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Wir haben hier drei rotzfreche 15-jährige Praktikanten im Haus, die „three Stooges“. Morgen kommt deren Lehrer. Ich denke, ich werde diese Gelegenheit nutzen, sie öffentlich dafür zu tadeln, dass sie der Chefpraktikantin immer auf den Hintern gucken.

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Habe heute eine Menge über den Buttersäuregehalt in der Silage und die optimalen Maßnahmen für die Grünlandpflege gelernt. Ein klassischer Termin der Marke „Nicht gerade aufregend, aber gut fürs Allgemeinwissen“.

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Ich glaube, mir sitzt der Schalk im Nacken. Ich habe nämlich fürchterliche Rückenschmerzen.

Oder ich habe letzte Nacht auf einer Erbse geschlafen. Oder auf einer Prinzessin. Naja, Letzteres wäre mir wahrscheinlich aufgefallen.

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Oha. Kleiner freud’scher Verschreiber meinerseits bei einem Namen in der Zeitung. „Busenmann“ statt „Busemann“. Gerade noch rechtzeitig korrigiert.

Das hätte aber ein Hallo gegeben.

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Freitag trudelte in der Redaktion eine eMail ein. Ein junger Mann bewarb sich um ein Volontariat. Er kam aus Stuttgart. „Warum nicht?“, dachte ich mir (wenn ein Job frei gewesen wäre). Variatio delectat.

Doch dann saß ich abends auf der Jahreshauptversammlung der freiwilligen Feuerwehr Critzum. Und da ist mir dann wieder bewusst geworden, warum ein Schwabe sich im Rheiderland doch etwas schwer tun würde: Ich fürchte, er hätte nicht ein Wort verstanden. Nicht eins.

(Wenn er nicht schon vorher wegen seines Dialekts mit Schimpf und Schande aus dem Dorf gejagt worden wäre.)

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Und was hat das Rollenspielen diesmal für eine Erkenntnis gebracht? Ausnahmsweise eine rein rollenspieltechnische: Wenn man in einer Schafherde den Halbork im Schafspelz finden will, muss man nur das Schaf finden, dass nicht lesen kann.

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Die Verballhornung von Namen ist ja auch was Schönes. Wir Ostfriesen haben mit unseren ausgefallenen Namen da ja eh einen schweren Stand. Mein Bruder wird regelmäßig zum Mädchen. Aus Uke wird gerne mal Ute.

Viel besser habe ich es auch nicht. Mein Favorit ist ein Brief, der statt an „Temmo Bosse“ an „Tembo Bosa“ adressiert war. Das war eine Einladung zu einem Liverollenspiel im orientalischen Stil. Die hielten mich wahrscheinlich für einen Schwarzafrikaner.

Amüsiert hab ich mich heute auch bei der Arbeit. Da ist nämlich dieser Kollege namens Holger Szyska. Da gehts dann eher um den Nachnamen. Ich glaube, man spricht es in etwa „Ziska“. So oder ähnlich stellt er sich zumindest immer vor.

Ein Kollege nannte ihn heute jedenfalls „Zischka“. Fand ich schon amüsant genug. Wenig später jedoch wurde er von jemand anderem mit „Herr Schisska“ angesprochen. Schön. Mit keiner Wimper hat er gezuckt. Scheint es also auch schon gewohnt zu sein.

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Die sind so doof, die von der Telekom. Die sind so doof…

Sag ich extra: „Nicht schicken an meine Adresse, schicken an Adresse von Eltern, weil Temmo tagsüber nicht zuhause.“
Telekom sagen: „Is nix Problem!“

Und das Paket kommt trotzdem zu mir! Mein Gott!

Da ham se aber Schwein gehabt, dass der Postbote ausgerechnet die halbe Stunde erwischt hat, wo ich im Haus war.

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Schon wieder so ein furchtbarer Tag. Mein Horoskop sagte heute Morgen, ich solle besser nichts Wichtiges anpacken heut, es könnte schief gehen. Und was passierte? Als ich in die Redaktion kam, zerschmiss ich als Allererstes meine Teetassen.

Desaster!

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Ach ja. Habe gerade eine Woche meinen Telefonanschluss und schon der erste falsch verbundene Anrufer: Ein junger ausländischer Mitbürger.

„Ey schuldigung hab isch misch falsch verbunden.“

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Mein Gott, das war wieder ’ne Nacht: Vollmond und Eiseskälte. Da war es sicher nicht so gesund, dass ich heute Morgen schweissgebadet aufgewacht bin, nachdem ich von Lotta, Hilko, Madame Mim und Saddam Hussein geträumt hatte…

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Natürlich hatten wir eben wieder eine Rollenspielsitzung. Die Erkenntnis des Abends kam einmal mehr von Joachim: „Ich glaube, wenn man mit Selma Hayek gebumst hat, dann hat man es als Mann geschafft. Dann kann man sich getrost den Schwanz abreißen.“

Das lasse ich einfach mal kommentarlos so stehen.

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Und mein Ruhm ist immer noch ungebrochen. Gestern vorm Zollhaus tönte ein mir unbekannter angetrunkener junger Herr in meine Richtung: „Ey! Das ist der Dings, der Kandidat! Ey Du, ich hab Dich nicht gewählt!“ Darauf sein Kollege, genauso laut: „Ich wohl!“

Schön ist aber auch, dass ich auch noch Ruhm aus meiner Prä-Politiker-Zeit besitze. Im Zollhaus wurde ich von einer Gruppe junger Leute angesprochen, ob ich sie nicht fotografieren könne. Ich fragte: „Warum? Ich kenne Euch doch gar nicht.“ Darauf die Antwort: „Wir Dich aber. Du bist doch dieser Bauchnabel-Typ…“

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Hannes und seine Schnapsideen immer. Gestern kam er auf die Idee, wir sollten durchs Zollhaus ziehen und Leute suchen, die sich mit ihm fotografieren lassen. Die ersten beiden Mädels machten es noch mit, die nächsten beiden nicht. Da hatte Hannes dann keinen Bock mehr.

Dann erspähte er jedoch in einer dunklen Ecke neue Opfer. „He Temmo“, sagte er. „Da drüben am Tisch sitzen ein paar Oberkiffer. Die hocken da schon seit über eine Stunde. Da können wir ein spitzen Foto machen!“ Daraufhin nahm er Anlauf und platzte mit einem markerschütternden „Hey!“ in diese Runde.

Diesem „Hey!“ folgte jedoch wenige Sekunden später ein „Oh!“. Denn die vermeintlichen Oberkiffer waren ein paar harmlose junge Mädels, wie von Hannes Auftritt ein wenig verstört waren. Die wollten sich dann selbstverständlich auch nicht fotografieren lassen. So ein Spaß.

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Bowling gewesen heut – mal was anderes. Mit Hilko, Joachim und Groene. Drei Spiele. Ich hab natürlich alles gewonnen, aber das ist eigentlich Nebensache. Das war ja klar. Aber die Spielstile sind interessant gewesen.

Groene zum Beispiel. Groene hat stark begonnen. Immer butterweiche, präzise Würfe, sehr piano. Allerdings mit der Mädchenkugel. Und mit dem Zeigefinger. Allerdings wurde er zum Ende hin unkonzentriert und ballerte (so gut er eben ballern konnte) die Kugel gegen die herunterfahrende Absperrung, die das Aufstellen der Pins garantieren soll.

Hilko. Mit sehr viel Hass. Die dunkle Seite des Bowling. Die Kugel immer aufs Parkett geballert, dass es nur so krachte. Sein erstes Spiel war desasterhaft, ein Kopf an Kopf Rennen mit Joachim. Aber dann wurde er stärker. Doch je zufriedenstellender seine Ergebnisse wurden, umso zahmer wurde auch er. Dann warf er wieder zwei Nullen am Stück und der Hass war wieder da. Im zweiten Spiel konnte ich mich erst gegen Ende deutlich absetzen.

Joachim. Auf Joachim ist Verlass. Sein erstes Match war quasi nicht vorhanden. Insgesamt 35 Punkte, dabei die letzten Vier Durchgänge, ohne einen Pin zu treffen. Joachims Wurfstil kam immer aus einer Hüftdrehung, daher hatte er einen starken Linksdrall, bzw. er pfefferte die Kugel gleich in die Seitenbahn. Im letzten Spiel wurde er allerdings etwas konstanter und konnte erst kurz vor Schluss von Hilko vom zweiten Platz verdrängt werden. Joachim war auch immer glücklich, wenn andere die Fehler machten. Als Hilko zum Beispiel den einzigen Übertreter des Abends fabrizierte, erklärte er glücklich: „Hach, was bin ich froh, dass Hilko als erster in die Scheiße greift.“

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Apropos anrufen. Es ist interessant, wie berechenbar viele Leute am Telefon sind. Man kann häufig ziemlich genau vorhersehen, was oder wie sie es sagen werden. Warum, weiß der Geier. Aber das muss wohl so. Das erleichtert die Kommunikation.

Beispiele:
Lotta zum Beispiel. Wenn man sie anruft ist irgendeiner der ersten Sätze „Ich wollte dich auch gerade anrufen.“

Uke kommentiert unangenehme Passagen gerne mit „Du Sack“ (wenn er einen nicht schon so begrüßt hat) oder „Lüüüge!“.

Bei Carolin ist es weniger das, was sie sagt, sondern das, was sie tut. Sie fängt nämlich immer an zu essen. Dann sagt sie meist gar nichts mehr.

Joachim streut immer eine Unmenge an abwegigen und mäßig interessanten Informationen ein. Das tut er zwar im Gespräch von Angesicht zu Angesicht auch, jedoch muss er am Telefon (wie übrigens auch beim Schriftverkehr) auf die Unterstützung von Gestik und Mimik verzichten, was sich im gesteigerten (aber leichter steuerbaren) Fluss abwegiger Informationen äußert.

Frieso redet am Telefon häufig eine halbe Oktave höher als normal und unterstreicht Aussagen mit einem dümmlichen Lachen. Das lässt dann leider auch die klügsten Erkenntnisse seinerseits sehr beschränkt erscheinen. Gerade am Telefon.

Moritz sagt am Telefon fast gar nix oder brummelt nur ‚rum. Der telefoniert wohl nicht gerne mit mir.

Hannes redet eigentlich immer nur Stuss (das ist zwar vorherzusehen, aber nicht genau worüber er denn nun referieren wird). Das hat allerdings die Ursache, dass er immer (immer!) pennt, wenn man bei ihm anruft. Egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit. Dann wird er kaltblütig von seiner Familie geweckt und man hat einen Halbschlaf-Hannes an der Strippe. Hannes erinnert sich auch regelmäßig nicht mehr so genau daran, über was man mit ihm am Telefon geplaudert hat. Nicht selten schon nach zwei Sätzen.

Ich selber… Nun, von meiner Seite der Strippe aus gesehen, neige ich am Telefon zu unterdrückten cholerischen Anfällen. Wie die am anderen Ende der Leitung ankommen, kann ich schlecht beurteilen.

Früher gab es da noch eine andere Komponente. Nämlich die zwischengeschaltete Station „Mutter“ zwischen dem Anrufer und dem Ziel des Anrufs. Wenn ich zum Beispiel früher meinen Kollegen Heiner angerufen habe und zunächst seine Mutter an der Strippe hatte, konnte ich mir sicher sein, dass er mit einem sympathischen, aber durchdringenden „Heinäääää!“ ans Telefon gerufen wurde.

Bei Jaochim war das auch immer interessant. Nach zwei vergeblichen Rufen hörte man seine Mutter immer genervt die Treppe hochstapfen und ihn schließlcih anfahren, dass er gefälligst die Musik leiser machen soll…

Meine Mutter hingegen hatte die Angewohnheit, Anrufer in kurze aber verstörende Diskussionen zu verstricken, bis sie zu mir durchgedrungen waren. Das passiert sogar mir immer noch mal wieder, wenn ich zuhause anrufe…