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Ich hörte heute die Geschichte von dem kleinen Jungen, der über die Unterrichtsinhalte seines älteren Bruders berichten konnte: „Mein Bruder hat in der Schule jetzt Sex und Aalkunde.“

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Das war ein Wochenende. Es begann mit einem verlängerten Aufenthalt auf der A1 bei Bockel. Ich hatte anderthalb Stunden Zeit, noch einmal 15 Kilometer dieser alterwürdigen Fernverkehrsstraße intensievst zu begutachten, bevor sie in den kommenden Jahren runderneuert wird.

Am Abend geriet ich mit einem Serviceautomaten der Spaßkasse aneinander, der nach einem Druck auf den „Abbrechen“-Knopf meine EC-Karte fraß.

Am Sonnabend folgte der Höhepunkt, nämlich das Boßeln im Schneesturm. So ein bisschen Wintereinbruch hält keinen Ostfriesen davon ab, mäjestätisch das Pockholz durch den Hammrich sausen zu lassen. Wir machten allerdings den Fehler, als Prinzip der Mannschaftsaufteilung „Jung gegen Alt“ zu wählen, also 70er Jahrgänge gegen 80er Jahrgänge. Als die „Alten“ nach wenigen Metern bereits 3:0 führten, haben wir dann doch neu gemischt…

Das Wochenende klang dann vergangene Nacht für mich mit einem fürchterlichen Traum aus, in dem mich Chirurgen durch ganz Ostfriesland verfolgten, um mir einen Fuß abzunehmen.

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Es kann ja durchaus jeder seine Meinung dazu haben, ob die Umbenennung von Kasernen das dringendste Thema ist, dessen sich die Lokalpolitik heutzutage annehmen muss. Aber mir stehen doch die Haare zu Berge, wenn der Kreisvorsitzende einer Partei sich mit dem Argument gegen die Umbenennung der Lettow-Vorbeck-Kaserne in Leer wendet, dass der General „durchaus ein Vorbild auch in der heutigen Zeit” sei. Denn: „Der General verteidigte im Ersten Weltkrieg mit seinen Truppen Deutsch-Ostafrika. Damals wie heute waren deutsche Soldaten in fernen Ländern im Einsatz. Damals wie heute waren die Truppenkontingente klein, die Länder groß und die Aufträge kaum erfüllbar. Lettow-Vorbeck war erfolgreich, während die Bundeswehr in Afghanistan in fast sieben Jahren keine Fortschritte erzielt hat. Vielleicht kann man von ihm sogar lernen?“ (x)

Man ist ob dieses Vergleichs hin und hergerissen zwischen königlichem Amüsement und extremer Erschütterung.

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Aus der Rubrik „Aufgeschnappt im Bus“:

Zwei Halbwüchsige unterhalten sich.
„Boah, ich glaub ich komm in die Pubertät. Mein Stoffwechsel hat sich voll verändert, ich nehme jeden Tag einen Kilo zu.“
„Nee, das kommt weil du aufgehört hast zu kiffen.“

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Diese Uni raubt mir noch den letzten Nerv. Jetzt haben ’se innerhalb kürzester Zeit schon wieder die Prüfungsordnung geändert. Die „Todesprüfung“, wo im letzten Sommer die Hälfte des Jahrgangs durchgefallen ist, wird abgeschafft und durch durch zwei Teilprüfungen ersetzt. Vielleicht ein Schritt in die richtige Richtung, vielleicht aber auch nicht. Denn so schwer diese Prüfung auch war, vielen hat vor allem die schiere Anzahl der zu absolvierenden Prüfungen zu schaffen gemacht. Es hätte wahrscheinlich gereicht, es bei einer Klausur zu belassen und den Teil aus der Prüfung herauszunehmen, den sie jetzt eh nicht mehr abfragen wollen.

Und um genau diese Prüfungsmasse für uns zu reduzieren, hatte man sich gedacht, im zweiten Prüfungsjahr in zumindest einem Modul zwei Klausuren zu einer zusammenzufassen. Das wurde nun wieder geändert. Was zu Beginn zwei Prüfüngsleistungen waren, die dann zu einer Prüfungsleistung zusammengefasst wurden, ist jetzt wohl eine Prüfungsleistung, die in zwei Teilen abgelegt wird…

Naja, nebenher nerven allerdings eher die kleineren Verplantheiten des Uni-Alltags. Zum Beispiel mache ich mein aktuelles Fachergänzungsmodul („Fachergänzung“ ist der Teil neben den beiden Hauptfächern, die wir Nichtlehramtsstudenten anstelle des Lehrerkrams machen) wie es aussieht verpflichtungstechnisch vollkommen für die Katz, da es nur anstelle des vorgeschriebenen Berufspraktikums (was ich logischerweise nicht absolvieren muss) absolviert werden darf, aber nicht zusätzlich.

In einem anderen Seminar bekomme ich einen Leistungspunkt weniger gutgeschrieben als die meisten meiner Kollegen, die im Gegensatz zur mir dort ihren Vertiefungsbereich absolvieren. Es ist ja nicht so, dass ich mir dieses Bachelorsystem mit seinem Leistungspunktekram ausgesucht hätte, aber wenn ich das schon mache, dann will ich für die gleiche Arbeit auch die gleiche Punktzahl haben wie die Kollegen. Denn wir erinnern uns: die Leistungspunkte berechnen sich nach der Arbeitszeit, die man mit einer Veranstaltung hat, ein Punkt steht für 30 Stunden Arbeit.

Und schließlich war da noch das Referat, das ich vorsorglich an diesem Wochenende machen wollte. In meinem Mittelniederdeutsch-Seminar soll jeder einen in mittelniederdeutscher Sprache verfassten Chroniktext vorstellen. Ich suche mir also aus den angebotenen Themen eins aus, besorge mir die Literatur und stelle nach dem ersten Aufschlagen des Buches fest: Der Chroniktext ist auf Latein…

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Ich präsentiere heute mal wieder meinen neuen persönlichen Spitzenreiter in Sachen „Eltern strafen ihre Kinder mit dusseligen Vornamen“. Der heutigen Zeitungen entnehme ich: Finn Meverik. Geboren ist er an Halloween, vielleicht hat das damit was zu tun.

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Wir probieren hier gerade bei Uke das neue Dungeons&Dragons aus. Ich bin noch nich ganz überzeugt von dem Sysrem, aber es war doch eine große Freude, als Hannes und ich so langsam das Kampfprinzip verstanden und mit dem letzten Blutstropfen des letzten lebenden Heldes (im allerersten Kampf des allerersten Anfängereinführungsabenteuers) Ukes letzten kleinen Kobold erledigten. Mal sehen, könnte was werden.

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Ich erinnere mich noch gut daran, wie meine Geschichtslehrerin in der 7. Klasse von den patriarchalisch Strukturen in den USA redete und prophezeite: „Eher wird ein Schwarzer Präsident in den USA als eine Frau.“

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Eine angenehme menschliche Abwechslung gab es heute in der Uni-Kantine. Während man ansonsten meist von Leuten umgeben ist, die über Ovid brüten, über Marx schwadronieren oder über Probleme des internationalen Rechts diskutieren, war heute am Tisch nebenan eine Gruppe von Fremdlingen. Wahrscheinlich irgendwelche Handwerker, die irgendwas in der Uni zu schrauben hatten und Mittag machten oder so. jedenfalls ein ganz anderer Menschenschlag.

Da zeigte man sich gegenseitig ekelige Hadyfilmchen und analysierte Messerscharf den zurückliegenden Fußballbundesligaspieltag („Der Trochowski kann halt nix!“) Aber die Universitätsluft verdreht auch den widerstandsfähigsten Normalo und so fingen auch diese Jungs bald an, aktuelle Probleme aus Wirtschaft und Politik zu erörtern. Stellvertretend möchte ich hier ein paar der unumstößlichen Weisheuten niederlegen, die ich heute lernte.

  • „Warum ist denn Benzin so teuer? Wegen der Steuern! Wenn du Auto fährst, dann fährt der Staat immer mit. Der Staat muss weg, dann wird alles billiger.“
  • „1918 haben die Matrosen hier in Kiel auch kein Bock mehr gehabt. Dann kam die Polizei und hat geschossen, die Matrosen haben zurückgeschossen und schon war die Monarchie weg.“
  • „Wer von unseren Soldaten heute in Afghanistan ist, der ist da doch freiwillig. Die nehmen doch gar keine mehr, die nicht freiwillig dahingehen. Und wat die da nicht verdienen, da sieht man wo die Asche bleibt. Hundert Euro am Tag extra, Steuerfrei, nur weil da mal geschossen wird. Das ist doch Berufsrisiko. Ich kann doch auch jeden Tag von der Leiter fallen und tot sein und bekomme auch keine 100 Euro extra am Tag.“
  • „Das mit VW kommt alles von den Spekulanten, da ist nix von echt. Genosse Stalin hat nicht umsonst zuerst einmal alle Spekulanten erschossen.“
  • „Das sind doch alles Verbrecher, die Politiker, Ypsilanti, Asylanti und wie das Pack nicht alles heißt.“

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Morgens ist das Klopapier alle und unabhängig voneinander bringen alle WG-Bewohner im Laufe des Tages einen Haufen davon mit, so dass wir jetzt auf Jahre versorgt sind. Am Klopapierverhalten merkt man, wie gut eine Wohngemeinschaft funktioniert. Kein Stress beim Scheißen.