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Es ist schon sonderbar, zu welchen Dingen sich Frauen motivieren lassen und zu welchen Dingen nicht. Klassisches Beispiel: Natürlich Lotta. Schwer zu begeistern für notwendige Dinge, verleibte sie sich dagegen sofort die Aufgabe ein, sich Namen für die Charaktere meine zukünftigen Buches auszudenken.

Die Frau wird wahrscheinlich später ein Kind nach dem anderen bekommen, nur um jedesmal den Spaß haben zu dürfen, sich einen neuen Namen auszudenken.

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In der Redaktion nannte man mich neulich den „wandelnden Abreißkalender“. Unverschämtheit.

Außerdem habe ich letzte Nacht geräumt, dass ich in dem Feuerwehrartikel „Ortsbrandmeister“ immer mit „nnt“ also „Ortsbranntmeister“ geschrieben habe. So weit ist es schon gekommen.

Aber das ich geträumt habe, heißt ja auch, dass ich geschlafen habe. Und das wiederum ist ein Fortschritt.

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Ich freu mich jetzt schon wieder auf ein Wochenende, dass keines wird. Naja, man kann nicht alles haben. Kein Geld, keine Freundin, was soll ich da auch mit Freizeit? Ich könnte ja auf dumme Gedanken kommen.

Apropos dumme Gedanken. Ich bin heute in meiner Mittagspause Hannes suchen gegangen. Das macht man zwangsläufig im Jugendzentrum. Da war zwar keiner (wahrscheinlich auch Mittag machen), aber dafür stand die Tür sperrangelweit offen und niemand war da. Hätte ich zufällig einen Lieferwagen dabei gehabt, hätte ich genüßlich die ganze Bude ausräumen können, ohne das jemand was gemerkt hätte.

Andererseits: Was soll man mit einem klapprigen Kicker und einem mittelmäßigen Star Wars Flipper?

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Typisch Dorf: Immer wenn der Bürgermeister gerade zu seiner Rede ansetzen will, kommt mit lautem Getöse jemand mit seinem Traktor angeknattert.

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Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Kameraden, Freunde und Trinkbrüder, liebe Gespielinnen, Geliebte und Erwählte, liebe Jünger, Schergen und Groupies, liebe Gärtner und Leitungsprüfer, hallo Verwandte, hohes Gericht!

Ich gebe hiermit bekannt, dass ich, meinem Status als Pressezar von Stiekelkamperfehn angemessen, eine neue Aufgabe übertragen bekommen habe, die ein hohes Maß an Verantwortung und Fähigkeit erfordert und absolute Priorität besitzt.

Mit dieser Aufgabe läßt sich zur Zeit leider keine Art politischer Aktivität vereinbaren. Daher muß ich hiermit schweren Herzens mitteilen, dass ich aus diesem Grunde meine Kandidatur für den ein Landtagsmandat im Wahlkreis 91 „Leer“ zurückziehen muss. Das sollen nun weniger Berufene (Anton, Ulf, Manfred und Meta) unter sich ausmachen.

Ich weiß um ihre Enttäuschung, liebe Wähler, aber es wird noch viele Wahlen in diesem Lande geben, die mich in ihrer Mitte finden werden. Auf bald. Danke für Ihre Treue und Ihre Stimme, die sie mir gegeben hätten.

Termo, parteilos.

(Düvelblixen, was für eine Rede! Ich hätte einen exzellenten Politiker abgegeben.)

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Das hat heute dem Fass den Boden ausgeschlagen. Die Leute im Fitnesscenter nähern sich immer mehr irgendwelchen Klischees an. Neben den Leuten, die sowieso immer da sind, wenn ich auch da bin (natürlich waren sie heute auch da) und einigen quikenden, fies geschminkten Tusen um die 20, haben es mir heute zwei halbstarke Jungs angetan.

Ich weiß nicht, ob sie meiner Gegenwart nicht gewahr geworden sind, jedenfalls unterhielten sie sich in der Umkleidekabine darüber, wer von ihnen denn „mehr Bräute flachgelegt hätte“. Besonders hevorgehoben wurden Superlative wie „besonders jung“ und „besonders alt“ und sogar „besonders häßlich“. Und etwas ganz tolles scheint es zu sein, sich heimlich an die Schwestern von guten Freunden ranzumachen und sie dann sitzen zu lassen („Alda, ey, der weiß das bis heut nisch!“)

Zu guter Letzt fragte mich eine Fitnesscenterbedienstete verwundert, ob ich den Springbrunnen leer getrunken hätte.

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Ich habe eben doch tatsächlich fast mein Mobil-Telefon bei Hilko liegen lassen. Der Fehler wurde nur bemerkt, weil es just in dem Moment klingelte, wo ich im Aufbruch begriffen war. Da merkt man, wie gar ich zur Zeit bin. Naja, ich war mir eigentlich ziemlich sicher, das Telefon eingepackt zu haben. Da werde ich wohl gleich erstmal nachsehen müssen, was ich stattdessen eingesteckt habe.

Heute beim Rollenspiel haben wir doch tatsächlich die berühmten zwergischen SS-Flammenwerfer gefunden, die seit etwa einem Jahr als Gerücht in unserer Runde die Runde machten. Aber das habe ich leider erst gerade eben bemerkt.

Gestern war Lottas und Nadines Geburtstagsparty. (Die eine Gastgeberin hat kaum mit mir gesprochen und die andere ist mir drei Mal auf den Fuß getreten – beste Vorraussetzungen für eine Mega-Fete). Habe mich ganz gut amüsiert, nur dann ist mir in der Masse ein Gespenst aus der Vergangenheit über den Weg gelaufen: Ich erspähte eine Person, von der ich sicher bin, das sie in meinem Jahrgang war. Ich weiß nicht mehr, wie der Kerl hieß, aber ich erinnere mich daran, dass mein alter Kollege Heiner sich (besonders wenn er miese Laune hatte) immer wieder gerne über dessen „tuntengrünes“ Auto aufgeregt hatte.

Der aktuelle Freund der einen Gastgeberin klärte mich darüber auf, dass eben diese Gastgeberin vor sehr langer Zeit mal mit dem Kerl zusammen war. Mein kurzes Überschlagen der Jahre ergab, dass sie damals noch in tiefster Minderjährigkeit gewesen sein muss (noch kein Bier trinken dürfen und so), während er dabei war, mit mir Abi zu machen… Pfui!

Ach ja, der Bruder einer Freundin (der jetzt etwa so alt ist wie eben angesprochene Gastgeberin bei ihrer eben angesprochenen Liaison gewesen sein muss) hat sich gestern unheimlich einen rein getan. So hab ich seit der großen Magen-Darm-Grippe-Epidemie damals niemanden mehr kotzen sehen.

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Irgendwie schon bizarr, meine Rheiderlandzeitung – SonntagsReport – Menage a Trois. Das läuft zur Zeit etwa so: Werktags tagsüber bin ich für die RZ tätig, abends mitunter für den SR. Heute habe ich aus Zeitmangel in der Mittagspause bei der RZ meine Monatsabrechnung für den SR machen müssen. Morgen (Sonnabend) bin ich den ganzen Tag in Sachen SR-Endspurt unterwegs und am Sonntag mache ich noch ein paar Sportberichte für die RZ. Montag gehts dann von vorne los. Synergie-Effekte gibt es da leider nur wenige.

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Schon sonderbar, wenn ich jetzt, wo ich bei der Rheiderlandzeitung aushelfe, bei Terminen auf SonntagsReport-Kollegen treffe. Bei der Teestunde heute Morgen auf Gut Stikelkamp vermutete Kollegin Alma zunächst Fehlplanung und Doppelbesetzung des Termins, bis ich sie aufklärte.

(BTW: Auf dem selben Termin war auch mein Radio-Ostfriesland-Mentor Balou. Der kommt ja auch immer mit neuen haarsträubenden Geschichten aus seinem Leben. Heute gab er zum besten, wie er damals (als er keinen Bock mehr darauf hatte, Sozialarbeiter zu sein), übers Land gefahren ist, den Bauern Antiquitäten abkaufte und sie nach herrichtung teuer weiterverscherbelte.)

Auf einem Termin Abends (es gab Schnittchen und Kaffee bei Germania Leer) erblickte mich der Kneters, stockte einen Moment und rief dann nur: „Überläufer!“ Im Nachhinein war der (unwissende) Mensch von Germania aber sehr überrascht, wie gut wir uns doch bei der Presse untereinander verstehen und gegenseitig helfen würden.

Nachdem ich nu gerade von Harrie Knitter wieder nach Haus gekommen war, nutzte ich die seltene Gelegenheit, dass sich im Winter milde Temperaturen mit klarer Luft paaren, um ein wenig nach Sternschnuppen Ausschau zu halten. Und was soll ich sagen: Es ist gut was los da oben.

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Letzte Nacht habe ich geträumt, Hilko hätte mich auf ein selbstgebautes Baumhaus gelockt, das dann Sang- und Klanglos unter mir zusammengebrochen ist. Und von diesem Mädel, das auf Haukes Party gewesen ist, habe ich auch geträumt. Ich sehe immer wieder vor mir, wie sie die Bierflasche mit den Zähnen aufmacht. Als ich das am Samstag Abend zum ersten Mal gesehen hatte, zweifelte ich an meiner eigenen Wahrnehmungsfähigkeit.

Naja. Nachdem ich den SonntagsReport ja schon unter meiner Fuchtel habe, terrorisiere ich zur Zeit die Rheiderlandzeitung ein wenig. Mal gucken, was davon wird.

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Heute ist die neue Synagogen-Gedenkstätte eingeweiht worden. Da trieb sich mal wieder die gesamte Polit-Prominenz und -Konkurrenz rum. Nur Meta nicht, die wird wohl beim Castor sein.

Dann war ich noch mal kurz im JuZ (Bugen Hagen begucken). Da erzählte Hannes mir „begeistert“ von seinem Zivi-Lehrgang , insbesondere von seinem Spezi names „Robin“. Und ich kann es mir richtig vorstellen, wie Hannes am letzten Tag, noch halb bekifft, der kragen platzt und er dem Kerl vor allen Leuten in der Cafeteria erzählt, wie scheiße er doch ist. Hätte ich gerne gesehen.

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Das war wieder ein Tag. Nach Spielabsagen, Kinderturnen und auskunftsunwilligen Handballtrainern bin ich dch noch auf Kneters Geburtsagspartiy gelandet. Und ich muß sagen: Dank Vadders großzügiger Abhol-Politik bin ich relativ angetrunken, nach Bier, Whiskey und Kruiden (wenn auch nur Sebens, da Peters da etwas seicht ist).

Naja, ich habe einige schöne Frauen und Bauchnäbel kennengelernt. Und außerdem durfte ich innerhalb kürzester Zeit eine neue Lektion in Sachen „Synchronizitäten“ (Zufälle) lernen. Nach „Ronny (Radio Paradiso) und „Lotta“ (Bahnhof Charlottenburg) war es heute „Gisela“ (Manowar).

Hauke fragte auf seiner Party nach Musikwünschen und ich und einige andere äußerten den Wunsch nach „Manowar“. Hauke konnte damit nicht dienen und betonte, jahrenlang mit diesem Wunsch nicht konfrontiert worden zu sein.

Derweil warteten wir auf Gisela, die sich rar machte. Nach geraumer Zeit rief Hauke bei ihr an und fragte, warum, sie so spät sei. Sie sagte, „Manowar“ sei ihr dazwischen gekommen und ob sie die CD mitbringen sollte.

Julia wollte mit mir keinen Kruiden trinken, weil der sie an verschimmeltes Brot erinnerte (Unverschämtheit).

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Bin also wieder zuhaus. Kurz, nachdem ich die heimische Küche betreten hatte, schlug mir ein bestialischer Gestank entgegen. Doch meine Eltern schienen nix zu bemerken. Mutter hatte tatsächlich eine gute Ausrede („Erkältet“), Vadder dagegen behauptete weiter steif und fest, es würde im Haus ganz normal riechen. Warscheinlich hat er versehentlich Nachbars Hund totgefahren, ihn bei uns in der Küche versteckt und muss jetzt unauffällig tun.

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Nina wurde heute von ihrem Chefarzt dazu genötigt, einen männlichen Patienten von Kopf bis Fuß zu Rasieren. Moritz und ich wunderten uns schon, warum sie so spät nach Hause kam und ich hab noch gesagt: „Da hat doch dieser dubiose Arzt seine Finger im Spiel.“ Und dann lags an dieser Rasur-Geschichte. Sodom und Gomorra! Das wird noch ein Nachspiel haben.

Beim Abendessen in der der „Kartoffel-Kiste“ kompensierte sie dieses traumatische Erlebnis damit, dass sie uns Details von Einläufen und ähnlich appetitlichen Begebenheiten dar legte. Ich habe im Übrigen den „Schäfers-Eintopf“ gegessen, meinem Gastgeber Moritz zu Ehren.

Außerdem zerfleischen sich gerade die Ratten im Käfig. Die streiten sich bestimmt über ein wissenschaftliches Problem im Zuge der angewandten Logik und um den einen oder anderen Syllogismus.