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Heute ist die Welt um haaresbreite an einer comic-reifen Performance meines Vadders vorbeigeschrammt. Ich saß bei Vadder zum Tee und er wirbelte geschäftig in der Küche herum, als das Unglück seinen Lauf nahm.

Über ihm an der Decke hing ein Fliegenfänger, der mehr schlecht als recht mit einer Reißzwecke befestigt war. Vadder schlug energisch eine Schranktür zu und der dadurch erzeugte Windstoß gab der Reißzwecke den Rest. Sie löste sich und der Fliegenfänger segelte elegant herab und traf Vadder, der eine fürchterliche Abneigung gegen alles Klebrige hat, am nackten Arm (hinterher bekundete er, er habe das Gefühl gehabt, eine Schlage habe ihn gebissen).

Er bekam einen Schrecken und hampelte angewidert herum. Dabei trat er fast (!) in die Reiszwecke, die sich nun in eine strategisch günstige Position auf dem Küchenfußboden begeben hatte. Das hätte aber ein Hallo gegeben. Und wenn dies passiert wäre, dann hätten sich bestimmt genau in diesem Moment auch Vadders zurzeit lädierten Bandscheiben gemeldet und er wäre hingefallen und wie ein Käfer auf dem Rücken liegengeblieben, mit einer Reißzwecke im Fuß und (den Gesetzen der Komik gehorchend) vollkommen in den Fliegenfänger verheddert.

Aber soweit ist es nicht gekommen. Vielleicht beim nächsten Mal.

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Gestern war wieder die friesische Folknacht. Zum ersten Mal, seitdem ich dabei bin, musste das Ganze kurzfristig wegen Pisswetters vom Haneburghof ins Zollhaus verlagert werden. Außerdem fehlte bei Rapalje das Mädchen, das immer neben dem Takt tanzt, die „kleine Sekretärin„.

Aber DocDee hat sich königlich amüsiert. Wieder wen angefixt.

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Wat ganz Mysteriöses ist mir heute untergekommen. Vor ein paar Tagen habe ich mir eine Flasche Wein gekauft. Das ist zwar ungewöhnlich, aber allein noch nicht mysteriös.

Jedenfalls vermisste ich die Flasche heute und suchte und suchte. Dann erinnerte ich mich, dass sie im Auto in ein Haltenetz gesteckt hatte. Zum Glück aufrecht, wie sich herausstellte.

Denn als ich sie fand, war sie offen. Der Wein noch komplett in der Flasche, diese aber offen. Der Korken und das Plastikrams, was da immer drüber gestülpt ist, lagen fein säuberlich daneben.

Da ich es für unwahrscheinlich halte, dass jemand meinen Wagen aufbricht, den Korken einer Weinflasche herauszieht, diese nicht anbricht und stattdessen den Wagen wieder abschließt und da ich es nicht glauben will, dass es in meinem Wagen spukt, kann ich nur folgende Erklärung anbieten:

An irgendeinem der letzten Tage schien mal kurz und heftig die Sonne und knallte auf mein Auto. Dieses erhitzte sich, so auch die Flasche Wein. Der Kraft der damit einsetzten Ausdehnung des Inhalts – Wein und Luft – war der Korken nicht gewachsen und suchte das Weite.

Ist das normal? Kennt sich jemand mit Weinflaschen aus? Wenn ich daran denke, wie ich mich manchmal quäle um die Korken aus den Flaschen zu holen, fällt es mit schwer mir vorzustellen, dass sich so eine Flasche alleine öffnet.

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Im Übrigen begehen wird heute den fünften Geburtstag von Termos Taten. Fünf Jahre bei einem Blog, das ist so ähnlich wie DAAARRRTIG.

FIIIEEV klingt ja auch ganz nett.

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Zum wichtigen Grundvokabular von Freerk, Gangster hin oder her, gehört das Wort „redlich“, wie auch das Gegenstück dazu, „unredlich“. Das lässt sich auf vielerlei anweden. Zum Beispiel bezeichnete er das Teetrinken neulich bei mir als „redlich“. Aber auch in anderen Bereichen findet das Gebrauch. Als wir uns beispielsweise neulich über die Vorteile meiner Wohnstatt unterhielten, führte er an, ich habe ja auch „ein redliches eigentümergeführtes Sonnenstudio“ vor der Haustür.

Warum erzähl ich das? Weil das Gegenstück „unredlich“ das passendste Wort, was mir zu einer kleinen Begebenheit engefallen ist, die mir gestern unterkam. Postwurfsendungen und Werbeprospekte, die bei einem im Briefkasten landen, können ja im normalzustand schon lästig sein. Ein Möbelhaus hier in der Gegend hat sich da schon immer sehr unbeliebt bei mir gemacht. Ich ärgere mich jedesmal wieder, wenn eine ihrer massenhaft verteilten „Persönlichen Einladungen“ in meinem Postkasten landet. Denn ich halte das grundsätzlich schon für Lüge, etwas als „Persönliche Einladung“ zu betiteln, dass einfach ungezielt an alle Haushalte verteilt wird.

Naja, bisher ist das alles einfach ungelesen in den Papierkorb gewandert. Aber gestern sind die Möbeljungens noch eine Sprosse auf meiner Leiter der Wertschätzung hinabgeklettert. Als ich nämlich meinen Postkasten leerte, fiel mir ein Umschlag in die Hand, auf dem offenbar handschriftlich etwas geschrieben stand. Und im ersten Moment war ich da auch von überzeugt und dachte: „Wer hat mir da denn eine Nachricht hinterlassen.“ Aber ich roch den Braten rasch, denn niemand meiner Kollegen würde auf einen Umschlag für mich etwas draufschreiben wie „Hier ein wichtiger Tipp für dich“ oder so (original des Umschlags habe ich leider nicht mehr vorliegen).

Klicken zum VergrößernAber nun war tatsächlich meine Neugier geweckt. Ich wollte wissen, wer da die Dreistigkeit besaß, mir vorgaukeln zu wollen, dass man mir eine persönliche Notiz hinterlassen habe. In dem Umschlag kam eine Zeitungsseite zum Vorschein. Jedenfalls sah das Blatt so aus, als wäre es einer  Zeitung entnommen. Im Kopf der Seite fanden sich die Rubrik „Regionales“, das Datum des Tages und sogar Seitenzahlen (13 und 14). Auf Vor- und Rückseite fanden sich zudem großflächige Anzeigen des mir bereits verhassten Möbelhauses. Aber dazu waren eben auch redaktionelle „Artikel“ abgedruckt, einmal über die tollen Rabatte beim Geburtstags-Sonderverkauf in dem Möbelhaus und einmal über die zum kommenden Jahr steigende Mehrwertsteuer mit der Botschaft: „Besser jetzt kaufen“.

Aber nicht genug dessen, dass da dem potenziellen Kunden vorgegaukelt werden sollte, dass er eine Seite aus einer lokalen Zeitung in der Hand hielt. Das Schlimmste waren die „handschriftlichen Anmerkungen“ die aufgdruckt waren, in dem durchaus echt wirkenden Stil, der auch schon auf dem Umschlag zu finden war. So waren die Verkaufsstichtage im Text eingekringelt, die Rabatt-Höhen mit Ausrufezeichen versehen. Ebenso wurde der Hinweis zur steigenden Mehrwertsteuer eingekringelt und mit Ausrufezeichen versehen, und daneben stand sogar noch „Beachte“.

Klicken zum VergrößernHalten wir fest: Ein Möbelhaus gaukelt vor, dass ein guter Bekannter einem einen Brief mit einer Zeitungsseite zukommen lässt und einem dem Tipp gibt, jetzt und noch möglichst schnell Möbel in einem bestimmten Möbelhaus zu kaufen. Und das optisch durchaus gut gemacht. Meiner Meinung nach ist jemand, der nicht ganz so auf Zack ist, oder vielleicht auch eine alte gutgläubige Dame oder wer auch immer da ohne weiteres durch zu täuschen. Und dazu viel mir dann nur Freerks Lieblingswort ein: Unredlich!

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Man macht den Fernseher an und das erste, was man hört, ist: „Ich studiere Sonderpädagogik.“ – „Oh, dann weißt du ja, wie man mit Handwerkern umgeht.“

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Aufgrund der offenbar zahlreich anliegenden 30. Geburtstage in naher Zukunft gibt es hier noch einmal den Hinweis: In Ostfriesland wird man nicht einfach nur „dreißig„, sondern man wird „DAAARRRTIG!“

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Der Bürgermeisterkandidat der SPD in der Stadt Leer wäre sicher ganz nach Hilkos Geschmack, denn laut seiner Homepage isst er bevorzugt (so wörtlich) „SchniPo“. Gleich mal bei dem CDU-Kandidaten gucken, vielleicht ist dessen Leibgericht die Apatschenlatte.

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Heute hat es endlich mal mein alter Genosse Freerk zu mir zum Tee geschafft. Das war einmal mehr sehr amüsant, aber er war ja auch früher schon für allerlei Untaten gut.

Eigentlich hatte er sich schon sehr früh angekündigt, und so war ich extra schon in aller Herrgottsfrühe aufgestanden. Aber dann kam er doch später und entschuldigte sich mit den Worten: „Ich hatte ein Kleidungsproblem.“

Das hätte ja alles heißen können, also ließ ich mir das erläutern. Er weilt gerade ein paar Tage in seinem Elternhaus und wie Mütter nun einmal so sind, wollen sie ihren Söhnen bei solchen Gelegenheiten auch gleich mal was Gutes tun. Und warf die Freerk-Mutter seine Wäsche in die Waschmaschine. „Auch die saubere“, wie Freerk entgeistert feststellen musste. Und so musste er heute früh halt darauf warten, dass zumindest ein Satz leidlich trocken war.

Dann führten wir ein interessantes Gespräch über anabole Steroide, die anstehende Wahl, Pferde, Studenten und andere Undinge. Außerdem wurde Freerk von meinem Tee high und war auch ansonsten sehr genügsam: Er aß einen Keks.

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Ich hatte heute Besuch von meinem Bundesbruder und Privatpastor Dino und seiner Angetrauten Katja. Ihr wisst schon, da wo ich letztes Jahr auf der Hochzeit war und anschließend den betrunkenen Groene ohne Hausschlüssel vor meiner Tür auflas.

Egal. Die beiden brachten mir einen Kaktus mit und Katja wurde in das Tee-Zeremoniell eingeführt. Dino war das ja schon bekannt. Allerdings wurde Dino anschließend etwas träge, als wir eine kleine Tour durch die Stadt machten. Katja hingegen wollte alles sehen und alles wissen und war ganz fasziniert von einem Friedhof und wollte schließlich noch an die Ems. Aber Dino war ein guter Ehemann und machte alles mit, auch wenn er hin und wieder dabei 10 Jahre älter wirkte.

Aber auch er nahm von den ganzen Tour für sich etwas mit: Schafscheiße vom Deich, die er hinterher an seinen Tretern in meine Wohnung trug.

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Man merkt, dass der Wahlkampf begonnen hat. Wenn ich mich jetzt morgens auf den Weg zur Arbeit mache, dann muss ich als Erstes an einer scheinbar endlosen Reihe von knallgelben FDP-Plakaten vorbei. Das ist gar nicht gut, sowas am frühen morgen.

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Ich bin ja nun nicht der Gottvater der Ästhetik, aber liegt es an mir oder sehen bei der EM tatsächlich eine ganze Reihe der osteuropäischen Leichtathletinnen aus wie Männer?

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In der Großstadt gibts ja alles. So auch in Berlin. Ich wohne zwar nicht in Berlin, aber dennoch machen mich allerlei Stellen über die verschiedensten Veranstaltungen in der Bundeshauptstadt aufmerksam. Heute zum Beispiel verpasste man es nicht, mich auf ein Kolloqium aufmerksam zu machen, das am kommenden Dienstag in Wedding abgehalten wird. Thema: „Anthropologie im Spannungsfeld von Wurst und Religion„.

Wenn das nix ist. Also alle hin, meine lieben Berliner Leser.

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Ach ja, apropos Frauen und so: Nina freundet sich gerade ein wenig mit der katholischen Kirche an, damit sie „nicht ins Fegefeuer“ kommt. Ob sie da bei den Katholiken an der richtigen Stelle ist, wage ich irgendwie zu bezweifeln. Bei den Protestanten gibts jedenfalls kein Fegefeuer.

Wie heißt es doch in dem berühmten Witz, als ein Neuzugang in der Hölle diese als sehr angenehm auffindet, nur in einer Ecke Schwefel und Feuer auffindet und vom Teufel erklärt bekommt: „Das ist für die Katholiken, die wollen das so.“

Versteht mich nicht falsch, nix gegen die „Swarten“, wie sie hier liebevoll genannt werden, aber eine Kirche, wo die Priester den Wein alleine austrinken, da zieht mich nix hin.

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Wie nahezu jeder Mann bin ich ja bemüht, die Frauen zu verstehen. Das ist gar nicht leicht, müsst ihr wissen. Daher bin ich jedesmal froh (naja, oder auch nicht), wenn ich ein paar klitzekleine Puzzleteile dem wahnsinnig komplizierten Gesamtbild hinzufügen kann.

Immer wieder fragen sich ja zum Beispiel Männer, aus welchen Gründen sich Frauen zu bestimmten Männern hingezogen fühlen. Ist es rein oberflächlich das Aussehen? Ist es eine Charaktereigenschaft (so manche Frau stellt in einem plötzlichen un unerwarteten Zustand hormonfreier geistiger Klarheit auf einmal fest: „Irgendwie zieht es mich immer wieder zu Arschlöchern hin“)? Ist es einfach das sprichwörtliche „grünere Gras auf der anderen Seite“?

Nach einem Gespräch gestern Abend wähne ich mich der Ergründung dieses Mysteriums eine Winzigkeit näher. Denn die zahlreichen Damen gaben denen von ihnen favorisierten Männern keine Attribute wie „Der sieht gut aus“ oder „Der ist nett“ oder ähnliches, sondern das Interesse an einem Mann war an eine Art „Schlüsselreiz“ geknüpft, der nun als Primäreigenschaft des Erwählten wiedergegeben wurde. Beispiele waren etwa „Ghanaer mit Dreadlocks“, „Halbfranzose“ oder „Sänger einer Rockband“. Mitunter reicht auch einfach ein exotischer oder anderweitig interessanter Vorname. Wenn nun also ein durchschnittlicher Mann aus einer mittelgroßen Stadt etwa in der Mitte Deutschlands diese Überlegungen auch anstellt und sich denkt „Um bei den Frauen anzukommen, muss ich entweder Ghanaer oder ein Arschloch werden“, dann wundert es auf einmal nicht mehr, warum soviele Arschlöcher da draußen rumlaufen…

(Beschwerden an: Tim Taylor, c/o Tool Time, PO Box 32733, Detroit, Michigan)

So, aber nu Spaß beiseite. Ich habe nämlich gestern tatsächlich was gelernt, und zwar das es einen Unterschied zwischen Anwalt und „Anwalt“ gibt. Außerdem kann Teekonsum durchaus so etwas wie einen Rausch hervorrufen. Und im Mercedes ist die Bedienung für die Scheibenwischer erst nach einem intensiven Studium der Gebrauchsanweisung zu finden. Es gibt nicht nur bei Southpark so etwas wie „explosiver Durchfall“. Und Argentinierinnen wollen wildfremde Männer küssen, die am anderen Ende der Welt leben (Schlüsselreiz? 😉 ).