(Untitled)

Ich hab wieder sonderbar geträumt… Ich habe geträumt, ich wollte mich bei „Rock am Deich“ heimlich durch die Hintertür einschleichen. Kaum, dass ich die Hintertür aufgemacht habe, kommt auch schon einer angelaufen und ruft „Da sind Sie ja endlich“, drückt mir ’ne Gitarre in die Hand und schubst mich auf die Bühne…

Das kann ja was werden heute.

(Untitled)

Wat für ein beschissener Tag! Herrgottsakra! Jetzt hab ich mir auch noch das Bügeleisen auf den Fuß fallen lassen! Zum Glück ist noch alles dran (am Fuß wie am Bügeleisen).

Wie in einem schlechten Comic.

(Untitled)

In der Redaktion:

Ich komme mir vor, wie in einem schlechten Comic. Schon seit dem frühen Morgen hörten wir verdächtige Schritte auf dem Dach über unseren Köpfen. Schließlich kam ein Handwerker bei uns herein geschlurft und meinte, es könne nun „etwas unruhig“ werden. Dann zog er wieder von dannen und das Inferno brach los.

Es krachte und knallte und verschiedene Teile flogen von der Decke. Der Chefredakteur konnte gerade noch seinen Kaffee in Sicherheit bringen. Durch die entstehenden Öffnungen in der Decke linsten einige interessierter Handwerker herein und kommentierten beispielsweise den eiligst mit Plastikfolie abgedeckten Schreibtisch des Kollegen mit: „Schönen Arbeitsplatz haben Sie da.“

Unser Chefredakteur konterte beim Blick durch die gewaltätig aufgerissenen Oberlichter: „Ist das ein Kuhfuß, was Sie da in der Hand haben? Das kenne ich sonst nur aus Polizeiberichten.“

Tja, und seitdem rieselt hier der Putz von der Decke und ab und zu knallt es gefährlich. Wir harren einfach dessen, was da kommen mag.

(Untitled)

Habe mich in den vergangenen beiden Tagen mal wieder unter Leute gewagt. Und die Menschen, die sind ja ein interessantes Völkchen. Da sind zum Beispiel diese Eifersüchteleien. Ich werde nämlich immer wieder Opfer von unzufriedenen Lebensabschnittspartnern, die froh sind, in mir ein Grund für ausgeprägtes Gockelverhalten gefunden zu haben.

So beispielsweise am Freitag in der Disko. Auch wenn das von harmloserer Art war. Dort traf ich nämlich eine Dame, ich eigentlich kaum kenne, die sich aber immer unheimlich freut, wenn sie mich sieht (das war ihrem Freund wohl schon verdächtig). Während wir also ein wenig plauderten, scharwenzelte ihr Freund (der mich im Übrigen nicht wiedererkannte) mit Argusaugen um uns herum und sprang bei verdächtigklingenden Wortfetzen dazwischen („Was? Wer sieht geil aus?“). Hatte einen gewissen Unterhaltungswert, muss ich zugeben

Gestern hingegen feierten Moritz und Frieso ihren Geburtstag. War etwas enttäuschend: Frieso trug zwar ein Kruiden-Shirt, wollte aber nicht so recht Kruiden trinken. Und auch die anderen waren dazu nicht so recht in Stimmung. So haben wir nur anderthalb Flaschen wegbekommen.

Hannes Freundin, das „Vogelnest“, hat Angst vor mir, weil sie wegen meiner Bauchnabelkunst böse Dinge von mir gehört hat. Übelste Verleumdung.

(Untitled)

Mein Chefredakteur hielt heute einen Artikel von mir in der Hand, sah mich skeptisch an und sagte: „Irgendwas vermisse ich an diesem Artikel. Die Fehler! Und die Überschrift ist auch gut. Herr Bosse, was ist los mit Ihnen?“

(Untitled)

Zum ersten Mal seit Wochen habe ich es gestern Abend geschafft, vor 12 Uhr einzupennen. Und was passiert dann? Mein Bruder ruft mitten in der Nacht an, weil er von mir spontan irgendwelche Ideen für irgendwelche Musikvideos haben will.

Nur leider war sein Telefonguthaben abgelaufen, bevor ich richtig wach geworden war.

(Untitled)

Erwähnte ich übrigens, dass im Imbiss nebenan Schnitzelwoche ist? Montag habe ich leider nicht geschafft, meine Portion abzuholen. Aber Jäger- und Ratsherrenschnitzel hab ich schon, heute kommt Hawai, morgen Zigeuner. Ob ich am Wochenende dann noch das Zwiebel- und das Champignionschnitzel schaffe, werden wir sehen.

Lecker, lecker…

Vielleicht schaffe ich ja auch mal zwei Schnitzel am Tag. Ist schließlich nicht jede Woche Schnitzelwoche.

(Untitled)

Das war ein sehr langer Tag. Ich reiße den mal kurz ab. Heute Vormittag haben die Praktikanten endlich mal was anständiges gelernt. Zwar nicht unbedingt das, was geplant war, aber sie haben gelernt: a) wer der Landrat ist b) was ein Landrat ist c) dass man aufsteht, wenn man dem Landrat die Hand schüttelt.

Gegen Abend habe ich meine RZ-Kollegen beim Ossiloop gecoacht. Schon interessant, was alles an Lahmen und Fußkranken eher im Ziel war als meine zwei Spezis. Andereseits war es genauso interessant, was an relativ fit und sportlich wirkenden Typen noch dahinter war.

Aber ich will ja nicht lästern, ich bin ja selber lahm und fußkrank.

(Untitled)

Habe heute den Landrat an der Tanke gesehen. Der hat mit dem Münzstaubsauger seinen Wagen gesaugt. Man sollte meinen, ein Landrat fährt einen dicken Benz oder Audi oder so. Aber nein, er fuhr einen kleinen Seat oder sowas. Verdächtig…

(Untitled)

Eigentlich hatte ich wenigen Tagen den Tag feiern wollen, an dem ich seit vier Wochen nicht mehr auf meine missglückte Landtagskandidatur angesprochen worden bin. Aber diese Rechnung habe ich ohne meine lieben Bundesbrüder in Münster genmacht. Die habe ich gestern nämlich besucht.

Das gab ein Hallo. Naja. Dann warten wir halt wieder vier Wochen. Viel schlimmer war eigentlich auch, dass man meine grauen Haare bemerkte.

(Untitled)

Haben wieder einen Stoß Praktikanten im Haus, seit einigen Tagen. Die sind von anderer Art als die „three Stooges“ von neulich. Nicht weniger anstrengend, aber anders. Wenigstens brauche ich mir keine Sorgen darum zu machen, dass sie unserer Chefpraktikantin auf den Hintern gucken. Dafür haben die sich ne eigene Praktikantin mitgebracht.

(Untitled)

In meinem Computer spukt es. Nachdem ich gestern den Rechner heruntergefahren hatte und ihn dann auch noch vom Stromnetz nahm (!), fing der (vorher nie gebrauchte) PC-Speaker des Rechners an, Geräusche zu machen. Das klang so ähnlich wie eine Polizeisirene, von der Klangfolge her.

Erst als ich den Strom wieder anschaltete (ich fuhr nicht den Rechner wieder hoch), hatte dieses gespenstische Treiben ein Ende. Und da hab ich Zeugen für! (Also kein schlechtes Bier diesmal.)