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Aufgrund des Anfragenansturmes wegen meiner „speziellen Freunde“: Wer gemeint ist, wei Bescheid. Der Rest braucht sich weder sorgen noch kmmern.

In einem Geschft hatte ich eben eine Diskussion mit einer Verkuferin um ein Produkt. Ich sagte ihr, dass sie es zu dem ausgewiesenen Preis nicht verkaufen wrde. Sie wollte mir nicht glauben. Daher hat sie es mir nicht verkauft. Und wer hat wieder Recht gehabt?

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Die Jungs machen mir immer mehr Angst. Man braucht gar nicht mehr Rollenspielen oder Saufen, um sie in hchste Aggressions- und Widerlichkeitsverzckungen zu bringen. So kommentierte zum Beispiel Joachim eines von Harms Computerspielen mit den Worten „Zerr ich raus und knall ihn ab wie einen rudigen Hund“ und vor Glck leuchtenden Augen.

Nebenbei warf man Hannes vor, er wrde Christina Aguilera schon wieder zu schmutzig finden, was ihn sehr entrstete. „Nie im Leben hab ich sowas gesagt!“

Dann wartete die Allgemeinheit aus irgendwelchen Grnden auf das Video der „Cheeky Girls“.
Joachim: „Die Cheeky Girls? Wer ist das denn? Sehen die gut aus?“
Jan: „Nein, die sehen aus wie zwei billige rumnische Nutten.“
Joachim: „Ich habe keine Ahnung, wie billige rumnische Nutten aussehen.“
Jan: „Dann versuch sie dir vorzustellen und genauso sehen sie aus.“

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Zur Feier am Freitagabend (Sonnabendmorgen) gehrt noch nachzutragen, dass ich gelernt habe, dass Frauen bei einem Mann weder zuerst auf den Hintern noch in die Augen schauen, sondern auf die Schuhe. Ich traf nmlich in der Masse die mit Blick nach unten dahintrottende Chefpraktikantin von der Arbeit.

Sie sagte, sie htte mich an meinen Schuhen erkannt.

Mutter und Vadder haben heute ganz spontan ihren 30. Hochzeitstag veranstaltet. Und wenn man dann im Restaurant zusammen am Tisch sitzt, kommen wieder von alllen Seiten die gewohnten Sprche: „Eigentlich habe ich gar keinen Hunger“, „Ich glaube, ich esse heute mal nicht so viel“, „Ich habe schon so viel gefrhstckt“ und so weiter. Furchtbar.

Ach, bevor ich’s vergesse, eine kleine Nachricht an meine „speziellen Freunde“ da drauen: Der Fairness wegen sei euch mitgeteilt, dass ich mehr hre, sehe und wei, als es euch wahrscheinlich lieb ist.

Ich gehe dann auch jetzt mal ein bichen randalieren, wenn’s recht ist.

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Dat Schnste am ganzen Disco-Abend heute war die halbe Stunde Anstehen. Ehrllich. So in der Masse gedrngt. Da lernt man interessante und nette Leute kennen. Und kommt ganz ungezwungen mit ihnen ins Gesprch, whrend man zusammengequetscht Zentimeter fr Zentimeter vorwrts geschoben wird.

Irgendwann ist dann die Phase erreicht, wo die einen sich Rckwrts wenden, weil sie raus wollen aus dem Pulk und die anderen in das Stadium eintreten, in dem sie darin wetteifern, wer den anderen (von entgegengesetzten Geschlecht selbstverstndlich) am billigsten angraben kann. Interessanterweise hab ich verloren. Ist mir noch nie passiert.

War irgendwie richtig Schade, als man da endlich drinnen war.

Naja. Der nchste Reier folgte jedoch stehenden Fues. Ich wurde nmlich Opfer des billigsten und ltesten Tricks aller Zeiten. Ich stehe an der Theke, eine junge Dame luft an mir vorbei und mein (mir unbekannter) Nebenmann kneift ihr im Vorbeigehen in den Hintern.

Prompt dreht sie sich um und zetert mich an, was mir denn einfallen wrde und so. Zum Glck konnte ich das Missverstndnis schnell aufklren, denn sie kannte den beltter irgendwoher und hielt es daher fr plausibel, dass er es gewesen war.

Unter anderen Umstnden htte mein „Er wars“ nmlich auch wie die billigste und lteste Ausrede aller Zeiten wirken knnen.

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Da ich ja nun jeden Donnerstagvormittag Neugeborene ablichte, begab ich mich heute mal wieder ins Krankenhaus „Rheiderland“. Und dort lief mir mal wieder mein aktueller Lieblingszivi Mhne ber den Weg – offensichtlich schlapp und mit dunklen Augenringen.

Frhschicht msste er zur Zeit schieben. Das tte ihm gar nicht gut. Da htte er sich bisher vor drcken knnen. Wann denn seine Frhschicht wre, fragte ich. „Von 7 bis 13 Uhr.“ Ach Gottchen. Nach den Mastben mache ich jeden Tag Frh- und Sptschicht.

Aber er wre schlielich nur Zivi. Da wre das ja schon was. Ich sagte, ich wrde mal meine Beziehungen beim Kreiswehrersatzamt spielen lassen, damit er wegen Faulheit doch noch mal eingezogen wird. Ich wre ja schlielich Feldjger gewesen.

„Neee!“, meinte er ganz schnell. „Ich arbeite ja. Ich…“ Er stockte und fingerte an einem leeren Briefumschlag herum, den er in Hnden hielt. „Ich….“

„…falte Papier“, beendete ich seinen Satz. „Ja!“ rief er schnell aus. „Und ich muss damit jetzt auch weiter machen. Tschss!“ Und weg war er.

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War heute nach Wochen mal wieder beim Sport. Was soll ich sagen? Immer noch die gleichen Leute im Fitnessstudio, die zufllig immer da sind, wenn ich auch da bin (wir erinnern uns: der Opa, der Yuppie…). Aber mittlerweile haben sie sich neue Klamotten zugelegt. Man merkt: Es wird Frhling.

Im Rheiderland, da wo ich arbeite, scheint es einen Hang zur Selbstkritik zu geben. Ich war gestern auf einer Ausschusssitzung der Stadt Weener. Eine Lehrerin referierte kurz ber Hochbegabtenfrderung. Darauf der Brgermeister: „Hochbegabte? Da werden dann sicher keine Politiker von.“ Dazu ein Ratsmitglied: „Stimmt. Dazu muss man nicht sonderlich begabt zu sein.“

In der selben Sitzung ging es um die Frage, ob man versuchen sollte, ein Gymnasium im Rheiderland anzusiedeln. Ein Kollege (selber im Rheiderland ansssig) meinte dazu heute: „Rheiderland und Gymnasium. Das passt irgendwie nicht zusammen.“

Aber nicht, dass jetzt gesagt wird, ich htte das behauptet.

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Ein gutes Beispiel dafr, wie Rollenspielen die Welt verbessert: Ich traf gestern Lars Klinkenborg, der Spielleiter bei meiner alternativen Redakteus-Rollenspielrunde ist. Er war vom Kollegen Kai-Uwe neulich etwas unvorsteilhaft abgelichtet worden und in der Zetung erschienen.

Unter normalen Umstnden htte Kai-Uwe dafr wohl real auffe Fresse bekommen. In diesem Fall hie es dann aber nur von Lars: „Ich werde mich als Spielleiter an seiner Spielfigur rchen!“

Besnftigen konnte Lars auch die Tatsache nicht, dass er noch Glck gehabt hatte, weil er eigentlich mit diesem Bild (er hatte da eine Art Duschhaube auf) in Farbe auf Seite 1 erschienen wre und nur des Krieges wegen schwarz-wei auf die Seite 3 gerutscht war.

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Mich hat es gestern unter widrigen Umstden zu meiner Kusine nach Augustfehn verschlagen. Da hat man mich dann Abensds in die ansssige Disco verschleppt. Wat soll ich sagen? Gute Musik, billige Getrnke, nettes Ambiente… Frage mich nur, warum da so wenig los war.

Zuvor hatten wir eine nette Zicken-Querulanten-Party. Da war jeder einmal dran mit „Ich will nicht“ oder „nee“ oder „will nach Hause“. Spa, sag ich Euch.

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Harms Geburtstagsfeier. Bier, Chips und Krieg. Joachim tat kund, dass der Anblick Jacques Chiracs ihn immer irgendwie an Kinderpornos denken liee. Hilko hingegen entdeckte seine Liebe zur Musik, insbesondere zu dem Opus „Wir fahren in den Puff nach Barcelona“. Die Passage „Lesbisch, lesbisch und ein bisschen schwul“ hatte es ihm besonders angetan.

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Wieder etwas gelernt heute. Als ich nach der Arbeit schlielich geschafft vor meinem Badezimmerspiegel stand, erblickte ein sonderbares Artefakt. Es wirkte wie eine Mischung aus Kneifzange und Eiskugelmachkelle. Ein Objekt aus einer anderen Welt.

Und das ist gar nicht so falsch. Ein Objekt aus der Frauenwelt. Sowas ist in meinem Mnner-Single-Haushalt eigentlich nicht vorgesehen. Das liegt irgendwo zwischen Stilbruch und Strung im Raum-Zeit-Kontinuum. Lotta hatte sich nmlich einige Stunden zuvor bei mir „frisch“ gemacht und dabei dieses Objekt bei mir liegen lassen: Eine Wimpernzange.

Man lernt nie aus.

(Im Ernst: Ist irgendjemandem schon einmal aufgefallen, ob die Wimpern einer Frau mehr oder weniger gebogen sind? Natrlich nicht. Wieder etwas aus dem Kapitel „Es macht mich nicht schner, aber ich fhle mich schner“.)

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Ich habe mich gestern zu etwas hinreien lassen, was ich sonst nicht. Ich habe eine Asozialitt im Straenverkehr geahndet.

Beim Autobahndreieck Leer ist die Geschwindigkeit doch arg begrenzt. Einem klassischen Drngler hinter mir passte das nicht sonderlich und er hing an meiner Stostange. Bei Drnglern gibt es zwei Mglichkeiten. Entweder man lt sie vorbei, um sie los zu sein, oder man piesackt sie. Normalerweise verzichte ich aus Sicherheitsgrnden auf Letzteres, doch diesmal war das anders.

Ich hatte ausnahmsweise Mutters bermotorisierten Audi unterm Hintern und der Drngler nervte wirklich tierisch. Zurck auf der regulren Autobahn berholte ich zunchst einen Laster und wechselte danach wieder auf die rechte Spur. Dann sah ich meinen Freund hinter mir ebenfalls den LKW berholen. Wenn er nun auch auf die rechte Spur gewechselt htte, an mich herangefahren und dann vorbeigezogen wre, htte ich es dabei wahrscheinlich belassen. Aber nein. Er blieb, ohne meine Geschwindigkeit auch nur ansatzweise einzuschtzen, einfach auf der berholspur und wollte mich gleich wie den Laster verheizen.

Das war zu viel. Nun, ich htte einfach den Bleifu machen und davon ziehen knnen. Das htte aber nicht den pdgogischen Effekt gehabt. Nein, viel besser. Die Strae war frei, also hatte ich etwas Demtigungsspielraum. So beschrnkte ich mich darauf, ihn schlicht auf Abstand zu halten. Immer so, dass ich ihn im Seitenspiegel sehen konnte. So musste er diese Lektion schn lange ertragen. Und er qulte und qulte sich, aber seine Mhle hatte keine Chance gegen Mutters Audi. Bei 180 hatte er wohl sein letzte Pulver verschossen, reihte sich schlielich zerknirscht und geschlagen hinter mir ein und fiel sofort zurck. Selber Schuld.

Aber dieser Wagen ist irgendwie ein Phnomen. Ich htte sogar noch Reserven gehabt. Und sobald man im sechsten Gang ist, fhlt sich jede Geschwindigkeit gleich an. Unheimlich.

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Es ist schon ein Kreuz mit dem Geld. Man hat keine Zeit sich darber zu freuen, dass man endlich regelmig was verdient. Kaum ist das Geld da, ist es schon wieder weg.

Nicht nur, dass mein Auto hin ist, repariert werden muss und nebenbei auffllt, dass auch schon wieder Zeit fr den TV ist, nein, auch die Telekom schickt eine gesalzene Rechnung ber fast zwei Monate plus diverser Anschlusskosten. Die eigentlichen Gebhren fr das Telefonieren machen keine drei Prozent der Rechnungssumme aus.

Zudem wundert man sich auf seiner Gehaltsabrechnung, wie es kommt, dass gewissen Abgaben diesen Monat hher als im letzten. Und die Uni hat klammheimlich eine tierische Verwaltungsgebhr pro Semester eingefhrt. Raffzhne, die Nordrhein-Vandalen da unten!

Ich glaube, ich werde meine Sorgen in Champagner ertrnken.

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In der Redaktion: Man unterhlt sich ber eigene und fremde Urlaubserlebnisse.

Redakteur: „Eine Bekannte hat mir neulich erzhlt: Vor dem Flug nach Sdafrika wren Mnnlein und Weiblein erstmal getrennt worden. Dann hat man den Mnnern gesagt: Wenn ihr eure Frauen fix wieder sehen wollt, dann msst ihr erstmal jeder 10 Dollar bezahlen.“
Techniker: „Dem htt ich gesagt: Hier hast du 20 Dollar, behalte sie noch ’ne Stunde lnger.“

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Habe mein Wochenende in Hamburg verbracht. Mit ein paar Freaks von dem eMail Rollenspiel, bei dem ich schon seit ein paar Jhrchen dabei bin. Alle Jubeljahre sieht man die Genossen dann auch mal persnlich.

Zwei hatten sich angemeldet und sind kommentarlos nicht aufgetaucht. Da wissen wir bis heut nicht von, was aus denen geworden ist.

Jedenfalls habe ich eine Menge ber Goldhamster, Inzestdepressionen, Teilchenbeschleuniger, Schraubenschlssel und ber Schmidt gelernt.

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Fein hingebogen. Mhne, der Zivi hier aus dem Rheiderlandkrankenhaus, klagte noch im Winter bei mir darber, was fr einen schei Wagen er doch im Job immer fahren msste. Heute sah ich ihn jedoch mit einem nagelneuen Kleinwagen durch die Gegend flitzen.

„Hat man deine Vorschlge also ernst genommen“, sagte ich. „Nein“, meinte er. Aber er htte krzlich den alten Wagen versehentlich zu Schrott gefahren, deswegen habe ein Neuer her mssen. Und zur Belohnung wurde er auch noch zehn Tage krank geschrieben.

Typisch Zivi.