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Heute im Kino gewesen. „Krieg der Welten“ war aber eher mäßig. Höhepunkt des Abends war so ein Kerl, der Moritz angelabert hat.

Als der Moritz nämlich noch draußen stand um aufzurauchen, hielt eine komische Gestalt aufm Fahrrad neben ihm. Der Typ sah aus wie eine Mischung aus Meister Eder und Hermann Kümmerlehn. Den einzigen Gesprächsfetzen, den ich mitbekommen habe war, dass der Kerl zu Moritz sagte: „Du gehs auch nich Abeiten, wa?“

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Was tut man nicht alles für die Rheiderland-Zeitung. Man rennt zur Gynäkologischen Ambulanz, wird von da zur Gynäkologie am anderen Ende de Gebäudes gejagt und von da schließlich auf die Wochenstation im zweiten Stock geschickt. Und das alles nur, weil die Meyer Werft am Sonnabend ein Schiff durch die Ems hat paddeln lassen.

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Auf Marten sein Abiball gewesen gestern.

Unbestrittener Höhepunkt des Abends war eindeutig Hannes, der eigentlich gar nicht mit dabei war. Irgendwann stapfte er nämlich in seinen Lotzklamotten mit einem speckigen Beutel in der Hand durch die schnieke gemachte Masse auf uns zu. (Wie eine schwarze Katze im Schnee.) Er stellte damit fest: Man müsse keine Eintrittskarte haben um reinzukommen, es sei kein Problem, Alkohol reinzuschmuggeln und eine Kleiderordnung gebe es offenbar auch nicht.

Moritz versuchte sich erfolglos an einer Frau. Als sie ihn zum Tanzen aufforderte, antwortete er: „Ich kann nicht tanzen. Aber was anderes kann ich dafür besser.“

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Großer Menschenauflauf in Ostfriesland. Alle wollen die zwei Schiffe sehen, die heute Abend von der Meyer Werft ausgedockt und über die Ems gefahren werden.

Hält ein älteres Ehepaar mit dem Wagen (ominöses Kennzeichen) neben mir an und fragt. wo man denn das Schiff heut sehen könne. „Ist das da hinter dem Damm der Fluss?“

„Ja, hinter dem Deich ist die Ems.“

„Ach Deich heißt das bei Ihnen…“

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Ganz komische Nacht war das. Erst war es so ekelhaft warm, dass ich kaum schlafen konnte. Dann bin ich spät (oder sehr früh) doch noch eingeschlafen und habe wild geträumt. Das muss ich mir noch mal zusammenpuzzeln, vielleicht schreib ich da später noch was zu. Dann musste ich jedoch um 7 Uhr ehm aufstehen um wegen des heftigen Gewitters die Fenster zu schließen.

Als der Krach vorbei war, erlaubten die nun engenehmen Temperaturen endlich einen schönen Schlaf. Allerdings habe ich dann wieder geträumt, und zwar, dass mein Wecker klingelt und ich mich übermüdet aus dem Bett quälen muss. Das schaffte ich auch unter großen Anstrengungen und als ich es geschafft hatte und gerade sehr glücklich darüber war, da klingelte der Wecker tatsächlich und ich musste übermüdet aufstehen.

Ich habe heute früh also quasi dreimal aufstehen müssen. Und dann drei Stunden SPD-Kreisparteitach.

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Von wegen „Kapitel T-Online beendet“. Kürzlich rief mich ein Herr an und tat ganz bedeutungsschwanger und geheimnisvoll, T-Online habe neue Tarife und ganz wat tolles und ob er mir nicht mal Informationsmaterial zukommen lassen soll.

„Machen se man“, sagte ich. Ein Fehler.

DENN HEUTE BEKOMM ICH EINEN DICKEN BRIEF MIT DEM INHALT „HERZLICH WILLKOMMEN BEI T-ONLINE, HIERMIT SENDEN WIR IHNEN DIE AUFTRAGSBESTÄTIGUNG UND DIE ZUGANGSDATEN FÜR IHREN GEWÄHLTEN TARIF…“! DENEN WERDE ICH JETZT WAS HUSTEN!

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War ich dann also gestern aufm Konzert in Bremen. Bremen is ja ne furchtbare Stadt, was das Autofahren und die Beschilderung angeht. Wenn dann die Beifahrerin auch noch ihre Brille oder so nich auf hat und die Straßennamen auf der Karte nicht entziffern kann, wirds interessant. Aber sie hatte Erdbeeren dabei, dann macht das nix.

Hab mich wohl amüsiert.

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Gestern war irgendwie ein bizarrer und unwirklicher Tag. Das fing damit an, dass Mutter und Vadder um die Mittagszeit mit ein paar Kilo Eis und Erdbeeren bei mir hereinschneiten, weil sie gern auf meiner Terasse Eis essen wollten. Vadder beklagte sich dabei Lautstark darüber, dass mein Bruder bei seinem jüngsten Aufenthalt in der Heimat zwar eine eine kurze Hose mitbrachte, die er angeblich zuvor Vadder entwendet hatte, diese aber unverschämterweise wieder mit nach Berlin zurücknahm.

Dies führte dazu, dass sich Vadder von mir eine Kurze Hose für den Aufenthalt auf meiner Terasse ausleihen musste. Wenn Vadder mal bei mir ist, tut er als erstes immer zwei Dinge: Auf Toilette gehen und sich eine kurze Hose ausleihen.

Mutter brachte mir dagegen neben dem Eis u.a. ein Erfrischungsgetränk aus grünem Tee mit. Wer meine Einstellung zu Tee kennt, kann verstehen, warum ich mich bisher noch nicht so recht getraut habe, das zu probieren. Aber später kredenzte man mir bei Anja ein recht gut schmeckendes Cidre-artiges Getränk, bei dem sich hinterher herausstellte, dass es sich um ein Gär-Getränk auf Basis eines so genannten Tee-Pilzes handelt. Da verliert dann auch „Grüner Tee mit Melone“ irgendwie seinen Schrecken.

Gestern abend haben wir dann rollengespielt. Ich fühlte mich ob des einsetzenden Rülps-Konzerts sowohl in alte Zeiten als auch ins finsterste Mittelalter versetzt. Trotzdem war das nicht so stimmungsfördernd. Man stelle sich sinngemäß folgende Szenerie vor:

Im Halbdunkel sitzen bei Kerzenschein und unheimlicher Musik der Spielleiter und mehrere Spieler an einem großen Tisch beisammen. Der Spielleiter schildert die Lage der Helden.

Spielleiter: „Nach eurem beschwerlichen Aufstieg durch die enge staubbedeckte Klamm seht ihr kurz vorm Erreichen des Hochplateuas zu eurer rechten die geborstenen Flügeltüren eine großen Tempels, der den Toten einer Schlacht gewidmet ist, die hier vor Jahrhunderten stattgefunden hat. Im Inneren liegen hunderte Gebeinde verstreut. Der Tempel ist offensichtlich entweiht worden.“
Spieler: „Ich opfere dem Gott, ordne die Gebeine und räume den Tempel auf so gut es geht und versuche, das Gotteshaus mit Gebeten wieder zu weihen und seiner Bestimmung zuzuführen. *RÜÜÜÜÜLPS* Boah, da kamen Stückchen mit…“

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Hannes und Harms Geburtstags-Nachfeier. Hannes hatte nahezu einen Ofenkäse-Orgasmus. Hilko dagegen meinte in einem Gespräch aufgeschnappt zu haben, dass Joachim nur zum sexuellen Höhepunkt kommt, wenn er etwas im Hintern stecken hat. Selbiger Joachim lief den halben Abend mit einem hochroten Kopf herum. Basti hatte Selbstgeangeltes dabei und warf Schaa vor, vor Jahren in einem gemeinsamen Urlaub alle seine Konserven mit seinen Initialien versehen zu haben, damit niemand anderes sich daran vergreifen konnte, was dieser vehement bestritt.

Joachim setzte derweil alles daran, möglichst viel Unordnung im Haus zu schaffen und den Fernseher von Hannes und Harm zu zerstören. Außerdem fütterte er einen süßen kleinen Hund, den ein Mädel dabei hatte, mit Flips (so er diese nicht auf dem Fußboden verteilte). Hilko versuchte in diesem Zusammenhang, Joachim bei dem Hund als Katzenhalter anzuschwärzen. Ich machte darauf den Fehler, die Stellung von Hilkos Katzen mit der eines Kalifen und seines Großwesirs vergleichen, während Hilko dagegen einem Eunuchen entspräche.

Hilko verstand das als Angriff auf ihn und packte daher die alte Geschichte aus, dass ich bei ihm zuhause mir früher mit der Regelmäßigkeit einer schweizer Uhr den Schädel an seinem Garagentor stieß. Gerrit hatte mit Zwiebeln gefüllte Fleischtaschen dabei und wurde völlig unabhängig davon lautstark vom Rest der Truppe verhöhnt, da er wie eine Fruchtbarkeitsgöttin heißt (oder so). Außerdem hatte Hilko zuvor berichtet, dass er beim Combi für seinen Vadder so viel Grillfleisch kaufen musste, dass er nicht mal mehr Geld für ne Kiste Cola übrig hatte.

Vorher waren DocDee und Uncle Tom bei mir zum Tee. Du unterhalten sich mitunter in Stichworten, also werfen statt einiger Sätze nur einen Begriff in den Raum und die andere weiß genau, was gemeint ist. Nur der Rest versteht nix. Docdee kann nicht gleichzeitig Tee und Bier trinken.

Außerdem hat mein Pastor die Haare ab und meine Pastorin lachte über Mutter, weil letztere geglaubt hatte, ich würde in einen Anzug der Größe 102 passen.

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Ich weiß, ich sollte nicht so viel Stuss träumen und hier aufschreiben. Aber ich träumte, Hilko würde bei sich mit nem großen Suchscheinwerfer auf der Auffährt stehen und mit ’nem Mörser die Autos beschießen.

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Hm. Damit ist das Kapitel „T-Online“ dann wohl entgütig beendet: Es klingelte just das Telefon und es meldete sich ein Herr „Soundso von T-Online International“.

Danach machte es „Klick“ und es tutete. Tolle Technik bei T-Online. Und gemeldet hat er sich auch noch nicht wieder. Naja, mir solls recht sein.

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Oh ja, Hurricane-Nachtrag: Gestern Abend auf dem Weg über den Campingplatz zum Auto dachte ich gerade, ich hätte es überstanden, als ein junger Mann mit deutlich erhöhtem Alkoholspiegel zielgerichtet auf mich zu hielt. Er stoppte mich mit einer bedeutungsschwangeren Handbewegung und fragte mich: „Weiß du wo die Turbojugend Coesfeld ist?“

In den folgenden Sekundenbruchteilen formten sich in meinem Kopf drei mögliche Antworten:
a) „Nein“
b) „Wahrscheinlich in Coesfeld.“
c) „Seit wann duzen wir uns?“

Ich entschied mich für die zugegebenermaßen langweiligste Antwort, nämlich a). Aber ich wollte so kurz vor Toresschluss nicht noch ein Unglück riskieren.

Er sagte daraufhin jedenfalls: „Ich nämlich auch nicht.“ Und zog von dannen.