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Wenn Frauen über Wohnungseinrichtungen sprechen, ist das noch schlimmer, als wenn sie Einkaufen gehen („Also, die Fliesen hier, die finde ich zu verspielt“). Vadder beschuldigt mich, ihm Bücher zu klauen, ist aber dafür vom Konzept des „Ofenkäses“ sehr angetan. Mutter beendet nur jeden zweiten Satz, den sie angefangen hat. Henrike findet nach Jahren heraus, wie das Lied heißt, das sie so gerne hört. Uke sucht ne denglische Asoze zu „Verein zur Erhaltung der Deutschen Sprache“. Groene versucht, mich mit einem Stück Styropor zu erschlagen. So ein komischer Kerl will Saterfriesisch wieder als offizielle Sprache in Ostfriesland einführen. Und der blöde Handwerker, von dessen unheilvollem Treiben beim Bau dieses Hauses sich immer wieder Spuren finden, hat sich noch nicht zum Beheben der jüngst entdeckten Schäden eingefunden.

Manchmal glaub ich, Menschen sind ein bisschen seltsam.

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Ich hab jetzt mal wieder ’ne Tageszeitung abonniert. Als Adresse steht auf dem Umschlag „Rechts hinter der BBS in einem kleinen Neubaugebiet“. Was soll man sagen? Es kommt an.

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Die Wacht (Schicksal eines Friesen)

Ein Dämon stahl mir meinen Schlaf,
der garstig und verrucht.
„Du, Friese!“ sprach der Höllengraf.
„Heut Nacht bist du verflucht!

Nur selten hab ich Friesenleut‘
in meiner Höll‘ zu Gast.
und bleibt dein‘ Seel‘ verwehrt mir heut,
so stehl ich doch die Rast.“

Der Teufel mir die Nacht vergällt,
ich werde immer müder.
Und wenn ihm das zu gut gefällt,
dann kommt er morgen wieder.

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Das war wieder’n Akt. Zur Vorgeschichte: Ich erwähnte Mutter gegenüber neulich, dass ich hier noch ein Regal gebrauchen könnte. Zwei Tage später (heute) stehen bei mir in der Wohnung auch prompt zwei Kartons mit allerlei Regal-Einzelteilen. In dieser Hinsicht ist die Frau ja ein Phänomen.

Jedenfalls machte ich mich ausnahmsweise auch gleich selbst daran, das gute Stück aufzubauen. Bisher hatte ich mir für sowas ja immer den Hilko ins Haus geholt, weil ich ja nicht umsonst als „Linkhand-Bosse“ bekannt bin und Hilko auch so ein hilfreiches Zauberwerkzeugköfferchen besitzt. Aber diesmal hatte ich nicht die Geduld, darauf zu warten, denn ich wollte das Gerümpel aus dem Wohnzimmer loswerden. Und ein Regal – hey, dass erschien mir ja nun wirklich nicht schwer.

Hilko roch den Braten allerdings trotzdem. Man merkt, dass er was BWL’liges studiert, denn er bot mir gleich einen fairen Handel an: Wenn ich ihm seine Hausarbeit schriebe, täte er mir das Regal aufbauen. Allerdings musste ich das dankend ablehnen. Mir schien es weitaus angenehmer, ein Regal zusammenzuzimmern, als mich mit so BWL-Kram auseinanderzusetzen. Zumal ich noch immer von dieser Diplomarbeit von neulich gezeichnet bin. („Moin Jungs, gibts hier was zu sourcen?“)

Ums kurz zu machen: Das Regal steht. Allerdings könnte ich diese Bauanleitungs-Schreiber allesamt aufknüpfen. Wenn die schon mehrere Aktionen in einen Arbeitsschritt einzeichnen, dann sollen sie es wenigstens kenntlich machen, wenn da trotzdem eine bestimmte Reihenfolge vorausgesetzt wird. Es ist eben nicht jeder so firm in der Materie, das sofort zu erkennen. Ich habe also mehr als einmal wieder auseinandernehmen müssen, was ich gerade mühsam zusammengesezt hatte.

Und mit Nägeln hab ich ja auch so meine Probleme. Nicht nur, dass einer zu wenig dabei war, nein, sie sind auch noch alle schief und krumm drin. Aber das fällt zum Glück nicht auf, denn die sitzen alle an der Rückseite. Schließlich wäre ich noch fast gestorben, als mir (obwohl ich dem Groene bereits angekündigt hatte, ihn dafür zu mir rüber zu bitten, dann aber doch zu stolz war) beim Aufrichten des Regals das gute Stück entglitt und ich fast darunter ein unschönes Ende gefunden hätte. Aber nun steht es hier.

Wird Zeit, mal wieder ein paar Bücher anzuschaffen.

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Zwei Dinge habe ich heute Abend festgestellt: a) Kleine Kinder freuen sich aus irgendeinem Grund immer, wenn sie mich sehen. b) Im Rheiderland herrscht das gewohnte Chaos auch dann, wenn ich nicht dort weile.

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Ganz toller Tag heut. Zuhause aufm Fehn ging es väterlichseits fast ausschließlich um Sperrmüll, eine leere Bierkiste und verschwundene Kugelschreiber und mütterlichseits vor allem um technisches Gerät. Das stelle man sich etwa so vor:

Mutter: „Ich suche schon seit Wochen mein Dings (MP3-Player). Weißt du nicht vielleicht… Oh, hier isser ja.“
Einen Atemzug Pause.
Mutter: „Und das andere Ding (Taschencomputer) such ich auch schon ewig.“
Termo wirft einen Blick auf den nahegelegenen Schreibtisch: „Meinst du den da?“
Mutter: „Oh ja.“

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Ach ja, die Tücken der Technik: Kaum, dass ich hier meine IP-Telefoniererei so eingerichtet habe, dass es alles problemlos tut, schon sind sie alle nicht zu hause, die ich anrufen will.

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Scheint der Carstensen doch tatsächlich Ministerpräsident in Schleswig-Holstein zu werden (ich war ja für den SSW). Das erinnert mich daran, dass ich vor wenigen Monaten erst mit dem in Boen auf einem Bauernhof Tee getrunken habe.

Kann mir aber nicht vorstellen, dass das seinem Wahlkampf den entscheidenden Anschub gegeben hat…

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Die Gnade des spätnächtlichen Satellitenfernsehens: Man empfängt so unterhaltsame Sender, auf denen ein Mittelding aus Theologe und Wissenschaftler einem die Welt erklärt und dabei argumentativ den Urknall widerlegt oder zumindest untrennbar mit der Existenz eines Gottes verknüpft. Großartig.

Und das andere ist so ne komische Band, die mir heute zweimal über den Bildschirm gehuscht ist. Die scheinen so eine Art „Bro’Sis“ der Gothic-Szene zu sein. Haben zwar weniger Unterhaltungswert als der Urknaller, sind aber genauso absurd.

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Huah…

Seitdem ich mich vorletzte Nacht durch eine BWL-Diplomarbeit geackert habe, muss ich mich zwingen, nicht in jedem zweiten Satz den Begriff „Multiple Sourcing“ einzubauen.

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So ziemlich das Fieseste, was ich in letzter Zeit gehört habe: „Einem verletzen Pferd mit einem Dreschflegel den ‚Gnadenstoß‘ geben.“

Zum Glück war das nur so eine Art Missverständnis…

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Heute wieder aufm Arbeitsamt, pardon, in der Agentur für Arbeit gewesen. Mir fiel gestern nämlich auf, dass die Jungs und Mädels offenbar auch Probleme damit haben, eine Kontonummer korrekt zu übertragen.

Nachdem man mich allerdings wieder durch die Institutionen gejagt hatte (ein blassrosa Outfit scheint im Übrigen die Standard-Arbeitskleidung für Arbeitsamt-Mitarbeiterinnen unter 25 Jahren zu sein), gab man rasch und unbürokratisch zu, dass der Fehler bei ihnen im Hause lag. Hätte schlimmer kommen können. So von wegen „Wenn sie so undeutlich schreiben, haben sie selber Schuld“ oder „Das hätten sie ja auch früher sagen können, jetzt muss ich erst ein paar Anträge ausfüllen“…

Wenn ich den angestrebten Sinn dieser Behörde ihren tatsächlichen Auswirkungen gegenüber stelle, so scheint es mir, als wäre ein passenderer Name für diese Institution: „Bundesagentur für Ärger“ oder auch „Ärgeramt“. Da können die ganz Glücklichen dann Ärgerlosengeld beantragen, aber auch nur, wenn sie 12 Monate lang auch genug Boshaftigkeit eingezahlt haben.

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Ach ja, in Weener soll heute früh was ganz ähnliches wie neulich in Leer losgewesen sein. So mit schießwütigen Mitbürgern und SEK und so. Mal gucken, wer sich da wieder bei den Nachbarn unbeliebt gemacht hat.

Edit 10.40 Uhr: Siehe auch hier.

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Vor einigen Tagen erhielt ich Post vom Arbeitsamt. Man forderte mich auf, dort zu erscheinen, um „über ihr Bewerberangebot bzw. Ihre berufliche Situation“ zu sprechen. Dazu natürlich in dem Schrieb die elendig lange Rechtsbelehrung.

Ich dachte mir: „Wat mag das Hochnotpeinliches sein, dass die mich dazu so früh aus den Federn jagen wollen?“ Ich also heute in aller Frühe dahin, pünktlich auf die Minute.

In der „Agentur für Arbeit“ werde ich zunächst von einem komplett in blassrosa (oder hellgrün, so genau kann ich das nicht sagen) gekleidetem Persönchen vor die Tür eines Sachbearbeiters beordert. Da warte ich erstmal ne Weile. Dann kommt der Sachbearbeiter raus und verschwindet. Ich warte weiter. Er kommt wieder, schaut mich an und sagt: „Wollen Sie zu mir?“

„Ich will nicht“, hätte ich fast gesagt, komme aber trotzdem mit rein, denn der Mann ist freundlich und tut nur seinen Job. Anschließend entwickelt sich in etwa folgendes Gespräch:

Arbeits-Agent: „Wie sieht es denn bei Ihnen aus?“
Termo: „Bei mir sieht es blablablawubbeldiwupp aus (Unverändert).“
Arbeits-Agent: „Gut, wir wollen ja auch nur ein bisschen Kontakt zu unseren Kunden halten. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.“

Und schon stand ich wieder vor der Tür, das ganze dauerte keine fünf Minuten und hatte folgenden Nutzen: *Tusch* KEINEN. *Applaus*

Okay, für mich, der zu Fuß einer Viertelstunde vom Arbeitsamt weg wohnt, ist es einfach nur ein bisschen lästig, wenn ich in aller Herrgottsfrühe für nichts und wieder nichts dahin muss. Aber wenn ich nun aus Pogum, Wymeer, Alt-Burlage oder Oltmannsfehn kommen würde, dann hätte ich jetzt wahrscheinlich einen ziemlichen Hals.

Bürokratenvolk!

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Pommesbudenhumor: Kristian kam gestern mit einer Mischung aus Erheiterung und Entsetzen vom Imbiss zurück. „Da habt ihr was verpasst“, sagte er.

Corpus delicti: Ein „Witz“, den eine der Bedienungen machte. Kristian hatte aus Bequemlichkeit den Damen die Bestellung nicht diktiert, sondern ihnen einfach den Zettel gegeben, auf dem er alles aufgeschrieben hatte. Allerdings hatte er neben diversen Speisen dort auch eine Gedächtnisstütze für sich selbst vermerkt. Er benötigte nämlich noch Utensilien zum Tabakkonsum und hatte als Erinnerung daran auch noch den Terminus „Blättchen“ auf dem Schrieb notiert.

Das war natürlich eine großartige Vorlage für die Pommesdame, die den Wisch in die Finger bekam, wie Kristian berichtete. Denn sie sagte: „Ich wusste gar nicht, dass wir auch Papier verkaufen.“