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Wer erinnern uns an diesen albernen orangenen Wehrmachtshelm, den sich niederländische Fußballfans in Massen für die Fußball-WM gekauft haben? Die Friesen finden das gar nicht lustig: http://www.antyhelm.tk. Auf der Seite gibt es unter anderem ein Video, wie der stärkste Mann Frieslands einen solchen Helm zerdeppert. Sehr löblich.

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Gestern stürzte meine Mutter ganz unprovoziert und unmotiviert mit der Nase auf einen Schrank. Das verursachte einen Kettenreaktion, in der unter anderem meiner Mutter und meiner Kusine schlecht wurde. Die eine wegen des Sturzes, die andere, weil sie kein Blut sehen kann. Die Nase war kaputt, aber die Brille war noch heile.

Heute morgen fand sich vor meiner Haustür ein kleiner Motorroller, der mir nicht bekannt war. Entweder ist mein Nachbar Groene jetzt auf dem Easy-Rider-Trip, oder die BBS-Schüler nutzen meine Auffahrt jetzt auch schon zum Parken. Ich hoffe fast, das letzteres der Fall ist. Das gäbe dann nämlich eine breite Auswahl an möglichen und äußerst amüsanten Disziplinarmaßnahmen…

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Vielleicht kurz noch mal was zur Deutschen Bahn. Denn man fährt ja nicht nur hin, sondern auch zurück.

Aber vorher, nämlich am vergangenen Freitag, bewunderte ich noch die Lichtschau zur Eröffnung des neuen Berliner Bahnhofs, der ja der beste, tollste, modernste, teuerste usw. Bahnhof Europas sein soll. Der anschließenden, mittlerweile wohl hinlänglich bekannten, Messerstecherei bin ich wohl bloß entgangen, weil Uke sich spontan entschloss, dass wir nicht zur Friedrichstraße, sondern zum Potsdamer Platz laufen sollten.

Lightshow am Berliner Hauptbahnhof

Aber heute bin ich dann doch wider besseren Wissens in die Bahn gestiegen. Und erst sah es so aus, als würde die Bahn alles, was sie mir auf der Hinfahrt angetan hat, wieder gutmachen. Platz gefunden, pünktlich abgefahren, nette Gesellschaft.

In Hannover hieß es dann allerdings mal wieder am Bahnsteig meines Anschlusszuges: „25 Minuten Verspätung.“ Die Sache hatte allerdings ein doppeltes Problem. Ich hatte glücklicherweise gut zugehört und daher aufgeschnappt, dass der Zug 25 Minuten später eintreffen und nicht abfahren würde.

Viele hatten das aber nicht so recht wahrgenommen. Bei der Ansage verließen allerdings nicht wenige den Bahnsteig, um die vermeintliche Zeit zu nutzen.

Bei einem planmäßigen Eintreffen um 12.23 Uhr, einer fahrplanmäßigen Abfahrt aber erst um 12.45 Uhr kann sich allerdings jeder, der halbwegs der Mathematik mächtig ist, ausrechnen, dass die Abfahrt sich nicht um 25 Minuten verzögern würde. Der Zug verließ somit den Bahnhof lediglich 11 Minuten zu spät… So hatte ich es zumindest einfacher, einen Sitzplatz zu bekommen. Also darf ich mich eigentlich gar nicht beschweren.

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Vielleicht noch mal kurz zur Tagung „[tag]BesserOnline[/tag]“ am Wochenende. Ich habe einiges gelernt, fand einiges bestätigt und bekam einige unangenehme Tatsachen vor den Latz geknallt.

Was mich aber am meisten genervt hat, war die wirklichkeitsfremde Einstellung einer ganzen Reihe meiner Kollegen zum Nutzer und insbesondere zum Blogger. Ich selber kenne ja nun beide Seiten. Einerseits habe ich meinen „journalistischen Wehrdienst“ bei der klassischen Tageszeitung abgeleistet und arbeite immer noch mal wieder für das eine oder andere Blatt. Andererseits bin ich auch schon seit Jahren Blogger. Nicht unbedingt ein klassischer, besonders medienwirksamer oder meinungsführender Blogger – aber immerhin.

Von der anwesenden Online-Journalisten meldete sich nur ein spärliches Häufchen auf die Frage, wer denn halbwegs regelmäßig Blogs liest. Das ist genauso, als wenn sich eine Jungfrau als Porno-Queen bezeichnet.

Ich will das hier nicht allzu breit treten. Der auch anwesende Don hat sich etwas ausführlicher ausgelassen.

Interessant fand ich allerdings, dass die Netzeitung ein recht ähnliches Projekt startet, wie ich es auf nordwest.info (Seite ist noch dicht) mache. Bestärkt mich. Aber ich habe noch viel Arbei vor mir.

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Das war wieder. Ich also heute Morgen in den Zug. Bis Bremen lief alles nach Plan. Dort erfuhr ich allerdings, dass meine nächste Bahn 25 Minuten Verspätung hatte. Erst hieß es „wegen Bauarbeiten“, dann sagten sie „wegen Polizeieinsatz“ und nachher meinten sie „wegen eines liegen gebliebenen Güterzugs“.

Wie auch immer. Ich wartete jedenfalls am Bahnsteig und sah das Zeitpolster für meinen Anschlusszug in Hamburg zerrinnen. Da hielt neben mir ein sonderbarer blauer Zug mit der Aufschrift „Müller-Touristik“, der auf der Anzeigetafel als „Sonderzug, bitte nicht einsteigen“ ausgewiesen wurde. Aus ihm heraus schallte laute schlechte deutsche Tanzmusik und aus den Fenstern lehnten sich gröhlend ein Haufen betrunkener und trinkender mittvierziegr Frauen.

Die schäkerten zunächst mit dem Lokführer auf dem gegenüberliegenden Gleis und forderten ihn auf, bei ihnen einzusteigen. Doch er sagte nur: „Ich fahre lieber selbst“ und fuhr vondannen. Anschließend bewarfen mich die Damen mit Sektkorken, um meine Aufmerksamkeit zu erlangen. „Ey Du, wo sind wir denn hier?“ krakeelten sie. „In Bremen“, sagte ich. „Bremen? Da fahren wir doch gar nicht durch.“ Wenn die es sagen, dann muss es ja stimmen.

Endlich kam mein Zug und ich konnte mich vor den Damen in Sicherheit bringen. Auf meinem Nachbarsitz saß eine junge Mutter mit einem Kind. Vielleicht ein Jahr alt. Zuerst hatte ich Angst vor Gebrüll, dann war ich erleichtert, weil das Kind zu schlafen schien. Und dann war ich extrem genervt, denn ich habe noch nie jemanden so schnarchen hören wie dieses Kind. Tierisch. Du Mutter sagte nur entschuldigend: „Tut mir leid. Aber das ist noch gar nichts. Normalerweise ist das nch viel schlimmer.“ Harijassesnee, wie so viel Krach aus so einem kleinen Ding rauskommen kann, das weiß nur der Teufel.

In Hamburg verpasste ich meinen Zug, damit war meine Reservierung bei eben jenem, nämlich beim Teufel. Dank Vatertag war es ja überall extrem voll. Der nächste Zug, den ich nach Berlin erwischen konnte, war ein Eurocity von Kopenhagen nach Prag. Ich ergatterte einen Sitzplatz in einem Abteil voller 30 bis 50 Jahre alter Dänen, die mich etwas finster ansahen, als ich den einzigen freien Stuhl belegte. Unter ihren Sitzen waren ein paar arg dezimierte Paletten Dosenbier der Marke Slots Classic, auf der Ablage stand eine halbleere Flasche Fernet Branca. Dazu hatten sie einen Koffer in der Mitte aufgebaut und spielten Poker. Die Tür zum Gang ließen sie offen und immer wenn eine Frau vorbeilief, gröhlten und pfiffen sie aufdringlich.

Kurz vor Berlin teilte ich dann mit, dass sie mich bald wieder los werden würden. Darauf meinten sie freundlich, dass wäre nicht so gemeint gewesen, das anmuffeln. Aber sie hätten halt eigentlich lieber eine schöne Frau in ihrem Abteil gehabt. Klingt plausibel.

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Der Automat mag mich. Heute hat er zwar nicht das Doppelte meines Einsatzes ausgespuckt, aber immerhin bekam ich meine Investition in voller Höhe zurück. Und den Kakao gleich dazu.

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Das ist mal ein netter Automat. Man steckt Geld rein, wartet vergeblich auf sein Rückgeld, drückt wütend auf allen möglichen Knöpfen herum und bekommt schließlich das doppelte dessen zurück, was zuvor hineingeworfen hat. Hätte ich das vorher gewusst, dann hätte ich einen Hunni reingesteckt und nicht bloß 50 Cent.

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Wir alle wissen ja, warum sich Montenegro nun unabhängig machen will: Damit es beim nächsten Grand Prix noch mehr Balkanstaaten gibt, die sich die Punkte gegenseitig zuschieben können.

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Ich habe heute zum ersten Mal in meinem Leben beim Grand Prix de la Chanson d’eurodingens (oder wie man neuerdings sagt: European Schlampen Contest) meine Stimme abgegeben. Und was soll ich sagen? Wir haben gewonnen. Ich bin dem Charme eines axtschwingenden Leadsängers erlegen.

Aber mal im ernst: Ich habe ja fast nur den schnellen Schlussdurchlauf der Lieder gesehen. Und musikalisch war das alles mal wieder nix. Alles klang gleich, nur drei oder vier Titel stachen vom der Musik heraus (darunter der deutsche und der finnische Siegertitel). Ansonsten ging es vor allem darum, wer die meisten Titten vorweisen konnte. Man las aus den Augen der Damen meistens so etwas heraus wie: „Wenn ihr mir genug Punkte zum Sieg gebt, dann spiele ich das Lied nacher noch einmal nackt.“

Und der Groene stellete fest, dass sich Jugoslawien nur aufgelöst hat, damit sich die Nachfolgestaaten beim Grand Prix gegenseitig die Punkte zuschustern können.

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Es war gerade ein alter Kollege aus münsteraner Zeiten bei mir zum Tee: Dr. Greulich. Bei der Gelegenheit ist mir aufgefallen, das „Dr. Greulich“ klingt wie ein Bösewicht aus einem alten B-Movie.

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Und die Leute von Berentzen haben (ganz bestimmt mit Absicht) ihre Jahrehauptversammlung mitten in die Woche gelegt, und zwar auf einen Tag, an dem ich mit hundertprozentiger Sicherheit nicht frei nehmen kann. Wehe, es wird keine Dividende ausgeschüttet.

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Ich war heute kurz bei den Kollegen von der Rheiderland-Zeitung. Und was sich da so alles getan hat, seitdem ich weg bin, das grenzt an Unverschämtheit: Neue Telefone, neue Rechner (schicke Imacs) samt Zubehör, die Zeitung ist jetzt Morgenzeitung, im Büro darf nicht mehr geraucht werden…

Entweder ist das Bösartigkeit („Haha, lass uns noch warten, bis der Temmo weg ist“) oder ich war einfach so eine Innovationsbremse…

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Apropos Fußball: Am Sonnabend habe ich mit Joachim auf meinem Sofa rumgelotzt, Fußball geguckt und Bier getrunken, während seine Freundin in meiner Küche mir einen Kuchen gebacken hat. Da habe ich mich ein klein wenig wie ein schlechter Mensch gefühlt.

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Also früher, als kleines Kind, da war ja für mich klar, dass vier Fußballvereine immer heimlich zusammengearbeitet haben. Das fand ich sehr unfair. Die Mannschaften waren: Bayern Leverkusen, Bayern Uerdingen, Bayern München und München Gladbach.

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Ich mag es ja immer irgendwie, wenn mir Dokumente aus meiner Vergangenheit unterkommen. Heute ist mir zum Beispiel mein Taschenkalender des Jahres 1998 in die Hände gefallen.

Zugegebenermaßen ist dieses in Leder eingebundene Buch mit Fast-A4-Größe ein etwas sperriger Taschenkalender, aber genau das habe ich daran gemocht. Wenn es sein musste, konnte ich ne Menge Text da rein quetschen.

Und das fängt schon im Einband an. Diesen Platz nutzte ich, um dort die meiner Meinung nach Erinnerungswürdigen Zitate von Lehrern und Mitschülern festzuhalten. Zugegebenermaßen ist vieles davon nur für Insider witzig, aber ich habe trotzdem sehr herzlich gelacht.

Etwa mein alter Geschichtslehrer, der teils absichtlich, teils unabsichtlich, teils einfach aus seiner unverwechselbaren Art heraus die (für uns) dollsten Schoten gebracht hat. Etwa wo er über den zweiten Weltkrieg feststellte: „Unserer (der Deutschen) Begründung, nach Osten vorzudringen, war etwas dürftig.“ Oder seine bildlichen Beschreibungen: „Dann sieht das gleich wieder wie ein unheimlicher Dreck aus – genau wie chinesisches Essen.“ Unvergessen auch seine Ehrlichkeit: „…man kann sowas auch als Toleranz bezeichnen. Ich würde es zwar eher als Blödheit bezeichnen, aber man kann es natürlich auch als Toleranz bezeichnen.“

Oder mein Deutschlehrer. Zu jedem Thema eine Ankedote auf Lager: „In Göttingen kannte ich jemanden, der kackte jeden Abend zum Düngen in den eigenen Garten. Und der hatte ’nen doppelten Doktor.“ Auch war er in seiner Wortwahl immer sehr direkt: „…wir überspringen jetzt Auerbachs Keller und stürzen uns gleich auf Gretchen.“ Zudem pflegte er früher oder später jedes beliebige literarische Werk als „verkappten Porno“ einzuordnen. Und ich erinnere mich auch noch mit Freuden an den Tag, als der den Sultan Saladin als „alten infantilen Kurden“ bezeichnete.

Dann war da noch mein Englischlehrer. Habe selten so einen trockenen Humor erlebt: „Wenn Sie zu Ihrer mündlichen Prüfung zu spät kommen, dann bringen Sie das ganze System durcheinander. Dann bekommen alle ihre Mitschüler kein Abitur.“ Oder der vielzitierte Evergreen: „Jeden Abend betrunken ist auch ein geregelter Lebenswandel.“

Naja, sowas steht jedenfalls alles vorne im Einband des Kalenders. Innen drinnen wirkt er allerdings zunächst recht leer. Das liegt nicht zuletzt an seiner Größe. Aber bestimmte Dinge habe ich recht penibel eingetragen. Zum Beispiel meine Fahrstunden. Sonderfahrten habe ich gesondert ausgezeichnet. Auch meine Fahrprüfungen sind mit Ergebnis aufgeführt. Am 26. Januar habe ich offenbar meinen Führerschein gemacht, sechs Tage nach meiner theoretischen Prüfung.

Aber auch über anderer Leute Fortschritte bei ihrem Führerschein habe ich festgehalten. So steht am 19. Februar in meiner Handschrift: „Joachim hat Prüfung“. In Joachms Handschrift steht darunter „Vielleicht“, in meiner wiederum darunter „Nein“.

Hausaufgaben habe ich offenbar nur dann eingetragen, wenn sie zu kompliziert waren, um sie mir zu merken. Dafür sind alle meine Klausurtermine festgehalten.

Interessanter sind eh die anderen Termine. Zum beispiel ein Konzert meiner Lieblingsband „Wie auch immer“ am 1. Februar. Auch Monetäres steht in dem Kalender. So am 24. Februar: „Floris 2 DM geliehen.“ Ob ich die wohl schon wieder bekommen habe?

Nicht hundertprozentig erklären kann ich mir den Eintrag vom 1. April. Das Ganze ist wohl darauf zurückzuführen, dass ich sehr viel Unterricht zuammen mit Joachim hatte. Jedenfalls steht am 1. April in Joachims Handschrift:

Joachim 18
toll
– planvoll – gewitzt
– flexibel – charmant

– hitzköpfig
– egoistisch
– nachdenklich
– fies

Politik ist die Pest des deutschen Volkes.

Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll, jedenfalls findet sich drei Wochen später der Eintrag (wieder meine Schrift): „Joachims Geburtstagsparty in Hahnentange“ mit dem Zusatz „Lecker Polen-Party“.

Auch die Krankenhausradiosendung, die ich zusammen mit meinem Bruder am St. Veits-Tag gemacht hatte, ist verzeichnet. Die war legendär, wegen des live aufgeführten Veitstanzes. Der Tag meiner letzten Lateinstunde ist in großen Lettern mit „Großes Latinum“ markiert, und darunter steht „Ich bin ein Supermann“.

Naja, ich will jetzt nicht den gesamten Kalender druchgehen. Erwähnenswert ist vielleicht noch de Eintrag von 9. Mai. Da steht zunächst „Grand Prix“. Das war die Zeit, als Guildo Horn das erste Mal Ralph Siegel angegangen ist. Am selben Tag steht auch „FuchsCon“. Da war ich offenbar auf einem Liverollenspiel. Und klein daruntergekritzelt findet man den Spruch: „Oh Jammer und Not! Der Köhler ist tot!“ Da war mein Lieblingscharakter offensichtlich zugrunde gegangen.