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Haben heute in Leer eine spitzen Kneipe entdeckt. Die hatte fast die Klasse vom „Zur Altstadt“ (Gott hab es selig). Dank Silvester hatte so ziemlich alles dicht, was sich in der Stadt Kneipe nennt, und so landeten wir schließlich bem einzigen Fels in der Brandung, der „Stadtschänke“.

Wenn ich Glück habe, wohne ich da sogar demnächst gegenüber, dann kann ich jeden Abend da meine Sorgen ertränken.

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Fantasy-Rollenspiele – immer wieder eine Quelle interessanter Erfahrungen. Während ich ja halbwegs regelmäßig mit meinen Kollegen eine relativ normale (so fern das möglich ist) und effiziente Art des Rollenspiels pflege, so ist mir jetzt kürzlich wieder eine andere Variante ins Gedächtnis gerufen worden, und zwar mit meinem Bruder und seinen Kollegen.

Nachdem in den letzten Jahren das traditionelle Weihnachtsspielen mit diesen Leuten nicht stattgefunden hatte, klappte es heuer überraschenderweise. Mental traf es mich dennoch etwas unvorbereitet. Die Art zu Spielen, wie sie hier gepflegt wird, basiert nämlich besonders auf einem Prinzip: Querulanz. Insbesondere der Spielleiter hat darunter zu leiden. Das war ich glücklicher- und ausnahmsweise nicht.

Die Spieler warten nur darauf, irgendwie dem Spielleiter ans Bein pinkeln zu können. Beliebtes Mittel ist dabei die Umdeutung von Eigennamen, die im Spiel fallen. Wenn eine Stadt beispielsweise „Duvick`s Pass“ heißt, wird dies nach der ersten Aussprache des Namens zunächst einmal mit lautem und anhaltendem Gelächter quittiert. Danach macht man sich permanent darüber lustig, wenn der Spielleiter versucht, diesen Namen zu meiden oder anders auszusprechen.

Wenn ein wenig Handlung ins Spiel kommt oder der Spielleiter versucht, etwas Stimmung aufzubauen, wird dies auch gleich kaltblütig zunichte gemacht. Meist mit Regeldiskussionen (besonders lustig, wenn der Spielleiter die Regeln nicht wirklich kennt), oder dadurch, dass Spieler dem Leiter mitteilen, wie unlogisch sie doch alles finden, was da gerade passiert. („Warum greift die infernalische Ratte den gerade MICH an? So infernalisch kann die doch gar nicht sein!“)

Irgendwann ist der Spielleiter soweit, dass er selber zum Ambientekiller wird. Z.B.: „Du hast also beim Jagen im Wald gut gewürfelt? Dann fängst du einen Walfisch.“ Solche Stilblüten werden dann durch die Spieler beispielsweise dadurch honoriert, dass die aus dem Wal Lebertran machen und sich damit Molotowcocktails basteln, die mitunter den Plot sprengen.

Und dann wundert sich die Gruppe darüber, dass nie jemand Spielleiter sein will. Und ich wundere mich, warum mich dieses Verhalten so ansteckt.

Ich will nicht behaupten, dass ich mich nicht amüsiert hätte, doch auf die Dauer wird sowas ein wenig anstrengend. Aber ich freue mich aufs nächste Jahr.

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So. Mutter und Vadder weg, Vadders Vogel Schröder dementsprechend einsam und gelangweilt.

Ich sag zu meinem Bruder: „Wenn du den Vogel aus dem Käfig läßt, wischst Du dem aber hinterher!“ Er ließ ihn raus, aber er wischte nicht.

Wenn ich den erwische!

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Man ist ja so gut und erklärt sich bereit, seinen Bruder durch die Gegend zu fahren. Man karrt ihn in eine Kneipe, wo er hofft, Bekannte zu treffen, geht mit ihm zum Zollhaus (aber nicht rein) und anderweitiges Unbill nimmt man auf sich.

Brüderchen traf allerdings nahezu niemanden, den er kannte. Ich auch nicht. Noch weniger. Bin mir aber noch nicht sicher, ob das gut oder schlecht war. Jedenfalls ärgere ich mich, dass ich mit sowas meine spärlichen freien Abende in den Sand setzte.

Nahrung für meine Winterdepression.

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Na toll, so wie’s aussieht darf unsereins gleich nach Oldenburg fahren, weil Brüderchen dort festsitzt und man ihn an Heiligabend nicht der Bahnhofsmission überlassen will. Und das bei dem Wetter mit Eisregen und so. Wenn ihr nix mehr von mir hört, wisst ihr ja dann, wobei ich verunglückt bin.

Meine Kusine sagt, ich benehme mich wie 16.
Das hat sie falsch verstanden, ich benehme mich gar nicht.

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Jedes Jahr das gleiche: Die Leute, die am lautstärksten kundtun, dass dieses Jahr nix geschenkt wird, schenken dann am meisten.

Und mein Bruder hockt noch immer irgendwo auf der vereisten Strecke zwischen Hamburg und Ostfriesland. Das kann ja auch noch was werden.

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Fröhliche Weihnachten allerseits.

Nichts gegen Weihnachten grundsätzlich. Nur die Menschen werden um Weihnachten alle noch sonderbarer, als sie es sowieso schon sind. Und das steigert sich bis Silvester meistens noch weiter, häufig bis ins Unerträgliche.

Es ist zur Zeit also gerade Hochsaison für gebrochene Herzen, Unaufrichtigkeit, das Ablassen aufgestauter Aggression, unterdrückte Persönlichkeitsmerkmale und massive Wesensveränderung.

Dazu kommt dann selbstverständlicherweise noch der „übliche“ Weihnachtsstress. Und da bin ich ja dank meines Jobs ein besonders gebranntes Kind. Seit November gurke ich ja durch die Dörfer und klappere Weihnachtsmärkte und Hobby-Basare ab. Und so schön die im Einzelnen auch auch sein mögen: Kennt man einen, kennt man alle. Und wenn ich jetzt einen Weihnachtsbaum bei uns im Wohnzimmer stehen sehe, läuft es mir kalt den Rücken herunter.

Ähnlich muss es einem Bingumer gehen. Da habe ich gestern eine Weihnachtsmannfigur fotografiert, die er sich ans Haus gehängt hatte. Das ganze wirkte ein wenig wie Lynchmord.

Aber vielleicht wird es ja doch ganz nett. Die Verwandschaft ist nämlich heute bei uns zu Gast. Da liegen dann Desaster und Amüsement nah beieinander. Vadders Laune steht demenstprechend wieder auf Sturm. Nur sein Vogel Schröder amüsiert sich offenkundig ganz königlich.

Also, meine Lieben, ich wünsche Euch heute ein gesegnetes Fest. Feiert schön.

Und Euch, die ich nicht mag, wünsche ich das auch. Ich bin nämlich kein Unmensch.

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In der Redaktion. 9 Uhr morgens. Das Telefon klingelt. Der Kollege bekommt einen entsetzten Gesichtsausdruck. „Oh Gott! Das Telefon klingelt. Das ist bestimmt kein Freund!“

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Vadder schafft es, den Weihnachtsbaum mit dem Beil zu bearbeiten, ohne sich was dabei zu tun. Beim anschließenden Auffegen der Späne bricht er sich jedoch fast alle Knochen.

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Mea culpa. Ich geb’s zu. Tut mir leid. Ich mußte mich gerade wieder wichtig tun. Im Radio lief eine Sendung über Fantasy und Rollenspiele. Da mußte ich meinen Senf dazu geben. Es half nix.

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Ach ja. Zum Glück gibt es neben den großen Mühen auch noch die kleinen Freuden im Leben: Die Herr der Ringe II Premiere letzte Nacht. Wir waren natürlich wieder angemessenerweise die Highlights der Veranstaltung.

Mir ist nur gestern wieder klar geworden, dass ich gerne mal die Welt für einen Tag mit Frauenaugen sehen könnte. Ich möchte nämlich wirklich gerne begreifen, was Leute wie Lotta dazu treibt, Gollum „süß“ und Baumbart „scheiße“ zu finden.

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Dass ich mich auch immer in so eine Scheiße reinreite!!! Wir erinnern uns: Termo wollte Landtagsabgeordneter werden. Es war schon alles geregelt für die Kandidatur, alles in die Wege geleitet, 100 Unterstützerunterschriften gesammelt und abgegeben, der Wahlkampf sollte gerade beginnen, da bekam Termo überraschend einen neuen Job.

Dieser Job vertrug sich nicht unbedingt mit Politik, also beschloss Termo, seine politische Karierre aufzuschieben. Er reichte den Rückzug seines Wahlvorschlages beim Kreiswahlleiter ein und glaubte, die Sache wäre damit erledigt. Dem war nicht so.

Heute wurde Termo vom zuständigen Beamten angerufen (der auch bis dato geglaubt hatte, die Sache wäre erledigt). Dieser teilte Termo mit, dass es nicht mehr so einfach wäre, von seiner Kandidatur zurückzutreten, wie er kurz zuvor feststellen mußte. da gäbe es noch ein kleines Hinderniss. Termo muss nun von zwei Dritteln der Leute, die für ihn unterschrieben haben, erneut Unterschriften holen, um zurücktreten zu können…

Und in keinen zwei Wochen ist Stichtag…
St. Bürokratus hat gesprochen.
Fröhliche Weihnachten!

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Hannes.

Immer (immer!) wenn man bei Hannes anruft, schläft der gerade. Ausnahmslos. Deswegen hat von seiner Familie auch keiner Skrupel, ihn zu wecken.

Aber wat fürn Schlafzyklus hat der denn? Wenn die Playstation im Haus alle 48 Stunden mal zwei Stunden Schlaf? Und wenn sie nicht im Haus ist, umgekehrt?

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Aber wieder klar. Man quält sich auf eisglatter Straße quer durch die Walachei, bring alles sicher hinter sich, freut sich, dass man zuhause ist und legt sich prompt auf der eigenen Auffahrt auf die Fresse.

Und heute hat das Jungvolk auch noch Schulfrei. Un-ge-recht!

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Und da wundert man sich, dass ich so langsam mal am Rad drehe. Hier mal ein paar Beispiele für typische Aussagen von typischen Exemplaren der Gattung „Termos Mitmenschen“:

In der Redaktion des SR läuft eine Unterhaltung über den kürzlich in die Medien geratenen Menschenfresser. Dazu die Redaktionsleiterin Gisela kopfschüttelnd: „Warum hat der nur den Kopf von der Leiche vergraben? Da hätte man noch Sülze von machen können.“

Oder:

Vadder und Termo sitzen vorm Fernseher und gucken „Das Boot“.

Vadder: „Warst du eigentlich mit, als wir das Modell von dem Boot in München in den Bavaria Filmstudios besichtigt haben?“

Termo: „Nö.“

Kurze Pause.

Vadder: „Wir haben übrigens mal in München in den Bavaria Filmstudios das Modell von dem Boot besichtigt…“

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Das einzige, was mich zur Zeit noch am Leben erhält, sind pathetische Metal-Lieder.

Habe letzte Nacht schon wieder so sonderbar geträumt. Das häuft sich in letzter Zeit. So infernalische Sachen. Ganz sonderbar.

Vielleicht liegt das daran, dass ich heute schon wieder Weihnachtsmärkte Photographieren muss. Das hat auch immer was infernalisches an sich.

Andererseits: Die Höllenfeuer sind wenigstens warm. Nicht so ne Kälte wie da draußen.

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Ich vernahm heute die Kunde, dass einer meiner potentiellen Gegenkandidaten bei der Landtagswahl sehr wohl darüber informiert war, dass ich gegen ihn antreten würde (die entsprechenden Informationskanäle sind mir bekannt). Er soll sehr erleichtert gewirkt haben, als man im mitteilte, dass ich mich zurückziehen mußte.

Neulich, als ich ihn auf einem Termin getroffen hatte, hat er noch so getan, als wüßte er von nix. Der Schlingel.

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Ich habe heute zum ersten Mal Vadders Vogel Schröder am Bauch kraulen können, ohne das dieser panisch davon flatterte. Aber auch nur, weil Vadder daneben stand.

Vadder bezichtigte den Vogel auch gleich hinterher des Verrats.