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Letzter Arbeitstag gewesen heut (morgen werden meine Dienste nicht mehr benötigt). Die Kollegen haben tatsächlich alle vier Kuchen, die ich mitbrachte, restlos verputzt. Als wenn`s kein morgen gäbe.

So recht entspannt fühle ich mich jetzt allerdings noch nicht. Mal schauen, was ich an Silvester mache.

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So langsam aber sicher bin ich dabei, in der Redaktion meinen Schreibtisch für meinen Nachfolger aufzuräumen. Mal gucken, ob ich die Teeflecken aus dem Holz bekomme.

Ich weiß zudem nicht, ob mein Nachfolger gewillt sein wird, weiterhin ein Drittel des Schreibtischs für Teeutensilien zu reservieren. Naja. Ich vermache ihm jedenfalls noch einige Dinge, die hier schon lagen, als ich vor gut zwei Jahren angefangen hab. In der untersten Schublade liegen zum Beispiel ein paar Pappteller samt Besteck, die mein essfreudiger Vorgänger dagelassen hatte.

Als ich jedenfalls hier so dies und jenes beiseite räumte, kam auch meine beschreibbare Schreibtischunterlage wieder großflächig zum Vorschein. Die habe ich das ganze Jahr nicht ausgewechselt. Neben vielen kaum noch zuzuordnenden Telefonnummern, Emailadressen und Seitenangaben finden sich hier vor allem dutzende, nein, hunderte kleine Pentagramme. Diese zeichnete ich zum Schutz vor bösen Geistern und sonderbaren Anrufern (Letzteres mit nur mäßigem Erfolg).

Allerdings stechen aus dem Gesamtkunstwerk (neben einigen weiteren Teeflecken) ein paar Kleinigkeiten heraus, und zwar jene Dinge, die meine letzte Praktikantin hier in Zeiten niederschrieb, wo sie nicht ganz ausgelastet war.

Da finden sich zusammenhanglose Worte wie „Miau“, „müde“ „Eierlegende Wollmilchsau“ (die hatte es ihr besonders angetan), „Ditzum“, „bleich“ und immer wieder „Sofa“ und vor allem „Milchreis“ (einmal sogar „Milchreissofa“). Zudem ist hier eine Zahlenfolge zu sehen: Eine durchgestrichene „2h“ und daruntergekritzelt „20min“, als ich ihr am letzten Tag sagte, sie könne früher gehen.

Den Vogel abgeschossen hat sie allerdings mit einem griesgrämigen Gesicht, das sie hier naturgetreu hin zeichnete. Daneben ein Pfeil mit dem Namen „Temmo“…

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Was mir heute Morgen aufgefallen ist: Die Tankstelle an der Ecke verkauft Biodiesel zum gleichen Preis wie normalen Diesel-Kraftstoff.

Was mir heute Morgen entgangen ist: Das allseits beklagte Glatteis.

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Ich habe wieder sonderbar geträumt. Das muss an dem vielen Essen über die Weihnachtstage liegen.

Jedenfalls habe ich geträumt, dass ich eines Freitags einfach mal nach Bad Bramstedt gefahren bin, um zu gucken, was denn da so los ist. (Wo ist Bramstedt überhaupt? In Schleswig-Holstein, glaub ich.)

Ich also dahin. Komme mit dem Auto da an und sehe, dass die Stadt durch die Autobahn zweigeteilt ist. Schwere Entscheidung: Linker Stadtteil oder rechter Stadtteil? Ich fahre schließlich links (!) von der Autobahn runter und parke irgendwo.

Hier treffe ich Hilko und Uke, die die gleiche Idee hatten wie ich: Gucken, was in Bramstedt so los ist. Wir finden irgendwann so ne Art Disko. Sehr verwinkelt und weitläufig und auch sehr cool, nur ist fast nichts los.

Davor steht ein zwielichtiger Süßigkeitenverkäufer, der immer davon spricht, dass man sein Geld bei ihm „investiert“, wenn man was bei ihm kauft. Sowohl bei ihm als auch bei Leuten in dem Etablissement erkundige ich mich (erfolglos) nach einer Bekannten von mir, die hier irgendwo wohnen muss. (Kenn ich wen in Bad Bramstedt? Ich erinner mich nicht, jemals dort gewesen zu sein. Falls doch, dann sagt mir bescheid.)

Wir stellen jedoch bald anhand eines Veranstaltungsplans an einer Wand fest, dass hier jeden Tag der Bär steppt, nur ausgerechnet an dem Tag nicht, wo wir da sind. Also langweilen wir uns und weil Hilko quengelt, gehen wir zurück zu den Autos. Auf dem Weg dahin piesacken Uke und Hilko mich.

Hm. Ich sollte mal wieder zu dem Schamanen meines Vertrauens gehen und mir mit einem Knüppel einen Schlag auf den Hinterkopf geben lassen…

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Für den Höhepunkt der Weihnachtsfeiertage sorgte meine Kusine. Sie wich gestern Abend großzügig meinem am Wegesrand geparkten Auto aus und blieb mit ihrem Kleinwagen im Schlamm am Ufer der Wieke stecken.

Zunächst bemühten mein Vater und ich uns, sie aus der Pampe zu schieben – vergebens. Anschließend meinten die Damen (ihre und meine Mutter), es besser zu können. Ihre ebenso vergeblichen Versuche wurden schließlich von einem sich über sie ergießenden Schlammregen gekrönt, verursacht durch den allzu nervösen Fuß meiner Kusine auf dem Gaspedal. Das war ein Spektakel.

Schließlich musste unser Nachbar mal wieder mit seinem Abschleppseil aushelfen. Apropos Nachbarn: Die sizilianische Exfreundin meines Bruders wünschte uns in ihrer nicht ganz korrekten Erinnerung an die deutschen Vokabeln „Frohe Nachbarn“.

Vadder trieb uns derweil in den Wahnsinn, weil er vor wenigen Tagen eine Sendung über Weihnachtsbaumbrände im Fernsehen gesehen hatte und nun überall Brände witterte. Dabei hatten wir nichtmal einen Obstbrand.

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Mir ist gerade schlagartig und in aller Deutlichkeit bewusst geworden, wie bizarr und abstrus (und bescheuert) es eigentlich ist, dass ausgerechnet ich mir hier pflichtbesessen die Gesundheit ruiniere und damit wahrscheinlich an den Feiertagen (und darüber hinaus) darniederliegen werde.

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Finde ich immer wieder Interessant, dass die Knochenbrecher in Ostfriesland immer wieder als „Wunderheiler“ tituliert werden. Dabei hat das mit Wundern gar nichts zu tun.

Knochenbrecher haben eigentlich nur eine typisch ostfriesische Eigenschaft perfektioniert: Sie wissen, wie man die Dinge richtig anpackt.

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Ich bin mal wieder quasi stimmlos. Einmal im Jahr passiert das. Wirds halt nichts mit fröhlichen Weihnachtsliedern an Heiligabend.

Sprachlos war ich kürzlich allerdings auch schon, als ich mir dachte: Termo, geh doch ehm schnell einkaufen. Aber: Man kann um diese Jahreszeit nicht „ehm schnell einkaufen“. Allein die Parkplatzsuche hat länger gedauert, als normalerweise der gesamte Einkauf.

Ach ja, der Helge war zum Tee da. Auch wenn er als Veganer keine Sahne in den Tee nimmt (gibts Soja-Sahne?). kann man doch herrlich mit ihm über die „Kondensmilch-in-den-Tee“-Verbrecher lästern.

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Strategisch ungünstig: Ich kränkel ja leider wieder etwas. Und um über den Tag zu kommen, nehme ich immer so ein kleines Wundermittelchen. Davon nahm ich vor nict allzu langer Zeit noch ein Tablettchem, weils mir nicht so gut ging.

Allerdings ist in dem Zeug eine nicht unwesentliche Menge Koffein. Und nu bin ich wach. Bis auf weiteres…

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Ich wurde gestern Zeuge einer Diskussion daüber, ob ein am Tage zuvor konsumiertes Getränk vielleicht schon das Haltbarkeitsdatum überschritten hatte.

Einer meinte, das Alkoholika ja gar nicht schlecht werden könnten. Der andere hielt aber dagegen: „Du hättest meinen Schiss heute sehen sollen. Der sah aus, als hätte jemand eine Orange mit voller Wucht gegen die Wand gepfeffert!“

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Gestern am Rande eines Schulbesuchs einer hiesigen Abgeordneten.

Schülerin: „Und wer sind Sie? Auch ein Abgeordneter?“

Mann: „Nein, ich bin der stellvertretende Schulleiter.“

Schülerin: „Oh.“