-Klon mit, wovon sie auch gleich ein Glas gierig hinunter kippte. Wenig später trank sie ein zweites Glas. Das veranlaßte mich dann doch, sie darüber aufzuklären, dass sie auch bei einem Diätgetränk nicht stärker dadurch abnimmt, wenn sie mehr davon zu sich nimmt.
Wie sagte doch Garfield seinerzeit: „Noch zwei Schachteln von diesen Diät-Bonbons und ich bin dünn wie ein Hering.“

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Heute flatterte uns in der Redaktion ein Schreiben ins Haus, das meine ganz besondere Aufmerksamkeit genoss.

Es ging um den 6. Deutschen Suppentag (ja, bereits Ausgabe Sechs!), der unter dem Motto „Puppe, es gibt Suppe“ steht (der Spruch hätte von mir sein können). Die anlässlich dieses Tages ausgerichtete Festivität, veranstaltet vom Deutschen Suppen-Institut in Hamburg und dem Verband der Suppenindustrie e.V. (was es nicht alles gibt), soll den interessierten Journalisten (wem?) Informationen zur (Zitat:) „Entwicklung des Ur-Elixiers“ geben (damit meinen die nicht Schnaps). Weiterhin sollen bei der Veranstaltung die Gewinner des Suppensprüchewettbewerbs gekürt werden (z.B. „Suppe – seit Generationen in aller Munde“). Was diese sog. „Suppen-Sieger“ gewinnen, wurde nicht mitgeteilt. Wahrscheinlich wird der Hauptgewinner zum Suppenkasper gemacht.

Ich sag nur: „Juchee, es gibt Tee!“

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In der Redaktion wird der Tee langsam knapp. Das merkt man daran, dass er etwas herber schmeckt als normal, was wiederum daran liegt, das wir uns dem Boden der Teedose nähern. Da hat sich der gute Bünting mit dem Rest Tee vermischt, der da früher mal drin war. Werde wohl mal bei Bünting betteln gehen müssen, vielleicht lassen die ja ein zwei Kilo Tee für die Redaktion springen.

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Das Redaktionsgesprächsthema des Tages war heute „die Frau“, in einem speziellen Fall sogar „das Fräulein“. Ein Computerkurs für Frauen gab den Anstoß zur Diskussion, ob so etwas nicht frauenfeindlich wäre. Oder Sportkurse für Frauen. Oder aal so’n Kram. Oder ob Frauen beim Rugby männerfeindlich sind oder sein sollten.

Ich persönlich bin ja keine Frau, kann da also so schlecht was zu sagen. Jedenfalls sind Frauen häufig feindlich, obwohl ich freundlich bin. Andererseits sind Männer auch feindlich, besonders, wenn ich zu Frauen freundlich bin.

Das ist mir alles zu kompliziert. Solln die doch selber sehn, wer zu wem freundlich oder feindlich ist.

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Man rief heute hier an, um mich zu loben und mir zu sagen, dass meine Glosse im Sonntagsreport gestern 100%ig der Wahrheit entspricht. Jaha! Temmo Bosse, immer überparteilich, nie neutral! Und immer da, wo’s wat zu lästern gibt!