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Der olle Hilmar ist auch hier und sieht aus wie ein Fred Durst für Arme. Apropos: Für Limp Bizkit brauche ich schon wieder so nen extra Foto-Vertrag. Ein Bürokratenhaufen ist das hier… Himmel, Arsch und Zwirn!

Lotta ist draußen ständig auf Autogramm-Jagd und verpasst dementsprechend die ganzen Prominenten hier im VIP-Bereich.

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Wat für eine Schlacht. Mir tut alles weh. Aber die Recherche muss ja nun eben nicht nur aus dem Fotograben stattfinden, sondern auch an Ort und Stelle, also in der tosenden Menge. Zu meinen Wehwehchen, die vom Hardcore-Gepäck-Schleppen stammen, habe ich nun also auch noch diverse Kriegsverletzungen aus den Konzerten.

Sehr stolz bin ich dabei auf meine Brille und meinen Fotoapparat. Die haben diverse Schläge, Tritte und Quetschungen weitaus besser überstanden als meine Wenigkeit.

Der VIP-Neid ist hier im Übrigen sehr ausgeprägt. Man warnte uns im Fotograben sogar davor, zu nah an die Zuschauer heran zu gehen. Die würden einem mit Vorliebe die Fotopässe vom Hals reissen.

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Bin nun also auf dem tErrEMoto-Festival in Weeze. Das war wieder ein Kampf. Zwar konnte ich als VIP die Menschenmassen umfahren und habe mit Birte jemanden dabei, der mir allerlei Unwegsamkeiten vom Leib hält, jedoch war gestern nicht mehr viel mit nem „netten Abend“.

Ich habe nämlich Jelena und Lotta tief in der Nacht geholfen, ihre Sachen vom Auto zum Zeltplatz zu bringen. Allerdings lag dieser drei Kilometer entfernt. Zudem waren die Mädels überreichlich mit Gepäck bestückt. Außerdem verabschiedeten sich sehr bald die Rollen an Jelenas Rollen-Koffer, was zu einem erheblichen logistischen Problem wurde. Und schließlich waren Lottas und Jelenes Kollegen so nett, uns NICHT entgegen zu kommen, beziehungsweise erst, als wir eh schon fast da waren. Faules Pack. Die kauf ich mir bei Gelegenheit.

Naja, von der Schlepperei tut mir alles so weh, dass ich kaum meinen Arm zum fotografieren heben kann. Und dabei muss ich hier doch noch für meine Reportage recherchieren. Mal schauen, was hier noch passiert.

Ach ja, vielleicht muss ich die Kommentarfunktion in den „Taten“ wieder entfernen. Hier wird mir entschieden zu viel unter falschem Namen kommentiert.

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Waren gerade noch eben auf dem Alstervergnügen, Lotto King Karl gucken und so. Da haben wir so nebenbei den Freund von Philine (spitzen Name, im übrigen) getroffen. Philine, das ist die mit der „Stadtrundfahrt“.

Jedenfalls sagt der Freund: „Du bist also der Ostfriese, von dem Philine erzählt hat.“ Ich sag: „Wat hat sie denn so erzählt?“ Er sagt: „Sie meinte, in ihrem Kurs gibt es einen Ostfriesen, der immer Sprüche klopft und sich über die Großstadt lustig macht.“

Es ist halt schwer, über den eigenen Schatten zu springen.

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Noch zwei Nachträge zu Sonja-Tag: Sonja meinte, ich hätte mich verändert. Ich wäre redseliger geworden. Bin ich redselig?

Weiterhin fragte ich meinen Zimmergenossen heute noch einmal, ob es für ihn in Ordnung war, dass ich sie einfach so mitgebracht hätte. „Kein Problem“, meinte er. „Denk nur nächstes Mal daran, mir auch eine mitzubringen.“

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Es läuft sich langsam warm hier. Ich schlafe zwar äußerst schlecht (weil es hier spukt, das wäre was für Hannes), aber ansonsten ist es doch recht lustig. Dienstag Abend haben wir alle hier vom Kurs so einen gemeinsamen Umtrunk genossen. Das war an sich schon sehr nett, am besten war aber hinterher die Rückfahrt.

Das Mädel, das uns mit ihrem Wagen wieder zurückfuhr, kannte sich zwar aus, aber dann auch nicht so richtig. Das bescherte uns zu später Stunde eine nette kleine Stadtrundfahrt. Aber Respekt: Wenn ich in der Großstadt Auto fahre und mich dann verfranze, dann sitze ich immer schweißgebadet und entnervt hinterm Steuer. Sie blieb cool. Naja, ich bin eben ein hoffnungsloses Landei.

Gestern habe ich mich mit meiner alten Kollegin Sonja getroffen. Schließlich verquatschten wir uns in einer Kneipe am Kiez ein wenig und sie musste feststellen, dass ihr letzter Bus bereits abgefahren war. Ich bot ihr an, dass sie bei mir schlafen könne. In den Zimmern hier gibt es extra eine Übernachtungsmöglichkeit für Gäste.

So weit so gut. Der nächste Morgen brach an und wir saßen am Frühstückstisch, da betrat mein Zimmergenosse den Raum und wurde Sonjas ansichtig. „Oh“, sagte er. Mir hingegen fiel nur der dümmst-mögliche Satz für diese Situation ein: „Ich kann dir das erklären…“

„Du brauchst mir nix erklären“, meinte er jedoch nur grinsend und ging wieder. Das gibt wieder ein Gerede hier…

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Da bin ich nun. In Hamburg. Beim Volontärsseminar. Scheint ein ganz netter Haufen zu sein. Nur bin ich der einzige, der mit einem anderen Kerl am Tisch sitzt. Alles anderen sind so nach „Männlein – Weiblein“ aufgeteilt. Nix gegen den Kollegen neben mir, aber was denken die wohl von mir…

Außerdem bin ich so platziert worden, dass ich dem Dozenten genau gegenüber sitze, also bei jedem Beispiel herangezogen werde. Wie häufig heute das Wort „Rheiderland“ gefallen ist, weiß ich schon gar nicht mehr. Aber mich störts nicht. Ostfriesischer Kulturimperialismus.

Und im Essen schnorren bin iach nach wie vor, ab absichtlich oder nicht, auch ganz groß. Gestern habe ich zum Beispiel bei Birte, Uli und Janneke sehr fürstlich gespeist.

Ach ja: Zwei Jahre „Termos Taten“. Trinkt einen auf mich. Oder zwei. Oder drei.

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Ich bin’s nochmal. Vor der Abreise. Mutter nutzte die Gelegenheit, wo cih hier eh alles mögliche aus der Wohnung räumte, um hier mal „anständig sauber zu machen“. Beim STaubsaugen ging sie allerdings recht ungestüm vor. Als einen Mehrfachstecker mit dem Saugkopf zur Seite schleuderte, knallte es plötzlich, Funken sprühten und alles ging aus. Ich hatte schon befürchtet, die hätte in der ganzen Straße einen Stromausfall verursacht. Oder im Nord-Osten der USA. Aber glücklicherweise habe ich mit ein paar fachmännischen Handgriffen die Lage bereinigen können. Gut, dass ich so ein fähiger Mensch bin.

Just rief mich Helge an. Ist mir noch nie passiert. Dabei wollte er nur wissen, wo Uke ist. Ein Kollege fürchtete nämlich, dass bei Ukes Abwesenheit eine Partie beim Ostfrieslandspiel verloren geht. Aber keine Panik: Uke ist wieder online. Auch das habe ich mit ein paar fachmännischen Handgriffen hinbekommen. Ich bin schon ein toller Hecht.

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Nachdem die letzten Tage alles andere als optimal verlaufen sind, mache ich mich nun auf ins Exil. Weit weg. Nach Hamburg. Vier Wochen.

Und wer weiß? Vielleicht ist da ja der heilige Gral? Oder zumindest das goldene Vlies.

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Wir erinnern uns: Der Termo war vor wenigen Wochen auf einer Silberhochzeit. Man hielt mich für einen Mafiosi. Hab ich zumindest gedacht. Heute war ich nämlich mal wieder beim Silberpaar und hörte, was man sie tatsächlich über mich gefragt hat: „Wat is dat’n för’n Pastoor?“

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Apropos Joost: Angesichts meiner nicht hundertprozentig von Erfolg gekrönten Gralssuche erdreistete sich Joost zu behaupten: „Was für ein Glück. Ein unsterblicher Bosse wäre einer zu viel.“

Unverschämtheit.

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Mir ist gerade der Joost in der Stadt über den Weg gelaufen. Der wollte sich da mit einer jungen Dame treffen. Das interessante an der Sache ist: Das Mädel gehört zu dem, was ich „ein Gespenst aus der Vergangenheit“ nennen würde (ohne das negativ zu meinen). Joost muss die irgendwie in Hamburg kennengelernt haben.

Damals jedenfalls, wir müssen alle so 16 oder 17 gewesen sein, gehörte sie zum „erweiterten Party- und Bekanntenkreis“ meine Umfelds. Wir hatten eigentlich nie so richtig wat miteinander zu tun, aber man kannte sich halt. Und es gab sie auch immer nur zu zweit mit ihrer Freundin. Das waren so die Zeiten der ersten üblen Kruiden-Feten in Jens Schuppen, des gemeinschaftlichen Suffs in Hilrichs Scheune oder des Sticki-See-Exzesses im großen Stil.

Und nu kommts: Immer wenn Joost sie auf diese Zeiten anspricht, dann bekommt sie, wie er sagt „Tränen in die Augen“ und macht dicht. Schämt sie sich etwa ihrer Vergangenheit? Ich glaube auch, sie war mit irgendjemandem aus meinem näheren Bekanntenkreis zusammen. Oder war das ihre Freundin? Himmel, ist das lange her. Ich schätze, es ist an der Zeit, die Fotos an jener Epoche meines Daseins und Schaffens wieder an die Oberfläche zu holen. Fragt sich nur, wo ich die gelassen habe.

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Hannes langweilt sich im Moment ein wenig. Das ist aber gar nicht so schlecht, denn dann kommen ihm die besten Ideen. Demnächst möchte er zum Beispiel mit Hilko und mir auf Geisterjagd gehen, irgendwo im tiefsten wymeerster Moor oder so. Das könnte höchst interessant werden. Allerdings wies Hannes darauf hin, dass er nicht sonderlich medial veranlagt sei. Ich glaube jedoch, er hat das nur noch nicht richtig gemerkt.

Diese Pläne schmiedeten wir im Rahmen eines gemütliche Zusammenseins im Hause von Hannes Freundin. Und da war auch so ein Mädel, die irgendwie mit der verwandt und nicht wirklich von hier war. Jedenfalls fragte die uns dann irgendwann, ob wir tatsächlich unsere Freizeit mit sowas (Geisterjagen und so) verbringen oder ob wir sie nur verarschen würden. Als ich ihr dann jedoch mitteilte, dass ich mir extra Urlaub genommen hatte, um den Gral zu suchen, war sie von unserer Ernsthaftigkeit und unserer Geisteskrankheit überzeugt. Dabei sind wir ganz normale Leute, besonders ich.

Hannes Freundin Angelika mag es im übrigen nicht, wenn man sie „Vogelnest“ nennt. Das habe ich aber nur mal getan, weil ich immer etwas länger brauche, bis ich mir Namen merken kann. Und außerdem kam der Ausdruck damals von Hannes selbst. Aber ich meine das ja eh nicht abwertend, sondern als Wertschätzung ihrer etwas außergewöhnlichen Frisur. Ich kannte mal jemanden, der stand unter Naturschutz, weil in seiner Haarpracht angeblich ein paar Eulen hausten.

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Wegen diverser Nachfragen bitte ich darum, den weiblichen „Schnittentanz“ nicht mit dem männlichen „Asi-Dance“ zu verwechseln.

Aber ich bin kein großer Tänzer, nur ein aufmerksamer Beobachter. Daher bitte ich darum, weitere Detailfragen an berufenere Leute zu stellen.

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Da bin ich wieder. Habe mich ein wenig in der Weltgeschichte herumgetrieben. So habe ich beispielsweise in den Pyrenäen den Gral gesucht. Zugegebenermaßen habe ich ihn nicht gefunden, aber ich denke, da befinde ich mich in bester Gesellschaft. Mir fallen auf Anhieb nur vier Personen ein, die den Gral überhaupt gefunden haben: Sir Galahad, Sir Perceval, Sir Bors und Indiana Jones.

Die meisten, die sich da in der Gegend herumtrieben, suchten allerdings eher ganz profan den Schatz, der da irgendwo liegen soll. Sei es der Westgotenschatz, der Katharerschatz, der Templerschatz oder was auch immer. Besonders lustig war dieser Engländer, der sich in der Touristen-Information in Rennes le Château herumtrieb. Er erzählte, er hätte alle Bücher über den Schatz gelesen und wüsste alles ganz genau. Und dann wollte er wissen, ob man eine Karte kaufen könne, auf die ganzen wichtigen Lokalitäten bezüglich des Schatzes eingezeichnet wären. Das nenne ich mal einen wahren Abenteurer.

Apropos Abenteurer: Gegen Ende meiner Reise machte ich einen Abstecher in den Odenwald, um Carolin zu besuchen. Als sie meiner ansichtig wurde, meinte sie verundert zu mir: „Du siehst irgendwie safari-mäßig aus.“ Sah ich natürlich nicht, aber das war eben der Hauch von Abenteuer, Geheimnis und Draufgängertum, der mich umweht.

Aber nicht nur Carolin habe ich besucht, sondern auch den Bittlinger, genannt Floris, in Freiburg. Weil ich mich sowieso im Elsass herumgetrieben habe, machte ich halt einen kleinen Sprung ins Badische. Und da habe ich auch wieder eine Menge netter Leute kennengelernt. Der Floris, der wohnt da nämlich in so einer WG. Und ich habe, glaube ich, bis heute nicht so ganz begriffen, wer von denen da nun fest wohnt und wer da nur dauerhafter Gast ist. Naja, so oder so nette Leute. Süddeutsch hin oder her.

Kea habe ich da auch getroffen. Das war schon allein deswegen vorteilhaft, da sie bei der einen Party, wo wir gewesen sind, mit dem Ausschank betraut war. Das brachte mir kübelweise Rum zu maßvollen Preisen ein. Weiterhin zeigte mir Floris diverse Etablissements, in denen er so seine Abende verbringt. Und da gibt es so einen Laden, der eindeutig in die Kategorie „übler Schuppen“ fällt. Das interessanteste war da eigentlich nur, dass die Mädels da selbst zum übelsten Metal den Schnittentanz vollziehen. Das hatte ich zuvor noch nicht gesehen.

Weiterhin habe ich viele Erfahrungen mit dem interkulturellen Autofahren gemacht. Merke also: In Frankreich fährt man auf den Autobahnen entspannt und Rücksichtsvoll und in Deutschland fährt man asozial. Und das ist unabhängig von der Nationalität. Die Deutschen fuhren in Frankreich ebenso gut wie die Franzosen in Deutschland scheiße fuhren. Auszusetzen ist bei den Franzosen allerdings der Hang, bei jeder Witterung und Lichtverhältnissen mit Abblendlicht zu fahren. Außerdem gibt es da einen Kreisverkehr neben dem anderen und um jeden Preis. Selbst, wenn der Kreisel nur je eine Ein- und Ausfahrt hat.

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Hatten gestern mal wieder ein kleines Häuptlingstreffen. Die eigentlichen Häuptlingsinterna waren zwar auch sehr interessant, aber besonders lustig wurde es, als ein Häuptlingskollege seine Bundeswehrgeschichten zum besten gab. Die Quintessenzen seiner Ausführungen waren: „Ich hab den kleinsten Schwanz, also habe ich am meisten zu sagen“ und dazu als Präzisierung: „Meiner ist zwar nicht lang, dafür aber dünn.“

Weiterhin: Amerikaner haben Angst vor deutschen Maschinengewehren, Frauen bei den Bundeswehr sind zwar Kampflesben, haben aber nach kurzer Zeit den „Bauch voller Arme und Beine“ und wer für sieben Tage in den Bau gesteckt wird, hat kein Recht auf einen Anruf bei seinem Anwalt.

Das erinnert mich an meine Bundeswehrzeit.

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Nachdem ich in der letzten Nacht meinen gesamten nicht-alkoholischen Getränkevorrat gekillt hatte (gut und gerne vier Liter), fiel heute morgen meine Armbanduhr der Affenhitze zum Opfer. Und zwar kurz nachdem ich aufgestanden war.

So dachte ich auch nach dem Duschen mit einem Blick zur Uhr: „Oh. Bosse, liegst ja gut in der Zeit.“ Daher ließ ich mir Zeit – und durfte schließlich ohne Frühstück überhastet das Haus verlassen. Konnte also kein guter Tag werden.

Aber ich hab nun ein paar Tage Urlaub. Und den habe ich standesgemäß mit einem Döner eingeläutet. Habe da nämlich einen schönen schmierigen Laden entdeckt…