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Ach, ich hatte irgendwie schon ganz verdrngt, wie das so ist mit den Studenten (pardon, Studierenden):

„Also, mir hat das alles nicht so zugesagt, was da dieses Semester im Vorlesungsverzeichnis steht. Ich suche eigentlich ein Seminar, das interessant ist, aber mglichst geringen Aufwand erfordert.

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Nach Ikea haben wir heute auch an der zweiten wichtigen Front eben diese geklrt: H&M. Da bin ich zwar schon drin gewesen, aber auch nicht wirklich oft. Doch das ist nicht so schlimm, meinen die Mdels. Denn fr Mnner gbe es da zurzeit eh nur so fiese Hosen, wie sie der „Philipp von GZSZ“ auch immer trgt.

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Die Rheiderland-Zeitung vermeldet heute, dass in Jemgum bei archologischen Ausgrabungen der heilige Gral gefunden wurde. Dabei sollten meine alten Kollegen das doch besser wissen…

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Ich wei nicht, ob ich es schon erwhnt habe, aber aufgrund meiner Weiterbildungsmanahme im auerfriesischen Unland bin ich Teil einer Wohngemeinschaft (im Folgenden kurz „WG“ genannt) geworden. Ich bin nicht sonderlich WG-erfahren. Das damals in Mnster war zwar irgendwie sowas hnliches, hatte aber doch einige andere Zge. Etwa die Biertheke ein Stockwerk unter mir oder mein Privatpastor eine Tr weiter.

Und meine neue WG hat zudem einen besonderen Aspekt: auer mir ist das nmlich eine reine Frauen-WG.

„Oh Gott, wie furchtbar“, sagte mir einer dazu. Ein anderer gab mir gleich praktische Tipps: „Beteilige dich blo nicht an den Kosten frs Klopapier, da kommst du schlecht bei weg.“ Aber ich kann bislang ehrlich gesagt nicht klagen. Der Kasus Knacktus, dass alle drei gleichzeitig mit mir in der Wohnung waren, ist allerdings noch nicht eingetreten.

Aber ich habe sehr schnell gelernt, dass ich jedes eventuelle „Vergehen“ meinerseits in dieser WG (auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, was das sein knnte) dadurch wieder gut machen kann, indem ich die Mdels zum Einkaufen zu IKEA kutschiere. Denn, so habe ich gelernt: „Bei IKEA gibts diese leckeren Waffeln.“ Dass ich mein Lebtag noch nicht bei IKEA gewesen bin, dass konnten die gar nicht glauben.

An einige Dinge muss ich mich allerdings gewhnen. Zum Beispiel diese gewissen Obsessionen, die dann und wann unerwartet zutage treten. Zuletzt: Das Tomaten-Salz.

Eine der jungen Damen brachte diese spezielle Gewrzmischung mit ins Haus und das Entzcken ber diese chemische Kstlichkeit schaukelte sich so hoch, dass die andere heute verkndete: „Das ist so lecker. Ich gehe gleich morgen zu Aldi und kauf auch noch das Pommes-Salz.“ Ich bin gespannt, ob die Dritte im Bunde auch noch ihr spezielles Salz mitbringt, wenn sie wieder da ist.

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Es bedarf ja nicht viel, um mir ein paar Minuten Kurzweil zu schenken. Ich erfreue mich an den kleinen Unwegsamkeiten im allzu aalglatten Alltag, selbst wenn ich selber zuvor ber die Hindernisschen des Lebens gestolpert bin. So zum Beispiel heute.

Der Eingang zu einem Gebude, das ich betreten muss, ist mit einer handelsblichen Doppeltr von der Auenwelt abgeschirmt. Wie jeder halbwegs normal gepolte Mensch in unseren Breiten schreite ich also eiligen Schritts auf die rechte Tr zu und drcke sie zwecks ihrer ffnung. Aber sie gibt nicht nach und unterbricht so jh mein souvernes Auftreten. Um die Situation zu retten, ziehe ich also reflexartig an der Tr, aber auch das bringt nicht den gewnschten Erfolg.

„Ist wohl nur die linke Tr offen“, denke ich mir also. Das ist zwar nicht falsch, aber dennoch scheitere ich zunchst erneut mit meinem Vorhaben: ich ziehe an der linken Tr, da ich davon ausgehe, das diese fr den Normalverbraucher ausgelegt und dem entgegenkommenden Rechtsverkehr zum Drcken angepasst ist. Aber nix davon. Erst mein Drcken von der „falschen“ Seite lsst mich endlich einen Zugang zu dem Gebude finden. Der Nimbus meiner geistigen berlegenheit ist binnen weniger Sekunden vollstndig zunichte gemacht.

Zwar bin ich zunchst leicht ungehalten ber diese Demtigung, dennoch fasziniert mich die Sache irgendwie. Da ich noch ein paar Minuten Zeit habe, treibe ich mich unauffllig ein wenig im Eingangsbereich herum und beobachte, wie andere die Konfrontation mit der Tr erleben.

Erleichtert (und zugegebenermaen leicht amsiert) stelle ich anschlieend fest, dass ich nicht der einzige Trottel bin, dem die Konstruktion der Tr einen Strich durch die Rechnung macht. Ein Groteil der Passanten hat hnliche Probleme. Die Leute, die von drauen ins Gebude wollen, beien sich zunchst an der von ihnen aus gesehenen rechten Tr die Zhne aus. Jene, die das Haus verlassen mchten, mssn mangels eines Drcken/Ziehen-Schildes erst die entsprechende Erfahrung selber machen.

Am meisten hat mir dabei die Frau mit dem Kinderwagen leid getan, die erst versuchte, die Tr mit dem Wagen aufzudrcken, sich dann rcklings dagegen stemmte und erst dann von mir die Tr aufgehalten bekam.

Stellt sich zuletzt nur die Frage: wer konstruiert so eine Tr? Briten?

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Ich fand es heute bei der Begrungsveranstaltung amsant, dass man die Spektabilitten bereits ihren Fakultten zuordnen konnte, bevor sie vorgestellt wurden. Der Dekan der Theologischen Fakultt sah aus wie ein Pastor, jener der Rechtswissenschaftlichen Fakultt wie ein Richter, der wirtschaftswissenschaftliche Dekan sah aus wie ein Manager und der Dekan der Philosophischen Fakultt wie ein Freigeist.

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Ach ja, nicht zu vergessen: der rde Umgangston, der in den hiesigen Apotheken vorherrscht.

Ich drcke der Dame mein Rezept in die Hand. Sie wirft einen Blick darauf und sagt: „Oh, aus Niedersachsen. Da muss ich erstmal sehen, ob ich Ihre Kasse im Rechner habe.“

Theatralisch, wie ich nun einmal bin, sage ich darauf in bedeutungsschwangerem Tonfall: „Ja ja. Ich komme von weit weit her.“

Sie hlt in ihrer Arbeit inne, guckt mich prfend an und sagt zu mir: „Reden Sie keinen Unsinn.“

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In einem studentischen Kneipen- und Kulturfhrer fr meinen neuen Zweitwohnsitz steht bei einem vorgestellten Etablissement zuallererst: „Ausweis zeigen lassen, bevor man das Mdchen mit nach Hause nimmt.“

Das quivalent im Metzger-Jargon wre wahrscheinlich: „Das Fleisch ist zwar frisch und billig, aber die Schlachtung ist illegal.“

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Noch schlimmer stelle ich mir aber das vor, was Uke gerade passiert ist, bevor er hilfesuchend bei mir anrief: sich in einer unendlich groen Kleingartensiedlung verlaufen, bis einem eine Autobahn den Weg abschneidet.

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Ich hab Hass!

Aber genauso stelle ich mir einer Stadtverwaltung vor. Man ruft an und bekommt gesagt: „Aber natrlich bekommen sie auch mit Zweitwohnsitz einen Anwohnerparkausweis. Kein Problem, kommen Sie einfach vorbei.“ Wenn man dann hingeht, bekommt man gesagt: „Nein, wenn Sie hier nur Ihren Zweitwohnsitz haben, dann bekommen Sie doch keinen Parkausweis. Wo denken Sie hin?“

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Kiel ist it ne Terroristenstadt. Man mchte hier ein kleines Zimmer beziehen und schafft diverse Dinge mit seinem Wagen in die Stadt. Ja ganz normal halt. Nur kann man seinen Wagen hier nirgendwo parken, ohne saftige Gebhren blechen zu mssen. Die einzige Mglichkeit, die einen nicht arm macht: morgen mit dem Wagen wieder nach Hause fahren und gleich mit dem Zug wiederkommen.

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Vielleicht ist das mein Ventil, mit dem ich auf harmlose Art und Weise meine dunkle, finstere, bsartige Seite auslebe. Aber es ist einfach ein Mordsspa fr mich, dabei zuzusehen, wie die ganzen fulahmen Gallimarktbesucher mit ihren dicken Autos hier in meine Strae einbiegen, missmutig den Mangel an freien Parkpltzen feststellen und anschlieend nach einer mhsamen Wende wieder unverrichteter Dinge von dannen ziehen. Wunderbar. Besonders bei dem schnen Wetter.

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Ach ja, Gallimarkt. Der Abend gestern endete eher unrhmlich, da drei Freunde von mir vor meiner Haustr unprovoziert und ohne Vorwarnung angegriffen und zusammengehauen wurden. Einer kam postwendend ins Krankenhaus, den zweiten mussten wir erst mhsam dazu berreden (aus „ist doch nichts“ wurde dann doch „Nasenbruch“) und der dritte weigerte sich. Er habe schlielich nur ein wenig „aufs Fressbrett“ bekommen.

Als wre das alles noch nicht genug des Guten gewesen, ging das Spektakel hier nachts in meiner Strae weiter. Gekreische, Gelaufe, Beschimpfe, und am Ende doch noch Polizei und Krankenwagen. Tt mich nicht wundern, wenn der eine Zwischenfall irgendwie mit dem anderen zusammenhngen wrde.

Aber wir hatten natrlich auch Spa auf dem Markt. Freitag war zum Beispiel der Firmen- und Vereinsabend. Hilko war mit seinem SVS unterwegs, wo ich dann zwischenzeitlich mal dazustie. Hilko hatte dank freien Freitags und Schlafgelegenheit bei mir freie Bahn. Das fhrte zunchst dazu, dass er den jungen Mannschaftskollegen, der zum Schnapstragen verdonnert worden war, regelmig zur Herausgabe und Trinken desselben ntigte.Allerdings hatte die Mannschaft offenbar nur so komischen Schnaps dabei. Unter anderem so eine grne Brhe, die prompt zum „Verliererschnaps“ gekrt wurde. In Zukunft gibt es Kruiden nur noch nach Siegen und nach Niederlagen jenes Zeug.

Hilko ist sonst nicht gerade fr ausgiebigen Handygebrauch bekannt. Aber Donnerstag hatte er eines dabei. Und nutzte es auch gleich intensiv, um Leute anzuklingeln, die er auf dem Markt vermutete. Unter anderem Joachim. Er erreichte ihn zunchst und Joachim erklrte ihm, dass er bereits zuhause sei. Dann schaltete Joachim in weiser Voraussicht das Telefon ab. Hilko hatte fnf Minuten spter nmlich schon verdrngt, dass er Joachim bereits angerufen hatte und probierte es gleich nochmal. Dann entglitten ihm die Gesichtszge als er entsetzt mitteilte „Da geht nur die schwule Mailbox ran!“

Joachim berichtete gestern Abend schlielich von der darauf folgenden Mailboxnachrichte in etwa so, dass er durchaus Versatzstcke des von Hilko gesungenen Schmhliedes noch erkennen konnte, also der Hass ber die mangelnde Artikulationsfhigkeit gesiegt hatte.

Mein persnliche Hhepunkt des Abends war jedoch, als Hilko gegen 2 Uhr nach Hause kam und zu mir und Groene sagte: „Eigentlich knnen wir doch noch weitertrinken. Habt ihr nicht vielleicht noch ein Weinchen da?“

Gestern Abend folgten wir einigen alten Traditionen, und zwar Kristians Geburtstag am Gallimarktsfreitag zu feiern und anschlieend das Feuerwerk bei Janneke ihrem Vater seinem Schiff im Hafen anzugucken. Wir waren allerdings dieses Jahr etwas spt, so dass wir das Feuerwerk noch an Land ansehen mussten, bevor zum Schiff durchkamen.

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Gallimarkt ist jedes Jahr ja wieder wat Tolles. Eigentlich ist jeder Jahrmarkt das Gleiche, könnte man denken. Aber man findet doch immer wieder neue Details, die Freude machen. Wie zum Beispiel dieses unscheinbare Schild an einem Fahrgeschäft. „Abschmusen“ ist ein schönes Wort. (Man verzeihe mir die Lichtreflexion):

Abschmusen