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Die Masturbationshymne „I touch myself“ von den Divinyls ist ja nun auch schon fast 20 Jahre alt und in dieser Zeit das eine oder andere Mal gecovert worden. Wenn aber nun ausgerechnet ein Belgischer Mädchenchor dieses Lied mit Inbrunst schmettert („…I want you above me!“), dann kommt es mir doch ein klein wenig wunderlich vor.

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Ach ja, und ich hätte heute mit meinem Boliden fast einen Radfahrer über den Haufen gefahren, weil meine Fußmatte und das Bremspedal sich ins Gehege kamen. Wäre aber nicht schlimm gewesen, denn ich hatte drei Medizinstudentinnen dabei.

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Hier in der Nachbarschaft treiben gerade Kinder ihr Unwesen, die in finsteren Verkleidungen rottenweise einfallen und vor den Häusern „Süßes oder Saures“ gieren, um damit die Einwohner um Schlickerkram zu erpressen. Am albernsten sehen jene (meist schon etwas älteren Spitzbuben) aus, die sich einfach ein Palästinensertuch um den Kopf wickeln. Da gruselt es mir tatsächlich.

Wie können Eltern sowas überhaupt zulassen? Man sehe sich mal den pädagogischen Wert dieser Aktion an. An Martini lernen die Kinder, dass sie eine Kleinigkeit geschenkt bekommen, wenn sie ein wenig was dafür tun, nämlich singen. Und man gibt ja auch denen was, die nicht sonderlich gut singen, um den guten Willen zu belohnen. Aber bei diesem Halloweenkram lernen sie nur, dass es sich durchaus auszahlt, wenn man sich zusammenrottet und alte Leute bedroht. Aber nicht mit mir! Die Halloweenerpresser von heute sind die Parkvandalen von morgen. Wenn ich mit den älteren fertig geworden bin, dann doch wohl auch die Miniaturausgaben klein kriegen!

Martini können die gerne wiederkommen. (Da bin ich allerdings nicht zuhause.)

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Bin heute seltsam unangemessen euphorisch aus der Uni gekommen. Außerdem finde ich es etwas sonderbar, dass ich im Fach Friesisch mehr über Platt lerne, als im Fach Niederdeutsch. Naja, mal gucken, was da noch kommt.

Und man lernt ja an so einer Uni ja nicht nur so handelüblichen Kram, sondern man bekommt ja auch ne Menge Wissen von drumherum mit. Heute lernte ich zum Beispiel durch zwei meiner Mitfrisinnen etwas von einem Kuchen namens Hermann, den man hegen und pflegen und sogar füttern muss. Waren sie ganz begeistert von. Aber ich will eigentlich eher einen Kuchen, der mich füttert.

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Meine Mitbewohnerinnen spekulierten heute darüber, ob sie nicht eine männliche Putzkraft einstellen sollen, die unbekleidet arbeitet.

Die Ansprüche steigen.

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Ich habe in den vergangenen Tagen ein wenig in Hamburg geweilt und dort ein paar erstaunliche Etablissements kennengelernt. Als erste die auf schmierige Seemannsspelunke getrimmte Kneipe „Silbersack“. Da spielt auch wirklich erst dann Musik, wenn man Kohle in den Jukebox wirft.

Dann war ich in dieser Künstleranstalt, wo Helma kellnert. Da lagen viele intellektuelle Zeitungen neben meinem Tisch und viele intellektuelle Leute mit bunten Tüchern um den Hals saßen um mich herum und Satzbestandteile wie „Adorno“ und „3sat“ streiften beständig mein Gehör. Nur einmal kam eine Frau zu mir und fragte mich, ob ich in dem Zeitschriftenhaufen nehmen zufällig die Brigitte von vergangener Woche gesehen hatte. Halbwegs anständigen Ostfriesentee hatten die da auch, allerdings war die Sahne mit Milch gestreckt.

Schlussendlich war da noch die Kneipe bei Uke Arbeitsstelle um die Ecke. Die war ein wenig so wie eine Mischung aus „Zur Leda“ und „Jameson’s Pub“. Ein maximal pigmentierter Koch bereitete vorzügliche deutsche Hausmannskost (Bratkartoffeln) und man hatte sich nicht entscheiden können, ob die Schankstube auf Weihnachten oder Halloween hergerichtet werden sollte, denn neben einem Weihnachtsbaum und einigen furchtbaren bunten blinkenden Weihnachtslichterketten befanden sich auch einige Kürbisköpfe und Plüschspinnen in der Dekoration.

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Um das Bachelorstudium überhaupt absolvierbar zu gestalten, haben die  Spezis in an der Uni sich im vergangenen Jahr ganz was revolutionäres einfallen lassen: Zeitschienen. Jedes Fach ist in eine von vier oder fünf Zeitschienen eingeteilt, damit Überschneidungen vermieden werden und alle als möglich vorgesehenen Fächerkombinationen auch tatsächlich in drei Jahren fertig studiert werden können.

Praktische Sache das.

Es gibt leider eine unausweichliche Bedingung für das Funktionieren dieses Modells: Man muss sich dran halten. Und es reicht aus, wenn ein Fach glaubt, Zeitschienen gelten nur für andere, damit nix mehr funktioniert. Selbst in einem so kleinen und damit flexiblen Fach wie Frisistik mussten wir nun sogar Kurse aufteilen, damit in manchen Pflichtkursen auch tatsächlich alle unterkommen, da die jeweiligen Zweitfächer sich nicht unbedingt an ihre Vorgaben gehalten haben.

Karnevalsverein, diese Uni.

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Uke bedachte mich gestern mit einer der höchsten kulturellen Errungenschaften, welche ein Mensch jenseits von Ostfriesland jemals hervor gebracht hat: All-you-can-eat im Sushi-Restaurant.

Das unsagbar Schöne an solchen Etablissements ist ja, dass da endlos Essen an einem vorbeifährt, auf so einem Fließband. Normalerweise kann man sich da gar nicht so dran erfreuen, weil mal ja immer guckt: „Oh, die drei kleinen Häppchen kosten auch schon wieder 3,50.“

Nicht so beim All-you-can-eat: Man kann endlos essen und es kommt auch einfach endlos nach. Da macht einem dass dann gar nix aus, dass man nur ein paar klitzekleine Häppchen bekommt, denn man bekommst unendlich viele kleine Häppchen. Ach was war das schön.

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Ich bekam eine Email bezüglich meines bald anstehenden 10jährigen-Abi-Jubiläums, in der um Mithilfe bei der Kontaktaufnahme mit einem Haufen von Leuten aus meinem ehemaligen Jahrgang gebeten wurde. Ich musste feststellen, dass mir ein Großteil der Namen, die aufgezählt wurden, einfach mal gar nix sagt.

Ich lerne auf meinem Jahrgangstreffen also im Prinzip einen ganzen Haufen neuer Leute kennen.

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Bin mal wieder im Fernsehen bei Hallo Niedersachsen bzw. diesem Nachfolgeformat namens Niedersachsen 19.30 zu sehen gewesen. Aber diesmal stand ich weder im Mittelpunkt noch im Halbmittelpunkt, sondern war rein als biertrinkende und dazwischenquatschende Dreingabe dabei, im Rahmen der Berichterstattung über den Plattdeutschstammtisch Leer.

Ach ja, und das Parkverbotsschild in unserer Straße ist wieder weg.

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Das Parkunwesen gipfelte heute darin, dass irgend so ein Spezi sich einfach dreist auch Nachbars Auffahrt stellte. Seine Ausrede war, es habe kein Schild dagestanden, das den Parkplatz als Privatgrundstück ausgewiesen hätte.

Der gute Mann hatte ne Halskrause. Entweder wollte er damit Mitleid schinden oder er hat woanders schonmal genauso dummdreist geparkt und ist dafür verhauen worden.

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Nachdem der freitägliche traditionelle Gallimarktsgang in relativ geordneten Bahnen verlaufen ist, war ich gestern noch mit meinem Bruder auf dem Markt. Und der hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn er verhauen worden wäre. Denn er hat eigentlich so ziemlich alles und jeden beleidigt, dessen er habhaft werden konnte. Nur Freerk hat das gefallen, der stellte dann auch gleich mal eine Rangfolge her: Ich war die Oberfotze, er die Fotze und mein Bruder die Unterfotze.

Zu guter letzt, als wir fast schon wieder Zuhaus waren, ließ sich mein Bruder auf ein Streitgerpäch mit einem nicht mit alkoholisierten Schausteller ein, der ihn dazu animieren wollte, an seiner Bude Plastikenten zu angeln. „Ich habs nicht so mit Enten“, schien dem Schausteller kein ausreichendes Argument zu sein.

Als wir dann überraschenderweise ohne Schaden wieder in meinen vier Wänden waren, wollte mein Bruder unbedingt noch Oswald Kolle im Fernsehen gucken. Ich konnte ihn aber schließlich mit den Predigten von Joyce Meyer auf Bibel-TV einlullen.

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Heute Morgen sagte der leicht zerzauste Hilko, dass er sich gar nicht mehr genau erinnern könne, ob er gestern auf dem Markt einen Burgunderschinken gehabt habe.

Dann ging er ins Bad und als er wieder heraus kam, da konnte er vermelden: „Doch, ich hatte einen.“

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Heute Morgen hatte die ganze Reihe Falschparker hier in der Straße ein Ticket. Dies kommentierte ein BBS-Schüler, der zu seinem dicken fetten nagelneuen schwarzen Benz zurückkehrte mit dem Worten: „Schon wieder 15 Euro! Ich habe doch letztens erst 15 Euro bezahlt.“ Der hält das wahrscheinlich für die Gebühr seiner Parkflatrate.

Ein besonderes Schauspiel war es dann, als am frühen Nachmittag ein äußerst knieselig und mürrisch aussehender Mann auf einem klapprigen Fahrrad anrückte. Es stellte sich heraus, dass dies der Mann vom Ordnungsamt war, der – ohne dass es seine Laune merklich besserte – den immer noch im Parkverbot stehenden Fahrzeugen jeweils ein zweites Ticket verpasste.

Dies führte dann später dazu, dass sich schließlich ein dergestalt doppelt bedachter Zeitgenosse darüber wunderte, warum sein Kollege mit dem Benz nur 15 Euro zahlen muss, während man ihm 25 Euro aufgebrummt hat.

Das ganze hatte einen höheren Unterhaltungswert als Fernsehen.

Und so ärgerlich es auch ist, wenn sich da mal wieder ein paar Asis mit ihren Seifenkisten so hinstellen, dass ich mein Grundstück kaum verlassen kann – ich verstehe nicht, was meinen Nachbarn das Recht gibt, die regulären Parkplätze an der Straße mit Flatterband abzusperren. Da passiert bestimmt auch noch was.

Hach, ist das alles aufregend!

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Jetzt ist es schon soweit. Leute klingeln hier (und auch bei Nachbarn) um zu fragen, ob sie auf deren Auffahrten parken dürfen.

Ich behaupte nach wie vor: Wer 5 Minuten Fußmarsch in Kauf nimmt, findet Problemlos einen Parkplatz. Aber der durchschnittliche Gallimarktbesucher möchte ja am liebsten auf dem Markt parken.

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„Stell Dir vor, es ist Gallimarkt und keiner geht hin – dann kommt der Markt zu Euch! Wer zu Hause bleibt, wenn der Suff beginnt, und lässt andere trinken für seine Sache, der muss sich vorsehen: Denn wer den Suff nicht geteilt hat, der wird teilen den Katzenjammer. Nicht einmal Suff vermeidet, wer den Sufff vermeiden will, denn er wird trinken für die Sache des Feindes, wer für seine eigene Sache nicht getrunken hat.“

(Frei nach Carl Sandburg, Bert Brecht und einigen Fälschern.)

So kommt es mir manchmal vor hier.