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Es ist mal wieder ein Wochenende der sonderbare Begebenheiten und Zufälle. Größere und kleinere. Man läuft den sonderbarsten Leuten über den Weg. Oder auch Leuten, die man geradezu herbeibeschworen hat. Oder einfach nur Leuten, über die man gerade gesprochen hat. Beispiel: Traf vormittags einen alten Lehrer von mir und unterhielt mich mit ihm über seine Tochter. Wenig später lief mir diese Tochter über den Weg. Aber das ist nur eines der kleineren Kaliber. Mich wundert allerdings nichts mehr.

Es ist erster Advent und ich habe schon so viele Basare und Weihnachtsaktionen erlebt, dass mit Weihnachten jetzt schon ziemlich zum Halse heraushängt.

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Schon zum wiederholten Male bin ich gestern von jemandem angesprochen worde, die mich für jemand anderen hielt. Kompliziert wurde diese Begegnung zunächst auch noch dadurch, dass ich sie offenbar irgendwoher zumindest vom sehen kannte (eine unangenehme Nebenwirkung meines Jobs) und mich vor allem über ihre Vertrautheit wunderte.

Ihr Irrtum stellte sich dann jedenfalls doch schnell heraus. Ihr war es wohl ziemlich peinlich. Naja. Haben uns dann noch ganz nett unterhalten.

Mich beunruhigt nur, dass hier offenbar irgendwo jemand sein Unwesen treibt, der genauso aussieht wie ich. Dass ich vor allem von Mädels diesbezüglich angequatscht werde, lässt darauf schließen, dass mein Doppelgänger ein ziemlicher Tunichtgut ist.

Im übrigen würde das auch erklären, warum mich einige flüchtige Bekannte in letzter Zeit nicht mehr grüßen und sogar regelrecht ignorieren, wenn man sich über den Weg läuft. Da hat mich wohl jemand übelst in Verruf gebracht…

Ich werde dem mal nachgehen, wenn sich die Gelegenheit bietet.

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Kleine Anekdote aus benachbarten, aber doch so fernen Ländern: Ein Mann fand beim Graben einen Kindersarg. Sofort helle Aufregung, denn es befand sich auch tatsächlich Gewebe darin. Der Polizei schwant Übles, sie schickt eine Gewebeprobe ans Labor.

Das Ergebnis: Ein Dackel.

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„Zeitungsfritze“, nannte man mich gestern im Buchladen. „Der will bestimmt wieder Fotos machen“, schallte es mir entgegen. Unverschämtheit. Nicht mal mehr in Ruhe in Büchern stöbern kann man heutzutage.

Was würden die denn sagen, wenn ich ihnen bei erstbester Gelegenheit auf der Straße entgegenrufen würde: „Da kommt der Buchfritze. Der will bestimmt wieder Bücher verkaufen.“

Habe meinen Bruder gestern Mittag nach Oldenburg gekarrt. Die Kollegen in der Redaktion meinten nur: „Ohne dich ist der wohl vollkommen aufgeschmissen, oder?“

Damit spielten sie auf zahlreiche Anrufe seinerseits an, die mich am Arbeitsplatz erreichten, insbesondere wenn sein Rechner nicht so tat, wie er wollte. Naja.

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Der Chefredakteur saß mal wieder laut fluchend vor seinem Rechner. Aber schließlich stellte er fest: „So lange man seine eigene Blödheit noch bemerkt, ist noch nichts verloren.“

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Interessantes Plakat von der DGB-Demo vom Sonnabend gesehen: „Haut doch futt de Rentners dod, denn gifft dat ook kien Rentennot!“

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Einer von den Setzern entdecke in der Zeitung eine Todesanzeige mit seinem Namen. Zwar stellte sich bald heraus, dass nicht er damit gemeint war, dennoch meinte er: „Jetzt weiß ich auch, warum es mir so schlecht geht.“

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Ein freier Mitarbeiter rief gerade in der Redaktion an: „Ich wollte nur sagen, dass ich nun drei Wochen Urlaub habe. Wenn also irgendwo ein schöner schwerer Verkehrsunfall ist, dann ruft mich an.“

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Pfusch am Bau gehört heutzutage ja zum guten Ton, hab ich mir sagen lassen. Was aber alles sprengt, scheint mir die Dummheit zu sein, die mancher da an den Tag legt, in Mutters Neubau.

Nur das schlimmste Beispiel: Das Badezimmer. Das Haus hat an seiner Frontseite im ersten Stock mehrere sehr große Fenster, die eigentlich ja auch ganz schön sind. Im eines davon gehört zum Bad, grundsätzlch ja auch sehr nett, hat man halt viel Licht im Bad.

Allerdings ist die Toilette direket am Fenster angebracht. DIREKT! Wenn man also scheißen will, kann einem die ganze Straße dabei zusehen. Man stelle sich, dass man Durchfall hat und dementsprechend nicht die Zeit findet, die Jalousie herunterzulassen… Naja. Abenteuer.

Dann hab ich erfahren, dass wir an Silvester mit allen möglichen Zeitungen aus der Gegend Kartfahren gehen. Das könnte ein ganz übles Unglück geben und ein ganz großes Desaster werden. Aber so einen Spaß bei einem Desaster werde ich lange nicht mehr gehabt haben…

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Heute wieder interessante Erfahrungen gemacht. War zum Essen eingeladen. Der älteste Sohn kochte. Ich war rechtzeitig da und konnte daher das ganze Schauspiel in voller Länger miterleben.

Es begann zunächst damit, dass die Eltern, die über Nacht nicht da gewesen waren, rechtzeitig zum Mittagsmal wieder eintrafen. Die Mutter betrat als erstes das Haus und grüßte. Danach kam der Vater, fluchend und vollgepackt mit Koffern und Taschen. „Schaut euch das an!“ rief er. „Und dann sagt die Frau, ich soll auch noch den Hund losmachen.“

Eben diesen Hund begrüßte der Vater wenig später mit den Worten: „Hallo, mein schönes Mädchen.“ Seine Tochter hörte dies und sagte etwas weinerlich: „Hier. Hier bin ich.“

Die Diskussion zwischen Vater (Jäger) und Sohn (Koch) über Vor- und Nachteile von Zucht- und Wildenten („Die Wildenten kann man kochen wie man will, die werden nicht weich“) überspringen wir. Kurz vor dem Essen bat mich die Mutter schließlich darum, etwas in der Zeitung zu veröffentlichen. Das brachte sofort den Koch wieder auf die Palme. „Jetzt sieht das wieder so aus, als hätte ich ihn nur eingeladen, damit er für euch was in die Zeitung bringt:“

Als er dann kurz den Raum verließ, vetraute mir seine Schwester an, dass er sich gerne als „das König“ tituliert und sie eine Rebellion gegen ihn plant. Das äußerte sich auch beim Streit um die Reihenfolge der Essenszuteilung. Man war sich noch einig, dass die Gäste zuerst bekommen sollten, danach begann das große Hauen und Stechen. Und der Herr des Hauses saß kopfschüttelnd als letzter vor einem leeren Teller.

Nun begann die ebenfalls anwesende Freundin des mittleren Sohnes, die Haut von den Entenstücken zu pulen. Alles was im Mund knirscht, würde sie nicht mögen. „Du isst also auch kein Gemüse“, wurde gleich nachgehakt. Bei Gemüse wäre das was anderes. Ich meinte nur: „Immerhin isst sie überhaupt Fleisch. Da gibt es noch ganz andere Kaliber.“ Der Vater ließ einen Stpßseufzer los. „Dat segg man.“

Nun bekundete der Jüngste, dass ihm das Essen nicht zusage, was den Koch feststellen ließ, dass er ausgerechnet SEIN Essen nie mögen würde.

Das Mittagessen schloss in einer Diskussion um den nicht vorhandenen Nachtisch und der Drohung des Familienvaters, seinem mittleren Sohn eine Gabel ins Bein zu rammen. („Schon mal gehabt? Nein? Es gibt immer ein erstes Mal.“)

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Kreistagssitzung. Stundenlang. Ich geh kaputt.

Als der öffentliche Teil zum Abschluss gebracht worden war, schnappte ich mir sofort meine Sachen und wetzte in Richtung des Ausgangs. Und der nicht-öffentliche Teil der Sitzung war beendet, bevor ich den Ausgang erreicht hatte.

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Ich hab mich in der vergangenen Woche ein wenig erkältet, was sich am Wochenende über eine leichte Heiserkeit bis hin zum vollständigen Verlusst der Stimme steigerte. Konnte mich heute auf der Arbeit daher nur im Flüsterton verständigen. Das sorgte zwar für allerlei Heiterkeit in der Redaktion (die sind für jeden neuen Grund, sich über mich lustig machen zu können, durchaus dankbar), dennoch war man so rücksichtsvoll, mir heute nur einen Außentermin zuzumuten.

Der Mann, mit dem ich sprechen musste, war allerdings schwerhörig…

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Hatte auf meiner kleinen Odyssee auch die glückliche Gelegenheit, einige einer Kollegen vom Volontärskurs zu treffen. Aber Jasses nee, was waren wir ein schlapper Haufen: Krank, verkatert, übermüdet. Aber es war trotzdem sehr nett. Als wäre man nie weg gewesen.

Beispiel: Bei der Diskussion, wie man den Abend gestaltet könnte, gelüstete es zum Beipiel Philine zunächst danach, irgendwo zu Kickern oder Billard spielen zu gehen. Also drehte sie sich zu mir um, sah mich mit ihren großen Rehaugen und „Hab-mich-lieb“-Augenaufschlag an und flötete: „Mäuschen, möchtest du nicht Billard spielen gehen?“ Wollte ich natürlich.

Matthias, mein alter Zimmerkollege stand daneben. Mit ihm hatte ich damals schon den einen oder anderen Disput darüber, wie man mit Frauen umgehen sollte, wie weit man es mit der Galanterie treiben und ob man sie überhaupt anwenden sollte. Er sah sich hier wieder vollkommen bestätigt und meinte fast angewidert: „Ja was soll man denn noch anderes sagen, wenn einen eine Frau so anflötet und mit ‚Mausi‘ und so daher kommt? ‚Nee, ich hab keinen Bock, du dumme Kuh‘?“

Er hat nicht ganz unrecht, zugebenermaßen.

Auf der Suche nach dem Kicker habe ich auch wieder einige haarsträubende Etablissements der Hansestadt Hamburg kennen gelernt. Harrijassesnee! Alle bekannten Klischees sind wahr, basieren wahrscheinlich sogar auf hochwissenschaftlichen Untersuchungen.

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Basti mal wieder gesehen. Der ändert sich auch nie. Wie der beispielsweise mit Frauen redet. „Ey, Du! So ne Stimme bekommt man doch nicht, wenn man nur am Wochenende säuft.“

Harald dagegen ist beim Pissen von der Polizei erwischt worden. Das war wohl der teuerste Toilettengang seines Lebens.

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Ich habe heute in der Öffentlichkeit festgestellt, dass die Rheiderländer nicht die Krone der Schöpfung sind und niemand hat sich beschwert. Sonderbar.

Naja. Ich muss jetzt für ein paar Tage ins Ausland. So ’ne Art kleiner Gralsuche. Mal schauen, was passiert.

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Oha oha. Was kommt dabei heraus, wenn einem jemand eine Liste mit seinen Lieblingswitzen präsentiert und dabei voran stellt, er hätte Germanistik studiert und sich insbesondere mit Witzen und Aphorismen auseinander gesetzt und könne deswegen besonders gut beurteilen, was witzig und geistreich ist und was nicht? (Watn Satz.)

Tja, was kommt dabei heraus? Ein Haufen unwitziger Mist, etwa von dem Kaliber „Die Luft bei uns ist so frisch, weil sie die ganze Nacht draußen war“.

Das ist die deutsche Akademiker-Elite.

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Ich erfahre gerade, dass just in der Nacht, als Hannes und ich Geisterjagen waren, nur ein Dörflein weiter ein paar Gänse rituell dahingeschlachtet worden sind. Da sind wir ja nur haarscharf an unserem aufsehenerregenden Fang vorbeigeschrammt.