(Untitled)

Auf der diesjährigen Halloween-Party hatte Hilko wie jedes Jahr das beste Kostüm und hat wie jedes Jahr den Kostümwettbewerb trotzdem nicht gewonnen. Ich war dank Hilkos logistischer Unterstützung als Darth Vader unterwegs.

Wenn ich für jedes Mal, wenn mich einer mit sowas wie „Bist du es, Vater?“ anquatschte, ein Bier bekommen hätte, wäre ich nu sternhagelvoll. Einer dieser Leute versicherte mir aber, er wäre auch sternhagelvoll, falls er jedes Mal ein Bier bekommen, wenn ihm jemand sagte, dass er nicht sein Vater sei. Naja, der war auch Vaterschafts-Freibier ganz gut dabei.

Gerrit heimste schließlich den zweiten Preis im Kostümwettbewerb ein: Einen Kürbis und einen Getränkegutschein über stattliche fünf Euro (umgerechnet sind das etwa anderthalb Charly). Und der Gerrit, der fühlte sich irgendwie unterbezahlt.

(Untitled)

Komm ich gerade so nach Hause und geh an der Baustelle vorbei, als ein lustiger Bauarbeiter aus seinem Wagen aussteigt und mir eine Sprühdose mit der Aufschrift „Rostfrei“ unter die Nase hält. Dabei sagt er „Hände hoch“ und grinst schelmisch.

Auf meinen wohl leicht verdutzen Gesichtsausdruck hin zieht er jedoch seine „Waffe“ zurück und sagt beschwichtigend: „Das war nur ein Scherz.“

(Untitled)

Mutter kam heute auf die Schnapsidee, während meiner Abwesenheit den Chily-Trüffel-Tee zuzubereiten. Pfui! Und dafür hat sie meine Ersatzkanne missbraucht. Das gute Stück darf ich jetzt erstmal mindestens 24 Stunden in reinem Alkohol desinfiziert, um das Schlimmste da wieder ab zu bekommen. Danach wird das Ding ne halbe Stunde abgekocht, bevor ich es zu guter Letzt täglich mit frisch gebrühtem extra kräftigem Ostfriesentee befülle. Nach einer Woche ist die Kanne dann vielleicht wieder einsatzbereit.

Apropos Mutter. Als ich vorhin aus dem Fenster sah, glaubte ich einen Moment, das sie unten mit wehenden Haaren vor meinem Haus stand. Aber es war nur ein Gebüsch.

(Untitled)

Heute schon wieder keine Zeitung bekommen. Da muss ich wohl mal mit dem Knüppel zur Abo-Betreuung der RZ latschen und ein paar unangenehme Fragen stellen…

(Untitled)

Uke versuchte vorhin, des Hannes zu erreichen. Da Hannes das Telefon nicht abnahm, wähnte Uke ihn außer aus. Das war aber nur aus einer bestimmten Sichtweise heraus der Fall. Nach eigenen Angaben war Hannes nämlich „im versunkenen Tempel und bekämpfte den Drachenavatar Hazzard“. Und da gibts kein Telefon, das ist wahr.

(Untitled)

Großes Spektakel heute bei der Fortbildung. Kurz bevor ich in die Mittagspause ging, hörte ich am Rande den Alterpräsidenten des Kurses noch ratlos zu seiner Sitznachbarin sagen: „Guck mal, der Computer macht einfach irgendwelche Internetseiten mit Schweinereien auf und ich kann die nicht mehr zu machen.“

Als ich nach der Pause meinen Rechner wieder anschmiss, wurde ich aber aber des Malheurs gewahr, denn mein Virenscanner pfiff bedrohlich. Anschließend wurden alle Rechner im Institut wie von Geisterhand heruntergefahren. Irgendjemand hatte ein Virus ins Netzwerk geholt.

Für unseren Kurs war das ganze ein Abenteuer mit mittlerem Unterhaltungswert, aber der Kurs nebenan musste deswegen offenbar seine Prüfungen unterbrechen. Jedenfalls ging dann das große Virenscannerinstallieren los. Was haben wir gelacht. Der Alterspräsident war zunächst ganz verstört, als sich beim erneuten Hochfahren seines Computers vor seinen Augen eine Spyware installierte, die durch nichts aufzuhalten war.

Besonders lustig war es dann aber, als er seinen frisch aufgespielten Virenscanner durchlaufen ließ. Beim fünften Fund einer verseuchten Datei hieß es aus der hintersten Reihe: „Bei der Zehnten musst du einen ausgeben.“

„Nein nein,“ meinte das Virusopfer. „Höchstens bei der Zwanzigsten.“ Diese Ankündigung ging allerdings nach hinten los. Das das Folgende glich in gewisser Weise einem Fußballspiel, das so dahinplätschert, bis in der Nachspielzeit die Tore fallen. Am Ende hätten wir nach dem Warnton des Virenscanners nämlich Polka tanzen können: 35 Funde waren am Ende auf der Habenseite zu verzeichnen. Wat’n Spaß. Mal sehen, ob es morgen Kuchen gibt

(Untitled)

Folgendes Phänomen ist mir heute mehrfach und schon zum wiederholten Male aufgefallen: Ein Vorschlag oder Tipp, der zuvor von mir schon einmal mit nahezu gleichlautendem Inhalt formuliert, aber abgelehnt worden war, ist aus dem Mund eines anderen auf einmal eine „gute Idee“.

Irgendwie muss alles was ich sage wie eine Schnapsidee klingen. Termo: „He, wollen wir mal die Gravitationskonstante des Universums ändern?“ – X: „Och nö, blöd.“ – Y: „Wie wärs, wenn wir die Gravitationskonstante des Universums ändern?“ – X: „Gute Idee…“

(Untitled)

Wahre Liebe: Nach dem überlangen Telefonat mit der Freundin einen erleichterten Stoßseufzer loslassen und sich anschließend panisch davon überzeugen, dass man auch tatsächlich aufgelegt hat…

(Untitled)

Irgendwie hab ich heute den Kater, den ich am Sonnabend hätte haben sollen. Da gitbs eigentlich jetzt nur zwei Alternativen: Entweder ’ne Aspirin oder ein Gläschen Kruiden.

Andere Sache: Mir ist danach, einen Literaturpreis auszuschreiben oder eine Temmo-Bosse-Verdienstmedaille zu vergeben. Das ist dann sowas ähnliches wie die damals nie verwirklichte Gabor-Gyetvai-Gedenkmünze. Das waren noch Zeiten.

(Untitled)

Ich habe letzte Nacht mal wieder sonderbar geträumt. Und zwar hatte ich zwei Austauschstudenten zu betreuen. Die eine hieß Nora und der andere hatte keinen Namen, wollte dann aber auch Nora heißen. Er schlug dann vor, dass man die „echte Nora“ dann frei nach Bohlen einfach „Nörchen“ nennen soll, damit auch immer der/die Richtige kommt, wenn man ruft.

Studenten haben alle einen an der Waffel.

(Untitled)

Zum ersten Mal seit Jahren waren wir nicht auf Janekes Schiff, um das Gallimarkt-Feuerwerk zu begutachten. Ansonsten war es nett, aber unspektakulär. Hannes hat sich diesmal nicht die Hand abgeschnitten, dafür hat er auf dem Heimweg eine Katze gefunden. Beziehungweise hat sie ihn gefunden und geht nicht mehr weg.

Uke hat dafür mal wieder schlechtes Benehmen kultiviert und wollte mich einmal mehr verkuppeln. Hilko wollte Frauen dazu anstiften, mir gegen das Schienbein zu treten und hatte irgendeine alberne Mütze auf.

(Untitled)

In meiner Funktion als Journalist werde ich immer wieder als Medium wahrgenommen, um Missstände an die Öffentlichkeit zu bringen. Gestern auf dem Gallimarkt zum Beispiel bat man mich, in der Rheiderland-Zeitung darüber zu schreiben, wie scheiße das „U-Boot“ auf dem Markt ist. „Schreib, das ich mein Geld zurück will“, sagte die Dame.

Das Ding war aber auch Mist. Man wird durchgerüttelt und sieht sich dazu einen bereits reichlich abgenudelten Film an, der eine schlecht computersimulierte Unterwasserfahrt darstellt. Dazu sagt eine Stimme in teilnahmslosen Tonfall: „Sowas hab ich ja noch nie gesehen“ oder „Das schaffen wir niemals“ und sowas.

Viel lustiger waren die Leute, die mit uns in dem U-Boot-Dingen drin waren. Als etwa ein paar alberne Fische durchs Bild „schwammen“, rief einer begeistert: „Kiek! Makrelen!“. Und als eine Ominöse Statue einer noch ominöseren Unterwasserkultur in Sicht kam, wurde sie vollkommen unmotiviert als „Jungfrau Maria“ identifiziert.

Jacques Cousteau ist nix dagegen.