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So. Heute Wohnung besetzt und Matratze reingelegt. Wenn ich also am Sonntag nach der Wahl im Siegestaumel oder Frustsuff in Leer hängen bleibe, muss ich nicht unter irgendeiner Brücke pennen.

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Was ich mit meinem Unmuts-Kandidaten-Dasein bis dato nicht geschafft hatte, vollbrachte ich heute mit meiner kleinen Fußballeinlage vom Dienstag: Ich ziere die Seite 1 der „Rheiderland“ Zeitung.

Außerdem telefonierte ich heute mit einer jungen Dame, die für die Schule ein Referat über die Landtagswahl halten muss und dementsprechend die Kandidaten des Wahlkreises vorstellen soll. Die hatte noch nicht mitbekommen, dass ich nicht mehr gewählt werden will. Vielleicht arbeitet mein Propaganda-Apparat nicht so lückenlos, wie ich dachte…

Daher sei noch einmal auf das Tippspiel zur Wahl hingewiesen: Tippt mein Ergebnis und gewinnt im günstigsten Fall eine Kiste Bier. Tipps nach hier.

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„Projekt 0,0“ hatte heute eine andere Bedeutung, nämlich 0,0 Dinger hinten rein kriegen. In Weener war nämlich Behörden-, Firmen und (leider auch) Hobbymannschaften-Fußballturnier. Was soll ich sagen? Wir haben die Erwartungen erfüllt und alles verloren.

Es fing schon gut an. Beim Umziehen vermisste ein Kollege einen Schuh. Er ging zum Auto, holte den fehlenden Schuh und legte sich auf dem Rückweg dermaßen auf die Fresse, dass er überall blutete. Sah gefährlich aus, war aber nicht gut für die Moral.

Dann beschloss man, dass ich ins Tor sollte. Ich hatte mich für den nötigsten Notfall angeboten und man stimmte ab, dass dieser eingetreten sei.

Nicht, dass ich schlecht gehalten hätte, aber ein „gelernter“ Torwart hätte sicher ein oder zwei Dinger mehr gehabt. Naja. Besonders der getunnelte Treffer im letzten Spiel wurmt mich etwas…

Bleibt nur festzustellen: Wenn das „Projekt 0,0“ bei der Wahl genauso in die Hose geht wie heute Abend, dann gnade mir Gott…

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Die Resonanz auf mein Wahlergebnis-Tippspiel ist ein wenig mau, dafür reichen die Tipps bisher von „quasi nix“ bis „quasi gewählt“. Abgabeschluss ist im übrigen am Sonntag um 18 Uhr, wenn die Wahllokale schließen.

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Was für ein Tag wieder. Ich kürze das Elend einfach mal soweit ab, dass ich am Nachmittag einsetze. Termo soll in Leer eine kleine Umfrage bezüglich des Winterschlussverkaufs machen. Ich hatte da schon eine böse Vorahnung…

Jedenfalls: Reden und erzählen konnten mir die vielen einkaufswilligen Hausfrauen ne Menge. Ne ganze Menge. Nur fotografieren lassen oder ihren Namen sagen wollte KEINE! Nur ein junger südländischer Mitbürger, aber der wollte Geld dafür.

Naja, nachdem ich so eine dreiviertel Stunde in den Sand gesetzt hatte, kam mir eine Bekannte entegen. Ich dachte: „Klasse! Die hilft mir aus der Patsche!“

Denkste! „Was? Fotografieren? Aber ich bin doch gar nicht vorbereitet…“ – „Doch, Olschke, Du siehst bestens aus…“ – „Nein, das kann gar nicht sein…“ Blabla! Aber immerhin konnte ich ihr das Versprechen abnehmen, dass ich mich demnächst bei ihr anmelde, sie ne halbe Stunde Zeit zum schön Machen bekommt und ich dann ein Foto von ihr machen darf…

Naja. Schließlich habe ich zumindest noch eine Verkäuferin dazu bekommen, vor einem riesen WSV-Schild ein mittelmäßiges Bild zu stellen. Dann war auch noch mein Telefonakku leer und zum krönenden Abschluss hat mich ein Halbwüchsiger in der Fußgängerzone mit dem Fahrrad angefahren. Mahlzeit.

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Hiermit schreibe ich einen Wettbewerb aus. Es geht darum, zu tippen, wie gut mein Wahlergebnis nächste Woche sein wird. Getippt wird auf das Zehntelprozent genau, von mir aus auch auf die absolute Stimmenanzahl. Tipps bitte an diese Adresse. Nur ein Tipp pro Person.

Wer genau tippt, bekommt bei passender Gelegenheit ne Kiste Bier. Bei zwei Siegern entscheidet das Los oder so. Wenn keiner genau tippt, bekommt halt der Nächste einen ausgegeben.

Dann tippt man schön.

Ach ja, wer zu weit von mir weg wohnt, um die Preise entgegen nehmen zu können, muss sich mit einem Glückwunschschreiben seiner Exzellenz Termo begnügen.

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Karneval ist ja wat ganz fürchterliches. Wenn man nur daran denkt, dass gleich hinter der ostfriesischen Grenze, in Papenburg, diese Begebenheit groß gefeiert wird, muss man höllische Angst vor rheinischem Kulturiomperialismus haben.

Da haben wir uns gedacht: „Zeigen wir denen mal, wo der Haken hängt!“ Beim nächsten Karnevalsumzug wird ein Undercover-Team an Ort und Stelle geschickt, dass auf dem Höhepunkt der Veranstaltung sich als Ostfriesentrupp zu erkennen gibt und Angst und Schrecken verbreitet.

Dann wird jeder blöd grinsende Clown einen alten Fisch auf die gottverdammte rote Nase kriegen!

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Heute früh muss ich in eine Temporal-Anomalie geraten sein. Ich lag im Bett und sah auf die Uhr und es war kurz vor 11. Ich dachte mir „Dreh dich noch einmal um“ und einen Moment später war es halb 4…

Gestern musste ich feststellen, welch sonderbarer Jargon doch mittlerweile bei den Kollegen herrscht. So riet mir Harm beispielsweise, ohne das irgendwie böse oder abwertend zu meinen: „Besuch doch den dreckigen Hannes.“

Außerdem hat es Joachim im Laufe des Abends geschafft, drei Mal ein Gespräch mit mir zu beginnen und es drei Mal kommentarlos während meiner Antwort wieder zu beenden und sich anderen Dingen zuzuwenden. Naja. Selber Schuld.

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Letzte Woche pünktlich zum Wochenende krank, diese Woche pünktlich zum Wochenende halbwegs wieder fit. Wunderbar. Das sieht man daran, dass ich endlich wieder lange genug vorm Spiegel stehen konnte, um mich zu rasieren. Der Pelz ist also wieder ab.

Das ZDF und SAT1 haben sich glücklicherweise erstmal nicht wieder gemeldet. Denen hätte ich eh bestenfalls auf die Kamera kotzen können. Vielleicht wäre das aber endlich die gewünschte Anti-Werbung gewesen. Überall erkennt man mich nämlich, klopft mir auf die Schulter und erzählt mir, dass ich ganz bestimmt gewählt werde.

Sogar der CDU-Kandidat aus dem Nachbarwahlkreis findet da seine diebische Freude dran. Naja. Eine gute Woche noch, dann ist der Alptraum endlich vorbei.

Oder geht erst richtig los.

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Rechtzeitig zum Wochenende habe ich mir natürlich wieder eine fette Magen-Darm-Geschichte zugezogen. Erneut sind meine freien Tage im Arsch.

Naja. Immerhin bescheren mir die Erschöpfung, Nahrungs- und Wassermangel einige psychedelische und mediale Erlebnisse reinster Güte.

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Der Reigen geht weiter. Auf einem meiner mittäglichen Streifzüge durch Weener lief mir gerade ein schmierig lachender Lars Klinkenborg über den Weg. „Ah, da ist ja unsere Weeneraner Berühmtheit“, rief er. Dann teilte er mir mit, dass er den Beitrag von RTL, der gestern im Regionalprogramm lief, im RTL „Punkt 12“ gesehen hätte.

Damit ist eine neue Dimension erreicht. Nach regionaler (NDR 1 Regionalmagazin), niedersachsenweiter (FFN, Antenne, N3 „Hallo Niedersachsen“, RTL „Guten Abend RTL“) und norddeutschlandweiter (NDR 2) Ausstrahlung ist mit „RTL Punkt 12“ die deutschlandweite Verbreitung erreicht.

Aber immer positiv sehen: Die Bayern dürfen mich nicht wählen.

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Es ist schon irgendwie bizarr, die ganze Geschichte. Und wo man geht und steht, man trifft immer auf sich selber. So wollte ich eben auf den Internetseite des NDR eine Kleinigkeit recherchieren und stieß dabei auf einen Artikel. Zwischen „Partei-Pressestellen melden massenhaft Erfolge“ und „Spitzenpolitiker diskutieren über Wirtschaft“ fand sich „Wahlkampf verkehrt – Kandidat auf dem Rückzug“ mit Bildchen von mir, dem Artikel in der „Rheiderland“ Zeitung und dem Sachbearbeiter des Landkreises. Kein sonderlich präziser Artikel, aber ein Artikel.

Vielleicht sollte ich mich vorsichtshalber mal so durchs restliche Internet arbeiten und gucken, ob ich noch woanders verunglimpft werde.

Unsere lütte Praktikantin hier ist ja eh fest davon überzeugt, dass mich Stefan Raab früher oder später zu fassen bekommt.