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Man lernt ja nie aus. Besonders auf so einem Festival wie in Lingen. Die erste Heldentat war, dass anstelle eines Windschutzes eine Regenplane gekauft wurde. Grandiose Idee. Regen kommt nämlich von oben und nicht von der Seite. Allerdings hätten wir auch eine tragbare Heizung erstehen sollen, doch wer ahnt schon, dass die Nächte Ende Juni dermaßen kalt sein können. Aber wir sind ja hart. Nur Gabor nicht, der hat im Auto geschlafen.

Als nächstes: Was komische Leute angeht, kann es immer noch schlimmer kommen. Ein paar Beispiele von der Primitivenparade: Bierrutschen. An sich schon eine selten bescheuerte Erfindung. Aber ein paar Spezis haben scheinbar einen ihrer wenigen kreativen Momente genutzt und das Prinzip perfektioniert. Dazu wurde ein gut zweieinhalb Meter hoher Pfahl in den Boden eingelassen, an dem die Bierrutsche hochgezogen werden konnte. Unten hatte das Teil dann vier Ausgänge. Naja. Wenn man sonst nichts zu tun hat…

Dann nächtliche Ruhestörungen. Gut, man erwartet auf einem Festival nicht wirklich, dass man eine Nacht in Ruhe verbringen kann, aber einige Dinge sind dann doch außergewöhnlich nervtötend. Zum Beispiel Kopulationsgeräusche, die immer mal wieder mit penetranter Hartnäckigkeit über den Zeltplatz schallten. Auch wenn man das sicher auch leiser hätte veranstalten könnte, war der eigentliche Störfaktor dabei aber weniger das entsprechende Pärchen als die Masse grölender Primaten, die sich offensichtlich sehr schnell um das dazugehörige Zelt zusammmenrotteten. „Höhö! Die geht ja ab!“ „Los, stech sie ab! Höhö!“ „Höhö! Darf ich auch mal ran?“
Furchtbar!

Oder Punker. Nix gegen Punker, aber die kamen drei bis vier mal am Tag bei uns vorbei und kauften Schaa für Dutzende von Euro Kram ab, wagten es im gleichen Atemzug aber auch noch, uns um Bier und Essen anzuschnorren. Wo auch immer die die Kohle her hatten, verhungert wären die trotzdem. Bah!

Oder die Müllberge. Selbst wenn Mülleimer dagestanden hätten, hätte wohl jeder genüßlich seinen Müll daneben abgelegt. „So ist das eben auf nem Festival.“ Blödsinn! Wenn man selber nicht aufräumen muss, hat man scheinbar eine besonders große Freude daran, anderen besonders viel Arbeit zu machen.

Sowieso, wenn man sich nicht gerade kannte oder gemeinsam da war, nahm man eh herzlich wenig Rücksicht aufeinander (andernfalls lebte man dafür quasi in einer Art Kommunismus). Das fängt an bei „Nachts aus Spaß fremde Musikanlagen ganz laut aufdrehen“, geht über „Bei der ersten Gelegenheit Nachbarn ihre Gartenstühle klauen“ und endet noch lange nicht bei „Wenn man besoffen sein Zelt nicht wiederfindet, legt man sich einfach in das erst Beste, das man findet“.

Gewissen Gesprächsthemen scheinen sich aber auch nicht totzulaufen. Ich denke da an „Arschficken“, „Afterschweiß“, „Fußball“, „Fäkalien“ und ähnlich anal orientierter Gesprächsstoff. Nebenbei habe ich noch Bierdosengolf gelernt, Gabors neuen Wagen gesehen und mich über einen Pseudometaller gefreut, der Manowar-Texte falsch zitiert hat. Die Zeile „THEY WERE THE METAL KINGS!“ konnte wir dann aber auch alle mitgrölen. Irgendwie hat unser Zeltplatz aber auch die seltsamsten Gestalten angezogen. Zuletzt war dann sogar noch eine Sozialpädagogikstudentin da.

Alles in allem hab ich mich wohl amüsiert.

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Hannes ist von der Treppe gefallen. Nicht mal im Suff. Beim Bierholen. Einfach so. Und nun krückt er durch die Gegend. Und muss sich blöde Sprüche anhören und an sich demonstrieren lassen, wie man Behinderten am besten Beine und Krücken wegtritt.

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Da ich heute Nachmittag ja durch die Sitzung mir Freerk den ersten Schritt zum Massenmörder gegangen bin, hab ich konsequenterweise den zweiten Schritt gleich hinterher gemacht: Netzwerken mit Harm und Frieso und so aal. Bißchen Counterstrike und so. Slipknot haben wir uns verkniffen.

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Was würde ich ohne Freerk, den Leichtmatrosen machen? Brauchst Du ein paar kranke Geschichten – geh zu Freerk. Abgesehen von seinen Erlebnissen auf der School’s Out Party malte er mir heute aus, was für ein Haus er haben würde, wenn er stinkreich wäre. Stichwort: „Tontaubenschießstand im Keller“

Oder was für ein Spaß es wäre, mit Wärmelenkraketen auf Fesselballons oder mit einem Mörser (eines seiner Lieblingswörter) auf die nervigen Nachbarskinder zu feuern, während man im Liegestuhl liegt. Zitat: „Wenn man ausblendet, dass dabei eventuell Menschen zu Schaden kommen, ist das doch ein Riesenvergnügen.“

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Dat war mal wieder was. Ich also aus irgendeiner Laune heraus doch noch zur School’s out Fete. Nicht mit der Erwartung, irgendwelche Leute von mir zu treffen, weil die ja fast alle in Hamburg oder Scheeßel sind, sondern weil ich eine Band sehen wollte, die da war. Im übrigen bin ich ja immer froh, wenn ich Lars Klinkenborg auf so einer Party erspähe, dann weiß ich, dass ich nicht der älteste bin.

Die Band war dann aber auch das Erfolgserlebnis des Abends, endlich mal eine Würdigung meiner Arbeit. Der Sänger der Band hat mich nämlich gleich erkannt: „Hey, du bist doch der Typ, der diesen Artikel über uns geschrieben hat.“ Wohlgemerkt: Der Artikel ist ein halbes Jahr her und das ich die Jungs für drei Minuten gesprochen hatte, lag noch ein weiteres Vierteljahr zurück.

Naja, ab dann wurde der Abend unheimlich. Was nicht daran lag, dass Freerk mit nem Kerl geknutscht hat, dass ich Hauke schon wieder getroffen habe oder das Inka sich nicht mehr daran erinnert hat, mich auf dem Abiball gesehen zu haben. Nein, unheimlich waren die Frauen.

Das fing damit an, dass mich ein Mädel zuckersüß anlächelte und freundlich grüßte. Ich grüßte pflichtschuldig zurück, wußte aber beim allerbesten Willen nicht, wer das war. Dachte mir, so irgendein Bauchnabel, von dem ich das Gesicht halt vergessen habe.

Ging dann aber so weiter, dass mich ständig irgendwelche Mädels grüßten oder so. Zwei haben mich dann sogar angequatscht. Die eine tat so, als würde sie mich kennen und wechselte ein paar Sätze mit mir und verschwand dann auf die Toilette (Hätte ich mitgehen sollen?). Die andere tauchte auf, fragte mich nach meinem Namen, wo ich wohne usw., war dann aber genauso schnell wieder verschwunden, wie sie gekommen war. Hatte wohl spitz gekriegt, dass ich doch einige hundert Jahre älter war als sie.

Was heute nur los war… Vielleicht lags an der Mittsommernacht und die macht Frauen brünftig. Oder an meiner Brille, die ich vergaß im Auto zu lassen und der intellektuell aussehende Typ ist gerade gefragt. Der Höhepunkt des Abends war jedoch so ein Typ, den ich ebenfalls nicht kannte. Der kam auf einmal auf mich zu, drückte mir ein Kondom in die Hand und sagte: „Hier. Das wirst Du heute Abend noch brauchen.“

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Teufel, was hab ich heute telefoniert. Und mit was für Leuten. Meine Not, noch jemanden fürs Kino zu finden, hat mich Leute anrufen lassen, die ich ewig nicht gesehen oder gesprochen habe. Wo ich noch überall Telefonnummern ausgegraben habe – Unglaublich. Nur die wollten alle nicht oder waren nicht da oder haben sich verleugnen lassen. Besonders die Mädels hatten lattenweise fadenscheinige Ausreden parat:

– „Muss morgen arbeiten.“ (Als ob das sonst jemanden aufhalten würde, irgendwas anzustellen)
– „Treffe mich mit meinem Freund.“ (Seit wann ist der denn wichtiger als Kino mit Termo?)
– „Hab meine Tage.“ (Wie immer)
– „Will nicht.“ (Ach?)
usw.

Immerhin habe heute auf diese Art und Weise das eine oder andere interessante Telefongespräch führen dürfen. Da kam dann immerhin eine Verabredung zum Mittagessen mit ’ner schönen Frau bei rum und ein Haufen Beteuerungen, dass sie nächstes Mal mit mir ins Kino gehen würden. Ganz sicher.

Hilko hat mich dann letztendlich vorm einsamen Kinogang gerettet. Der konnte sich gerade noch rechtzeitig und schweren Herzens von seiner Steuerrechtsklausur losreißen. War aber wahrscheinlich auch besser, einen Film wie „Erkan und Stefan“ mit einem Freund des derben Humors, wie Hilko einer ist, zu gucken, als mit einer zartbesaiteten Dame.

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Bei der Gelegenheit muss ich hier mal kundtun, dass ich zur Zeit tierisch viele Hits habe. Vielen Dank an meine treuen Fans. Kommt immer mal wieder.

Unheimlich sind nur diese vielen Zugriffe aus dem Ausland. Die Phase mit den vielen Besuchern aus Frankreich und Französisch-Kanada ist vorbei, dafür scheinen sich die Skandinavier im Moment sehr für mich zu interessieren.

Aber kein Wunder, seitdem es diese tollen Übersetzungstools gibt.

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Vadder erzählt mir gerade mal wieder genüßlich, das er beim Joggen im Wald versehentlich eine Mücke durchs linke Nasenloch inhaliert hat.

Ich durfte heute beim Sport nur das Gesülze von ein paar Hausfrauen inhalieren. War so schön ruhig, war fast nix los – bis diese beiden Furien da aufgetaucht sind und über ihre Kinder, ihre Männer, dicke Beine, Orangenhaut und Fußpilz diskutiert haben. Ein Pils könnte ich nu auch vertragen.

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Abiball gefeiert. Dieser Anton Lücht verfolgt mich irgendwie überall hin. Irgendwie habe ich aber gehofft, dass er sich besäuft und später mit Gerd Koch auf Brüderschaft trinkt. Da wäre dann der Sensationsjournalist in mir wieder hoch gekommen.

Und überhaupt: Wieviele Leute mich gefragt haben, ob ich denn für die Zeitung da sei oder ob sie mit aufs Photo für die Zeitung dürften oder mich ermahnten, einen ordentlichen Bericht zu schreiben, war unglaublich. Dass ich als Privatperson mal irgendwo bin, scheint niemandem in den Sinn zu kommen.

Und das Bier war irgendwie verwässert. Da ist nicht mal Lotta richtig von besoffen geworden. Und Hauke Frey war diesmal nüchtern. Von „Rock am Deich“ (ich berichtete) wußte er nix mehr, nicht einmal, dass wir uns getroffen hatten.

Aber Abiball in einem großen Bierzelt hatte irgendwie sein ganz eignen Charme. Auch wenn der Fußweg nach Hause hinterher länger in Anspruch genommen hatte, als geplant.

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Klassisches Gespräch in der Redaktion:

Freier Mitarbeiter: „Was ist denn der Genitiv von Chaos?“
Redaktionsleiterin (ruft aus dem Hinterzimmer): „Genitive vermeiden!“
Volontär: „Besser nen Genitiv als nen billigen Dativ.“

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Neben mir im Kino stellte eine Dame fest, als sie den Scoobie-Doo-Trailer sah: „Ist schon beeindruckend, bei den Menschen sieht man schon fast gar nicht mehr, dass das Animationen sind.“

Ich weiß nicht, ob ich diese Woche in der Lage bin, eine ordentliche Kinokritik für den SR zu schreiben. Ich bin nämlich im Film für ein paar Minuten eingenickt und habe wohl eine Schlüsselszene verpasst. Ist mir auch noch nie passiert.

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Habe heute die aktuelle Abizeitung kurz in die Finger bekommen. Kann da grundsätzlich noch wenig zu sagen, jedoch ist eines erschreckend festzustellen: Die Lehrerzitate, die in all den Jahren immer einen Höhepunkt der Zeitung darstellten, sind diesmal durchweg absolut nicht witzig. Ganz im Gegenteil. Nicht mal Herr Rabe hat noch Kracher auf Lager.

Dann haben wir heute wieder ne Sendung vorproduziert. Ich habe mir schon wieder Katholikenwitze verkniffen, weil die ja nicht so gut angekommen waren. Diesmal habe ich mir halt die Franzosen vorgenommen. Aber das sind ja auch Katholiken.

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Vadder erzählt mir gerade genüßlich, wie er sich heute morgen versehentlich eine dicke Stubenfliege mit aufs Brot geschmiert hatte. Bah. Das macht er nur, um mir meinen Appetit zu verderben.

Lotta hat als Muse versagt. Weder küssen noch inspirieren wollte sie. Aber sie hat mir versprochen dass sie mich, sobald sie ihren Führerschein hat, einmal (!) nach Hause fährt, wenn ich getrunken habe.

Übrigens, seitdem ich dieses Black-Sabbath-Cover im Netz gefunden habe, bin ich irgendwie Cindy & Bert-Fan.

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Gestern auf so ner Jahrgangsfete vom aktuellen Abijahrgang gewesen. Himmel nee, wenn die ganzen Mädels da alles Abiturientinnen waren, dann sehen 14jährige heutzutage älter aus als ihre Genossinnen aus der 13. Klasse.

Hilko erzählte mir Schauergeschichten von Jugendfußballmannschaften aus Ihrhove, die sich im Limit zusammmen mit Eltern und Betreuern ordentlich einen reingetan haben. Tja. Wer holt die Kinder von der Straße? Richtig: Sportvereine…

Und: Gestern machte die Nachricht die Runde, dass „Captain Spock“ Meyer auf den Punkt genau sein Abi geschafft hat. Mag man gar nicht glauben, is aber so.

Christin lud mich ein, ihr in ihrem nächsten Mallorca-Urlaub die ganzen aufdringlichen Kerle von Leib zu halten. Klar, mach ich doch gerne *schmieriges Lachen*

Frankreich ist bei der WM rausgeflogen, ohne in der Vorrunde auch nur ein einziges Tor geschossen zu haben. Ganz so schlimm kann es für uns heute ja zum Glück nicht kommen…