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Ich bin noch gar nicht richtig in der Redaktion heute Morgen, als es mir schon entgegenschallt: „Haha! Hast duuu gestern beim Termin bei der Tourismuszentrale deine Aufzeichnungen vergessen?“ Das hätte eine Freundin ihr erzählt, die dort arbeitet. Ein junger Mann mit schwarzen Haaren und Brille hätte seine grünen Zettel da liegen lassen. Und das hatte sich natürlich auch schon im halben Haus bei uns rumgesprochen: Bosse vergisst seine Aufzeichnungen.

Lachhaft. 1. Schwarze Haare? Nachher unterstellt man mir wieder, dass ich färbe. 2. Grüne Zettel? Nie im Leben. 3. Der Termin bei der „Tourismuszentrale“ fand im Freien bei Eiseskälte statt, da erst der Grundstein gelegt wurde. Da gab es nichts, wo man seine Aufzeichnungen hätte ablegen und vergessen können. Höchstens auf ein paar Grundmauern. 4. Ich vermisse keine Aufzeichnungen…

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Es ist leider so: Desillusioniert muss ich wieder feststellen, dass der kleine Mann bei allem guten Willen NICHTS an den Misständen in der Politik ändern kann.

So habe ich wiederholt den Landkreis darauf hingewiesen, dass Kondensmilch im Tee nicht nur ekelhaft schmeckt, sondern auch noch die ostfriesische Tee-Tradition mit Füßen tritt (kein Wulkje). Damit ist es nicht sonderlich repräsentativ. Ganz im Gegenteil. Was war mir das immer peinlich, wenn die das einem Minister oder so vorgesetzt haben.

Dem Pressesprecher hab ichs gesagt, dem 1. Kreisrat und auch anderen. Und was muss ich sehen, als ich heute wieder beim Landkreis bin? Tee mit Kondensmilch. Aber es war ja zum Glück kein repräsentativer Empfang, sondern nur ein Pressegespräch. Und uns kann man die Suppe ja vorsetzen…

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Man wacht Montagmorgens auf und stellt rückblickend fest: Man hat das ganze Wochenende nichts anderes getan, als zu versuchen, die Schäden zu beheben, welche die Woche an Leib und Seele angerichtet hat.

Das ist so ein bisschen, als würde man einen klapprigen Wagen noch mal oberflächlich auf Vordermann bringen, um noch einen möglichst hohen Verkaufswert zu erzielen. Aber wehe, man muss zum TÜV…

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Das war wieder ein Tag gestern. Das fing schon beim Aufstehen an. Ich hatte sehr schlecht und angespannt geschlafen und irgendwie dadurch fürchterliche Rückenschmerzen bekommen.

Das sorgte über den ganzen Tag hinaus für Unmut, richtig lästig wurde es aber am Abend. Da hatten wir nämlich Firmen-Weihnachtsessen mit anschließendem Kegeln. Und das Kegeln… Tja… bei der zweiten Runde musste ich die Segel streichen. Das war peinlich.

Aber im Großen und Ganzen war das lustig, das Weihnachtsessen. Da packen ja einige dann immer die unmöglichsten Geschichten aus. Etwa aus der lange zurückliegenden Zeit als OP-Zivi. Oder von einschlägigen Angeboten beim Versehen des Postbotendienstes. Oder ausm Puff. (Pfui!) Der eine Anzeigen-Kollege holt nämlich immer in den einschlägigen Etablissements in der niederländischen Nachbarschaft Anzeigen ein.

Und da er auch ansonsten nicht mit Geschichten geizt, bekamen wir natürlich einiges zu hören. Das ganze gipfelte in der Beschreibung eines Parkservices, wo die Kunden etwas abseits parken können und dann in einem neutralen Bus abgeholt und zum Etablissement gefahren werden. Er nannte es liebevoll „Park & Reit“.

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„Es gibt ja so richtige Frauen-Handys.“

„Mit drei Knöpfen, oder was?“

„Nein. Klein und aufklappbar, wie ’ne Puderdose.“

„Ah, so eins wie Temmo hat…“

Ich muss dringend raus aus diesem Irrenhaus.

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Ach ja, das Neueste von der „Fußball Desinformations-Front“:

Heute stand im Konkurrenz-Blättchen ein Fußballergebnis. Wir waren zunächst sehr überrascht. Denn das stand bei uns nicht. Wir wussten nichtmal von dem Spiel.

Und das hatte einen triftigen Grund: Das Spiel hatte nämlich gar nicht stattgefunden. Es war nicht einmal angesetzt. Sogar der Staffelleiter fragte verwirrt bei uns nach und wollte wissen, was denn da los ist im Rheiderland.

Da hat sich Herr Coordes wieder einen bösen Scherz erlaubt. Zum Glück nicht mit uns…

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Neulich sollte ein unbedarfter junger Kollege an einem Computer in der Redaktion ein paar Fotos von einer Digitalkamera ziehen, die einer von den Männeken aus der Anzeigenabteilung geschossen hatte. Da er nicht genau wusste, wie sich die Kamera zum Macintosh-Rechner verhält, fragte er bei dem Anzeigenmenschen nach entsprechenden Treibern für den Apparat. Er erhielt aber nur die Antwort:

„Die Kamera installiert sich von selbst.“

Als ich das hörte, ging mir ein Licht auf. So müssen viele Menschen das sehen: Alle Dinge, die es irgendwie unbeschadet schaffen, die Grenzen zu den Redaktionsräumlichkeiten zu überschreiten, erledigen sich in den Augen der Welt da draußen auf wundersame Weise „von selbst“. Deswegen kippt man auch mit Vorliebe Scheiße jeglicher Konsistenz bei uns ab. Im gewissen Sinne auch schmeichelhaft.

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„Ein Vorgesetzter ist auf Sie aufmerksam geworden. Das bedeutet mehr Geld“.

Wenn ich den Spaßvogel, der diese Horoskope schreibt, irgendwann einmal zu packen bekomme, dann kriegt der was auf die Ömme! Harijassesnee!

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Komisches Erlebnis auf der ( natürlich rheiderländer) Post heute. Ich bat um eine schöne Sondermarke für meinen Brief. Der Postmann entsprach dem Wunsch und klebte eine Feuerbach-Marke auf den Brief.

„Wissen Sie, wer Feuerbach ist?“ fragte er. Ich war überrascht von der Frage, aber beantwortete sie ihm und hängte (wie ich ja nun mal bin) einen Kurzvortrag über Feuerbach an.

„Ah, ein Gelehrter“, sagte der Postmann und holte einen anderen Block Sonderbriefmarken hervor und zeigte sie mir: „Wissen Sie auch, wer Felix Nussbaum ist?“ Das musste ich verneinen (ich habs nicht so mit Kunst). Dafür bekam ich diesmal einen Vortrag von ihm über Felix Nussbaum zu hören.

Ich schätze, das hätte noch lange so weitergehen können, denn er hatte noch eine ganze Menge Briefmarken in seiner Schublade. Aber die Schlange hinter mir wurde etwas unruhig. Naja, nächstes Mal…

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Fahr ich heute so durchs Rheiderland, sehe ich auf einmal einsam auf einem Begrezungspfahl am Straßenrand eine Hose liegen.

Was zum Geier bewegt jemanden (höchstwahrscheinlich einen Rheiderländer) dazu, bei der Kälte mitten im Niemannsland zwischen Weener und Feerstenborgum seine Hose auszuziehen?

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Ich erzähl euch warscheinlich nichts Neues, aber ist euch schon mal aufgefallen, was für eine Unmenge an Kraft und Geld in diesem Land (und wahrscheinlich auch in vielen anderen Ländern) für Bürokratie und ähnlichen Unfug aufgebracht werden muss? Was man damit nicht alles Gutes tun könnte…

Allein dieses Formular hier… *kopfschüttel*