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Und irgendso ein infantiler Kapitän meint, sich auf seinem dicken Pott im Hafen einen Spaß machen zu müssen und spielt den ganzen Vormittag schon mit seiner Schiffströte herum.

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Handschriftliche Vermerke sind immer wieder ein Quell der Freude. Ich habe hier einen Zettel vorliegen, der ursprünglich an meinen Chef gehen sollte, daher wurde mit dickem Filzstift darauf notiert:

[Chefs Name] bzw Vertreter

Und was liest man auf den ersten Blick?

[Chefs Name] der Verbrecher

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Und Bahnhöfe finde ich ja neuerdings sonderbar faszinierend. Der Bahnhof Kiel ist ein Sackbahnhof. Tolles Wort. Verkopftere Menschen sagen dazu Kopfbahnhof und die anderen… tja, halt Sackbahnhof. Und in Kiel ist der gar nicht mal so unwahrscheinlich, denn da kommt halt irgendwann die Ostsee („das Meer“ mag man da gar nicht sagen) und da fährt man nicht mit der Bahn hinüber. Nicht so wie in München, wo man sich fragt, was man wohl tun muss, wenn man ein Ziel jenseits von der München ansteuern will.

Aber zurück zu Bahnhöfen im Allgemeinen. Es ist eine ganz sonderbare Atmosphäre, wenn man so um 7 Uhr in der Früh auf nem großen Bahnhof wie etwa in Hamburg rumhängt. Eine schweigsame Geschäftigkeit. Und die Dame an der Bäckertheke findet es wahnsinnig lustig, wenn man ihr belegtes Baguette als „Käsehäppchen“ bezeichnet.

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Ich habe ja schon viele Universitäten gesehen (von außen zumindest). Bisher war die Uni Bochum mein absoluter Spitzenreiter in Sachen Hässlichkeit. In den vergangenen Tagen wackelte dieser Spitzenplatz allerdings bedenklich. Denn die Christian-Albrechts-Universität in Kiel macht den Jungs außem Pott anständig Konkurrenz.

Zumal man bei „Ruhr-Uni“ irgendwie nichts anderes erwartet, schwirren einem doch allerlei stereotype Vorstellungen über den Pott im Kopf herum, während man bei der CAU irgendwie an was alterwürdiges oder maritim angehauchtes denkt.

Aber dennoch bleibt Bochum an der Spitze. In Kiel ist es alles irgendwie raffiniert mit viel Grün ausgebessert und es folgt ein stilbruch auf den nächsten (Beton folgt auf Klinker folgt auf Stahl folgt auf Plastik oder was auch immer), dass es schon fast wieder interessant wirkt.

Aber das soll hier nicht negativ klingen. Hässlichkeit hat auch Charakter. Man denke an diese kleinen hässlichen Hunde, zum Beispiel. Und außerdem wollen wir ja nicht alles nach Äußerlichkeiten beurteilen, gell?

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Als ich heute neben meinem Vetter stand, musterte Mutter uns kurz und sagte dann. „Schau an. Neben ihm siehst du gar nicht so massig aus, Temmo.“ Wir beide wussten nicht so recht, ob das eher ihm oder mir gegenüber eine Unverschämtheit war.

Vadder saß derweil in der Sonne und orakelte, er würde bereits den Herbst spüren.

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Folknacht war wieder. Ich finde immer diese Publikumsmischung da so interessant, da läuft nämlich sowohl das spießbürgerlicher Bildungsbürgertum auf, als auch Gothic- und Mittelalterfreaks. Und ob das mit den Feuerschutzrichtlinien des Zollhauses konform ging, dass Rapalje am Ende die Fackeln rum wedelte und Feuer spuckte, weiß ich nicht. Aber gefiel wohl.

Und fliegen konnten sie auch:

Die fliegenden Holländer

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Die kleinen Freuden der morgendlichen Hardcorezeitungslektüre. Zum Einen darf man lesen, wie sich unser Ex-Bundeskanzler ausführlichst zum Borkumer Tennisplatz äußert. Und zum Anderen wird einem dann auch noch mitgeteilt, dass das japanische Team bei der Fußballweltmeisterschaft im vergangenen Jahr einen Dackel zum Maskottchen hatte, der „Erwin Rommel“ hieß.

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Heute geschahen sonderbare Dinge und meist hatten sie mit Stapelmoor zu tun. So rief zum Beispiel der Helge an und wollt zum Tee kommen. Normalerweise vergräbt sich der Helge in Stapelmoor, wenn er im Lande ist.

Ich also nach der Arbeit erst einmal zur Post. Dann fiel mir ein, dass ich – einem Junggesellenhaushalt angemessen – nichts anständiges zum Tee im Haus hatte. Also marschierte ich rüber zum Bahnhof, um beim dortigen Bäcker etwas zu erstehen.

Vor der Bäckertheke traf mich der Gedanke, dass Helge ja Veganer ist und sich beim Bäcker kaum etwas Veganes finden lassen würde, da traf ich einen alten Schulkameraden. Bzw. er traf mich. Ich hatte ihn seit dem Abi nicht gesehen. Und der ist immer noch mit seiner Freundin zusammen. Zur Feier des Tages und damit er nicht noch ne Stunde auf den Bus hätte warten müssen, fuhr ich ihn nach Hause, nach Stapelmoor. Er war gerade aus seiner zukünftigen norwegischen Wahlheimat angereist, was mich bemerkten ließ, dass ich dass letzte Mal mit ihm zusammen in Norwegen gewesen sei. Auf einer Kanufreizeit. Da meinte er nur, dass sei ja schon 11 Jahre her. Ich fühlte mich alt.

Wir schwelgten in Erinnerungen und mir fiel auf, dass ich erst jüngst alte Fotos ausgegraben hatte, vom letzten großen Konzert seiner Schulband im Jahr 1998, auf dem Sportplatz von Teutonia Stapelmoor. Der Tag, an dem ich meine Blinddarmentzündung bekam.

Naja. Außerdem bat mich heute jemand in der Wikipedia, das Rheiderländer Platt auf der Verbreitungskarte der Friesischen Sprache einzuarbeiten. Das ist natürlich vollkommener Unsinn. Aber Stapelmoor liegt im Rheiderland…

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Ich bin schon so verwirrt, dass ich auf dem Überweisungsträger meine ICQ-Nummer als Kontonummer eintrage.

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So stellt man sich Service und Kompetenz in Deutschland vor.

Termo: „Moin, heute sollte mein Telefon freigeschaltet werden, aber es ist bis jetzt nicht passiert.“
Telefondame: „Heute? Nein, das kann nicht sein, heute ist Samstag.“
Termo: „Ich habe mich ja auch gewundert, aber ich habe den Termin hier schwarz auf weiß vor mir liegen.“
Telefondame: „Nein, das kann nicht. Es ist Samstag. Da machen wir das nicht. Lassen Sie mich mal nachgucken, ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass… oh, tatsächlich. Warten Sie bitte einen Moment.“
Pausepausepause.
Telefondame: „Ja, die Umstellung ist heute von unserer Seite vorgenommen worden. Wenn das bei Ihnen noch nicht angekommen ist, dann ist das ein netzinternes Problem. Aber das sollte heute im Laufe des Tages noch passieren. Nur falls Sie GAAANZ VIEL PECH haben, dann passiert das erst am Montag…“

Ich stelle fest, dass heute nichts mehr passiert ist. Also hatte ich wohl GAAANZ VIEL PECH. Oder die Dame hatte Recht damit, dass ihre Kollegen sowas bestimmt nicht am Samstag machen…

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Gestern funktionierte der Bundesligakanal noch, heute haben sie ihn mir abgedreht. Ähnlich stehts mit meinem Telefon. Lediglich dass man mich für eine Punkband casten will, stimmt mich heute versönlich.

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Ich hab die Tage genutzt, um ein paar alte Kollegen aus Volontärstagen zu treffen. Yasmin wohnt seit einigen Monaten in Hannover, wir trafen uns aber in ihrer Heimatstadt Bremen, die sie offenbar kaum wieder erkannte.  Offenbar hat ihr Fortgehen zahlreiche Gelder in der Hansestadt freigemacht, die für zahlreiche Baumaßnahmen verwendet wurden. Außerdem hatte ihr Lieblingsgeschäft Ausverkauf.

In Hamburg traf ich Philine. Diese wusste zahlreiche Tiergeschichten aus ihrer Kindheit zu erzählen. Beziehungsweise Geschichten darüber, wie diese Tier umgekommen sind. Am besten fand ich noch das Wollschwein, dass beim unbedachten Trinken aus einem alten Kessel mit den Beinchen in den Tragehenkeln des Gefäßes hängen blieb und dementsprechend in der Pfütze Regenwassers ersoff, die sich in dem Topf gesammelt hatte. Über eine Hochschwangere im Brautkleid meinte sie zudem, sie sähe aus wie ein Baiser.

Uke ist Mittlerweile Chef vom Dienst bei Game One. Vor seinem Arbeitsplatz steht das schmutzigste Auto, das ich je gesehen habe. Unweit gibt es zudem einen ganz amüsanten Esoterikbuchladen, da hatten die alles von Abhandlungen über „die weibliche Ejakulation“ bis hin zu den elendigen Pamphleten von Jan van Helsing.

Im Zug bin ich einer Frau versehentlich ziemlich auf den Fuß getreten. Die hatte mich aber vorher schon ne Weile ziemlich genervt, wahrscheinlich war das eine unterbewusste Rachehandlung.

Und interessant war auch Uke Wegbeschreibung zu seiner Arbeitsstelle. Ich bin nämlich nach seinen Ausführungen exakt genau in die entgegengesetzt Richtung gelaufen, als ich gemusst hätte.

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Gestern war ich in einem japanischen Restaurant. Das war wie im Paradies: auf einem Förderband fuhren Unmengen an Leckereien an einem vorbei und man musste nur zugreifen. Sowas müsste es im Schnitzelhaus geben.