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Kleine Einweihungsfeier für die Wohnung gehabt gestern Abend. Wurde ja auch Zeit. War eine nette Feier. Und eigentlich auch relativ gesittet.

Die Bekannte meines Bruders aus Berlin, die sich mit ihm hier die vergangenen Tage einquartiert hatte, war allerdings entsetzt von der Meute. Kann ich in diesem Fall aber ensthaft nicht nachvollziehen. Es wurde beispielsweise über rülpsen und furzen nur geredet. Auch flogen nur wenige Gegenstände und einige der Spezialisten waren zwar laut, aber die Fensterscheiben haben nicht mal vibriert.

Der Alkoholkonsum war ansehnlich, aber nicht unmäßig. Niemand war strunzdun, aber alle waren fröhlich. Wirklich: Für hiesige Verhältnisse richtig gesittet.

Von meinem Bruder kam heute Früh die obligatorische Frage: „Hab‘ ich mich schlecht benommen?“ Hat er nicht wirklich, auch wenn Realitätsstörungen („Deine Bekannte ist ja gar nicht mehr dick“ – war sie nie), Gehversuche in der türkischen Sprache („Güb mür düch büttü mül ün Bür“) und sein erbarmungswürdiger Zustand heute Morgen („Die Aspirin wirkt nicht“) eine deutliche Sprache sprechen.

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Termo: „Moin, sind Sie die Regisseurin?“
Regisseurin: „Ja.“
Kabelträger: „Manchmal ist sie aber auch der Regisseur…“

Genau wie ich: Der einzige Mann im Team

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Übrigens: Ich bin vergangene Nacht schweißgebadet aufgewacht, weil ich geträumt habe, dass der betrunkene Hilko den unvorsichtigen Harm erwürgte, nachdem dieser ihn mit den unflätigem Schmägesang begrüßt hatte.

Der Bauer auf dem Küchentisch

Es fing damit an, dass Hannes es für unheimlich praktisch hielt, wenn eine kleine Taschenkuh auf dem Tisch herumlaufen würde. Dann hätte man immer frische Sahne für den Tee.

Auf den Einwand hin, dass die Kuh ja aber den ganzen Küchentisch vollscheißen würde, kam man darin überein, dass sich jemand um die Kuh kümmern müsste: Ein Bauer in entsprechender Größe, der auf dem Tisch wohnt und das alles ganz normal findet.

Der grüßt dann jeden Morgen („Moin“), wenn man beim Frühstück sitzt. Dann läuft er mit seiner kleinen Mistgabel auf der Schulter an den Cornflakes vorbei, während er die Kuh (oder gar mehrere davon), über den Tisch treibt. Und freut sich seines Lebens.

Nur zum Scheißen verlässt er den Tisch, denn sein Plumpsklo befindet sich im Garten. Den Weg dahin, der durch eine Art Katzenklappe in der Haustür führt, legt er mit einer kleinen Zeitung unter dem Arm zurück. Da es für Zeitungen in dieser größe kein Abonnement gibt, ist es immer die selbe Zeitung. Aber das stört ihn nicht. Denn das ist für ihn ganz normal.

Probleme gibts nur mit dem unterschiedlichen Lebensrhytmus. Jeden Morgen um 5 Uhr schmeißt er seine Melkmaschine an. Das nervt natürlich. Ebenso ist es eher ungünstig, wenn man nach Hause kommt und der Küchentisch ist gegüllt. Oder wenn ein kleiner Trecker beim Mittagessen um die Teller kurvt.

Solche Gedanken machen wir uns, wenn wir so zusammenhocken. Alles ganz normal.

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 Wenn ich gewusst hätte, was es auslöst, wenn ich bekunde, einen guten Tag gehabt zu haben, dann hätte ich die Klappe gehalten. Es hagelt Anfragen und Unverständnisbekundungen aus aller Welt. Am Mittagstisch der Nachbar ist sogar angeblich über die „sexuelle Komponente“ meiner guten Laune diskutiert worden.

Aber bei denen ist es ja auch schon so weit, dass die mal „Herrn Cordes“ zum Essen einladen wollen, „den Bosse“ aber nicht.

Gestern in der Disco gewesen. So weit alles normal. Wir warteten jedoch recht lange auf die Kollegen, die vom Vorglühen aus später nachkommen wollten. Einem Kollegen und seiner Ollen dauerte das zu lange, so dass sie so gegen halb drei gingen. So gegen drei Uhr stand der gute Mann, im übrigen immer och sturztrunken, wieder vor uns.

„Mir ist gerade was ganz komisches passiert“, lallte er. Es stellte sich heraus, dass ihm die Nachkömmlinge auf dem Nachhauseweg entgegengekommen waren. Seine „Freunde“ nahmen ihn spontan und kommentarlos in den Schwitzkasten und schleppten ihn zur Disco zurück. Seine Freundin ist im übrigen genauso kommentarlos weitergegangen.

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Ihr werdet’s mir nicht glauben, aber das war heute ein sehr guter Tag.

Mir ist heute so viel Gutes passiert, dass der riesige Haufen Scheiße, der mir natürlich wie immer auch passiert ist, dagegen als null und nichtig anzusehen ist.

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Termo stand heute früh in der Turnhalle einer Schule und wartete darauf, ein paar Fotos von einem Theaterstück machen zu können. Aus dem Publikum stapfte auf einmal ein kleines Mädchen, vielleicht acht oder neun Jahre alt, auf Termo zu und sah abschätzig zu ihm hoch.

„Wie alt bist du?“ fragte die (wirklich ziemlich) Lütte schließlich.

Termo ist ja immer darauf bedacht, den Kindern nicht alles vorzusetzen, sondern sie die Dinge selbst erfahren und herausfinden zu lassen. Daher sagte er pädagogisch wertvoll zu der Kleinen: „Rat doch mal.“

„40!“

Unverschämtheit!

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Es nur wenige unangenehmere Situationen, als den Valentinstag im Kreise einer Gruppe Junggesellen verbringen zu müssen. Furchtbar. Da wird dann zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit noch mal betont, dass Frauen zu putzen haben, kochen müssen und sich auf einen umgekehrten Eimer stellen, um die obersten Regale zu erreichen.

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Donnerstagabend ein hochnotpeinliches Geschäftsessen mit dem Bankvorstand, gestern dafür die Freiwillige Feuerwehr. Konstrastprogramm, aber hat beides irgendwie seinen Unterhaltungswert.

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Ich hab gerade ’ne Sendung gesehen, da war ein Mädel total besoffen. Und die hat mich dejavuhaft an zwei Freundinnen aus der Vergangenheit erinnert, wenn die einen über den Durst hatten. Genau so. Unheimlich.

Ich bin noch ganz verstört.