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Jede Zeitung hat ja neuerdings so seinen eigenen Briefzustelldienst. Nachdem vor ein paar Tagen schon der Ostfriesische Kurier in Norden die Gründung seiner verlagseigenen Filliale der Citipost feierte, zieht heute auch die Rheiderland-Zeitung mit der Ems-Dollart-Post nach.

Finde ich ja im Grunde gut. Aber wenn mir die „Zustellung mit eigenen Boten und mit Zeitungszustellern“ angepriesen wird, dann wird mir Angst und bang. Schließlich höre ich bis heute noch das aggressive Telefonklingeln in der Mittagszeit, wo einem nach dem Abheben schrill entgegen schallte: „Gift dat vandag kein Bladdje? Ik hebb nix kregen!“ (sinngemäß übersetzt: „Wo bleibt meine Zeitung, ihr Sausäcke!?“)

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Bei den Kostümprämierungen im Limit anlässlich von Karnevals- oder Halloween-Partys gewinnen sonderbarerweise immer irgendwelche Jungs, die in Mädchenklamotten rumrennen. Was mag das für eine Jury sein.

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Ich wohnte gerade ein wenig dem legendären „Kusinentreffen“ meiner Mutter bei. Da werden dann immer so schöne Geschichten von früher zum Besten gegeben.

Mutter erzählte beispielsweise: „Un dat weet ik noch genau. In Auerk harr ik mi Schoo köfft, de harren disse Farv.“ Sie zeigt auf ein vor ihr liegenden Bonbon. „Un denn bün ik ut de Bus utstiegen un heel van Düüpree na jo henlopen un wull ok gliek daarbi mien neei Schoo antrekken. Dat was wat. Mien Foten doon min vandag noch sehr, wenn ik daaran denk.“ Kurze Pause. „Man de Schoo wassen moi…“

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Ganz ganz schlimm, diese Karnevalsgeschichte. Ich zitiere hier noch mal ein wenig (angekündigt war das als „geschliffener Wortbeitrag“): „Am besten war Stoiber, das sag ich euch klar: Der ging schon, da war er noch gar nicht da.“ Oder noch: „Er spielt sich jetzt selber, das kann er ja gut, weil er ja tagtäglich nicht anderes tut.“ Oder am besten: „Alles blickte nach Rom letztes Jahr zur Veranstaltung ‚Katholiken suchen einen neuen Superstar'“

Das hält doch kein Mensch aus.

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Sowieso fühle ich mich in den letzten Tagen eingekeilt (gekeult?) zwischen Olympia, Karneval und Vogelgrippe. Diese Panikmache („Deutschland stürzt an der Skischanze ab“; „McAllister bekommt Gerd Bliede„; „Wir alle sterben an H2On1 oder so“) geht mir gewaltig auf den Zeiger. Eben sagte im Radio jemand: „Vögel sterben im Winter manchmal auch einfach so.“

Hier im Landkreis gabs in den vergangenen Jahren so ein Krähentötungsprojekt („Krähenholocaust“, wie manche böse Zunge er umschrieb). Und wenn mir mal diese Vogeltod-Ursachen (Vogelgrippe und Totschlag) vergleichen und auf den Menschen umrechnen, dann kommen wir wahrscheinlich zu dem Ergebnis, dass mehr Menschen von anderen Menschen totgeschlagen werden als an Vogelgrippe sterben. Da sollte mal jemand Panik bekommen. Und wahrscheinlich im Karneval noch mehr.

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„Mehrwertsteuer“ ist doch eigentlich doch ein irreführender Begriff. Je höher die Mehrwertsteuer, umso weniger wert ist mein Geld. Warum gibts keine Karnevalssteuer? Oder einfach eine Wortspielkasse bei diesen fiesen Karnevalsveranstaltungen. Bei jedem blödem Witz „(bzw. bei jedem „Tätää!“) muss der entsprechende Unhold fünf Euro einzahlen. Das wäre doch mal ’ne Mehrwertsteuer. Dann hätten die Veranstaltungen mal einen Mehrwert. Oder sowas.

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Mutter: „Ich guck gerade Olympia.“
Termo: „Was gibts denn gerade?“
Mutter: „Skifahren. Lang Skifahren. Schnell Skifahren. Den Berg runter. Ich weiß auch nicht so genau.“

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Warum werden bei den Olympischen Spielen nicht die wirklich wichtigen Sachen live im Fernsehen übertragen? So ist zum Beispiel heute eine deutsche Biathletin beim Training in ein Schlammloch gefallen. Das muss doch ein ganz großer Jokus gewesen sein.

Dann haben wir den ersten Dopingfall. Ein brasilianischer Bobfahrer war der Schuft. Aber Moment mal? Nichts gegen Brasilianer, aber Brasilien und Bobfahren ist irgendwie genauso abwegig wie Österreich und Fußball.

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Da haben wir also mal wieder Olympia. Die Winter-Ausgabe. Schon irgendwie komisch. Seitdem ich mich aktiv an winterliche olympische Spiele erinnern kann, hat der Hackl-Georg beim Rodeln immer was gewonnen. Aber diesmal nicht. Ich will ihm das ja gar nicht vorwerfen, aber ich bin halt so ein Gewohnheitstier.

Ansonsten gucke ich recht wenig Olympia-Fernsehen. Die Berichterstattung geht mir nämlich gewaltig auf die Nerven. Da mag der Hackl auch wieder als Beispiel gelten: Als er nach zwei Läufen schon hoffnungslos jenseits der Medaillenränge lag, peitschte das Fernsehen das Publikum mit Sprüchen wie „Heute gehts für Georg Hackl um Gold“ noch vor die TV-Geräte.

Aufgefallen ist mir nebenbei: Die Eiskunstläuferinnen sehen alle so aus, als würden sie beim ersten Sturz in 1000 Stücke zerbrechen. Deswegen wollen die dann auch nicht stürzen. Eine von den Läuferinnen soll aber auch pummelig gewesen sein, die ist mir entgangen. Da bricht bei ersten Sturz dann wohl das Eis in 1000 Stücke.

Viele deutsche Sportler werden ja auch als so genannte Sportsoldaten bei der Bundeswehr untergebracht. Das ist besonders passend bei den Biathleten. Die haben sogar ihren eigenen Waffenmeister, der für jeden Sportler die richtige Munition austestet. Schnell oder langsam, aerodynamisch oder temperaturunabhängig, laut oder leise. Das ist mal ein Job. Hildebrandt war doch auch Waffenmeister, oder nich?