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Ich hatte eigentlich heute vor, hier noch einige Ausführungen über Pastoren im Allgemeinen und im Speziellen niederzuschreiben. Aber ich habe eine dermaßen miese Laune, dass zu viele, die es nicht verdient haben, schlecht dabei wegkommen würden.

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Auch eine schöne Pressemeldung, die so nur aus Ostfriesland kommen kann: „Zwei Boßler wurden auf Norderney von einem Jäger angeschossen. Der Jäger bekräftigte allerdings, er habe sich sofort hinterher bei den Boßlern entschuldigt.“

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Wir erinnern uns? Neulich erlaubte sich ein Scherzbold mit unserer Sportredaktion einen Witz und meldete uns ein Spiel als ausgefallen, das jedoch stattgefunden hatte. Das gab großen Krach am nächsten Tag.

Jetzt gestern war das Ganze offenbar noch bizarrer: Unserem Ergebnisdienst wurde das Ergebnis eines Auswärtsspiels gemeldet. Als der Kollege von der Partie einen Spielbericht einholen wollte, bekam er den rheiderländer Trainer nicht an die Strippe, sondern nur dessen Frau. Nein, sagte sie, ihr Mann habe nicht gespielt.

Also rief der Kollege wieder bei der gastgebenden Mannschaft an und bekam noch einmal bestätigt: Das Spiel habe stattgefunden und das Ergebnis stimme auch. Schließlich bekam er dann doch noch den Trainer ans Telefon, der wiederum klar stellte, das er mit seiner Mannschaft nicht gespielt habe.

Jetzt bin ich mal gespannt, ob sich bei der Heimmannschaft jemand einen ganz dummen Scherz mit uns erlaubt hat oder ob da tatsächlich irgendjemand angetreten ist. Und wenn, wer? Herr Coordes und mit seiner Selbsthilfegruppe für gespaltene Persönlichkeiten?

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Das gibt Einblick in Groenes Prioritäten. Beim Teetrinken berichtete er: „Nächste Woche hat unser Hund Geburtstag.“ Dann dachte er einen Moment nach und fügte schließlich hinzu: „Und Oma.“

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Apropos vollgeschissene Motorhaube (bzw. ähnliche Stadien der Verschmutzung): Als ich zur Autowaschanlage fuhr, sah der Tankstellenbedienstete meinen Wagen fast bewundernd an und sagte schließlich: „Mein lieber Schwan. Da lohnt sich ja die Wäsche mal richtig. Welche Farbe hat denn ihr Wagen? Da kommt dann ja am Ende ein ganz neues Auto wieder heraus.“

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Nicht nur, dass morgen mein fest eingeplantes Grünkohlessen den Bach runter geht, nein, jetzt muss ich heute Abend noch zum Ausschuss und als Belohnung darf ich dann auch noch am Wochenende Dienst schieben.

Scheiß mir auf die Motorhaube! Manmanman!

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Oha, und man machte mich heute auf einen weiteren kleinen peinlichen RZ-Ausrutscher aufmerksam. Diesmal nicht in der Zeitung, sondern auf der Internetseite.

Da war zwar korrekterweise das große aktuelle Bild zu sehen, von dem Menschen, der gerne Vizepräsident der reformierten Kirche werden will.

Das Problem war allerdings der Text darunter. Die Schlagzeile, die unter dem Bild stand, war leider schon einen Tag älter: „Haft für Weeners Haschisch-Bauern“.

Peinlich, peinlich…

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Was muss ich heute morgen in der Zeitung lesen? „‚Komasaufen‘ ist laut einer Studie unter deutschen Jugendlichen weit verbreitet. 46 Prozent der Jugendlichen im Alter von 16 bis 19 Jahren haben im laufe des vergangenen Monats mindestens fünf Gläser eines alkoholischen Getränks hintereinander getrunken.“

Okay, ich will ja nicht über irgendwelche Studien lästern und ich bin auch nicht mehr 16 bis 19. Aber auch ich habe im vergangenen Monat mindestens fünf Gläser eines alkoholischen Getränks hintereinander getrunken. Und ich habe einige gesehen, die das auch getan haben. Keiner von uns war hackeduun, geschweige denn im Koma.

Im schlimmsten Fall war mal jemand ein wenig peinlich, aber da warens auch deutlich mehr als fünf Gläser. Entweder sind die Maßstäbe in diesen Studien komisch oder in Ostfriesland ist alles anders…

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An Halloween hab ich ja noch meine Vorfahren verpasst, aber heute hatte ich eine kleine Unterhaltung mit einem solchen. Ich traf einen alten Friesenfürsten, ein Ahn mütterlicherseits.

„Moin“, sagte er, als er unvermittelt bei mir auftauchte.

„Moin“, sagte auch ich und hoffte auf eine großartige Prophezeihung oder einen Tipp, wo ein großer Schatz versteckt sei.

Aber er wollte offenbar nur ein wenig Smalltalk betreiben. Er war wohl kürzlich (was auch immer das bei so jemandem heißen mag) in der Oper gewesen und erzählte lebhaft. Die Ortrud, die sei ja eine klasse Frau gewesen, brachte er zwischen einigen Bissen (er aß mit Hingabe meine Mandarinen) hervor. Die hätte er „zu seiner Zeit“ ja gerne mal kennengelernt.

Ich hörte eine ganze Weile geduldig zu, lauschte mehr oder weniger interessanten Anekdoten. Er sprach besonders gerne über Krieg, Fressen, Saufen und Weiber. „Weißt du, mein Junge“, sagte er, „wenn man kein Friesenmädchen bekommen kann, dann sind Wikingerfrauen eine gute Wahl.“

Damit leitete er nahtlos über: „Das war immer ein Spektakel. Erst haben wir uns mit ihnen gehauen, dann haben wir ihnen ihre Frauen weggenommen.“ Als die Mandarinen alle waren, widmete er sich einer Tüte mit Keksen und trank den frisch gebrühten Tee aus der Kanne. Aus Höflichkeit, wie er versicherte. Er sei nun mal etwas grobschlächtig und habe Angst, meine guten Tassen zu ruinieren. Also aß und trank er.

Irgendwann sah er aus dem Fenster und bekundete, er müsse nun wieder los. Was er überhaupt bei mir gewollt habe, fragte ich noch. Er winkte ab. „Nichts Wichtiges.“ Er habe nur seinen Schwager beim Plytenberg abgesetzt, mit dem er Angeln gewesen sei. Da er nichts gefangen habe, sei er halt ein wenig hungrig gewesen.

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Es erfüllt einen dann doch immer wieder mit einer gewissen Genugtuung, wenn man das Konkurrenzblättchen liest und feststellt, dass die Kollegen heute nur alles verzweifelt nachkaspern, was wir in den letzten Tagen (oder gar Monaten) bereits gehabt haben…

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Ich war heute mal wieder bei Gericht. Diesmal ging es den Hasch-Bauern an die Tüten.

Aber das soll nur Nebensache sein. Ich finde viel interessanter, was für einen trockenen Humor die Richter immer entwickeln. Beispiele waren heut „Für den Namen können Sie ja nichts“ oder „Haben Sie die Hanf-Pflücker auf 400-Euro-Basis angestellt?“

Und Staatsanwälte sind immer die Bösewichte. „Jugendstrafrecht?? Für den? Nein, der soll ruhig wie ein Erwachsener beurteilt werden.“

Und Verteidiger sind immer Träumer. „Bei dem bisschen Haschisch, da kann man das doch ruhig mal als ‚minderschweres Vergehen‘ durchgehen lassen…“

(Frei zitiert)

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Und wo wir gerade dabei sind: Aufmacher auf Seite 1 der RZ ist heute: „Neun Monate für toten Dackel“.

Der Kollege aus der Technik meinte dazu mitleidig: „Der arme Dackel. Was hat er denn getan?“

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Auch mal wieder typisch Rheiderland: Dem Sportkollegen wurde gestern erzählt, dass die Partie von Bunde I ausgefallen sei. Daher machte er natürlich keinen Spielbericht in die heutige Ausgabe. War aber offenbar ein dummer Witz. Die haben doch gespielt. Das gab ein Hallo. Eine Montags-Ausgabe ohne das Spiel der klassenhöchsten Rheiderländer Mannschaft…

Das Lustige an der der Geschichte: Im Konkurrenz-Blatt stand genau der gleiche Unsinn. Da war wohl ein ganz besonders lustiger Scherzbold am Werk. Wenn das mal nicht Herr Coordes war.

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Wie ich ja nun mal bin, habe ich die ganze vergangene Woche meine Mitmenschen vollgejammert, weil ja in dieser Woche eigentlich mein letzter Arbeitstag wäre, ich ja aber selbstaufopfernd weiter arbeite.

Und was muss ich heute feststellen? In meiner Verwirrtheit habe ich mich um eine Woche verrechnet. Der Stichtag war bereits in der letzten Woche! Damit habe ich den Termin verpasst, an dem ich meinen Kollegen noch einmal richtig hätte aufs Brot schmieren können, was sie an mir haben. Von Wegen „Ab morgen wäre ich nicht mehr da“ und „Was tätet ihr ohne mich“…

Große Gelegenheit zur Querulanz verschenkt.

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Mir war gestern Abend nach Backfisch. Dafür war ich dann auch heftigsten Anfeindungen ausgesetzt. „Wie kannst du nach so einem Essen noch an Backfisch denken?“

Aber wenn andere davon erzählen, dass sie Rotkohl-Teilchen ausrülpsen, dann ist das in Ordnung…