Termos Taten

Wat mutt, dat mutt - Ein ostfriesischer Chronist der Wirklichkeit

Freitag, 6. August 2010, 23:28 Uhr

Gestern wohnte ich der Geburtstagsfeier einer meiner Mitbewohnerinnen in ihrer nordrhein-vandalischen Heimatbasis bei.  Kaum war ich angekommen, lief mir ihre Mutter über den Weg. Als sie mich sah, rief sie aus: “Oh, da ist er ja. Den wollten wir hier doch nicht mehr haben!”

Ich überlegte, was ich im vergangenen Jahr so Übles getrieben haben konnte, dass mich die Dame Hauses prompt wieder hinauswerfen wollte.

Es stellte sich aber rasch heraus, dass es gar nicht um mich ging, sondern um die Flasche Kruiden (ein feiner ostfriesischer Kräuterschnaps), die ich in der Hand hielt. Ein ähnliches Exemplar soll nämlich unbestätigten Gerüchten zufolge im vergangenen Jahr für den frühzeitigen Totalausfall des Geburtstagskindes gesorgt haben.

Halte ich für Verleumdung.

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Donnerstag, 8. Juli 2010, 21:48 Uhr

Also wirklich. Aber der Reihe nach.

Gestern hatten wir Friesen-Stammtisch, gekleidet in gemeinsames Grillen, Trinken und Fußball gucken. War ein sehr netter Abend, ich war ausgesprochen gut gelaunt und es wurde auch etwas später, bevor ich dann schließlich nach Hause lief. Sehr netter Abend.

So, heute dann ich ganz normal halt aufgestanden und so und zur Uni. Und alle möglichen Leute, bevorzugt welche, die gestern Abend nicht dabei waren, sagten mir Dinge wie: “Temmo, dafür dass du gestern so gesoffen hast, sieht du aber gut aus.” Oder: “Von dir habe ich ja Sachen gehört, du sollst ja tierisch betrunken gewesen sein gestern Abend.” Und sowas, die ganze Zeit.

Man ist gut gelaunt, und schon wird überall rumerzählt, ich wäre sturzbesoffen gewesen. Der Hohepunkt kam dann aber zum Ende des Uni-Tages. 18 Uhr, letztes Seminar des Tages bei Frau Schmidt. Die  kam rein, sah mich an und sagte: “Nach dem, was ich von Ihnen gehört habe, hätte ich nicht erwartet, Sie heute im Seminar zu sehen.”

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Sonntag, 13. Juni 2010, 4:41 Uhr

Ich habe ein grundsätzliches Problem mit der Gesellschaft: man findet die Cocktails, die ich mische, grundsätzlich zu stark. Man darf eben nie vergessen, dass man in der “Großstadt” ist. Von Schnaps und Sturmflut haben die keine Ahnung hier.

Meine Mitbewohnerin ist noch nicht wieder zu hause. Unangemessener Weise gefällt mir das gar nicht.

Zudem brach ein Kollege eine gute Stunde vor mir von der kleinen Feier auf, auf der wir waren. Trotzdem lief er mir auf meinem Heimweg über den Weg. Zeitloch, Umweg oder Alkohol müssen da im Spiel gewesen sein. (Oder einfach die Tatsache, dass ich einen Teil meines Heimweges in einem Großraumtaxi zurücklegen durfte.)

Im WG-internen WM-Tippspiel führe ich immer noch. Ich bin im Reigen der Nullnummern der mit den am wenigsten jämmerlichen Ergebnissen.

Auf der Straße unter meinem Schlafzimmerfenster versucht ein Mitbürger mit mangelnden Deutschkenntnissen zu rappen. Dabei entstehen Stilblüten wie: “Ich fick dir in den Krankenhaus.” Interpretationsspielraum ist gegeben.

Der Taxifahrer eben konnte an meinem Geruch erkennen, was ich gegrillt hatte.

Eine Kommilitonin (furchtbar studentisches Wort) fürchtete, man könne sie und mich für ein Liebespaar halten. Unverschämtheut.

Eine ehemalige mehr als schlanke (= reichlich dürre) Mitstudentin hat nichts dagegen, wenn ich sie “Moppelchen” nenne.

Und dann war da noch die sehr liebe Hündin (Boxer-Mischling mit ausgeprägtem Kindchenschema), die ich sehr mochte. Und ich dachte, sie mochte mich auch. Aber es war nur das Grillfleisch, das ich in der Jackentasche hatte. Immer das Gleiche: die Frauen wollen nur mein Fleisch,

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Donnerstag, 6. Mai 2010, 1:30 Uhr

Hatte heute anlässlich Haukes Geburtstags mal wieder Weißwein Cum Spiritus Sanctus. Könnte man durchaus als neues Trendgetränk etablieren.

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Sonntag, 25. April 2010, 12:12 Uhr

Aus unserer Reihe “Ostfriesen auf Diät”.

Eine Bierbude an irgendeinem Osterfeuer irgendwo in Ostfriesland.

“Moin. Ich hätt gern Cola Light.”
“Cola Light haben wir nich.”
“Hm. Dann nehm ich Cola Korn.”

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Sonntag, 18. Oktober 2009, 23:59 Uhr

Alle paar Wochen soll es auch mir mal vergönnt sein, mich ein bisschen zu betrinken. Umso hinterhältiger finde ich es dann, wenn ich mir erst ein paar Bierchen genehmige und mir dann, so gegen 2 Uhr früh, erklärt wird, dass noch einige Aktivitäten anstehen, die eine gewisse Motorik erfordern, so mit Bauklötzen und um sich selbst drehen und so.

Das war sehr demütigend. Beim Spiel “Tabu” (Ihr wisst schon, das Spiel wo man so Begriffe erklären und erraten muss) war ich hingegen nicht allein, was die Demütigung anging. Nein, ich war sogar im Siegerteam – die Männer hatten am Ende die Frauen lang gemacht. Das hatte ganz deutlich damit zu tun, dass alle Männer ähnlich unkompliziert ticken und selbst nach gewissem Alkoholkonsum auf kompakteste Assoziationen korrekt reagieren. Wenn einer “Regina?” sagt, dann wissen alle anderen sofort, dass sie “Regenbogen” antworten müssen. Und wenn einer die Erklärung “Schwule französische Sahne” liefert, dann ist allen anderen Klar, dass es sich nur um “Crème fraîche” handeln kann (sofern er überhaupt weiß, das sowas existiert).

Bei den Frauen ist das nicht so. Anstelle eines kollektiven Bewusstseins, wie bei den Männern, erlangt man sogar sehr tiefe Einblicke in die wirren Gedankengänge der individuellen Person(in). Die eine soll zum Beispiel den Begriff “Ballett” erklären, und hält als begeisterte Fußballerin folgenden Hinweis für selbsterklärend: “Was würde ich niemals machen?” Klare Sache, was kann das anderes sein als im Tütü rumzuhüpfen. Allerdings schallt ihr dann sofort mit der gleichen Selbstsicherheit die Antwort “Analsex” entgegen.

Selbst bei einem denkbar dankbaren Begriff wie “Schuhe” muss man sich erst durch die verschiedenen Pforten der Hölle kämpfen, bis man auch nur ansatzweise der Lösung nahe kommt:

“Wovon haben Frauen ganz viele?”
“Probleme!”
“Nein, am Körper!”
“Pickel!”
“Nein, weiter unten!”
“Haare!”

Und ich weiß schon gar nicht mehr, welcher Begriff erklärt werden sollte, als auf den Hinweis “Womit streicht Lotta ihren Schrank?” eben jene Lotta mit Inbrunst rief “Kommunismus!”

Naja. Um den etwas surrealen Gesamteindruck des Abends abzurunden, sei vielleicht noch erwähnt, dass auf einmal das BVB-Maskottchen Emma auf der Party auftauchte und Autogramme verteilte.

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Montag, 10. August 2009, 18:28 Uhr

Auf einer Abschiedsparty am Wochenende konnte ich mich nicht verabschieden, weil die zu Verabschiedende zu besoffen war um die Abschiedsgrüße entgegen zu nehmen.

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Mittwoch, 4. März 2009, 0:25 Uhr

Ich hörte neulich, dass der Verzehr von Cashew-Kernen in Verbindung mit Biergenuss eine äußerst stimmungsaufhellende Wirkung haben soll (wegen gesteigerter Serotoninproduktion oder sowas).

Ich bin kein Mediziner, aber meines Erachtens ist Bier alleine bereits ausreichend zur Stimmungsaufhellung.

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Sonntag, 12. Oktober 2008, 13:11 Uhr

Nachdem der freitägliche traditionelle Gallimarktsgang in relativ geordneten Bahnen verlaufen ist, war ich gestern noch mit meinem Bruder auf dem Markt. Und der hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn er verhauen worden wäre. Denn er hat eigentlich so ziemlich alles und jeden beleidigt, dessen er habhaft werden konnte. Nur Freerk hat das gefallen, der stellte dann auch gleich mal eine Rangfolge her: Ich war die Oberfotze, er die Fotze und mein Bruder die Unterfotze.

Zu guter letzt, als wir fast schon wieder Zuhaus waren, ließ sich mein Bruder auf ein Streitgerpäch mit einem nicht mit alkoholisierten Schausteller ein, der ihn dazu animieren wollte, an seiner Bude Plastikenten zu angeln. “Ich habs nicht so mit Enten”, schien dem Schausteller kein ausreichendes Argument zu sein.

Als wir dann überraschenderweise ohne Schaden wieder in meinen vier Wänden waren, wollte mein Bruder unbedingt noch Oswald Kolle im Fernsehen gucken. Ich konnte ihn aber schließlich mit den Predigten von Joyce Meyer auf Bibel-TV einlullen.

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Mittwoch, 8. Oktober 2008, 15:44 Uhr

“Stell Dir vor, es ist Gallimarkt und keiner geht hin – dann kommt der Markt zu Euch! Wer zu Hause bleibt, wenn der Suff beginnt, und lässt andere trinken für seine Sache, der muss sich vorsehen: Denn wer den Suff nicht geteilt hat, der wird teilen den Katzenjammer. Nicht einmal Suff vermeidet, wer den Sufff vermeiden will, denn er wird trinken für die Sache des Feindes, wer für seine eigene Sache nicht getrunken hat.”

(Frei nach Carl Sandburg, Bert Brecht und einigen Fälschern.)

So kommt es mir manchmal vor hier.

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Samstag, 16. Februar 2008, 21:16 Uhr

Ach ja. Boßeln gewesen. Den Gegner 5:0 abgezogen und strunzenduun gewesen. Um 22 Uhr ins Bett und morgen wieder fit. Wat moi. Das sind echte Sieger.

Sieger

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Sonntag, 13. Januar 2008, 14:11 Uhr

In diesem Sinne:

Grenzkrug

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Sonntag, 13. Januar 2008, 13:40 Uhr

Und in dem Haus des Friesenvereins, das wir besichtigten, war in jedem zweiten Raum ein mehr oder weniger gut verstecktes Fach, in dem sich ‘ne Flasche Schnaps oder Wein befand. “Bisschen Spaß muss ja auch sein”, sagte man uns dazu.

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Donnerstag, 27. Dezember 2007, 14:29 Uhr

Neulich musste ich mir anhören, man habe noch nie einen Mann getroffen, der so viel Sekt trinkt wie ich.

Ja, wat soll man denn aber sonst machen, wenn es nichts anderes auf der Feier zu trinken gibt?

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Donnerstag, 20. Dezember 2007, 13:59 Uhr

Die Endjahresfeiersaison schwenkte in dieser Woche schonmal auf Weihnachtsfeierkurs ein, nur jedoch am kommenden Wochenende noch einmal auf die Geburtstagsfeierschiene zurückzusteuern. Aber diese Woche wie gesagt erstmal Weihnachtliches, zumindest dem Etikett nach.

Vergangenen Dienstag hatten wir nämlich die Weihnachtsfeier der Friesisten. Dazu waren sogar eigens eine Handvoll westerlauwers’sche Friesen angereist, die in Groningen (“Chchchroouuningen” bzw. “Grins”) Friesistik studieren. Die brachten wir dann so einzeln bei uns allen unter. Mein Kandidat war positiv überrascht, dass er unter seiner Landesflagge nächtigen durfte.

Naja, die Feier war jedenfalls sehr gut. Wir mussten uns vorher eintragen, wer was zur Feier beisteuert. Da ich weder backen noch Salate machen kann, besann ich mich meiner Talente und brachte Tee und Kruiden mit.

Das gefiel den Gästen sehr gut. Die Westerlauwer hatten erwartungsgemäß ihre eigene “Kruiden-Variante” dabei, den “Berenburg”. Einer der guten Jungs konnten von meinem Ostfriesenschnaps jedoch nicht genug bekommen und musste am folgenden Tag die Segel streichen. Das war natürlich nicht so beabsichtigt. Aber so ein Spaß… Gesungen haben wir auch noch. Friesisch und Englisch. Oh come all ye faithful, joyful and triumphant.

Egal, das Beste war aber, dass ich am Ende, als die Jungs und Mädels heute wieder gingen, Wurst geschenkt bekam. “Friese Droge Wurst” steht drauf und versprochen wird “Kwaliteit út Fryslân”. Und dann klebt noch ein dicker fetter pompeblad-Aufkleber, auf dem steht “Bjusterbaalik lekker”. Mal gucken, ob die Wurst hält, was sie verspricht.

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Montag, 19. November 2007, 11:18 Uhr

Bullenschluck vs. Bullenschluck

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Samstag, 13. Oktober 2007, 11:56 Uhr

Ach ja, Gallimarkt. Der Abend gestern endete eher unrühmlich, da drei Freunde von mir vor meiner Haustür unprovoziert und ohne Vorwarnung angegriffen und zusammengehauen wurden. Einer kam postwendend ins Krankenhaus, den zweiten mussten wir erst mühsam dazu überreden (aus “ist doch nichts” wurde dann doch “Nasenbruch”) und der dritte weigerte sich. Er habe schließlich nur ein wenig “aufs Fressbrett” bekommen.

Als wäre das alles noch nicht genug des Guten gewesen, ging das Spektakel hier nachts in meiner Straße weiter. Gekreische, Gelaufe, Beschimpfe, und am Ende doch noch Polizei und Krankenwagen. Tät mich nicht wundern, wenn der eine Zwischenfall irgendwie mit dem anderen zusammenhängen würde.

Aber wir hatten natürlich auch Spaß auf dem Markt. Freitag war zum Beispiel der Firmen- und Vereinsabend. Hilko war mit seinem SVS unterwegs, wo ich dann zwischenzeitlich mal dazustieß. Hilko hatte dank freien Freitags und Schlafgelegenheit bei mir freie Bahn. Das führte zunächst dazu, dass er den jungen Mannschaftskollegen, der zum Schnapstragen verdonnert worden war, regelmäßig zur Herausgabe und Trinken desselben nötigte.Allerdings hatte die Mannschaft offenbar nur so komischen Schnaps dabei. Unter anderem so eine grüne Brühe, die prompt zum “Verliererschnaps” gekürt wurde. In Zukunft gibt es Kruiden nur noch nach Siegen und nach Niederlagen jenes Zeug.

Hilko ist sonst nicht gerade für ausgiebigen Handygebrauch bekannt. Aber Donnerstag hatte er eines dabei. Und nutzte es auch gleich intensiv, um Leute anzuklingeln, die er auf dem Markt vermutete. Unter anderem Joachim. Er erreichte ihn zunächst und Joachim erklärte ihm, dass er bereits zuhause sei. Dann schaltete Joachim in weiser Voraussicht das Telefon ab. Hilko hatte fünf Minuten später nämlich schon verdrängt, dass er Joachim bereits angerufen hatte und probierte es gleich nochmal. Dann entglitten ihm die Gesichtszüge als er entsetzt mitteilte “Da geht nur die schwule Mailbox ran!”

Joachim berichtete gestern Abend schließlich von der darauf folgenden Mailboxnachrichte in etwa so, dass er durchaus Versatzstücke des von Hilko gesungenen Schmähliedes noch erkennen konnte, also der Hass über die mangelnde Artikulationsfähigkeit gesiegt hatte.

Mein persönliche Höhepunkt des Abends war jedoch, als Hilko gegen 2 Uhr nach Hause kam und zu mir und Groene sagte: “Eigentlich können wir doch noch weitertrinken. Habt ihr nicht vielleicht noch ein Weinchen da?”

Gestern Abend folgten wir einigen alten Traditionen, und zwar Kristians Geburtstag am Gallimarktsfreitag zu feiern und anschließend das Feuerwerk bei Janneke ihrem Vater seinem Schiff im Hafen anzugucken. Wir waren allerdings dieses Jahr etwas spät, so dass wir das Feuerwerk noch an Land ansehen mussten, bevor zum Schiff durchkamen.

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Montag, 24. September 2007, 23:15 Uhr

Kleine Ausstands- und Geburtstagsfeier mit den Kollegen von der Arbeit gehabt. Merke: Die meisten mögen nicht wirklich Kruiden, aber mit gutem Willen kriegt man schon ‘ne Buddel leeg.

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Sonntag, 1. Juli 2007, 2:37 Uhr

Es war mal wieder Abiball. Diesmal der von Teelka. Ich habe selten so einen untergewichtigen Abi-Jahrgang gesehen. Bei den Mädels mochte man meistens nur sagen: “Kinder, ihr müsst was essen. Da ist das Buffett.”

Henne war so gut, mich zur Feierlichkeit zu fahren. Dabei lernte ich von ihr die Verkehrsregel des “Rechts des Schnelleren”. Anna stellte auf der Feier fest: “Hier laufen eine Menge hübscher Kleider rum.” Und ich verärgerte derweil einen professionell angestellten Fotografen, als ich mich daneben stellte und sagte: “Ich machs für die Hälfte.”

Teelka wollte mich zudem verhauen lassen, als ich auf ihre Quengelei bezüglich der Unpraktischkeit ihres angeklebten Kleides beim Toilettengang anbot, auf das Kleid aufzupassen, solange sie den Locus aufsuchte. Undankbarkeit regiert die Welt.

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Donnerstag, 14. Juni 2007, 20:11 Uhr

Nach Schweinfurt will ja eigentlich jeder Mal. Weil das so ein Ortsname ist, über den man sich als Kind ganz köstlich amüsiert hat. Aber man findet nie einen Grund, mal nach Schweinfurt zu fahren. Doch ich hab jetzt einen gefunden.

Morgen fahre ich nach Schweinfurt, weil dort am Sonnabend die Deutsche IHK-Meisterschaft im Fußball stattfindet. Ich bin allerdings so etwas wie die Ersatzreserve II, also schicken die vor mir eher Frauen und Kinder in den Krieg* / auf den Platz. Ich hab ganz andere Aufgaben. Ich mach da eher den Söntke Wortmann.

Heute aber sagte mein Chef entsetzt zu mir, dass das bestellte Bier nicht angeliefert worden sei. Also musste ich es hier in meiner Heimatstadt einkaufen. Dabei geht es bei dem speziellen Bier ja gar nicht ums saufen, sondern darum, dass wir gegen die anderen anstinken. Wir machen nämlich mit zwei anderen lokalen IHKs ne Mannschaft uns jeder bringt was mit. Und da können wir nicht irgendeine Plörre mitbringen, sondern nur das beste Bier, was es im IHK-Bezirk gibt.

Das musste ich jedenfalls besorgen. Und jetzt stehen hier (fast) vier Kisten Bier in meiner Wohnung rum und selbige Wohnung stinkt auch noch ganz elendig nach selbigem Getränk, da ich auch gleich mal zwei Flaschen zerschmissen habe.

*) Das sagte mal eine Lehrkraft von mir über ihren Status als Reservist.

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“Das ist Punsch, du dusselige Kuh! Punsch! Punsch! Punsch!”
 Ekel-Alfred

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