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Ich habe in den letzen Tagen zwei der hässlichsten Bahnhöfe kennengelernt, die mir je untergekommen sind. Das eine war zunächst München. So hübsch die Stadt an sich anzusehen ist, so hässlich ist auch der Bahnhof. Irgendso ein grauer Kasten und dann auch noch ein Sackbahnhof. (Hihi, „Sack!“ Das erinnert mich an meine VW-Zeit.)

Und der andere, der steht in Emden. Saapi, wat ein hässliches Ding! Der war mir vorher nie aufgefallen. Ich bin andererseits auch bisher noch nie mit der Bahn nach Emden gefahren. Und das war auch gut so. Und gegenüber von dem fiesen Gemäuer steht (sozusagen als Kontrapunkt) eine alte Dampflok und daneben (sozusagen als gleichwertiges Gegenstück zum Bahnhof) ein alter Weltkriegsbunker.

Angenommen, es wäre noch Krieg, dann wären die Leute im Bunker so etwas von sicher, da würde keine einzige Bombe drauf fallen. Denn die Flieger würden beim Angriff immer auf einmal den Bahnhof sehen und sich sagen: „Uh! Das Ding ist hässlich, das muss weg!“

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Also. Vadders Geburtstag. Er hatte ja am Sonnabend Geburtstag, aber weil ihm jemand den Sonnabend im Vehnhus schon weggeschnappt hatte, feierte er halt rein. Für eine „Alte-Leute-Feier“ was das eine ziemlich gute Feier. Zwei wesentliche Gründe waren, dass a) Vadder sich bereits früh als „Alt-Rocker“ outete und den Schlager-Leuten nur etwa eine halbe Stunde gönnte und b) ohne besondere Aufforderung nicht im Festsaal geraucht wurde.

Da nur für einen Teil des Abends eine komplette Bedienungs-Mannschaft bestellt war. Übernahmen wir Jüngeren danach ein wenig diesen Part. Hilko gefiel sich sehr gut in der Rolle des Despoten hinter der Theke, worunter besonders Uke zu leiden hatte, weil er mitunter den Eindruck von einer gewissen Arbeitsscheu erweckte.

Ich bekam dagegen immer mit den Worten „Verteil die!“ von Hilko  Tabletts mit Kurzen in die Hand gedrückt. Das erwies sich mit unter aber als schwierig, da die Schnapstrinker ihre Flaschen am Tisch hatten. Hilko dagegen hatte mitbekommen, dass ein paar wenige Verwandte von mir aus Süddeutschland angereist waren, und daher diagnostizierte er bei meiner Schnapsabnahmeschwäche einen anderen Grund: „Es sind einfach zu wenig Ostfriesen hier!“

Eine dieser Süddeutschen, nämlich mein Großonkel, hatte bei der vorhergehenden Speisung Hilko gegenüber gesessen und beichtete meiner Mutter hinterher: „Ich hab noch nie jemanden gesehen, der so viel gegessen hat.“

Am Sonnabendvormittag standen plötzlich alle Schüler von Vadders Schule mit einem Ponywagen vor der Tür und fuhren ihn unter den Klängen des auf Techno aufgemotzen Immenhof-Klassikers „Trippeltrappel Pony“ durch den Ort.

Und die Kinder kannten seine Vorlieben sehr gut. Einmal wurde er angehalten, musste eine Frage beantworten und bekam als Belohnung: Eine Flasche Bier.

Sehr bezeichnend war übrigens auch die Tatsache, dass der obligatorische Bogen für Vadder nicht zuhause, sondern vor seiner Schule aufgestellt wurde…

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Bevor ich in Kürze zur Schilderung des 60. Geburtstags meines Vaters komme, hier erstmal ein paar abschließende Worte zu München.

Zuerst einmal (bevor es wieder heißt, ich mache alles schlecht) sei gesagt: München ist durchaus eine schöne Stadt. Sehr sauber, viele historische und schöne Gebäude und es gibt das eine oder andere zu sehen. Wenn man den finanziellen Unterbau hat, kann man sich da sicher sehr wohl fühlen.

Aber: In den Breiten, in denen München liegt, sollte man es eigentlich gewohnt sein, wenn im Winter Schnee liegt. Und der Wintereinbruch dieser Woche kam auch nach dem bisher recht milden Winter nicht unerwartet. Warum zum Teufel legen 20 Zentimeter Neuschnee diese Stadt gleich lahm? Selbst in Leer (Ostfriesland) leisten die Winterdienste bessere Arbeit, wenn es mal notwendig ist.

Naja, aber hab mich wohl amüsiert.

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Und weiter in der Klischeepflege. Ich sitze hier also in Ukes Behausung inmitten der bayerischen Hauptstadt. Und irgendwo im Haus jodelt jemand ganz inbrünstig.

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Also mit der Bahn die üblichen unanehmlichkeiten, aber nicht das befürchtete Desaster. Schon der verspätete Start in Leer brauchte fast den gesamten Umsteige-Zeit-Puffer für Hannover auf. Zudem musste „unwetterbedingt“ ein anderer Zug eingesetzt werden, so dass „keine Reservierungen gesteckt“ werden konnten. Das sagten sie einmal in Leer und dann erst wieder in Bremen und erst da mit dem Hinweis, dass auch Fahrgäste mit Reservierungen sich bitte dorthin setzen sollten, wo Platz ist. Das gab zwischendurch einige Diskussionen.

Naja, aber in Hannover den Zug bekommen und dann war alles gut bis München. Hätte aber auch um ein Haar wieder schlimmer werden können, denn als ich in diesem Bahnof ankam (übrigens ein ganz fieser Sack-Bahnhof), war schon alles voller Polizei und es gab die Ansage: „Wegen enes Polizeieinsatzes können zurzeit keine Züge ab oder einfahren.“ Zu sehen gabs aber nichts.

Dann jagte Uke mich anderthalb Stunden durch die Stadt, weil er schwarz gefahren war und einem bulligen Fahrkartenkontrolleur entkommen musste. Während dieses Spiesrutenlaufs durch das abendliche München konnte ich schon die wichtigsen Sehenswürdigkeiten begutachten und lernte auch einiges. Zum Beispiel ist es auf den ersten Blick schwer, handelsübliche Orientalen und handelsübliche Bayern auseinanderzuhalten (um mal hier ein paar Klischess zu pflegen). Wegen des Bartes.

Und immer wenn man denkt: „Kiek an, ne Kirche“, dann ist das keine Kirche, sondern ein Museum. Zum Beispiel das Deutsche Jagd- und Fischereimuseum. Da geh ich gleich mal rein. Oder ins Kartoffelmuseum, das mus hier auch irgendwo sein.  Aber bestimmt nicht inner Kirche.

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Ja, ich weiß, es ist unprofessionell und unangemessen. Aber ich habe heute mit einer gewissen nicht ganz zu verleugnenden kleinen Genugtuung zur Kenntnis nehmen dürfen, dass eine gewisse nicht ganz zu verleugnende kleine Regionalzeitung in einem gewissen nicht ganz zu verleugnenden kleinen Landstrich unweit von hier es mit einem gewissen nicht ganz zu verleugnendem kleinen Kartellamt zu tun bekommt. Das hätte ich allerdings schon vor Wochen mitbekommen müssen. Aber solche Meldungen werden offenbar von hiesigen gewissen nicht ganz zu verleugnenden Medien nicht so breit getreten, als dass sie mir in einem gewissen nicht ganz zu verleugnendem verspätetem Neujahrskater aufgefallen wären.

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So frühmorgens einkaufen zu gehen, hat ja seine Vorteile. Könnte man denken. Nicht viel los, die Regale prall gefüllt…

Stimmt auch. Man muss sich allerdings damit arrangieren, dass ein Gutteil der frühmorgendlichen Einkaufen jenen Leuten besteht, die sich um jeden Preis mit den aktuellen Sonderangeboten eindecken wollen oder aus jenen, die den vergangene Nach gerade dezimierten Schnapsvorrat gleich wieder auffüllen müssen. („Und Tankstelle is zu teuer.“)

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Bei der sonntäglich Sportsendung auf Radio Ostfriesland wurde gestern ausführlichst über die verschiedenen lokalen Hallenfußballturniere berichtet. Am interessantesten wurde es, als die Preise bei einem Turnier aufgezählt wurden. Ich hab nicht alles mitbekommen, aber auf den hinteren Plätzen gab es durchaus mal ein „20-Liter-Fass Bier“ oder eine „Flasche Weinbrand“ als Belohnung. Da wird der Breitensport doch noch mal richtig gefördert…

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Da ist es mal wieder passiert, und das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Ich habe einfach ganz ohne bestimmten Grund die ganze Nach kein Auge zugetan. Nicht einmal das langweiligste Hörbuch, das aufzutreiben war, konnte das verhindern.

Und nun muss ich den ganzen Tag irgendwie wach bleiben, um meinen fragilen Schlafrhythmus irgendwie zu retten.