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Heute habe ich den ganzen Vormittag Anton Lücht in Aktion erleben. Ems-Sperrwerk, erste Spatenstiche und ein Haufen unterschwelliger Witze auf seine Kosten haben den Tagesbeginn doch noch erträglich gestaltet.

Zu Mittag aß ich bei Tante Traute. Kusine Neele hatte so herzlich schlechte Laune, dass das schon wieder amüsant war. Sie behauptete allerdings das Gegenteil: Weder schlecht gelaunt, noch amüsant.

Des Nachmittags hatte meine Lieblings-Redakteuse ein neues Spielzeug aufgetrieben, mit dem sie dann ihr Umfeld terrorisierte: Einen Wecker, der sich beim Alarm auflklappte und zünftige Blasmusik abspielte. Furchtbar!

Der Abend war untypisch: Umsonst Kino, aber nicht ein einziger Gutschein fürd Schöne Andachten.

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Heute festgestellt das Bürgermeister Palm aus Mooormerland Mutter und Vadder kennt. Außerdem weitere menschliche Abgründe und die Definition von rhauderfehntjer Spacken kennengelernt. Das sind nämlich die, die Feuer so gut abkönnen.

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Heute, am Montag, war ja mein Sonntag. Deswegen war ich ein wenig am rumlungern. Aber Abends haben wir mal wieder D&D gespielt. Keine Toten heute. Aber Hannes wurde am Telefon vom Flying Pizza-Mann als Lappen beschimpft.

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Relativ unspektakulärer Tag. Habe das Hause Duin von seiner Computerlosigkeit befreit und durfte mir deswegen imaginär die Füße geküsst fühlen. Als ich ankam, durfte ich als allererstes Bekanntschaft mit dem blutrünstigen Familienhund machen. Da die Klingel an der Vordertür nicht funktionierte ging ich schlauerweise hintenrum.

Doch dort schoss mir auf einmal aus einer geöffneten Tür eine gefählich anmutende Promenadenmischung entegen. Ich dachte nur: „Jetzt ist’s aus“, als der Hund mich ansprang. Aber nein, weit gefehlt: Er war einfach froh, jemanden zum Spielen gefunden zu haben und war zu einem fremden wie mir handzahm wie ein Teddybär. Toller Wachhund. Ich hätte unbemerkt die ganze Kuhherde aus dem Stall treiben können.

Die anschließende heutige Rollenspielrunde brachte nur wenig neues. Hannes behauptete, dass sein Charakter „Hard to kill“ auf der Stirn stehen hätte, doch durch sein Genuschel kam das ganze bei der Allgemeinheit nur als „Harte Tucke“ an. Und so ensteht eine neue Legende. Das war fast so schön wie damals, als Moritz meinte, sein Zwerg hätte gelbe Scheiße, aber alle glaubten, er hätte Geld wie Scheiße.

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Komme gerade von der alljährlichen Halloween-Party des aktuellen Abijahrgans des UEGs. Hatte mich diesmal sogar verkleidet. Als NVA-Offizier. War eine ziemliche Hitze unter der Pelzmütze und dem gefütterten Mantel, aber ich bin ja ein harter Bursche.

Viele alte Bekannte getroffen. Aber wird man dann mal von einer schönen Frau angequatscht, muss man dann wenige Sekunden später festellen, dass das die Freundin von einem Uraltkollegen ist, den man seit über einem jahr nicht gesehen hat.

Künstlerpech. Wird er eben nach Sibirien geschickt. Lustig waren alle die Leute, die glaubten, mir einen Hitlergruß zeigen zu müssen. Aber wenn man Hammer und Zirkel und ein Haknekreuz nicht auseinanderhalten kann, ist das nicht meine Schuld.

Um den Abend aufzulockern, hatte ich unserem Usama bin Laden-Double vorgeschlagen, sich ein Tütchen Mehl zu schnappen und ne Runde Anthrax in der Disko zu verteilen. Wollt er nicht.

Ganz nebenbei warf sich mir ein Bauchnabel an den Hals. Da sagt man dann trotz Uniform auch nicht nein, wa?

Der Abend endete dann zwar nicht allzu rühmlich, aber ich bin dann doch heile nach Hause gekommen, ohne von der Polizei angehalten zu werden. Die hätten mich dann wahrscheinlich in die nächste Kaserne gejagt oder nach Sibirien oder so.

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Das Redaktionsgesprächsthema des Tages war heute „die Frau“, in einem speziellen Fall sogar „das Fräulein“. Ein Computerkurs für Frauen gab den Anstoß zur Diskussion, ob so etwas nicht frauenfeindlich wäre. Oder Sportkurse für Frauen. Oder aal so’n Kram. Oder ob Frauen beim Rugby männerfeindlich sind oder sein sollten.

Ich persönlich bin ja keine Frau, kann da also so schlecht was zu sagen. Jedenfalls sind Frauen häufig feindlich, obwohl ich freundlich bin. Andererseits sind Männer auch feindlich, besonders, wenn ich zu Frauen freundlich bin.

Das ist mir alles zu kompliziert. Solln die doch selber sehn, wer zu wem freundlich oder feindlich ist.

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Ein fast schon üblicher Donnerstag. Nach überdurchschnittlich viel Spaß in der Redaktion ging es des Abends mal wieder mit den Pressekarten ins Kino. Mal wieder gab es zwei Gutscheine fürs Schöne Aussteuer.

Allerdings machen Hilko, Hannes und ich in diesem Laden irgendwie einen sonderbaren Eindruck. Nicht mal mein auffällig auf den Tisch gelegtes Mobiltelefon konnte unser Fremdkörperdasein vertuschen.

Das ist auch so ne kleine Geisterbahn da. Oder auch ein gewaltiger Minderwertigkeitskomplex. Und die Kellnerinnen waren auch schon mal hübscher.

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Nachdem ich heute beim Abendessen ein wenig gekleckert hatte (okay, absichtlich), warf mein Vater todernst in den Raum bzw. mir entgegen: „Guck Dir das an! Der ist ja so doof. Den kann’st ja in die Tonne kloppen! Geh doch in die Mülltonne!“

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War heute nach langer zeit mal wieder bei meinem alten Kollegen Heiner zum Tee, bzw. bei seiner Oma Ella. Schön, dass sich gewisse Dinge auch nach 15 Jahren (oder gar länger) nicht ändern. Eine urige Küche, eine alte Dame, die uns jünge Hüpfer treu umsorgt und mästet und schließlich Heiner, der sich immer noch mit seiner Oma über die Mengen des Essens und andere Kleinigkeiten in die Haare bekommt.

Es ist wunderbar. Ostfriesland, ich liebe Dich!

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Ich hasse unser Badezimmer! Der Tag begann mit dem Badezimmer (Mutter warf mich an meinem freien Tag in aller Herrgottsfrühe aus dem Bett, um acht Quadratmeter Fliesen fürs Badezimmer zu kaufen), beinhaltete Badezimmer (Mutter regte sich über den Fliesenleger auf und verbreitet dadurch Stress im ganzen Haus, holte einen Fachmann, bemerkte, dass sie zuviel bezahlt hatte, regte sich auf etc.) und endete mit Badezimmer (das Wasser mußte abgestellt werden, weil im Badezimmer ein Heizkörper abgenommen werden mußte). Nu hab ich kein Bock mehr auf Badezimmer! Ich geh Schlafen.

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Joachim meinte heute in Bezug auf ein Seminar in der Nähe von Freiburg: „…schlimmstenfalls besuche ich Uli und Kea…“

Er beteuerte zwar, das nicht so gemeint zu haben, aber wen interessiert das bei Joachim schon?

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War wieder eine ertragreiche Rollenspielrunde. Moritz bezeichnete eine Ansammlung von Millionen Maden auf einem Berg verrottendem Fleisches als „riesen Spektakel“. Das wird mein Bild von Maden auf ewig prägen.

Außerdem ist heute die ganze Heldengruppe dahingeschlachtet worden. Nur mein Halbling überlebte, weil er mit der richtigen Hausapotheke ausgestattet und dazu im richtigen Moment FEIGE war.

Ich hasse mich dafür. *schnüff*

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Ein ungemütlicheres Abendessen als im Hause Bosse gibt es wohl nirgendwo anders. Nicht nur, dass sich der Hausherr erstmal heimlich aus dem Topf bedient und es hinterher auch noch vehement abstreitet, nein, als die Familie am Esstisch sitzt, verkündet er auch noch, dass er sich jetzt zum Fußballgucken ins Nebenzimmer verziehen wird und man ihm das Essen doch vorbeibringen soll.

Auf das „Nein!“ seiner Frau, stampft er mit Fuß auf und entgegnet beleidigt „Wieso ‚Nein‘?!“, fügt sich dann aber in sein Schicksal und vertreibt als erstes seinen Sohn vom Sofa. Schließlich wird es ihm ob seines säuerlichen Gesichtsausdruckes doch noch erlaubt, sich zu entfernen und flux ist er weg.

Desweiteren wühlt Mutters Kollegin (die ablehnte, mit uns zu essen) neben dem Esstisch in einem appetitlichen Müllsack, den wiederum ihre Mutter mit irgendwelchen Kleiderspenden oder so gepackt hat. Dabei zieht sie gackernd und keifend ein Erinnerungsstück nach dem anderen heraus (Babydecke, Kindergartenhandtuch, Handtasche, mit der sie mit 18 ihren Freund verprügelte) und schimpft ihre alte alte Mutter „heimtückisch“, dass sie sowas zwischen dem Müll versteckt um es loszuwerden.

In dem Moment tauscht Vater mit seinem leergegessenen Teller wieder auf und fordert die Anwesenden mit den Worten „Ich will auch bedient werden“ auf, dass man ihm doch einen weiteren gefüllten Teller in sein Fußballzimmer bringt (er bekommt daraufhin Salat).

Mutter versucht ihrer Kollegin klarzumachen, dass das mit der Babydecke nur ein missverständnis war, während diese sich wiederum darüber aufregt, dass ich nicht antändig esse. Ich erwidere, dass ich zumindest in meinen eigenen vier Wänden die Gemütlichkeit besitzen dürfen möchte, den Arm beim Essen aufzustützen. Dies wird mir aberkannt, da Mutter meint, sie erzählt mir das schon seit 20 Jahren und wüßte gar nicht, wo ich das her hätte und mein Bruder wäre ja noch viel schlimmer und so aal. Zuletzt nötigt man mich, die Reste aus den Töpfen aufzuessen, damit nix über bleibt.

Ich suche schließlich das Weite.

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Heute ein netter Tag. Mit Eelka zu Mittag gegessen und über alte Zeiten geredet (Gott, bin ich alt!) Abends mit Pressekarten umsonst im Kino, trotzdem die Umsonst-Cocktails im Schöne Absichten abgestaubt.

Moulin Rouge gesehen. Der Kracher des Films war, dass etwa zwanzig Minuten lang der Ton etwa zwei Sekunden eher war als das Bild. Ich wäre fast zum Geschäftsführer gerannt und hätte mein Geld zurück verlangt!

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Der Lehrer der Schülerpraktikantin war heute da. Von ihm haben wir gelernt, dass in der Türkei keine Penner mit Bierdosen an den Bahnhöfen rumhängen.

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Mußte eben wieder erschrocken feststellen: Es gibt Haushalte in Ostfriesland, in denen die Teekultur nicht sonderlich entwickelt ist. Tee in einer Teemachmaschine (!) gemacht, von da in eine Thermoskanne (!!) umgefüllt, dann den Tee in Kaffeetassen (!!!) gefüllt und hinterher (!!!!) mit braunem Krümelkandis (!!!!!) gesüßt. Naja, man ist ja tolerant.

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In der Redaktion habe ich nu eine Unterpraktikantin für die nächsten zwei Wochen an die Seite gestellt bekommen. Das heißt, ich hab nun Autorität! Bin Meister! Bin Chef! Bin König! Bin Laden! Kann kleine Mädchen rumschubsen! Harr harr harr!