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Das war wieder ein Tag. Nach Spielabsagen, Kinderturnen und auskunftsunwilligen Handballtrainern bin ich dch noch auf Kneters Geburtsagspartiy gelandet. Und ich muß sagen: Dank Vadders großzügiger Abhol-Politik bin ich relativ angetrunken, nach Bier, Whiskey und Kruiden (wenn auch nur Sebens, da Peters da etwas seicht ist).

Naja, ich habe einige schöne Frauen und Bauchnäbel kennengelernt. Und außerdem durfte ich innerhalb kürzester Zeit eine neue Lektion in Sachen „Synchronizitäten“ (Zufälle) lernen. Nach „Ronny (Radio Paradiso) und „Lotta“ (Bahnhof Charlottenburg) war es heute „Gisela“ (Manowar).

Hauke fragte auf seiner Party nach Musikwünschen und ich und einige andere äußerten den Wunsch nach „Manowar“. Hauke konnte damit nicht dienen und betonte, jahrenlang mit diesem Wunsch nicht konfrontiert worden zu sein.

Derweil warteten wir auf Gisela, die sich rar machte. Nach geraumer Zeit rief Hauke bei ihr an und fragte, warum, sie so spät sei. Sie sagte, „Manowar“ sei ihr dazwischen gekommen und ob sie die CD mitbringen sollte.

Julia wollte mit mir keinen Kruiden trinken, weil der sie an verschimmeltes Brot erinnerte (Unverschämtheit).

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Gemütliches Trinken in Groenevelds Heim. Es geht so auf acht Uhr morgens zu, als irgendwie der Name „Ben Hur“ fällt. Hannes Augen leuchten auf, als er zum sprechen ansetzt:

„Ben Hur, den kenne ich nur aus einem…“ (alle erwarten so etwas wie „… aus einem großartigen monumentalen Film, drei Stunden, viele Oscars“ etc, aber er sagt:) „… aus einem (!) COMIC!“

Allen fällt die Kinnlade herunter. Hannes sieht die anderen an und meint schließlich: „He, jetzt kommt mir nicht mit Kiki-Kollosseum-Wagenrennen und so…“

(BTW: Er sprach von einem Werner-Comic.)

Zu guter letzt kam dann auch noch dieser Ausspruch von Hannes: „Harrison Ford? Der kommt bei mir noch vor Jesus – was den Stil angeht.“

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War gestern mit meiner halben Verwandschaft in der Disco. Ich, mein Bruder und meine beiden Kusinen waren, glaub ich, zusammengenommen älter als der gesamte Rest (von diesem schmierigen 30jährigen abgesehen, der meine Kusine angegraben hat).

Die waren alle so jung, da konnte ich nicht mal Wahlkampf betreiben, weil die alle noch nicht wählen dürfen. Aus irgendeinem, mir selber nicht ganz nachzuvollziehendem Grund habe ich mich dennoch königlich amüsiert.

Und habe endlich meine Klausur zurückbekommen. Die ganze Zitterpartie umsonst, da (Zitat Prof.) „auf einem sehr guten Niveau bestanden.“ Ich bin ein Teufelskerl.

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Habe heute zum bestimmt hundersten Mal folgende Kombination erleben dürfen: In Oldersum wird etwas eingeweiht und anwesend sind Anton Lücht + ein wichtiger Politiker aus Hannover + X. Diesmal ging’s um ein Schöpfwerk.

Dann, abends bei Hilko, gab ein Kollege von Jan folgende Geschichte zum Besten: Ein Kollege von ihm, Polizei-Azubi ist des nachts unterwegs um allgemeine Verkehrskontrollen durchzuführen. In einem Wagen sitzt schließlich ein sog. Farbiger am Steuer. Unser Neu-Polizist sieht sich also auf der sicheren Seite, wenn er mal ein wenig den starken Mann raushängen läßt.

„Na?“ fragt er, „Haben Okidoki denn auch einen Führerschein?“

Der Fahrer antwortet: „Ja, Okidoki haben einen Führerschein. Und Okidoki sein auch Oberstaatsanwalt in Lüneburg…“

Kategorie „Dumm Gelaufen“

In eine verwandte Kategorie fiel dann aber auch der Rest unseres Abends. Hilko und Moritz machten sich wie angekündigt nach dem Vorglühen mit eine Flache Apfelkorn auf den Fußweg zum Limit. Diese war bei ihrer Ankunft dann natürlich auch leer und die beiden dementsprechend strunzendun.

Hilko neigt ja dazu, eine gewisse Freude an der Aggressivität zu entwickeln, wenn er einen im Tee hat und so machten die beiden sich einen Spaß daraus, ein paar Leute scherzhaft anzupöbeln, was etwa nach folgendem gutem altem und bewährtem Schema ablief:

Hilko: „Eh! Du willst was von der Schwester meine Freundes?“
Opfer (irritiert): „Was? Nein, natürlich nicht…“
Moritz: „Was? Findest Du meine Schwester etwa häßlich?“
Opfer (unsicher, ob er diese ominöse Schwester überhaupt kennt): „Neinnein…“
Moritz: „Aha! Du findest meine Schwester also hübsch, ja? Du willst also meine Schwester ficken?“
etc.

Wie gesagt, alles soweit harmlos. Nun, der andere Hilko hatte derweil eine kleine, dennoch eigentlich nicht nennenswerte verbale Auseinandersetzung mit ein paar minderjährigen Möchtegern-Coolen, wie das halt so ist, Freitag nachts vor einer Disco.

Besagter Hilko witterte aber nun seine Chance auf eine kleine Rache und setzte den Apfelkorn-Hilko und seinen alkoholisierten Spießgesellen Moritz auf eben diese Gruppe an. Dabei fing alles nach dem oben aufgeführten Schema F ebenfall relativ harmlos an.

Einer dieser Milchbubis meinte schließlich jedoch in seinem juvenilen Leichtsinn, die plumpe Pöbelfrage „Du willst also mit meiner Schwester ficken?“ ebenso plump zu bejahen. Im Normalfall vielleicht sogar eine legitime Antwort auf ein solch stumpfes Angepöbeltwerden, in dieser speziellen Situation jedoch eine äußerst dumme Erwiderung, im Angesicht von zwei betrunkenen, kräftigen und nicht ganz friedfertigen Burschen.

Moritz tierte nun jedenfalls vollkommen aus und wollte den jungen Herren ernsthaft verprügeln (ob’s ihm wohl geglückt wäre?) Hilko hatte alle Hände voll damit zu tun, Moritz aufzuhalten und auch die Türsteher mußten dazwischen gehen. Der mutige Jüngling wurde plötzlich seines Fehlers gewahr und zögerte nicht, sich mehrere Male zu entschuldigen und zu sagen, dass diese Antwort genauso scherzhaft gemeint war, wie die Anpöbelei offensichtlich (da zu absurd) nicht ernsthaft gewesen sei. Moritz war allerdings im Rausch jede Antwort und Entschuldigung egal, er wollte Blut sehen.

(Zwischenbemerkung: Hier soll niemand verteidigt werden, der Moritz‘ Schwester eventuell blöd kommt, ganz im Gegenteil. Es sei an dieser Stelle bemerkt, dass es im Falle eines Falles sicher nicht erst eines besoffenen Moritz‘ bedürfte, falls wirklich jemand mal diesen Fehler begehen sollte. Ich denke, bevor Moritz den zu fassen kriegen würde, hätten sicher bereits eine Dutzend Anderer den Übeltäter vermöbelt. Und letztendlich ging es in diesem Fall nicht um Moritz‘ Schwester, ganz und gar nicht…)

Schließlich, da sich trotz aller Vermittlungs- und Erklärungsversuche, Entschuldigungen und Beteuerungen Moritz nicht davon abbringen ließ, wie eine Furie zu wüten und dem „Übeltäter“ an die Gurgel zu wollen, wurde er von den Türstehern (weil er ein guter alte Kunde ist) IN die Disco verbannt, während der andere HINAUS komplimentiert wurde und nach wenigen Minuten wütend mit seiner Truppe abzog. Moritz, der wiederum einige Minuten später immer noch wild wieder heraus kam (glücklicherweise immer Hilko im Schlepptau habend), fand also niemanden mehr vor, an dem er seine Tobsucht hätte auslassen können.

Traurigerweise ertappt man sich in solchen Situationen manchmal einen Sekundenbruchteil bei dem Gedanken, dass Moritz im Suff irgendwann mal niemanden in der Nähe hat, der ihn bei einem Austicker im Zaum hält und dass sein Gegenüber dann nicht so ein Halbstarker ist… Aber soweit wollen wir es dann lieber doch nicht kommen lassen.

Der andere Hilko war jedenfalls im Nachhinein sehr zufrieden mit sich und seinem geglückten Plan.

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Erst muss ich mich von Jan und Hilko beim Skat beschuldigen lassen, dass ich bescheißen würde, dann machen sich die beiden über mich lustig und sagen, wenn ich meine Brille nicht auf hätte, könnte ich ja die Karten nicht erkennen und würde dementsprechend spielen wie ne Oma und dann verliere ich auch noch haushoch.

Schließlich kam auch noch die nach Schnaps stinkende Anja an und erzähle mir, wie Mutter die Referendarin mit Kruiden abgefüllt hatte. Kann ich mir lebhaft vorstellen.

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Hannes.

Hannes hat ja angekündigt, demnächst irgendwann einen Marathon zu laufen. Angeblich soll er mal gesagt haben: „Sagt mir einen Monat vorher Bescheid, damit ich aufhören kann zu rauchen und ein bißchen trainieren kann.“

Jedenfalls bekam Harald das gestern mit und fragte belustigt: „Was? Du willst ’nen Marathon machen? Mit’m Auto oder was?“

Harm schüttelte nur den Kopf: „Nicht mal das wird er schaffen…“

Hannes ließ sich jedoch nicht beirren und sammelte fleißig Energie für sein Vorhaben, will heißen: Er lutschte an einer Batterie rum, die er gefunden hatte. Doch schließlich meinte er: „Meine Zunge fühlt sich komisch an. Ich glaube, da sind zu viele Elektronen drin. Gib mir eben ’ne Bierdose zum erden.“

Außerdem erzählt er immer wieder gerne von seinen Tanzmäusen aus dem JuZ. Es wollte ihm allerdings keiner so recht glauben, dass er und sein Zivi-Kollege neulich ZUFÄLLIG gleichzeitig von verschiedenen Seiten just in dem Moment den Tanzmäuse-Raum betrate, als diese gerade im Begriff waren, sich umzuziehen.

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Nu habe ich doch noch angefangen zu trinken. Der Magen verlangte danach. Und Kruiden zu trinken ist ja auch eigentlich kein Saufen, sondern Huldigung der Vorfahren. Wie heißt es außerdem so schön? „Das Essen, nicht das Trinken, bracht‘ uns ums Paradies.“

Das inspiriert mich zur Lyrik:

Dem Schlaf vorenthalten
wache ich in der Nacht.
Die Füße erkalten,
ach wär doch schon Tach.

Das Gebäck schwer im Magen
den Geist voll von Stuss
will ich nicht verzagen
obwohl es ich muss.

Geht Kruiden zu Neige
wird mein Herz mir schwer
Auch kein Wodka mit Feige.
Ach, hätt‘ ich doch mehr.

Kein Schaf mehr zum zählen
So kriecht diese Nacht
was muss ich mich quälen
un hebb alweer Smacht.

So bleibt keine Wahl
der geschundenen Seele
Ich fang mir nen Aal
und befeuchte die Kehle.

Den Schlaf find ich nimmer
doch kümmerts mich wenig
So bin ich noch immer
der nächtliche König

Ich könnte ewig so weitermachen.

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Wat macht man, wenn man Nachts nicht schlafen kann? Man betrinkt sich oder man guckt Fernsehen. Heute habe ich mal Fernsehen geguckt.

Und was muss ich sehen? Oliver Kalkofe betrinkt sich vor laufender Kamera mit Götz Alsmann und Christine Westermann („Wodka macht Kopp klar“), nachdem man gemeinsam Schlagsahne mit Eierlikörgeschmack gefressen hat. Klasse. Das wäre mal ne Sendung für mich.

Außerdem lief heute „L.A. Confidential“ im Fernsehen und ich habs verpasst. Das war mit Schießen und so.

Mal gucken. Vielleicht haben wir ja auch noch irgendwo Wodka im Haus. Das schöne ist, wenn man bei sich zuhause ist: Man muss nicht mehr Auto fahren, um nach Hause zu kommen.

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Uke hat gestern im Suff inner Kneipe ein paar freie Christliche Schüler angequatscht. Da der eine mittlerweile beim Bund ist, hat Uke ihn nur noch als „Kreuzritter“ betitelt. Dann lamentierte Uke über amerikanische radikale Christen ud hob genau bei dem (somit aus dem Zusammenhang gerissenem) Satz „Todesstrafe für Schwule!“ die Stimme zu einem Brüllen, was uns natürlich eine Menge böser Blicke einbrachte. Da ich aber als Kampfmaschine in spe natürlich sehr gefährlich aussehe, ersparten sich die Leute blöde Kommentare, um keine Schläge zu kassieren.

Außerdem meinte Tanja eben, sie hätte ihre Schallmauer durchbrochen.

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Tja, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. War gerade mit meinem Bruder und meinem Vater in der Kneipe. Beide waren nach zwei Bier knüppeldun…

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Deine eine Übeltäter von gestern Abend begrüßte mich heute mit „Nie wieder Korn“ und behauptet, von gestern nicht mehr viel zu wissen…

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Unglaublich! Unglaublich! So etwas von einem in den Sand gesetzten Abend habe ich seit dem Golfkrieg nicht mehr erlebt.

Das traurigste an der Sache ist: Wenn mal so einer der wenigen Abende anliegt, an denen ich nicht selber fahren muss, dann bereue ich es immer gleich. Am liebsten wäre ich nämlich stante pede wieder wieder nach Hause gefahren.

Wenn wir einfach mal so kleine Ärgernisse wie haufenwiese Scherben und einen umgekippten Bauwagen außen vor lassen, kommen wir immer noch auf eine besoffene aggressive Meute, die bei meinem Eintreffen schon einen derartig großen Vorsprung in Sachen Alkoholpegel hatte, dass ich mich (allein schon aus gesundem Selbsterhaltungstrieb) gar erst bemühte, aufzuholen.

Das führte allerdings dazu, dass man mir quasi Schläge androhte, falls ich ein Glas Korn verweigern sollte. Als dann Partyfässchen, Weizengläser und andere Kleinteile durch die Gegend flogen, zog ich es doch vor, mich in Neutrale Gegenden zurückzuziehen.

Also schließlich so gegen viertel nach 11 (!!!) der Gastgeber das Handtuch warf, verlief sich die Menge bald. Doch das Elend war noch nicht vorbei, weil zwei besoffene Säcke im Auto dafür sorgten, dass wir uns nicht langweilten.

Der eine ging dem anderen ständig an die Gurgel oder versuchte ihm anderweitig, ihm Gewalt anzutun, während das Opfer nicht müde wurde, seinen Peiniger zu provozieren. Als wir sie dann auseinandersetzten (wie in der Grundschule), säuselte der eine den ganzen Rest der Fahrt „Hannes ist tot. Hannes ist tot. Hannes ist tot…“

Alles in allem: Ein paar graue Haare mehr, ein weiteres Wochenende, das besser aus dem Gedächtnis zu streichen und die Erkenntnis, dass sich ein Haufen selbsternannter Erwachsener auch noch so benehmen kann, als würde er zum ersten Mal an einer Flasche Schnaps riechen dürfen.

Und genau diese Flasche Schnaps hau ich mir jetzt alleine mitten in der Nacht vorm Fernseher hinter die Binde! So! Das habt ihr nun davon!

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Zwei Kollegen von mir haben das allseits beliebte Spiel „Meiern“ neu erfunden. Man spielt zu zweit, der eine glaubt dem anderen jede Zahl, der andere glaubt dem anderen einfach nix. Und wenn man falsch liegt, muss man an einer Bierflasche nuckeln. Das ganze wird gar nier durch ständige gegenseitige Beschimpfungen vom Kaliber „Du Bauer!“ und „Du hast ja schon vorm Finanzamt geheult!“

Aber die Bierflasche wurde und wurde nicht leer…

Doch die Krönung des Abends war, dass wir beobachten durften, wie ein Genosse unsanft aus einer Disco befördert wurde, weil er während der discoeigenen Schweigeminute „bin Laden! bin Laden!“ gerufen hatte.

Humor ist auch nicht mehr das, was es einmal war.