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Mal am Rande: Nette Diskussion heute in der Wikipedia gehabt. Konnte einen niederländischen Mitautor davon überzeugen, einem Artikel über die alten friesische Sprache im Land Wursten im Deutschen nicht unbedingt die Überschrift „Wurstfriesisch“ zu geben, weil das bestimmt einen Artikel namens „Käsefriesisch“ proviziert hätte.

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Ich bin ja niemand, der sich hier gerne selbst referenziert und aufzählt, über welche Suchmaschinenbegriffe seine Homepage gefunden wird. Aber was sich da in letzter Zeit so ansammelt, lässt mich manchmal an der geistigen Gesundheit des Internetvolks zweifeln.

Relativ harmlos sind ja noch solche Suchbegriffe wie paar auf die nackten Hintern oder druckbetankung frauen. Bei in der lehre muß ich den schwanz vom chef anfassen oder durfte er meine Frau ficken sollte es aber eigentlich spätestens aufhören. Wenn man dann aber regelmäßig noch von so Dingen wie Frau vollscheißen oder darf ich meine Schwester ficken oder auch regelmäßig Rumänische Nutten heimgesucht wird, dann möchte man eigentlich gerne so eine Art Selbstschussanlage installieren, die jedem einen Tennisball in die Kronjuwelen (bzw. das „Gemächt“ – auch ein beliebter Suchbegriff) jagt, der über eben jene Wortkombinationen auf diese Seite gelangt.

Aber wirklich. Das hat fast schon etwas von Rufmord, wenn Begriffe, die irgendwo auf einer Seite auftauchen, willkürlich neu angeordnet von einer Suchmaschine ausgespuckt werden. Pfui Deibel!

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Weil ja die Welt bekanntermaßen so furchtbar schlecht und verkommen ist, wird das hier jetzt mal zum „Moral- und Anstandblog“.

Und die Moral von der Geschichte
ist (auch wenn ich sie hier dichte),
dass niemand einen ander’n richte,
sondern lieber drauf verzichte.

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Aber ist doch wahr. Man hätte das Spiel doch auch komplett absagen und alternativ die Spieler sich gegenüber aufstellen lassen und sich gegenseitig in die Eier treten lassen können. Verlierer wäre gewesen, wer zuerst aufgegeben hätte. Friedlicher und unterhaltsamer wäre das allemal gewesen – und der Sieger wäre in besserer Verfassung als jetzt ins Viertelfinale gekommen.

Das sollte man sowieso so machen, anstelle von Elfmeterschießen. Dann gäbe es bestimmt keine Unentschieden mehr.

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Ach was ist das doch ein Elend. Hat jemand heute Fußball geguckt? Ein ganz elendiger Kick von England, eine Gehackte und Geschlachte zwischen Portugal und den Niederlanden. Die elenden Engländer bekommen eine geschwächte Portugiesische Mannschaft im Viertelfinale vorgesetzt und kommen mit dem gleichen fiesen Gebolze wie bisher auch noch ins Halbfinale. Und mit Deutschland und Argentinien treffen die besten Mannschaften des Turniers bereits im Viertelfinale aufeinander. So gewinnt Brasilen am Ende dann ja doch wieder.

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Ich hatte jüngst die Ehre, dem Helge meinen alten WLAN-Router übereignen zu dürfen. Weil der Helge, der wohnt ja nu in den Niederlanden und da gibts sowas offenbar nicht. Da sich andeutete, dass die DSL-Leitung langsam bei ihm im Haus ankommen sollte, bat er mich, das gute Stück per Post zu schicken.

Nun, dass bei Helge noch kein Internet lag, hieß nicht, dass er vollkommen kommunikationslos war. Er hatt sich bis dato mit einer Mobilfunklösung geholfen, die er dank teuerer Datenaufkommenabrechnung ausschließlich für Instant-Messenger benutzte. Da er über diesen Weg umso mitteilsamer war, kann ich hier ein paar Auszüge aus dem Epos „Helge, der Router und die Deutsche Post“ wiedergeben.

Helge bat den Termo also, den Router abzuschicken. Er war zu diesem Zeitpunkt noch guter Dinge, aber bereits ungeduldig:

Helge, 31. Mai: „erstmal muss der router ankmommen, das dauert ja sichger noch ein paar tage.“

Rasch gewann aber die Ungeduld überhand.

Helge, 5. Juni: „paket noch nicht da.“

Dann musste ich ihm mitteilen, dass während meiner Abwesenheit ein Päckchen bei mir abgegeben werden sollte. Ich vermutete, dass aus irgendeinem Grund der Router retour gegangen war. Ich versprach, dass bei nächster Gelegenheit zu überprüfen, aber es dauerte noch bis ich ihm das Ergebnis mitteilen konnte. Vorher orakelte er bereits missmutig:

Helge, 7. Juni: „ich glaub, es ist der router der auf der post liegt. oder?“

Doch dann wurde er zunehmend ausfallend.

Helge, 7. Juni: „hau denen auf der post dann mal eine rein. ich hocke hier ohne internet hocke weil die zu bloed sind, ein paket zuzustellen. was ja irgendwie auch ihr job waere. ich vermute die typische zustellerfaulheit. hab das in greifswald ja desöfteren mitgemacht bei dhl.“

Am nächsten Tag stellte ich bei der Post fest, dass der Router tatsächlich zurückgekommen war. Die Postleute hatten ihn beim ersten abschicken falsch frankiert. Ich ließ also nachfrankieren und schickte das Päckchen gleich wieder raus. Helge war außer sich.

Helge, 8. Juni: „um das festzustellen brauchen die ne woche? oh man, was die sich anstellen. und 5 Tage dauert das nun wieder? die normale post braucht nur 2 tage.“

Und die Ungeduld nagte weiter an seiner Seele.

Helge, 12. Juni: „Pakt noch nicht da. sind ja erst 3 tage rum. Lassen sich noch Zeit. Kommt wahrscheinlich genau so, dass ich keine zeit hab zum einrichten.“

Schließlich versuchte er, die verschlungenen Wege der Post nachzuvollziehen und sparte auch nicht an Kapitalismuskritik:

Helge, 13. Juni: „router is natürloch nich gekommen heut. hast dus per paket oder paeckchen geschickt? selbst im usenet finde ich nur unzureichend hinweise darauf, ob das hier nun per post oder per dhl zugestellt wird. letztlich irren sie sich immer nur bei einem nicht: sie kassieren kohle.“

Ich stieg ihm für seinen Geschmack aber nicht genug auf seine Hasstiraden ein.

Helge, 13. Juni: „mit dir kann man nicht gepflegt ueber die post laestern.“

Dann schien das Fass überzulaufen.

Helge, 17. Juni: „heute wieder nix. du darfst den kollegen in leer auf der post sagen, dass 3-5 tage glatter betrug ist. da montag keine post kommt, werden es mindestens 10 tage.“

Aber danach war auf einmal Ruhe. Der Router war wohl letztendlich angekommen. Ruhe, bis er sich über die schlechte Qualität von Skype beschwerte… Aber das ist eine andere Geschichte.

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Die deutschen Fußballfans scheinen arg ausgehungert. Jetzt wo Deutschland zumindest mal ein Weilchen obenauf schwimmt, wird das gleich überall zum ausgiebigen Feiern genutzt, als wäre die WM schon längst gewonnen. So war gestern beispielsweise in Rhauderfehn die Hölle los. In Leer habe ich zwar nur ein müdes Hupen gehört, aber zumindest waren die Ansätze da.

Aber was mag passieren, falls die Deutschen tatsächlich den Titel holen sollten? irgendwas anzünden (das Gebäude des costaricanischen Fußballverbandes zum Beispiel)? Irgendwie erinnert mich das ganze Fahnengeschwenke und Getue ein wenig an jemanden, der zu meinen Schulzeiten immer bei mir im Bus saß. Der war leicht deutschnational eingestellt und verkündete gerne und lautstark: „Den dritten Weltkrieg, den gewinnen wir wieder!“

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Das finde ich zwar albern, aber dafür sehr konsequent: „Die Staatkundig Gereformeerde Partij sieht ihre Grundlagen in der Bibel. Sie ist eine der wenigen nicht-islamischen Gruppierungen im heutigen Europa, die eine Theokratie anstreben. Zu ihrem Programm gehört es, ‚abzuwehren und auszurotten alle Abgötterei und falschen Gottesdienst‘. Die Webseite der Partei ist Sonntags geschlossen.

Edit: Das prüfen wir kommenden Sonntag mal nach. Hier ist der Link.

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War ich gestern auf dem „Free for all“ („Freei för all“) Festival in Stapelmoor. Mach ich da also ein paar Fotos während so eines Konzerts, kam einer von dieser Pseudopunks auf mich zu. Ihr wisst schon, jene Sorte von Leuten, die sich überall da breit machen, wos was umsonst gibt, sich da betrinken und andere Leute belästigen.

Jedenfalls kam der auf mich zu (seine zwei reichlich abgemagerten Hunde mochten mich offnbar sehr gerne) und brüllte mir durch die Laute Musik zu: „Ey, wenn ich morgen in irgendeiner Zeitung auftauche, dann werd ich zum Dieter Bohlen, Ey!“

Ich war zugegebenermaßen im ersten Moment etwas überrascht, weil ich zunächst gar nicht begriff, was den anficht und auch nicht, was der mir überhaupt damit sagen wollte. Aber dann antwortete ich ihm: „Wieso? Fängst du dann an zu singen?“

Das hatte er ob der Lautstärke und seines Suffs aber wohl nicht verstanden denn er sagte dann nur noch mal: „Ich werd zum Dieter Bohlen.“

Hab ich nich verstanden aber irgendwie.

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Seit wann sagt man eigentlich Comedian? Früher hieß das doch immer Komiker.

Und Uke wird meinem Vadder immer ähnlicher. Seine Freundin will auf ne Insel fahren und Zelten, Uke wehrt sich mit Händen und Füßen und wenn er erst einmal da ist, dann wirds ihm gefallen.

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Also das ging ja gar nicht gestern. Nee! Das war ja schlimmer als Elfmeterschießen. Und das schlimmste war: Während des Deutschland-Spiels stand mein Nachbar seelenruhig im Garten und wässerte seine Blumen. Also nee.

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Termo will bei der Landesregierung anrufen. Er will was über Angelegenheiten der Regional- und Minderheitensprachen wissen. Wo soll er da am besten anrufen? Er forscht im Internet nach und findet die Texte zur Sprachencharta und zum Minderheiten-Rahmenabkommen im Angebot des Innenminsiteriums und ruft da an.

Der Mitarbeiter, der dort ans Telefon geht, weiß mit dem Termo nicht sonderlich viel anzufangen. „Sind Sie hier auch richtig? Das ist das Innenministerium.“

„Sagen Sie mir, ob ich richtig bin“, antwortet Termo. Der gute Mann bemüht sich: „Ich stelle Sie am besten mal zum Ausländerbeauftragten, denn bei ihrer Anfrage geht es ja um Sprachen und das hat ja viel mit Integration zu tun.“

Termo muss das richtig stellen. „Es geht hier um Regional- und Minderheitensprachen, also um Plattdeutsch und Friesisch und nicht um Russisch und Türkisch.“

„Hm. Oh ja“, sagt der Mann. „Hm, ich weiß auch nicht. Ich habe das mal hier in den Computer eingegeben, aber der spuckt nichts aus. Ich stelle Sie am besten mal zur Pressestelle, die wissen bei sows immer besser Bescheid.“

Während Termo also dem andächtigen „Bitte Warten“-Gesäusel der Computerstimme lauscht, ärgert er sich, dass er doch wieder bei einer Pressestelle lande. Er hatte doch diesmal gar nichts von Presse gesagt.

Die Dame, die Termo nun an die Strippe bekommt, kann ihm auch nicht helfen. „In welchem Ministerium ist das denn?“ fragt sie. „Das wollte ich eigentlich von Ihnen wissen“, sagt der Termo. „Im Innenministerium ist es offenbar nicht.“

„Ich kenne mich da nicht so aus“, sagt sie zumindest  ehrlich. „Aber Mein Kollege weiß das besser. Der ist aber gerade nicht da. Rufen Sie doch bitte in einer Viertelstunde wieder an.“

Termo ruft also später wieder an und bekommt eine andere Dame ans Telefon. „Nee, der Kollege ist gerade zu Tisch.“ Also fragt Termo sie, ob sie dem Termo nicht helfen kann. „Also Plattdeutsch und Friesisch, das sind ja alte Sprachen, da finden sich bestimmt Zuständige im Ministerium für Wissenschaft und Kultur“. Die Umschreibung „alte Sprachen“ gefiel dem Termo irgendwie so gar nicht. Aber er fragte sie nur, ob sie ihm im dortigen Ministerium einen Ansprechpartner nennen könne. Da wurde sie auch noch patzig. „Nein! Tut mir leid, dass ich nicht jeden Menschen hier in jedem Ministerium kenne! Ich stelle Sie mal zu der dortigen Pressestelle durch.“

Nach einigen „Bitte Warten“’s sagte ein weiterer Herr dem Termo, dass er keine Ahnung habe, aber sein Chef wüsste das sicher. Der sei aber gerade auswärts auf Termin. Ob der Termo nicht später wieder anrufen könne…

(Meine Steuergelder! Alles meine Steuergelder!)