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Hier hat gerade eine Frau angerufen. Die wollte hier in der Redaktion kostenlos eine moderne Espresso-Kaffee-Automatenanlage aufstellen, damit wir die testen und dann drüber schreiben.

Ich sag ihr: „Ich weiß nicht, ob Sie mit einer Kaffeemaschine in Ostfriesland so gut ankommen.“ Sie sagt: „Der Automat kann auch Tee machen.“ Ich sage: „Mit Tee aus’m Automaten kommen Sie hier wahrscheinlich noch weniger an.“

Dann wollte sie den Geschäftsführer sprechen.

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Es ist mal wieder ein ganz sonderbarer Tag. Zunächst versagte mein Blitzgerät auf der Babystation. Das war natürlich ein gefundenes Fressen für einen frischgebackenen Goßvater, der wenig später bei uns in der Geschäftsstelle stand, um eine Geburtsanzeige aufzugeben. Er war ganz offenbar froh darüber, mal wieder meckern zu dürfen: „Daar was net een van’d Bladdje in’d Krankenhus, de har gaar kien Blitzgerät d’bi.“

Weiterhin kam hier heute mal wieder eine anonyme Postsendung an (die haben gerade Saison). Der Umschlag war vollgestopft mit einschlägigen Blättchen des äußeren rechten Spektrums. Fragt sich, was da jemand mit bezwecken will.

Aber es ist ja schon irgendwie erschreckend. Während man bei bei Klopapier-Niveau-Blättern wie der „National-Zeitung“ oder „Nation und Europa“ allein schon am Äußeren sieht, wessen Geistes Kind das ist, stecken bei der „Jungen Freiheit“ offenbar halbwegs intelligente Köpfe dahinter. Da wird wird dann geschickt mit Halbwahrheiten gearbeitet und serös aussehen tut das Blatt auch.

Naja. Ich vertrau einfach mal darauf, das jeder mit gesundem Menschenverstand den Kram durchschaut. Lest lieber Rheiderland-Zeitung. „Wir wissen, das wir nichts wissen. Die ehrlichste Zeitung Deutschlands.“ Oder so ähnlich.

Aber was das schlimmste heute ist: Ich kann nicht aufhören, an Cocktails zu denken. Ich kann nicht…

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Das ist mein geliebtes Rheiderland: Gestern beschmieren Unbekannte die örtliche SPD-Zentrale und heute kommt eine anonyme Leserzuschrift, in der Barfußturnen als Heilmittel für die Probleme dieser Welt gepriesen wird.

Ich möchte fast sagen: Das passt beides ins gleiche Täterprofil, wobei das Profil wiederum auf fast jeden Ostfriesen passen könnte, frei nach Motto: „Ich langweile mich, also mache ich irgendwas Beklopptes.“

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Als Journalist muss man erfinderisch sein. Das gilt für mich zur Zeit ganz besonders, auch wenn es im Moment nicht sonderlich viel mit meinem journalistischen Auftrag zu tun hat.

Um meinen Geisteszustand nicht noch weiter abbröckeln zu lassen, greife ich nämlich auf das Instrument der Autosuggestion zurück. Ich tu so, als hätte ich Urlaub. Um genau zu sein: Ich tu so, als wäre meine vierwöchige Vertretung in der Sportredaktion mein Urlaub. Mit allem drum und dran. Und einer Menge Spaß.

Ich lege halt ein bisschen die Füße hoch, trinke ein paar Cocktails auf der Arbeit und berichte nur über Surfen, Beachvolleyball und „Spiel ohne Grenzen“. Mal schauen, wann der Chef was merkt.

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Na, wer sagt’s denn. Immerhin ein 6. Platz bei der „Preisbloggen“-Wahl in der Kategorie „Erzählen“ (wobei die Ränge 4, 5, und 6 sehr dicht beieinader liegen 😉 *räusper*) und ein Preis von der „Zeit“. Danke.

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Der Kollege aus der Anzeigenabteilung stiefelte gerade in die Redaktion und erzählte irgendwas von „Huahi“ und „Hiaho“ und „Biene Maja“ und ich habe mal wieder nicht begriffen, was er überhaupt hier wollte.

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Hilko war wieder nicht gut auf Joachim zu sprechen und rutsche ungeduldig auf ihn wartend mit einem Holzknüppel in der Hand auf seinem Stuhl herum.

Ich sag: „Hilko, bitte keine Gewaltexzesse.“

Er war da ganz kulant: „Keine Angst, das geht ganz schnell.“

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Ach ja, falls noch ein dusseliger Student meint, sich bei mir beklagen zu müssen, weil ihm so langweilig ist und er nix zu tun hat, dann soll er am besten gleich her kommen, um mir entweder einen Bült Arbeit abzunehmen oder sich seine Tracht Prügel abzuholen.

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Mein Nachbar verabschiedete gerade seinen Sohn mit dem guten Rat: „Nicht mehr trinken, als mit Gewalt rein geht.“

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Mir träumte, ich sei Kapitän und versehentlich mit dem falschen Schiff losgefahren. Das war eigentlich ganz lustig, weil ich mir vor den misstrauischen Matrosen natürlich nicht die Blöße gab, das zuzugeben und immer so tat, als sei alles in Ordnung.

Naja, man gewöhnt sich in diesem Lande an die sonderbarsten Dinge. Sollte mich wundern, wenn das hier nicht tasächlich regelmäßig vorkommt.

Sowieso muss Ostfriesland sich immer mal wieder den Vorwurf gefallen lassen, dass es etwas Scheibenwelt-artig sei. Lässt sich mitunter nicht abstreiten. Im Moment durchläuft Ostfriesland mal wieder so eine Phase, wo etwas mit dem Fluss der Zeit nicht ganz in Ordnung ist. Beziehungsweise, wo etwas anders ist als sonst. Die Zeit wird ja schleßlich wissen, was sie tut.

Dem normalen in seinem Alltagsleben gefangenen Durchschnittsarbeitnehmer wird das allerdings kaum auffällen. Er ist höchstens nach der Arbeit etwas erschöpfter als sonst, weil er eigentlich 13 Stunden gearbeitet hat, obwohl auf der Uhr nur 8 Stunden vergangen sind. (In so einem Umfeld hat es natürlich überhaupt keinen Zweck, über die 40-Stunden-Woche zu reden.)

Aber wenn man ein wenig aufmerksam ist, dann fällt einem schon etwas auf. Das fängt bei klassischen Phänomenen an. Etwa, dass der Wecker quasi in dem Moment schon wieder klingelt, wo man sich ins Bett gelegt hat.

Aber auch größere Kaliber gibt es. Bestes Beispiel: Mein Kollege bei der Zeitung geht zu einem Termin und wird mit den Worten: „Oh, ein junger Kollege von der Rheiderland-Zeitung. Wie gehts denn dem Herrn Soundso?“ Er konnte nur verwirrt antworten: „Junger Kollege? Ich bin schon seit 12 Jahren dabei und Herr Soundso ist schon seit 15 Jahren nicht mehr bei uns.“

Und als Krönung ist mir heute morgen meine Armbanduhr am Arm zersprungen.

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Apropos: Die selbe Frau eben dieses Kollegen gab mir folgenden Tipp: Wenn abzusehen ist, dass der Kollege in Kürze übelst gelaut von einem Termin zurückkehren wird, dann legt man ihm am besten vorher ein paar Berliner auf den Schreibtisch. „Das beruhigt ihn manchmal,“ sagt sie.

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So langsam aber sicher bin ich am Rande dessen angelangt, was man ruhigen Gewissens „geistig gesund“ nennen kann. Da ist es nun so weit und ich bekomme irgendwie am Freitag außer der Reihe einen freien Tag, und nun habe ich tatsächlich ein ungutes Gefühl dabei…

Denn ich weiß nicht mehr, was ich mit so einem ganzen freien Tag anstellen soll. Geschweige denn mit dem vorhergehenden Donnerstagabend… (Außer, mich alleine zu betrinken, aber man muss ja nicht immer das gleiche machen.)

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Sonderbar, sonderbar.

Ostfriesische Jugendliche vertreiben sich heutzuage offenbar die Zeit damit, in organsierten Aktionen zeltende katholische Kindergruppen in der Diaspora zu „überfallen“, um ihnen ihre „Fahne“ abzunehmen. Oder zumindest, um so zu tun.

Ich bin begeistert.