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Hach, wat musste ich gestern lachen: Bei der Sichtung einer alten Aufzeichnung durfte ich noch einmal miterleben, wie Lotta mir ernsthaft erklärt, dass Email-Würmer auf ihrem Rechner die Programme auffressen. Wunderbar.

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Trostlos. Ich habe gestern meinen Geburtstag ganz alleine nachgefeiert. (Alleine, abgesehen von ein paar Bier, einer Tüte Chips und meiner virtuellen Musikbox. Habe ehrlich gesagt schon schlimmere Parties erlebt.)

Dafür hab ich heute einen Elbsegler bekommen.

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Wat für ne Qual gestern wieder. Ausschusssitzung. Über vier Stunden. Der Großteil der Zeit wurde allerdings mal wieder mit sinnlosem Gequatsche verbracht. Man wiederholt sich gerne in der Politikbranche.

Glücklicherweise hatte der Kneters, der alte Kollege vom Sonntagsreport, genau die gleiche schlechte Idee und war auch da. So konnten wir uns die Zeit mit TicTacToe und Galgenmännchen vertreiben. Ansonsten hätte ich mir wahrscheinlich selber den Strick genommen.

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Habe entdeckt, dass ich auf der Gallimarkt-Postkarte zu sehen bin, die ich gestern auf der Pressekonferenz zugesteckt bekommen habe. Nicht größer als ein Stecknadelkopf, aber deutlich zu erkennen. Und neben mir der Kollege Jan Engelberg, wenn ich das richtig erkenne. So wird man berühmt.

Heute stand in der Konkurrenz-Zeitung (die ich ja sonst nicht loben will) ein Artikel über Hamburger Tee-Verkoster, die sich regelmäßig ostfriesisches Leitungswasser für ihren Tee schicken lassen. Dies sei eine Mahnung an alle meine Volontärskurs-Kollegen, die mir diesen Umstand nicht glauben wollten…

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In der Redaktion:

Wir bekamen per Email einen Leserbrief, der eindeutig zu lang war. Der Urheber machten wir darauf aufmerksam und baten ihn, sein Werk zu kürzen. Daraufhin kam folgende Mail:
„Sehr geehrte Redakion.
Kürzen ist wie das Beschneiden der Seele.
Gruß.“

Da musste natülich reagiert werden. Mein Kollege antwortete daher folgendermaßen:
„Hallo,
es heißt aber auch: In der Kürze liegt die Würze.
Mfg.“

Eine neuerliche Email des Leserbriefautors ließ natürlich nicht lange auf sich warten:
„Liebe Redaktion,
im Prinzip ist das richtig. Es heißt aber auch:
Einen Gedankengang nicht ausgeführt,
hat schon manchen blamiert
(wenn zu viel gekürzt wird).
Gruß.“

An stumpfen Weisheiten sind wir hier in der Redaktion allerdings nicht zu überbieten, daher unsere Antwort:
„Moin.
Bedenken Sie aber, dass auch folgendes gilt:
Die Fähigkeit, sich kurz zu fassen, verlängert das Leben um das Doppelte.
Wir wünschen Ihnen ein langes Leben.
MfG.“

Danach haben wir nichts mehr gehört…

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Meine Güte. Vergangene Woche saß ich noch in Hamburg in der Chefetage des Spiegels auf dem Stuhl von Stefan Aust und heute muss ich schon wieder zum Seniorennachmittag nach Kirchborgum.

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Meine Fresse. Ich brauche jetzt eigentlich schon wieder ein paar Wochen Urlaub.

Noch vor Dienstantritt teilte man mir aus Richtung der Redaktion mit, wat für lästige Arbeiten schon wieder auf mich warten. Diverse Leute geben mit Vorliebe mir die Schuld dafür, dass bei ihnen irgendwas nicht klappt und zudem steckt mir noch die arbeitsreiche vergangene Woche in den Knochen. Außerdem bin ich deprimiert, weil ich Kollegen vom Volontärskurs nicht missen mag. Und kränkeln tu ich auch noch etwas.

Das kann ja wieder heiter werden. Ich mache bestimmt kein Auge zu heute Nacht.

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Eine Geburtstagsfeier bei einem Kollegen aus der Redaktion, eine Geburtstagsfeier in der Familie und nullkommanix bin ich wieder in das gesamte Elend meiner Prä-Hamburg-Existenz vollkommen integriert.

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Es hat gestern böse geendet. Allerdings weniger für mich. Aber ums kurz zu machen:

Wie aus dem vorhergehenden Eintrag ersichtlich ist, war ich so gegen halb 11 Uhr abends ziemlich dun. Das hatte die Ursache, dass ich auf der Abschlussparty meines Volontärskurses zunächst ziemlich zugeschlagen hatte. Nach vier Tagen der Knüppelei war unsrer Fernsehmagazin endlich produziert und daher hab ich mir da erstmal unheimlich einen reingetan.

Allerdings hab ich dann so um halb 11 gemerkt, dass es genug war und zog die Bremse. Eine Gabe und ein Glück, das andere im nachhinein gesehen nötiger gehabt hätten.

Die Party fand im Gebäude der Akademie statt, in der ich und drei Kollegen ja auch wohnten. Um Mitternacht verfrachteten wir die vollkommen derangierte Philine vom Damenklo in das Bett meines Zimmerkollegen Matthias. Philine Schicksal folgte wenig später Christine. Die wurde zwei Räume weiter von Yasmin in ihrem Zimmer betreut. Und man hörte sie bis zu mir kotzen.

Philine schlummerte derweil seelig. Daher glaubte ich es mir erlauben zu können, eben zwei Minuten bei Yasmin und Christine nach dem Rechten zu sehen. Diese zwei Minuten nutze Philine allerdings, um zu erwachen und sich erneut zu übergeben. Da sie aber den Großteil ihren Mageninhalt schon zuvor losgeworden war, blieb das Malheur von geringerem Ausmaß

Um drei Uhr bekam ich Verstärkung von Matthias, der Philine geschickt wieder zum Einschlafen brachte. Christine hat, glaub ich, die ganze Nacht kein Auge zugetan und mir heute morgen entsetzt mitgeteilt, dass sie seit ihrem 15. Lebensjahr nicht mehr vom Saufen gekotz hat.

Der ganze Kurs war heute früh etwas fertig, aber das gehört sich wohl so.

Und nun bin ich wieder in der Heimat. Ostfriesland, meine Perle.

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Meine Fresse! Es ist gerade 22 Uhr durch und ich bin besoffen wie nix Gutes. Philine ist schuld. Ich vertrage eben keinen Wein. Und meine Brille hat die mir auch weggenommen. Das endet hier heute noch ganz böse, fürchte ich.

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Ich bin ein Meister-Regiesseur.

Der Job ist allerdings gar nicht so einfach, wenn Moderatorin und Kamerafrauen herumhampeln und Ton- und Maz-Techniker träumen. Aber wir haben’s irgendwie geschafft. Ich bin fix und alle.

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Irgend ein Teufel hat mich geritten, so dass ich bei unserer Fernsehproduktion den Job des Studio-Regisseurs übernommen habe. Mir hat zwar noch keiner so genau mitgeteilt, was ich da machen muss, aber man ließ durchblicken, dass es wohl der Arsch-Job ist. Das kann ja noch was werden hier.

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Gestern waren wir beim „Spiegel“. Da logierten wir ganz oben im Konferenzraum. Zielgenau hab ich auch noch den Platz erwischt, auf dem normalerweise der Chefredakteur oder der Stellvertreter oder so sitzen. Und ne Aussicht war da, harrijassesnee.

Eben sitze ich mitten in der Produktion meines Fernsehbeitrages, den ich hier in der Akademie machen muss, da ruft mich mein Bruder Uke an. Ich soll sein Drehbuch ordentlich machen und ihm sein Showreel (oder sowas) schneiden und solche Scherze. Man stelle sich vor. Er studiert das ganze drei Jahre und ich mache hier ne halbe Woche Ausbildung im Fernsehsektor. Aber ich soll schneiden und schreiben. Tztztz.

Wenn ich die Zeit hätte, würde ichs machen.

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Also ständig und bei jeder Gelegenheit werde ich hier gefragt, was ich denn so in meinem letzten Urlaub gemacht hätte. Und wenn ich sage „Ich hab den heiligen Gral gesucht“, dann lachen die Leute.

Das werden sie noch mal bereuen. Alle.

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War letzte Nacht auf einem Partyschiff (ziemlich rostiger Kahn), das zur Zeit im Hamburger Hafen liegt. Das ganze war als Gegenveranstaltung zum aktuell stattfindenden Karneval der Kulturen gedacht. Da der Karneval unter der Schirmherrschaft des Hamburger Bürgermeisters steht, wollen manche da nicht hingehen, weil die den nicht mögen. Wie auch immer, jedenfalls waren bei der Party angeblich die ganzen Künstler, die beim Karneval aus Protest abgesagt haben.

Wenn dem so ist, dann kann es um den Karneval aber eh nicht so gut bestellt gewesen sein. Die Party lief unter dem Motto „Die lange Nacht der Soundsystems“. Ein Soundsystem ist wohl ein DJ und ein MC (wie man so schön sagt), also einer, der Platten auflegt und einer, der dazu wat in ein Microfon brüllt. Musikrichtung war halt so Raggae, Dub, Dancehall und sowat.

Okay, viele waren wirklich gut. Aber manche waren bessere Pausenclowns: Zwei hopsende Gestalten, einer legt Platten auf, der andere nervt die ganze Zeit mit unverständlichem Gebrabbel. Mir drängte sich der Gedanke auf, dass ein Computer, der mit den entsprechenden Stücken bestückt wäre, den besseren Job gemacht hätte. Naja. Jedem Tierchen sein Pläsierchen.

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Die Großstadt macht auch nur ärger. Kommt der Termo also vor ner Woche hier wieder her und stelle seinen Wagen extra wo hin, wo man mir versicherte, dass er stehen bleiben könnte. Kein Halteverbot, keine Parkuhr – perfekt. Das brauchte Termo, weil er hier in der Großstadt im normalen Verkehr nicht fahren wollte. Der Wagen musste also genüsslich stehen bleiben können, was er zunächst auch tat.

Eine Woche war Termo also nicht am Wagen. Nur leider hat sich in den vergangenen Tagen die Stadt Hamburg gedacht, dass sie genau da bauen will, wo sein Wagen stand und stellte ein paar Schilder hin, dass der Wagen weg musste. Nur der Termo war ja nicht beim Wagen, um das zu bemerken. Heute wollte er allerdings zum Wagen. Nur der Wagen war weg

Ein netter Bauarbeiter klärte den Termo auf, dass man das gute Stück eine knappe Stunde (!) zuvor entfernt hatte. Zum Glück halb so schlimm: Der Wagen steht jetzt nur eine Straße weiter. Die Markfuffzich bin ich trotzdem los.

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Muss jetzt also ein paar Tage nachholen. Also: Den Dienstag Abend verbrachte ich größtenteils damit, bei meiner „Nachbarin“ Yasmin Fernsehen zu gucken. Unter anderem sahen wir dabei eine Dokumentation über so einen Piraten, der annodazumal sein Unwesen in der Karibik trieb. Dies widerum trieb uns dazu, am folgendem Tag den ollen Kinofilm dazu anzusehen, der zur Zeit läuft.

Auch wenn der Film nicht der Mordsreißer ist, sind Piraten natürlich spitze. Da wünscht man sich geradezu ein Holzbein, eine Augenklappe und ein Fass voll Rum.

Wenigstens den Rum habe ich dann gestern Abend bekommen. Nachdem wir bis 21 Uhr Seminare hatten, dachten wir uns: Gehen wa doch noch was trinken. Wir landeten in einem Laden, den ich unter normalen Umständen wohl nicht betreten würde. Yuppies und laute RnB-Musik und so. Nicht so hundertprozentig mein Geschmack. Aber wenn man mit den richtigen Leuten da ist, geht auch das.

Der Untergang begann, als ich mir von Philine einen sündhaft teuren Cocktail aufschwatzen ließ. Im Nachinein stellte ich dann fest, dass mein Getränk zu drei Vierteln aus verschiedenen Rumsorten bestand. Dazu kamen dann noch ein paar andrer Alkoholika und ein paar Früchte. Das war zunächst zu viel auf meinen nüchternen Magen, deswegen wollte ich eigentlich um 12 nach Hause. Allerdings wollten die Kollegen gerne noch ein wenig weiter, also bin ich mit.

Im Schanzenviertel habe ich dann den schärfsten Döner meines Lebens gegessen. Lecker war der, aber scharf wie hulle. Jedenfalls brachte der mich wieder auf Trab und das war auch nötig. In der schmierigen Kneipe, in der wir dann waren, gab es nämlich einen Billardtisch. Da haben ich und Philines Freund Christian zunächst die Yasmin und die Philine in Grund und Boden gespielt, Danach wurden wir allerdings von zwei Einheimischen herausgefordert. Die waren zwar ziemlich betrunken, aber dafür auch ziemlich gut. Wir waren nur betrunken.

Dann ging es weiter in Richtung Kiez. Hier landeten wir in einer noch heruntergekommenden Absteige, die nur von einer Handvoll Betrunkener und vier Mädels auf der Tanzfläche bevölkert war. Während ich ab hier ziemlich in den Seilen hing, muss ich unserem Seminarleiter Respekt zollen. Der war von der Tanzfläche gar nicht mehr runterzubekommen und fit wie ein Turnschuh, obwohl der 20 Jahre älter ist als ich. Als der Laden dann so gegen halb vier seine Gäste unhöflichst auf die Straße setzte, ging es nach Hause.

Allerdings ist mein Zimmerkollege Matthias ziemlich stur, wenn er einen im Kahn hat. So überredete er alle, die in der Akademie wohnen und unseren Seminarleiter dazu, noch ein wenig auf dem Zimmer weiterzufeiern. Da haben wir dann Kartenpusten gespielt. Falls jemand dieses Trinkspiel noch nicht kennt: Es müssen Karten von einem Spielkartenstapel gespustet werden, der auf einem Flaschenhals liegt. Wer die letzte Karte runterpustet, muss Trinken. Ich spiele ja normalerweise keine Trinkspiele, aber zu dem zeitpunkt war mir alles egal. Außerdem ging es um mein Bier. Anderen Alkohol hatten wir nicht.

Jedenfalls hat dieses Spiel so an sich, dass man, wenn man halbwegs nüchtern ist, auch gar nicht nicht Trinken muss, weil man ohne Probleme ein paar Karten runtergepustet bekommt. Das führte dazu, dass unser Seminarleiter und Yasmin keine einzige Runde verloren. Eigentlich tranken nur Matthias und ich. Christine, die Fünfte im Bunde, zumindest ab und zu.

Irgendwann war das Bier alle. Matthias meinte heute, das wäre gut gewesen. Er würde immer so stur werden im Suff, wir hätten wahrscheinlich bis ins Koma weitergespielt, wenn wir noch was gehabt hätten. Den alkoholischen Schlusspunkt setzen jedoch noch Bier und Prosecco, die unser Seminarleiter aus irgendwelchen ominösen Quellen hervorzauberte.

Jedenfalls ging es gegen halb sechs dann endlich ins Bett. Und um halb neun wieder raus zum Seminar. Wir waren uns hinterher alle einig, dass es zwar alles ein Mordsspaß gewesen war, aber auch nicht sonderlich klug. Nein, gar nicht klug.