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Gestern war ich beim Prüfungsessen, wo Köche, KellnerInnen und so al ihre Abschlussprüfungen haben. Was soll ich sagn? Die IHK besitzt sogar eigene Speisekarten.

Und heute kam ich leicht verspätet zur Arbeit, weil eine Kuhherde in Gandersum meinen Weg kreuzte.

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Vadder studiert halbjährlich mit seinen Grundschulkindern Plattdeutsche Theatersücke oder Sketche ein und führt diese bei passenden Gelegenheiten auf. Dies ist immer sehr unterhaltsam. Dieser Unterhaltungsfaktor wird noch dadurch gesteigert, dass die Handlung mancher diese „Körtstücken“ ormalerweise nicht unbedingt Standardstoff von Grundschulkindern ist.

Ein Beispiel. Ein weinendes Kind sitzt da und der Pastor kommt hinzu.

Pastor: „Wat bruulst du denn so?“
Kind: „Uns Katt hett Jungen kregen.“
Pastor: „Aber dat is doch wat mois.“
Kind: „Vader hett se all in en Sack stoppt un versupt.“
Pastor: „Oh, ja denn kann’k wall verstahn, waarum du so trürig büst.“
Kind: „Ja, ik harr dat doch sülvst maken wullt…“

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Mein Nachbar legt sich auf eigene Kosten einen neuen Fußboden. Die Wohnung gehört meiner Mutter. Mutter kam heute einen Sekundenbruchteil auf die Idee, die Miete zu erhöhen, weil der Wohnkomfort durch den Fußboden ja nun verbessert sei…

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Jo, nachdem ihr über den sportlichen Teil ins Bild gesetzt seid, kommt also jetzt mal das umzu. Schon am frühen Morgen, noch vor der Abfahrt nach Schweinfurt, ging das Gerücht herum, dass ich bereits zwei Bier Vorsprung hätte. Dieses Falschmeldung war darauf zurückzuführen, dass ich tags zuvor eben jene zwei Flaschen zerschmissen hatte und diese nun mysteriöserweise in den Kisten fehlten.

Von Oldenburg fuhren wir dann mit dem Bus nach Osnabrück, um dort den Rest der Truppe einzusammeln. Am vereinbarten Treffpunkt waren die Jungs und Mädels allerdings nicht zu sehen. Nach einem Anruf stellte sich heraus, dass sie nur 15 Meter entfernt um die Ecke standen und aus irgendwelchen Gründen das Eintreffen des Busses übersehen hatten.

Dann waren wir keine halbe Stunde unterwegs, als der Bus auf einmal wieder anhielt und die Osnabrücker geschlossen zur Toilette stürmten. Was die wohl vorher getrieben hatten… Ich hab jedenfalls sehr gelacht.

Mein Chef hatte mir zwischenzeitlich das „Du“ angeboten. Ich bin aber nun mal ein Gewohnheitstier und wenn ich müde oder anderweitig van d‘ Padd off war, verfiel ich immer mal wieder ins „Sie“. Das kommentierte er jedes Mal mit einem süffisanten „Du kannst ruhig du zu mir sagen.“ Aber er hätte mir sowieso fast das „Du“ wieder aberkannt, denn ich habe des Nachts wohl dank gelegentlichen Alkoholkonsums ein wenig geschnarcht. Nur ein klein wenig. Denn wenn es wirklich laut gewesen wäre, dann hätten meine Zimmergenossen nicht nur hin und wieder meinen Namen gerufen und sich schließlich mit MP3-Playern abgelenkt, sondern mich angestoßen oder gar geweckt. Der wer neben einer laufende Kettensäge schlafen wollen würde, der würde sich auch nicht auf das Säuseln von „Kettensäge, sei ruhig“ beschränken…

Apropos Zimmergenossen. In unserem Zimmer waren wir zu dritt. Für den Dritten wurde exra eine Matratze lieblos in die Ecke geschmissen, damit unser Busfahrer sein ihm zustehendes Einzelzimmer bekommen konnte. Dass wir den dritten Mann aufnahmen, war in Ordnung, denn unser Zimmer war okay und groß genug. Es soll eines der besseren Zimmer gewesen sein. Zum Beispiel hatten wir Blick auf den örtlichen Puff und das lokale Atomkraftwerk. Auch eine Dusche gab bei uns.

Zwei oldenburger Kollegen traf es wohl etwas weniger gnädig. Größtes Manko war (neben armdicken Spinnenweben) wohl die Badewanne. Eine Dusche hatte dank der Dachschräge offenbar keinen Plaz gefunden. Jeden Morgen erzählte der Kollege, wie gedemütigt er sich fühlte, wenn er sich wieder zum Duschen in die Wanne knien musste.

Das Gastgeschenk hatten wir vergessen, also verschenken wir bei der Feier eine Flasche Kruiden. Das geht immer.

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Also zuerst zum sportlichen Teil. 32. IHK-Meisterschaft im Fußball in Schweinfurt. Wir haben den letzten Platz gemacht. Den 32. Und das nicht, weil wir nur rumgelotzt haben oder besoffen waren oder keinen Bock hatten oder was auch immer. Nein, wir haben alles gegeben und sind trotzdem Letzter geworden. Und das hat uns interessanterweise eine Menge Anerkennung eingebracht. Auf jeden Fall mehr als dem Sieger, aber dazu später.

Kurz zum Modus: 32 Mannschaften, 8 Gruppen zu je 4 Mannschaften. Die beiden ersten jeder Gruppe kamen in die Finalrunde, die beiden Letzten in die Trostrunde. In Final- und Trostrunde wurden je vier neue Gruppen a 4 Mannschaften gebildet, wobei die jeweils ersten beiden der Gruppen ins Viertelfinale kamen und dann weiter in K.O.-Runden und Platzierungsspielen bis hinauf zum Finale um den 1. bzw. 17. Platz kämpften. Die endgültigen Platzierungen der 3. und 4. jeder Gruppe wurden anhand aller sechs bisher ausgetragenen Gruppenspiele ermittelt. Ein Spiel dauerte 12 Minuten.

Unsere Mannschaft, das „Weser-Ems-Team“, war aus Spielern und Spielerinnen von drei Kammern zusammengesetzt. Außer drei, vier Mann/Frau, die vollkommen im Saft waren, bestand das Team aus ehemaligen Aktiven oder reinen Hobbyspielern. Nur bei einem Turnier auf Borkum hatten Teile der Mannschaft vor einigen Wochen schon mal miteinander gespielt. Also war das Team im Großen und Ganzen eh kein Turnier-Favorit. Zwar was das ganze letztendlich ein Hobby-Turnier, aber dennoch war davon auszugehen, dass einige starke Mannschaften da sein dürften und es auch an entsprechendem Ehrgeiz nicht mangelte.

Ich will nicht jedes Spiel einzeln beschreiben. Nur die „Höhepunkte“. Unser erstes Spiel war um 8.15 Uhr in der Früh. Erste Minute, ein hoher Ball auf unser Tor. Der Torwart ist noch nicht warm, fängt den Ball nicht richtig und dieser kullert auf das Tor zur. Aber unser Keeper nimmt das Leder noch rechtzeitig auf, kein Problem. Dachten wir. Der Gegner sieht keinen Grund zum Jubeln, wir keinen Grund zur Sorge. Und der im Mittelkreis (also weit entfernt) stehende Schiri entscheidet auf Tor.

Wütende Prosteste. Zuerst hatte nicht mal jemand begriffen, was der Mann in Schwarz da überhaupt gepfiffen hatte. Eine komplette sich aufwärmende Mannschaft hinter dem Tor bestätigte, dass der Ball nicht drin war und unser Gegner sagte das ebenfalls, hatte aber nicht die Eier, das Tor nicht anzunehmen. Der Schiri, ein Jungspund, hatte offenbar ein Problem damit, Fehler einzugestehen und blieb stur. Aber das muss man sich mal vorstellen: da ist ein Hobbyturnier, eine Hobbymannschaft reist vom anderen Ende der Republik an und freut sich auf das Turnier und dann kommt so ein Schiri und würgt der Truppe wenige Sekunden nach Anpfiff so ein Ding rein. Das führt zwangsläufig zu einer ziemlich schlechten Laune und einem rapiden Motivationsabfall.

Zwei Minuten später bekam dann unser Torwart die Gelbe Karte, weil er nach einem Ball ins Toraus den Schiri fragte, ob das nicht vielleicht auch ein Tor gewesen sei. Das gab dem ganzen eine zusätzliche Würze.
Die Mannschaft fing sich zwar wieder, konnte aber das 0:1 nicht aufholen. Auch im zweiten Spiel war die Leistung ordentlich, aber der Gegner war einen Tick besser und schaffte ebenfalls ein Tor gegen uns, das wir nicht aufholen konnten. Das dritte Spiel war unter ferner liefen. Sei es Müdigkeit, Motivationsmangel wegen der zwei knapp verlorenen Spiele oder einfach Unvermögen gegen einen starken Gegner.

Interessant war noch die Tatsache, dass der besagte Schiri später auch noch zwei andere Mannschaften zerpfiff. Er gab Elfmeter, obwohl Foulender und Gefoulter beteuerten, dass die Tat ausßerhalb des Sechzehners geschehen war. Er gab Tore nicht, weil er aus ähnlicher Position wie bei unserem Tor entschied, der Ball sei vorm Flanken schon im Toraus gewesen und und und… Eine Mannschaft hat ihn sogar nach der Partie geradezu vom Platz gejagt…

Also Trostrunde. Hier erwarteten wir zurecht Mannschaften, die eher unserem Kaliber entsprachen. Half nix. Das erste Spiel der Trostrunde endete fast schon gewohnt 0:1. Ein dummes Ding reinbekommen, selber nicht zwingend genug für den Ausgleich. Dann aber das zweite Spiel gegen den Gegner, den wir weiß Gott nicht als schlechtesten auf der Rechnung hatten. Da waren wir richtig gut, Männlein wie Weiblein. Torchancen en masse, sogar schön rausgespielt. Traumfußball (für Trostrundenverhältnisse). Kleiner Schönheitsfehler: haben den Ball nicht über die Linie bekommen. 0:0 war das Ergebnis.

Erster Punkt, immerhin. Nun stellte sich eine leichte Großkotzigkeit ein, die auch in dieser nur sehr schwach ausgeprägten Form einer Mannschaft unwürdig war, die bis dato nicht einen einzigen Treffer im Turnier erzielt hatte. Aber unseren letzten Gegner hatten wir als sehr schwach eingeschätzt. Auch diese hatten noch keinen Treffer erzielt und sich nicht mit Ruhm bekleckert. Und dann unser recht gute Spiel kurz zuvor… und mit einem 2:0-Sieg hätten wir auch noch das Viertelfinale der Trostrunde erreichen können…

Es kam, wie es kommen musste. Ein Fiasko, kein Vergleich zum guten Spiel zuvor. 0:3 sind wir Untergangen. Und die anderen haben sich gefreut wie die Schneekönige, dass nicht nur endlich ihr erstes Tor, nein, sogar gleich derer DREI machen durften…

Als es dann des Abends zur Siegerehrung kam, da rechneten wir natürlich schon mit einer eher mäßigen Platzierung. Wir wussten zwar nicht genau, wie die andern Teams gespielt hatten, aber mit einem Punkt und 0:9 Toren konnte das Endergebnis nicht sonderlich gut sein. Bereits in den vergangenen 3 Jahren war das Weser-Ems-Team Letzter geworden, allerdings wurden damals gnädigerweise alle acht Teams ab Platz 25 gemeinsam auf diesem letzten Platz geführt.

Aber heuer wurde alles gnadenlos bis zum letzten Platz ausgeführt. Als dann erschallte: „Auf Platz 32: Das Weser-Ems-Team“, da brandete ein Jubel und Applaus im Saal auf, das hatte Gänsehautcharakter. Unsere Mannschaftsführer, die nach vorne marschierten, bekamen unzählige Schulterklopfer und Abklatscher, das wollte gar nicht mehr aufhören. Toll war das. Und warum? Weil wir ECHTEN Sportsgeist gezeigt hatte. Wir waren, sypathisch, lustig, immer gut drauf, sahen am besten aus, kannten die dollsten Schimpfwörter und hatten eben alles gegeben, was wir zu bieten hatten. Wir waren nicht Letzter geworden, weil wir Schlaffis waren, sondern einfach, weil das genau das Ergebnis war, das mit dem Besten, was das Team zu bieten hatte, zu erreichen war. Wir waren die Letzten, aber wir waren die Könige. Wer wusste nach der Siegerehrung noch, welches Team den 27, den 15. oder gar den 7. Platz erreicht hatte? Niemand. Aber wer 32. war, dass wussten alle.

Ähnlich laut wurde es nur, als der Turniersieger bekannt gegeben wurde. Doch da lag die Sympathielage genau anders herum. Der Sieger hatte seinen Titel aus dem vergangenen Jahr veteidigt. Und damals wie heute waren wohl die anderen Mannschaften nicht einverstanden damit, auf welche Weise das Team an seine Spieler gekommen war.

Nun gut, das Pfeifkonzert, die Buh- und „Söldner! Söldner!“-Rufe ebbten jedenfalls noch weniger ab, als der Jubel um uns. Und die Aufforderung der Turnierleitung, dem Sieger doch zumindest einen kleinen Applaus zu spenden, verlängerte das Elend noch ein Weilchen. Wat’n Aufstand.
Was danach und drumherum außerhalb des Turniers so geschah, gibts hier aber erst morgen.

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Nach Schweinfurt will ja eigentlich jeder Mal. Weil das so ein Ortsname ist, über den man sich als Kind ganz köstlich amüsiert hat. Aber man findet nie einen Grund, mal nach Schweinfurt zu fahren. Doch ich hab jetzt einen gefunden.

Morgen fahre ich nach Schweinfurt, weil dort am Sonnabend die Deutsche IHK-Meisterschaft im Fußball stattfindet. Ich bin allerdings so etwas wie die Ersatzreserve II, also schicken die vor mir eher Frauen und Kinder in den Krieg* / auf den Platz. Ich hab ganz andere Aufgaben. Ich mach da eher den Söntke Wortmann.

Heute aber sagte mein Chef entsetzt zu mir, dass das bestellte Bier nicht angeliefert worden sei. Also musste ich es hier in meiner Heimatstadt einkaufen. Dabei geht es bei dem speziellen Bier ja gar nicht ums saufen, sondern darum, dass wir gegen die anderen anstinken. Wir machen nämlich mit zwei anderen lokalen IHKs ne Mannschaft uns jeder bringt was mit. Und da können wir nicht irgendeine Plörre mitbringen, sondern nur das beste Bier, was es im IHK-Bezirk gibt.

Das musste ich jedenfalls besorgen. Und jetzt stehen hier (fast) vier Kisten Bier in meiner Wohnung rum und selbige Wohnung stinkt auch noch ganz elendig nach selbigem Getränk, da ich auch gleich mal zwei Flaschen zerschmissen habe.

*) Das sagte mal eine Lehrkraft von mir über ihren Status als Reservist.

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Es sind die kleinen Kuriositäten des Lebens, die einem auch die höllischsten Tage erträglich machen. Heute zum Beispiel. Da bekommt mein für Außenwirtschaft zuständiger Kollege ein Paket aus Österreich mit Schinken und Schnaps auf die Arbeit geschickt. Noch besser finde ich allerdings den örtlichen Fan-Club eines italienischen Kleinstwagens, der auf seinem lang geplanten internationalen Ostfriesland-Treffen gerne eine offizielle Einbürgerungszeremonie für seine auswertigen Gäste durch die Ostfriesische Botschaft ausgerichtet haben möchte…

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Es ist doch erstaunlich, wie viele Leute hier anrufen und fragen, ob sie bei der „Industrie- und Handwerkskammer“ gelandet sind. Noch schöner war damals nur die zahlreiche Post an die „Rheinland-Zeitung“, die auf meinem Schreibtisch landete…

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Montag Morgen, zwei Dutzend auszuwertende Zeitungen auf dem Schreibtisch. Erschreckend, wie abgestumpft man gegen grauselige Meldungen ist (insbesondere, wenn man sie sieben, acht mal lesen muss) und wie sehr man sich darüber aufregt, welche fiesen Namen junge Eltern ihren Neugeborenen mit auf den Lebensweg geben.

Ich verzichte hier diesmal auf eine komplette Bestandsaufnahme und nenne nur meine „Favoriten“: Connor (wahrscheinlich ein Einzelkind, denn es kann nur einen geben), Lennard Yannik,  Jean-Luca (George Lucas?) und William Quentin. Gerade bei letzterem wird die Tragik besonders deutlich, weil der in der Geburtsanzeige genannte große Bruder „Leif Vincent“ heißt.

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Bisschen unfair ist das ja schon. Ich bin offenbar auf keinem einzigen Foto vom Friesentreffen auf Helgoland zu sehen. Weder beim Fryske Rie, noch beim FYK und auf meinen eigenen ja sowieso nicht.

Böse Zungen könnten behaupten, ich sei gar nicht dort gewesen. Wenn da nicht zwei Kollegen von der Arbeit gewesen wären, die mich im Radio gehört haben. Auf NDR „Radio Niedersachsen“. Mal sehen, ob ich da Mitschnitte von auftreiben kann…

Edit: Die Geschäftsführerin des Interfriesischen Rats schickte mir gerade ein paar Bilder zu, auf denen ich zu finden bin. Besten Dank.

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Friesentreffen auf Helgoland. Bei der Friesenolympiade hat Ost-Friesland hinter Helgoland und Fryslan I den durchaus achtbaren dritten Platz gemacht. Dabei habe ich das nordfriesische Spiel „Gibseln“ kennen gelernt. Das ist ganz großartig. Das sollte ich hier auch mal einführen.

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Kommt ein Pferd in die Bäckerei und sagt: „Einmal Stuten bitte.“

Ich dachte, nur Frieso erzählt diesen Witz mit Ausdauer. Aber heut hab ich den auch auf offener Straße gehört. Frieso ist seiner Zeit eben um Jahre voraus.