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Gestern war ich auf dem „Omas Teich“ Festival in Großefehn. Heute hab ich leider keine Zeit, da spielen leider Gottes die weitaus besseren Bands.

Einen Großteil der Zeit habe ich allerdings damit verbracht, den Basti zu suchen. Der hat mich seit Wochen mit seiner Begeisterung madig gemacht. Aber glaubt ihr, der war zu finden? Nix. Das Festivalgelände abgegrast, den Campingplatz abgegrast… Der hatte sich bestimmt irgendwo in einer hinteren Ecke verkrochen.

Naja. Basti nicht gefunden, dafür bei der Suche zwangsläufig einen Haufen anderer Leute in Augenschein genommen. Zunächst: Das Festival war jenes mit dem jüngsten Publikum, dass ich bisher besucht habe. Das war aber insofern nicht schlimm, als dass das Jungvolk nich überall besoffen herumlag oder so.

Dabei fielen mir aber auch allerlei sonderbare modische Spirenzien auf. Beispiel Schirmmütze. Früher trug man sie ganz normal, zu meinen Zeiten galt es bei einigen as cool, die verkehrtherum aufzusetzen. Heutzutage darf man so eine Mütze offenbar nur noch tragen, wenn man sich leicht versetzt aufsetzt, also der Mützenschirm auf zwei Uhr. Nennt mich einen Banausen, aber das ist meiner Meinung nach die dümmste Lösung.

Dann ist offenbar der Armee-Stil wieder in. Oder es war nur eine Nachwuchskompanie der Bundeswehr bei dem Festival anwesend.

Dann die Röcke. Während ich neulich im Limit noch befürchten musste, dass in Deutschland der Rockstoff knapp wird, schien gestern der Engpass behoben. Wenn Rock, dann auf der Bühne oder mindestens knielang. Interessanterweise liefen auch viele Männder in Röcken rum. Vielleicht mal wieder ein Trend, der an mir vorbeigegangen ist.

Dann trugen viele Leute auch ihre politischen Meinungen auf ihren T-Shirts mit sich herum. Das reiche von Klassikern wie „Niemand ist illegal“ über aktuelle Kombinationen wie „Ich mag Musik und hasse Faschisten“ bis zu einem simplen „Ich will Bier“.

Dann wurde natürlich der alte „Helga“-Brauch importiert. Während früher die Leute auf die Helga-Rufe irgendwann antworteten „Helga ist tot“, hörte ich gestern vor allem die (irgendwie glaubwürdigere)  Entgegnung „Helga ist gerade kacken“.

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Vadder ist ein sehr pragmatisch veranlagter Mensch. Vor dem Hintergrund, dass mein Bruder in Kürze eine Unterkunft in München benötigt, sinnierte er heute: „Elisabeth Volkmann ist tot. Dann ist da ja wieder ’ne Wohnung frei, da kann Uke dann ja einziehen.“

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Und was nehmen meine beiden Gästinnen an Eindrücken aus Ostfriesland mit? „Ostfriesen mögen keine Rheinländer, piesacken Frauen und haben alle komische Namen.“

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Auf der offiziellen Internetseite einer ostfriesischen Kommune stolperte ich über eine Erklärung des ostfriesischen Wappens und der ostfriesischen Landesflagge. Diese „wissenschaftlich korrekte Erklärung“ stamme, so auf der Seite zu lesen, von der Ostfriesischen Landschaft in Aurich. Ich möchte daher an dieser Stelle einen Auszug aus dieser  Erklärung zitieren, wie sie auf dieser Seite zu finden ist:

„Kommen Ihnen die Farben schwarz – rot – blau bekannt vor? […] Es ist die Trikolore Ostfrieslands (unter der wir uns jedes Jahr bei abnehmendem Halbmond zu Ostern versammeln, um heidnische Lieder zu singen, Tee zu trinken und die Boßelkugeln zu ernten). „

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Gestern bekam ich Besuch. Zwei Berliner Mädels hatten sich relativ spontan bei mir angekündigt – Sevim und (noch ’ne) Anna. Die machen gerade so ne kleine Rundtour und wollen sich ein bisschen Ostfriesland angucken. Sevim war ja schon mal da, damals bei meiner Einweihungsfeier. Und sie kann sich an erstaunlich viele Leute erinnern, selten zwar mit Namen, aber häufig doch mit einer erstaunlich korrekten Beschreibung. An Hannes erinnerte sie sich zum Beispiel als den, „der nie satt wird und immer weiter isst“.

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Liebes Lieschen Wieselbein.
Kommst Du Nicht Zur Tür Herein?
Bist Du Wohl Zu GROß
Doch Hier Ist Eh Nix Los

Lieber Peter Ülkenschwanz
Trägst Du Eine Tote Gans
An Des Königs Tiefes Grab
Schneid’t Man Dir Die Haare Ab.

…das nennt man „Unsinntherapie“. Ist gut gegen Kopfschmerzen.

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Es ist ja immer ein Abenteuer, wenn man den Quoc trifft. Das geschah zum Beispiel gestern Abend auf der Party. Quoc erkennt man immer schon aus großer Entfernung, weil er bei meinem Anblick sofort brüllt „Temmo, welche Farbe hat mein Hemd?“

Gespräche mit ihm sind immer etwa bizarr. Gestern behauptete er zum Beispiel steif und fest, er würde meinen Bruder schon länger kennen als ich. Außerdem konnte er es so gar nicht begreifen, dass dieser Bruder gerade in Berlin weilt und nicht in Ostfriesland, wo Quoc doch auch mal da war.

Dank der Kamera, die ich regelmäßig mit mir herumschleppe, werde ich auf solchen Feiern gerne für den Fotografen einer so genannten Partycommunity gehalten und deswegen nicht selten von mehr oder weniger alkoholisierten Personen gebeten, sie abzulichten.

So auch gestern. Zwei blutjunge Mädels wollten fotographiert werden. Bevor ich jedoch auf diese Anfrage reagieren konnte, sprang Quoc mit einem schmierigen „Hallo“ zwischen mich und die Mädels und begann sie heftigst anzugraben. Und obwohl er mehrfach ihre Namen verwechselte und mit so simplen Phrase wie „Ihr seht ja gut aus“ arbeitete, gingen die Mädels offenbar drauf ein.

Schließlich musste ich ein Foto von allen Dreien machen. Als ich dann die Gelegenheit nutzen und mich unauffällig davon machen wollte, kam von Quoc der Einwand: „Wo willst du hin, ich hab dir gerade ein Date klar gemacht. “ Offenbar hatte er sich auf eine von den beiden festgelegt und wollte mir netterweise die andere überlassen. Aus dieser Situation rette mich dann Henrike, die mir in dem Moment um den Hals fiel und den anderen mitteilte, das mit dem Date, das ginge nicht.

Apropos Foto und Partycommunity: Zunächst wollte man mich bei der Fete nicht einlassen, weil man mich mit meiner Kamera ebenfalls für so einen Partycommunisten hielt. Ich konnte aber glaubhaft machen, das ich nicht „so einer sei“. Die Veranstalter sind offenbar arg genervt von dem Volk, deren Fotografen dann auch noch freien Eintritt wollen…

Ich war ja vor allem da, weil ich ein bisschen Livemusik gucken wollte. Eine Band gefiel mir besonders gut. Nicht, dass die so außergewöhnlich gt gewesen wären, aber – hey – die hatten sich alle alberne Schnauzbärte angeklebt…

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Gestern war ich in dem Freilichtspiel „Dusend Dalers“ in Oldersum. Meine Lieblingsstelle war kurz nach der spontan anberaumten Hochzeit der Protagonisten, als eine Magd einem Knecht eröffnete: „Denn könen wie beid jaar nu ok bold heiraden.“ Er sprang wie von der Tarantel gestochen auf und rannte los und rief dabei panisch: „Nee! Ik will neet!“

Außerdem hab ich es diesmal tatsächlich mit Namensnennung in das CD-Beilegeheft der neuesten Laway-CD geschafft.

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Klassischer Mutter-Vadder-Dialog im Hause Bosse.

Mutter macht ihrem Sohn (mir) Essen und fragt ihren Mann: „Hast du auch Hunger?“ Der sagt: „Nein, ich hol mir gleich ein paar Brötchen.“

Außerdem hat Vadder gestern versehentlich eine Wespe gegessen und wurde, als er im Garten ein Nickerchen machte, von einem Igel angeknabbert.

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Nee also irgendwo hört der Spaß auf. Schwarz-Rot-Goldene Fahnen schwenken bei der WM und so al – alles gut und schön. Aber jetzt springt auf einmal die Landes-CDU auf den Zug auf und fordert, dass an den Schulen mehr Nationale Symbole behandelt werden und dass „bei passenden Gelegenheiten“ in der Schule die Nationalhymne gesungen wird – etwa bei der Abiturfeier. Wenn ich bei meiner Abiturfeier die Nationalhymne hätte singen müssen, dann hätte ich mir den Wisch per Post zuschicken lassen.

Versteht mich nicht falsch, ich habe weiß Gott nichts gegen die Nationalhymne. Aber die soll doch gefälligst da bleiben, wo sie zur Repräsentation des deutschen Staates dient. Und wenn ich mein Abitur mache, dann tu ich das nicht als Repräsentant des Staates oder aus Vaterlandsliebe. „In Oostfreesland is’t am Besten“ können die da gerne singen, aber dass ist dann auch genug des Patriotismus an der Schule.

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Man trug mir an, die neue Homepage des Interfriesischen Rats aufzusetzen. Falls also jemand, der in Design-Dingen bewanderter ist als ich, sich berufen fühlt, mir vielleicht hie und da unter die Arme zu greifen – dann wär ich durchaus dankbar.

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Mal wieder eine kleine Wikipedia-Anekdote, die einmal mehr illustriert, warum das Projekt bei all seinen Stärken auch immer eklatante Schwächen aufweisen wird.

Im Laufe des Tage bemerkte ich, dass im Artikel über die Stadt Emden von einer IP (also ein nicht angemeldeter Nutzer,der nur über seine Internetnumer zu identifizieren ist) der Satz eingearbeitet worden war: „Bekannt wurde Emden auch durch Kneipenschlägerein.“ (!) Ich hielt das Ganze für eine der üblichen kleinen Vandalismen a la „In Brunsbüttel wohnen nur Wixer wie Uwe Müller“ oder so.

Weit gefehlt. Als ich einige Minuten später mal wieder nachsah, hatte sich die IP mit diversen anderen Nutzern inklusive Admins einen Kleinkrieg um diesen Satz geliefert. An verschiedenen Stellen entbrannte daraufhin eine Diskussion, die ich hier in Ansätzen wiedergeben möchte. „I“ steht dabei für den Anonymen Nutzer, X für die zwei drei anderen, die an diesen Diskussionen teilnahmen.

X1: Bitte Quellen angeben und keine Behauptungen.
I: knallt häufig in Emdens Kneipen ich selbst bin dort Kneipenbesitze!
X1: ja und, in der Altstadt von Düsseldorf auch. Wir versuchen uns ein einem Lexikon
I: Ja gerade das muß das erwähnt werden gab am Samstag erst wieder ne Schlägerei an ner Tankstelle nach einem Kneipenbesucht mit büer 30 beteiligten
X1: Nochmal: Ja und? Das ist für den Lokalteil des örtlichen Käseblatts. Wir machen aber Enzykopädingens. Bring eine Statistik, oder eine andere seriöse Quelle, die eine überpropotionale Häufigkeit von Hauerei behauptet, oder verzichte auf den Satz.
I:Glaubst du weil der Eintrag DIR vielleicht nicht passt muss er raus??? Schonmal was von Wikipedia Meinungsfreiheit gehört?
X1: Nein, Meinungsfreiheit gibt es nicht. Es gibt Qualitätsrichtlinien, Quellenbelege und Neutrale Sichtweise. Und falls du mich weiter zum zurücksetzen zwingen solltest gibts auch die Vandalensperrung.
I: Ja sicher Meinungsfreiheit warst du schonmal in emden??? Muss ich dir alles beweisen???
X1: Mensch, ich war noch nie in Emden, ich hab Angst vor den Hauereien. Sollte es eine statistisch relevante Häufung von Kloppe in Emden geben, könnte das möglicherweise relevant sein. Ich persönlich glaube nicht daran, und du solltest deshalb eine Quelle, die deine Aussage unterstützt beibringen. Und nun EOD von meiner seite.
I: Ja sicher mein Bruder hat neulich sich bei einer Kneipenschlägerei das Nasenbein gebrochen und komm nach Emden dann kannst mal mitmachen was meistn du EOD??
X1: End of discussion
I: Das könnte dir wohl so passen wie ??? Nur weil du keine Argumente mehr hast??
x2:Diesel bitte nicht in SO übermässigen Ausmaßen schlucken, das schadet der Gesundheit.

Und an anderer Stelle:

I: Warum darf das im Artikel Emden nicht aufgeführt werden??
X3: Bring Belege dafür. Der Satz „Bekannt wurde Emden auch durch Kneipenschlägerein“ ist in dieser Form nicht haltbar und somit (man verzeihe mir den Ausdruck) einfach nur Dünnpfiff. Hier (nur wenige Kilometer von Emden entfernt) spricht man jedenfalls nicht von „Emden, der Stadt der Kneipenschlägereien“ (wenn mir die bösartige Überspitzung hier erlaubt ist). Ich danke für das Verständnis.
I: Nein aber ich weis es komm mal in Emdens Kneipen da knallt es regelmäßig und jetzt hört auf mein Version zu reverten sonst gibts hier gleich ne SChlägerei
X3: Süß. Bring eine seriöse Quelle (Statistik oder so), dann wird auch nicht mehr revertiert.
I: Habe ich habe immer Buch geführt über die Schlägerein in den Hafenkneipen!
X3:Polizeistatistiken Emdens und verschiedener Anderer Städte zum Vergleich wären aussagekräftiger. Selbst für den Fall, dass es in Emden mehr Schlägereien als anderswo gibt, dann ist dein eingeführter Satz immer noch unglücklich. Und „bekannt“ ist offenbar auch unhaltbar, da scheinbar niemand außer dir etwas davon weiß.
X4: Ich hab auch noch von niemandem gehört „Oh, Emden, geh da nich hin, da sind immer Schlägerein!“
I: Ja aber hier ist jedes Wochenende was kommt mal in die Hafenkneipen von Emden da knallt es immer und die Bullen werden ja nicht immer gerufen also des keine Bullenstatistik
X3: Zu deutsch: Keine seriösen Quellen, die ein „Emden is bekannt für Hauereien“ belegen, also auch kein entsprechender Vermerk. Ein „in den Hafenkneipen knallts immer“ reicht einfach nicht.
X1:Ahoi, der Beschäftigungstroll wurde zwischenzeitlich zurecht gesperrt.

Und Morgen geht das Schauspiel sicher weiter.

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Ist das eingentlich pc, dass Miro Klose von den Fernsehkommentartoren immer „der Sturmführer“ genannt wurde? Bei der nächsten WM ist er dann vielleicht schon Obersturmführer, dann Sturmhauptführer und wohlmöglich am Ende Obersturmbannführer oder so…

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Hier liegen noch ein paar Limetten herum. Bevor mir die hier vergammeln, kipp ich mir jetzt ein paar Caipirinhas hinter die Binde. Die Schnapsflasche muss ja eh noch leer, die will DocDee ja haben. Und Eis zerkleinern mag ich auch, da kann man sich gut bei abreagieren.

Gibt ja auch diesen schönen Friesen-Cocktail: Krorn. Halb Kruiden, halb Korn, dazu ein Eiswürfel. Häufig serviert mit einem anständigen Stück Grillfleisch.

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Ich bin ja sehr weltoffen wissbegierig. Daher freu ich mich immer, wenn ich etwas aus dem Fachjargon exotischer Professionen und Bevölkerungsgruppen lernen kann. Heute: der „Hautständer“.

Was also ist ein Hautständer? Diese Vokabel stammt aus der Sprache der Bodybuilder und anderer Sportler, die Wert darauf legen, dass man es ihnen ansieht, wie sportlich sie sind. „Hautständer“ sind jene, die eben kein Bodybuilding betreiben. Sie haben mit ihrer Haut einfach nichts besseres zu tun, als sie einfach an sich herumzutragen, obwohl man sie doch so in Form bringen könnte. Hautständer eben.