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Der Praktikant, der ist ganz sonderbar. Der isst nicht (und wenn, dann mal einen Salat und meint, die notwendigen Kalorien kämen vom Dressing), der schläft nicht (deswegen ist er nach eigenem Bekunden auch immer so müde) und der weiß nie was zu sagen, wenn man ihn fragt, was es Neues gibt.

Ich glaube, der ist in echt gar kein Praktikant. Das ist ein Verbrecher, ein Terrorist, ein Schläfer!!! Ach nee. Er schläft ja nie.

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Auch der netteste Kneipenabend kann einem die Nerven rauben, wenn die zwei Gestalten am Nebentisch zunächst eine halbe Stunde lautstark über den Stickstoffgehalt ihres Bieres debattieren, dann eine Weile solche Weisheiten wie „Bei der nächsten Bundestagswahl verkackt die SPD aber derbe“ loslassen und zu guter Letzt auführlich ihre Erfolge und Missefolge bei irgendwelchen Fußball-Bundesliga-Simulationen zum besten geben.

Naja. Man ist ja tolerant. Ob man auch so tolerant wäre, wenn man zufällig eine Knarre unter seinem Tisch finden würde, weiß ich allerdings nicht.

Okay, ich gebe zu, ich drehe etwas am Rad zur Zeit. Das würde dem Hannes alle Ehre machen. Kegeln für Collhusen, sag ich nur.

Und hier stehen immer so Zeugen Jehovas. Jeden Mittag, wenn ich zum Combi gehe, gucken die mich so erwartungsvoll an. Dann scharre ich innerlich schon so mit den Hufen (zumindest mit dem einen, den ich habe) und will irgendwas Abwehrendes sagen. Aber dann lasse ich das immer. Denn die meinen das ja nicht böse, die wollen mich ja nur retten.

Aber ich bin nicht mehr zu retten.

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Konnte gestern hier nix schreiben, weil ich am „Ukkultahon“ meines Bruders teilgenommen habe. Das war eine klassische Uke-Idee: Im Grunde gut, aber schlampig bis gar nicht ausgeführt. Jedenfalls war der „Ukkultathon“ vom allgemein ausgerufenen „Bloggathon“ inspiriert. Dabei sollte an einem Tag (gestern) soviel wie möglich für einen guten Zweck gebloggt werden. Je mehr geschrieben wurde, umso mehr sollte ein Sponsor für den angesprochenen guten Zweck herausrücken.

Dieses Konzept scheiterte zunächt einmal daran, dass es für den „Ukultathon“ keinen Sponsor gab. Nun gut, man kann sowas ja auch aus Jux und Dollerei machen. Desweiteren wurden die zum „Ukkultathon“ eingeladenen Leute nicht so recht instruiert, was sie überhaupt machen sollten. So verschoss beispielsweise Ukes kanadischer Kollege Bob sein Pulver bereits in den Tagen zuvor.

Weiterhin strich mich Uke beleidigt aus der Teilnehmerliste, weil ich das Fehlen eines Sponsors moniert hatte. Erst als ich ihn als humorlosen Knochen titulierte, durfte ich wieder mitmachen. Allerdings war das Projekt von Anfang an zum Scheitern verurteilt, da Uke vor allem seinen Unmut darüber zu Papier brachte, wie langweilig und scheiße alles doch war, weil nix so klappte wie es sollte.

Helge und ich versuchten im Laufe des Vormittags, das Ganze etwas aufzulockern. Helge, der veganische Student aus Greifswald berichtete von sonderbaren Dingen wie offenen Fenstern in Chemie-Hörsälen, wo man mit einem Supersoaker reinschießen konnte. Studentenhumor.

Ich hingegen versuchte es mit etwas mehr eher handelsüblichem Humor: „Was gibt es , wenn man Uke und Helge kreuzt? Einen Studenten, der nach zwei Gläsern Sojamilch strunzendun ist.“ Uke, der uns ansonsten nur mit Trübsal und sonderbaren Links beehrte, konterte mit: „Was ergibt es, wenn man Temmo mit eine Ampel kreuzt? Grau gelb grau.“

Ansonsten versuchte man das Projekt am Leben zu erhalten, indem man einfach ab und zu einfach mal berichtete, was man den gerade trieb. Das reichte auf meiner Seite beipielsweise einfach von der einafchen Feststellung „Mittach!“ bis hin zur der Schilderung meines Einkaufsganges:

„Im Kaufhaus war heute Pubertierendentag. Drei etwa fünfzehnjährige spielten an der Testkasse mit dem Infrarotdingen Laserpistole und konnten es so gar nicht verstehen, warum ich es nicht gut fand, dass sie mir auf die Füße traten. Vor dem Tschiboregal stand eine junger Mann ähnlichen Alter mit offenem Mund vor dem Dessous-Werbeplakat. Eine offenbar amerikanische Austauschschülerin redete die ganze Zeit englich mit sich selber, außer sie musste ihren kelinen Gastbruder anfauchen. Zu guter Letzt stand noch eine Gruppe junger Gangstaz kurz hinter dem Kassenbereich herum. Im Vorbeigehen konnte ich nur aufschnappen: ‚Ey! Hier stehen wir rischtisch. Aus den Kassen kommen ey voll die Schnitten raus. Dir können wir Anbaggern, ey. *glucks*‘ Irgendwie war ich froh, als ich dem Irrenhaus wieder entkommen war.“

Uke schaffte es allerdings, jedes bisschen Motivation bin solchen Einträgen zunichte zu machen: „Ich finde die gefühlte Langweile ist hier wunderbar representativ dargestellt“ oder „Hier kommt grad ein besonders saftiges Stück Langeweile: hmmmm hmmmm hmmmmm.“ Mit solchen Aktionen schaffte er es sogar den chronisch optimistischen Helge die letzte Lust zu versauen. Der freute nämlich schließlich sogar dadrauf, dass es endlich weg musste und nicht mehr teilnehmen brauchte: „ich streiche in ner guten stunde die segel, dann fährt nämlich mein zug. viel spaß noch beim langweilen. ich nehme mir was zu lesen mit in den zug. besser als hier.“

Ich musste allerdings zugeben, dass mir nach den stressigen vergangenen Tagen ein bisschen Langeweile nicht ungelegen kam. Dennoch stellte man immer wieder die Frage Wo ist Bob? Denn Uke war nicht zu ertragen. Beispielhafte Beiträge seinerseits: „Leichte unruhe im magen/darm bereich“, „düdeldüüü“ und „eine kleine Dickmadam“.

Schließlich stieß meine Kusine für einige wenige Beiträge hinzu. So richtig Stimmung brachte sie allerdings auch nicht mit: „Also irgendwie hab ich mir mehr drunter vorgestellt. Mich nervt ja schon allein der Name. Bloggathon. Seit ich dieses Semester eine Hausarbeit über die Bedeutung des Suffixes -athon schreiben durfte. Da hab ich gleich negative Assoziationen.“

Dennoch entfachte sie einen kleinen neuen Inspirationsschub in mir: „Weil Häger schlief und Sega rief, sind wir heut alle negativ“, skandierte ich. Jedoch fel mir dann ein, dass es kein Sega, sondern ein Nintendo war, was Uke sich zugelegt hatte.

Anschließend bemerkte ich das Malheur, keine Schokolade eingekauft zu haben, was mich wiederum zu einem kleinen Gedich inspirierte: „Mal niedriger, mal höher, mal gut und auch Malheur.“ Damit stach ich allerdings ins falsche Nest, denn nun meldete sich Uke wieder mit „nur scheiße, ich sach dir das, NUR SCHEISSE“ zu Wort und stellte fest, er sei wie die biblische Offenbarung.

Dann kam Bob. Endlich. Er erzähle wirres Zeug von billigen Nutten und anderen Begebenheiten und verschwand nach zwei Stunden so schnell wieder, wie er gekommen war. Erfrischende Abwechslung. Dann ging der „Ukkultathon“ langsam zuende. Uke suchte noch jemanden aufzutreiben, der ihn zum Saufen einlud und behauptete, ich würde mir an allem und immer die Hände verbrennen, weil mir das gerade am Sandwichtoaster passiert war. Ich meinte nur, ich würde mir nun einen brennen und als ich den Brand hatte, bat ich darum, nicht die Feuerwehr zu rufen. Damit wars vorbei.

Ukes nachbetrachtende Bemerkung: „Der Spuk ist vorbei und es war extrem blöd. Dabei wars ne gute idee, bin ich immernoch von überzeugt.“

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Dabei hat der Kollege selber einen kleinen an der Waffel. Sein üblicher Spruch ist: „Es ist alles ganz ganz schlimm!“ Und eben faselte es sowas wie „Kamele in Surinam“ und „Andromedare im Sudan“.

Zugute halten muss man ihm allerdings, dass er anschließend bei der Durchsicht diverser Gästebücher, Kommentare und Weblogs feststellte: „Also dein Bruder, Temmo, der muss ja noch schlimmer sein als du.“

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Der Kollege sah mich gerade eine Weile abschätzig über drei Schreibtische hinweg an und sagte schließlich: „Temmo, also manchmal verstehe ich dich nicht.“

Das wiederum kann ich nicht verstehen. Ich bin doch so ein unkomplizierter Mensch.

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Merke: Nicht nur ich träume in letzter Zeit etwas sonderbar.

Frieso: „Hab heut Nacht geträumt, dass die Ratte, die ich gestern Abend noch ein bißchen geärgert hab, mir die ganze Nacht in die Klöten beißt.“

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Mein hochgelobtes neues Kommentarsystem zeigt die ersten Macken. Auch wenn Kommentare abgegeben worden sind, zeigt manchmal weiterhin „Kommentare (nix)“ an. Also nicht wundern und trotzdem reinschauen. Hoffen wir mal auf baldige Besserung.

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Telefongespräche zwischen Frauen sind ja wat Interessantes. Gestern durfte ich einem solchen Gespräch beiwohnen. Zwar bekam ich nur die Hälfte mit (die andere Hälfte saß ja nicht neben mir), aber das war auch so schon recht aufschlussreich.

Eigentlich ging es nur um eine kurze Absprache. Zunächst musste allerdings das Problem der richtigen Nummer gelöst werden („Hmmm… Handy? Telefon oben? Telefon unten? Ich ruf aufm Handy an. Welche Nummer hat sie da doch gleich? Ach nee, ich hab die Nummer ja im Kopf. Weil sie hat ja mein altes Handy, seitdem sie ihres ins Hafenbecken geworfen hat.“)

Nachdem das also geklärt war und man die Gesprächspartnerin erreicht hatte, folgte als erstes ein fünfminütiger Austausch der neuesten Neuigkeiten. Das geht bei Frauen ganz automatisch, hab ich das Gefühl. Da können die gar nichts gegen machen. Das ist das gleiche Prinzip wie bei zwei Computern, die sich erstmal gegenseitig updaten, wenn sie aneinander angeschlossen werden.

Anschließend folgte die angestrebte kurze Absprache. Aber auch die kann nicht ohne kleine Komplikationen vonstatten gehen und findet im Prinzip auch kein zufriedenstellendes Ende. („Falls ihr vorbeikommt und ich schlafe noch, dann müsst ihr eben anrufen. Aber auf meinem Zimmertelefon, nicht auf dem Handy. Das habe ich nachts jetzt immer aus, weil das so ungesund ist. Das predigt mir meine Mutter zwar schon seit Jahren, aber jetzt, wo mein Freund das sagt, mach ich das auch.“)

Abschließend wurden die Informationen, die man Anfangs gesammelt hatte, verarbeitet und die Ergebnisse noch einmal ausgetauscht. Der Nichteingeweihte schnappte eigentlich nur ein paar klischeehafte Wortfetzen auf („Was? Der ist ja doof.“ „Will die jetzt doch was von ihm oder was?“ „Willst du morgen bei mir schlafen?“) Diese Phase kann sich lange hinziehen, aus Rücksicht auf mich wurde sie allerdings bereits nach relativer kurzer Zeit beendet.

Termo ist also wieder um eine Erfahrung reicher und ein kleines Schrittchen näher am Status „Frauenversteher“. Danke.

Außerdem hat mich gestern Abend eine Frau bekocht. Das ist mir schon lange nicht mehr passiert.

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Wat’n Wetter. Es ist so schwül, dass man in dem Moment wieder vollkommen nassgeschwitzt ist, wenn man aus der Dusche kommt. Nicht mal dieses Mödergewitter hat da draußen Abhilfe geschaffen. Jetzt ist alles zwar nass draußen, aber schwül ist es trotzdem noch.

Vadder hat einen neuen Job: Er ist Bademeister. Von seinem Vogel Schröder. Nicht, dass er das vorher nicht war, aber nun bezeichnet er sich so. „Hallo Schrödi! Der Bademeister ist wieder da“, ruft er, während er mit der Gieskanne zum Käfig tänzelt, und das Federvieh mit Wasser bespritzt. Ein Schauspiel.

Gestern war große Geburtstagsparty von Nina. Es sollte eine große exzessive Bauwagenpary werden. Da es zu warm war, ist aber keiner in den Bauwagen gegangen. Und exzessiv war nur ich. Und das lag auch nur daran, weil man mir eine Wurst geklaut hat. Ich hatte nämlich hungrigerweise auf den fast heruntergebrannten Grill noch ein paar Würstchen aufgelegt und sie mit großer Geduld gegart. Dann war ich einen Moment unaufmerksam und prompt fehlte eine Wurst.

Alles Verbrecher! Und Hilko, Harald und Moritz haben schadenfroherweise den Dieb auch noch gedeckt, bis mein destruktiver Zorn verraucht war. Schade. Ein kleines Massaker hätte dem ansonsten sehr netten Abend noch die richtige Note verpasst.

Schließlich hab ich im Zelt gepennt. Sonderbarerweise schlafe in Zelten immer am besten. Vielleicht sollte ich die Wohnung kündigen und in ein Zelt ziehen. Ich geh zum Zirkus oder so. Naja, mein jetziger Arbeitsplatz hat auch schon ne Menge von einem Zirkus. Und das Kuriositätenkabinett sind unsere Kunden.

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Gestern mussten Mutter und Vadder erfahren, dass ihr Urlaub wegen Niedrigwassers abgesagt worden ist. Mutter war entsetzt, weil sie ausnahmsweise einmal schon frühzeitig gepackt hatte. Vadder hingegen lachte sich heimlich ins Fäustchen und weigerte sich auch prompt, irgend einen Ersatzurlaub anzutreten.

Ist vielleicht auch gar nicht so schlecht. So bleibt es mir erspart, im Zweifelsfalle diesen Psychopathenvogel Schröder in meine Obhut nehmen zu müssen. Seit neuestem fliegt er ja nicht mehr durchs Haus, sondern er spaziert. Per pedes apostolorum, wie der Lateiner sagt. Vielleicht sollte Vadder den Vogel anleinen und mit ihm Gassi gehen.

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Nach der Arbeit beschloss der von der Hitze etwas angegarte Termo spontan, sich noch ein wenig an den See zu hocken und auszuspannen. Dort traf der Termo den jungen Groeneveld, der da ebenfalls herumlotzte. Termo hatte gerade mühsam seinen Liegestuhl aufgebaut, als der junge Groeneveld ihn auf einen Umstand aufmerksam machte: „Pass auf, es sind ‚ ne ganze Menge Gangstaz heute hier.“

Und der Termo sah sich um und wahrlich: Eine ganze Menge Gangstaz. Termo hätte fast die Polizei gerufen. Yo.

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Gestern war ein Tag der vielen kleinen sonderbaren Begebenheiten, Zufälle und Synchronizitäten. Dabei war es noch das Harmloseste, dass Lottas und meine Uhr offenbar auf die Sekunde genau gleich gehen (und keine Funkuhren sind). Das stellten wir jedenfalls fest, als wir die Sekunden zu Ninas Geburtstag herunter zählten.

Dazu gab es noch das Antreffen von Personen, über die man gerade gesprochen hatte, das gleichzeitige Eintreffen von zwei unabhängigen Emails zum gleichen Thema, Doppelgänger, unheimliche Autokennzeichen und und und… Das würde jetzt den Rahmen sprengen. Aber sonderbar ist es doch.

Wahrscheinlich steht gerade der Mond im achten Haus den Wassermanns oder so.

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Mein Tag schien gerade unspektakulär zu Ende gehen zu wollen, da klingelte es und er Hilko und der Bücklinger standen vor der Tür. Und so ein kleiner Bummel zu dritt durch die Stadt an einem lauen Sommerabend hat dann irgendwie etwas von einem Episodenfilm.

Sei es zunächst der Banküberfall. Wir näherten uns der Volksbank, Hilko drehte sich plötzlich zu uns um und sagte: „Temmo steht Schmiere, ich nehm den Schalter und Floris die Automaten!“ Floris darauf: „Hilko, die Bank hat schon zu!“ „Na und? Wir sind noch nie von unserem Muster abgewichen und das machen wir jetzt auch nicht!“

Dann zeigte uns Hilko, wie er mit seiner Bankkarte (Zitat) „jede Tür knacken kann“ und zog sich schließlich Geld am Automaten. Die vorbeilaufenden Leute sahen uns etwas sonderbar an, ob des veranstalteten Spektakels. Insbesondere, als Hilko sich auf sein vor der Bank fest verankertes Fluchtfahrrad setzte und mit verbissenem Gesicht versuchte, zu „entkommen“.

Nächste Station: Kochlöffel. Von unserer Position hatten wir besten Blick auf zwei junge Mädels, die auf einer Sitzbank herumlungerten. Schließlich kamen zwei Gestalten, die sogar für fieseste Punks zu schmutzig waren und quatschten die Mädels so lange an, bis diese offenbar angewidert die Bank räumten. Auch ne Möglichkeit, an einen Sitzplatz zu kommen.

Anschließend versuchte Floris ebenfalls, einer Bank etwas zu entlocken. Er scheiterte jedoch bereits am Kontoauszugsdrucker. Dann bewegten wir uns in Richtung „Schöne Aussichten“. Wir sahen alle sehr unrasiert und abgerissen aus und dachten, da könnten wir die feine Gesellschaft ein wenig aufmischen. Wir entschlossen uns jedoch dann, nicht hineinzugehen. Der Anblick des entsetzten Kellners, der uns anmarschieren sah, war uns ausreichend Genugtuung.

Der Gang am Hafenufer entlang offenbarte erstaunlich wenige radalierende Jugendliche. Man hatte sogar Gelegenheit, noch ehm mit zwei bekannten Mädels zu schäkern, die sich am Wasser niedergelassen hatten. Das irritierte meine beiden langhaarigen Begleiter allerdings ein wenig, so dass wir weiterschlenderten.

Dann entdeckte Hilko eines der „Leer vör hunnert Jaar“-Schilder (oder so ähnlich) und hielt es wegen seiner Form und seiner Position unter einer Litfassäule für ein Rednerpult. Er hatte schon zu einer feurigen Rede angesetzt, als er seinen Irrtum bemerkte. Aber ein „Speaker’s Corner“ ist es, was Leer fehlt.

Letztendlich gelangten wir wieder zu meinem bescheidenen Heim, wo wir zum Abschluss darüber dikutierten, wo der Unterschied zwischen Schwaben und Badenern ist und oder die Badener wirklich so heißen oder gar Bader oder Badenser.

Mit wenig Aufwand einen Tag gerettet. Schön.

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Ich habe das Gefühl, dass ich mich ernsthaft mal wieder um einen Platz in der Klapsmühle bemühen sollte. Ein Kollege schickte mir heute nämlich eine Email. Er hätte nicht ganz verstanden, was ich ihm mit der Nachricht letzte Nacht sagen wollte.

Ich ganz verwundert: „Was denn für eine Nachricht letzte Nacht? Ich habe dir nichts geschickt.“

Nun, es stellte sich jedoch heraus, dass die Nachricht zweifelsohne von mir war. Und sie war auch in der Tat reichlich blödsinnig. Nur daran, dass ich sie geschickt habe, kann ich mich beim besten Willen nicht entsinnen.

Und wenn ich recht überlege, kann ich mich auch gerade nicht daran erinnern, wie ich gestern ins Bett gekommen bin…

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War heute mal wieder zuhause aufm Fehn. Alles ist wie immer: Vadder erklärt mir, wie ich meine Arbeit zu machen habe („Du musst Dieunddie Ergebnisse wissen“) und erkennt nach eigenen Angaben, dass sein Vogel ihm durch Kopfschütteln mitteilt, dass er nicht in den Urlaub fahren soll. Mutter stellt mal wieder aufs Neue fest, ich wäre „behaart wie ein Äffchen“ und nennt mich fortwährend „Uke“. Uke selber hingegen macht seinen Rechner kaputt (der in dem Moment wieder funktioniert, wo ich den Raum betrete) und gibt mir allerlei Ratschläge, beispielsweise wie ich meinen Urlaub am besten zu verbringen habe und dass ich mir mit einer Orgon-Pistole auf den Kopf schießen soll, um meine Kopfschmerzen loszuwerden.

Und der Tag gestern war total Für die Katz. Vormittags lange geschlafen, nachmittags notgedrungen noch ein Nickerchen gemacht und abends, als ich schon geduscht und zum ausgehen fertig angezogen war, auch noch vor dem Fernseher für ein paar Stündchen eingepennt. Vom Tage und von der Nacht blieb irgendwie nicht viel übrig.